Dancing Queen – Kapitel 1

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetSpoiler: Ende Staffel 2 – Rick hat New York verlassen und ist in die Hamptons gefahren.

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Kapitel 1

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Die Musik ließ die Erde erbeben, die Scheinwerfer ließen immer wieder andere Teile des Raumes hell erleuchten. Rick sah, wie sie sich bewegte, tanzte. Er ist mit Gina in dem Club. Er ist mit Gina wieder in New York. Von dem geschützten VIP Bereich in dem er saß, konnte er sie genau sehen, da kurze rote Kleid, welches sie trug. Es war kurz, sehr kurz. Und eng. Sehr eng. Es betonte all ihre Kurven. Und sie tanzte, ihre Hände über ihrem Kopf, dann wieder auf den Schultern einer der Männer, die ihr gegenüberstanden.

Rick beobachtete sie. Sie tanzte nicht mit einem Mann, nein, es war immer wieder ein anderer.

Gina merkte irgendwann, dass er eine Frau auf der Tanzfläche studierte, versuchte herauszufinden, wer es war und entdeckte Kate. Die Körpersprache der dunkelhaarigen jungen Frau war eindeutig – sie liebte es mit den Männern zu spielen. Sie zu reizen. Und im nächsten Moment war sie wieder verschwunden. Sie war gegangen.

Sie konnte sich perfekt zur Musik bewegen, wiegte ihre Hüften im Takt, ließ ihr Becken kreisen, ihre Hände über ihren eigenen oder einen fremden Körper gleiten.

Sie schien den perfekten Abend zu erleben. Unschuldig. Gedankenlos. Einfach sich der Musik hingebend.

Rick studierte ihre Bewegungen. Wie sie einen Cocktail trank, dann wieder tanzte – dem Barkeeper hinter dem Tresen ihr Getränk gab, um es zu beaufsichtigen, als würde sie dies des Öfteren tun. Und der Autor realisierte, dass sie gerade einmal dreißig Jahre alt war und wahrscheinlich noch so viel von ihrem Leben erwartete, so viel vom Leben wollte. Nicht nur arbeiten. Vielleicht hatte sich dies während der Wochen, die er sie nun nicht mehr gesehen hatte geändert.

Dann hatte er sie aus den Augen verloren. Aber auch die zwei Männer, mit denen sie getanzt hatte, schiene nach ihr zu suchen. Sie war verschwunden und es war erst kurz nach zwei Uhr in der Nacht. Verschwunden. Gegangen.

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Und sie schien jeden Freitagabend in diesem Club zu sein – Florentinas. Jedes Mal trug sie ein anderes enges, verdammt kurzes Kleid. Verdammt kurz. Und jeden Abend tanzte sie, verdrehte Köpfe. Jeden Freitag befand sich Rick nun irgendwo in dem Club, nur um sie zu sehen, zu wissen, dass es ihr gut ging.

Und so war es wieder einmal Freitag. Kate trug ein kurzes schwarzes Kleid, mit einem Träger, der diagonal von ihrer linken Brust zur rechten Schulter reichte und die andere komplett frei ließ.

Seit seinem Besuch mit Gina kam er nun alleine in den Club. Gina hatte sich geweigert noch einmal mitzugehen, wenn er nicht endlich einen Schritt auf die junge Polizistin zu machen würde. Oder sich wieder auf sie konzentrierte. Er hatte die Wahl.

In einer Hand hatte sie nun einen Cocktail, es sah aus wie ein Mojito, die andere Hand glitt durch ihre offenen Haare, die in wilden Locken auf ihre Schulter hinabfielen.

Sie war so anders. Niemand schien sie zu studieren – außer ihm und davon hatte sie keine Ahnung – sie konnte sich bewegen, wie sie wollte. Niemand kannte sie. Niemand wusste, dass sie die jüngste Polizistin war, die es in New York zum Detektive geschafft hatte. Niemand wusste hier, dass sie eine der besten Schützinnen war, in Highheels laufen konnte, wie keine andere. Dass sie die Bürokratie, den Papierkram, nicht leiden konnte, eine beinahe unlesbare Handschrift hatte, wenn sie sich Notizen machte.

Sie schien so jung. Unschuldig. Unberührt. Als hätte sie in ihrem Leben noch keinerlei Leid erfahren. So war Katherine Houghton Beckett also privat? Eine Seite, die er wahrscheinlich nicht kennen sollte.

Normalerweise verließ sie die Lokalität alleine. Niemand brachte sie nachhause, niemanden nahm sie zu sich mit. Und das Einzige, was er machen konnte, ist sie studieren, jede Bewegung, die sie machte, abspeichern und zuhause in seinen neuen Nikki Heat Buch verewigen.

Dass er genau das wahrscheinlich nicht tun sollte, war ihm bewusst, doch konnte er seine Augen von den kreisenden Hüften nicht abwenden, von den langen Beinen, als sie die Stufen in Richtung Toilette erklomm. Die Art und Weise, wie sie sich durch ihr Haar fuhr, würde er niemals vergessen können und er bildete sich ein, sich vorstellen zu können, wie sie roch. Eine Mischung aus Kirsche, Vanille und Schweiß, vom Tanzen. Eine Mischung, die er sich auch vorstellen könnte, die wie ein Aphrodisiakum auf ihn wirken würde. Roch sie genau so, wenn sie Sex hatte?

Er ließ den Scotch seinen Hals hinunterrinnen und wusste, dass er eigentlich in den Hamptons sein sollte, den gesamten Sommer. Er sollte schreiben, doch nach einem großen Streit am zweiten Tag, den er mit Gina in den Hamptons verbracht hatte, war er so frei gewesen und hatte sie nachhause geschickt, sie des Hauses verwiesen. Sie hatten ein kompliziertes Verhältnis – als Paar funktionierten sie nicht, doch mussten sie zusammenarbeiten, war sie doch seine Verlegerin.

Gina war am selben Wochenende abgereist, ohne dass sie eine Nacht mitsammen verbracht hatten. Natürlich hatte sie es versucht, so war die Blondine nun einmal, immer auf das Sexuelle bedacht, wenn sie zusammen waren. Im Grunde war er Sex das Einzige gewesen, was jemals zwischen ihnen funktioniert hatte. Der Rest war stets Einbildung gewesen.

In den fünf Tagen, in denen er alleine in den Hamptons danach gewesen war, hatte er keine einzige Zeile zu Papier gebracht, keinen Paragraph, keinen einzigen vollständigen Satz. Nichts. Und das Schlimme war, es störte ihn nicht einmal.

Als er dann zurückgekommen war, hatte Gina von ihm verlangt, sein neues, noch quasi ungeschriebenes Buch zu promoten – doch stattdessen ging er lieber in den Nachtclub und beobachtete Kate. Es war der erste Nachtclubbesuch in Jahren gewesen und bereits bei seinem ersten Besuch in diesem, hatte er sie entdeckt.

An diesem Freitag trug er schwarze Jeans, ein schwarzes Seidenhemd und Kate diese unglaublich kurze, schwarze Nummer. Ihr Haar war eine wilde Lockenmasse, ihr Gesicht mittlerweile gerötet. Und es fiel ihm auf, dass sie scheinbar den Ring ihrer Mutter nicht trug, nur die Uhr ihres Vaters. Keine Kette hing an ihrem Hals. Nichts.

Es war bereits sein vierter Scotch on the Rocks, den er in der VIP Area trank, während er sie nun seit Stunden studierte. Stunden.

Sie tanzte mit einer Frau in einem blauen Kleid. Die Hände der dunkelhäutigen Frau glitten über ihren Körper. Dann war es ein Mann, vielleicht in Kates Alter. Er war groß, hatte kurz geschnittene blonde Haare – einen militärischen Haarschnitt. Und bereits kurz nachdem sie mitsammen zu tanzen begonnen hatten, waren seine Hände an ihren Hüften. Er zog sie an sich heran, presste sich gegen sie. Eine Zeit lang schien es gut zu gehen, doch als seine Hände an ihre Brust wanderten, stieß sie ihn etwas von sich. Der junge Mann hatte ein Kurzzeitgedächtnis, zumindest schien es so – denn rasch waren seine Hände abermals an derselben Stelle angekommen. Nach dem dritten oder vierten Versuch war Rick bereits kurz davor hinunter zu gehen, seine gute Tarnung in dem Bereich des Clubs preiszugeben, doch noch bevor er sich aufrichten konnte, war sie von der Tanzfläche verschwunden.

Rick suchte sie, seine Augen wanderten hektisch über die gesamte Fläche, auf der sich die Menschenmenge bewegte. Dann sah er sie von hinten, sie ging zu den Toiletten. Am liebsten wäre er ihr gefolgt.

Dann erkannte Castle, dass der junge Mann ihr folgte, er traf auf sie, bevor beide aus Ricks Blickfeld verschwanden. Er griff ihr auf die Schulter, sie drehte sich um, flüsterte ihm etwas ins Ohr. Von oben sah es verführerisch aus. Doch plötzlich sah man die Angst im Gesicht des jungen Mannes, bevor er sich von ihr abwendete und die Flucht ergriff.

Was hatte sie ihm nur gesagt? Vielleicht dass sie Polizistin ist? Morde aufklärte?

Wie auch immer, Richard musste lächeln, dann sogar lachen.

Wenn es so weitergehen würde, würde das Buch bald fertig sein.

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Tatsächlich dauerte es vier Wochen, bis der neue Nikki Heat Krimi fertig war. Vier weitere Freitage hatte er in dem Club verbracht, sie studiert. Ihren unglaublichen Körper quasi in sich aufgesogen.

Es war noch nicht einmal Ende August und das Buch war fertig und ging in Druck.

Gina hatte ihn wissen lassen, dass es wahrscheinlich sein bestes Werk bisher war. Die Szenen schienen detailreicher. Die Charaktere eingehender beschrieben.

Jeder der ein Vorabexemplar erhalten hatte, schien begeistert von der Art und Weise, wie Nikki mit den anderen Männern tanzte und dann doch alleine nachhause ging, wissend, dass es Rook war, den sie in ihr Herz geschlossen hatte. Früher oder später würde er wieder eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen.

Ihre Kleider hatte er detailgetreu beschrieben, jede Rundung ihres Körpers war an seine Muse angepasst. Die Farbe und den Schnitt, alles hatte er beschrieben.

Kurz hatte er sogar mit sich diskutiert, ob er Kate ein Vorabexemplar schicken sollte, sich dann aber dagegen entschieden. Ihre Partnerschaft war fragil und er würde im Herbst wieder am Revier sein, wieder offiziell in ihrer Nähe. Und es war allmählich Herbst, Spätsommer, Frühherbst.

Die Widmung war Rick dieses Mal leicht gefallen – „Für die einzigartige und unglaubliche KB, die mit ihrer schieren Anwesenheit, Männern den Kopf verdreht.“ Er wusste, dass es etwas viel war, gewagt. Doch genau das wollte er. Er wollte eine Reaktion von Kate erleben. Und wenn es Wut war, Verärgerung, Aggression – er würde bereit sein, sehnsüchtig darauf warten.

Er hatte die Widmung an einem Samstag geschrieben, nachdem er sie eine Nacht lang studiert hat. Er hatte danach nie wieder daran gedacht, bis das Buch in Druck ging. Natürlich hatte er die Vermutung, dass sie ihn dafür hassen würde, vielleicht würde sie ihn anschreien – vielleicht sogar noch, bevor sie zu den Nachtclubszenen kommen würde. Der Sex-Szene, die natürlich Rooks Rückkehr in ihr Leben mit sich brachte. Rook hatte sie eine Nacht lang beobachtet, wie sie getanzt hatte, in ihrem engen roten Kleid, trägerlosen Kleid. Eine ganze Nacht hatte er beschrieben. Im Detail. Rook hatte von Nikkis Freundin, der Pathologin, erfahren, wo Nikki sich freitags aufhielt, wenn sie nicht zuhause war. Rook saß im VIP Bereich und beobachtet, wie sie tanzte, flirtete, Männern den Kopf verdrehte. Er war erregt und zugleich inspiriert, in einer Art und Weise, wie noch nie zuvor.

Kate war die Muse. Nie zuvor war eine vergleichbare Frau in sein Leben getreten und sie hatte es nicht einmal aus freien Stücken getan. Alleine das Beobachten dieser dunkelhaarigen Gestalt mit den großen Augen hatte ihn zum Schreiben angeregt. Sie inspirierte ihn durch ihre schiere Anwesenheit. Die Art und Weise wie sie sich bewegte, in ihrem Stuhl saß oder den Kaffee trank – diese Kleinigkeiten – ließen ihn Seiten füllen.

Einige Teile hatte er immer und immer wieder neu schreiben müssen. Es waren dann doch zu viele Details gewesen, zu oft war er genau auf die Art eingegangen, wie ihre Hüften sich im Takt wiegten. Oder sich ihre Brustwarzen unter der blauen Bluse, die sie gerne ins Büro anzog, abzeichneten. Oder wie der Schweiß auf ihrer Haut glänzte, wenn er sie während ihrer Yoga-Sessions zuhause überraschte.

Manchmal fragte sich Rick, ob er durchdrehte. Ob er verrückt wurde. Es war einfach zu viel. Sie war zu viel für ihn.

Jeder einzelne Tag, den er ohne sie verbringen musste, war ein verlorener Tag. Nichts schien so zu funktionieren, wie es sollte.

Es war September. Der zweite Freitag im September.

Sein Buch war am Dienstag veröffentlicht worden. Dienstagmorgen. Am Mittwoch war es in den meisten Buchhandlungen erhältlich.

Am Freitag war er wieder im Florentinas. Und sah sie.

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Ende Kapitel 1

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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