Dancing Queen – Kapitel 3

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - Bearbeitet+#+#+#

Kapitel 3

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Sie war seine Droge und Drogen machten süchtig, süchtig nach mehr.

Welche Musik gerade spielte, bekam Richard nicht mit. Er bemerkte nur, wie ihr heißer Atem ihn am Hals streifte.

„Kate“, murmelte er leise, seine Stimme voller Erregung.

„Nicht“, erklärte sie nur kurz, griff nach einer Hand. Vorsichtig zog sie ihn vom Zentrum des Clubs weg. Langsam begann sein rationales Denkvermögen wieder einzusetzen. Kate lächelte zwar immer noch, vermutete er zu wissen, was als nächstes kommen konnte – sie würde ihn maßregeln, ihn wissen lassen, dass er alles falsch gemacht habe, was man falsch machen konnte Außerdem war sie wahrscheinlich außer sich, würde ihn anschreien, auf ihn einschlagen – und ja, er hatte es verdient.

Doch dann ertönte eine Techno-Variante des Madonna Songs „Like A Virgin“ und die Menge tobte, sang laut den Text mit.

„Kate …“, doch abermals konnte er den Satz nicht vollenden. Ihre Lippen waren auf den seinen und sie stand mit dem Rücken zu einer dunklen Wand, abgeschottet von all den Menschen, die tanzten und feierten.

Dass er mit ihr reden sollte und sie sich anders verhielt als sonst, war ihm bewusst, doch gab sie ihm keine Chance. Ihre Hände waren überall auf seinem Körper, ihre Lippen ließen von seinen Lippen nicht ab.

„Kate…“, sagte er, als er vorsichtig ihre Hand aus seinem Schritt entfernte.

„Möchtest du das nicht?“, fragte sie, ihre Stimme tiefer als sonst, es war außerdem beinahe ein Hauchen.

„Natürlich …“

„Deswegen hast du mich seit Wochen beobachtet?“

„Nein“, murmelte Rick vorsichtig, doch da war ihre Hand bereits dabei, sein Hemd aus der Hose zu ziehen, seine Antwort gar nicht erst abwartend.

War sie auf einer Mission? War er ihre Mission? Hatte sie das Buch erhalten? So viele Fragen und so wenig Möglichkeit ihren Antworten auf den Grund zu gehen. Denn egal was er machen wollte, ihre Lippen, ihre Finger – einfach Kate – lenkten ihn davon ab.

Als ihr Mund wieder auf dem seinen war, ihre Arme um seinen Hals, in seinen Haaren, ihr linkes Bein mit dem Oberschenkel seine Hüfte berührte, war jeder Zurückhaltung dahin. Jegliche.

Die folgenden Augenblicke verschwommene die Ereignisse, waren nicht mehr von einander trennbar.

Innerhalb weniger Augenblicke war ihre Hand an seiner Hose, Sekunden später war er in ihr. Wie das so schnell und vor allem hier passieren konnte, wusste er nicht, aber es ist nicht so, dass er sich ihr widersetzt hätte, eher das Gegenteil war der Fall, er hatte ihr Vorhaben gefördert, seine Hand nicht von ihrer Brust genommen, mit der anderen sie hochgehoben und gegen die Wand gepresst.

Die Bewegungen waren hart, schnell, wild, verboten.

Es fielen keine Worte, keine Szenarien wurden ausgemalt, keine irrationalen Versprechen ausgesprochen. Ihre Bisse in seine entblößte Brust und seinen Hals turnten ihn an, die Art und Weise, wie sie an seinen Haaren zog, dann wieder in sein Ohr stöhnte, machten ihn wild.

Sie fühlte sich so perfekt um ihn an, so unglaublich perfekt. So wie Richard sie sich immer vorgestellt hatte. Außerdem war sie wilder, als er sich Kate jemals erträumt hatte.

Als sie kam, rief sie nicht seinen Namen, nein, sie biss ihm hart in die Schulter. Vermutlich blutete er nun sogar. Aber es war ihm egal. Er konnte nur an das Gefühl denken, welches sie in ihm auslöste, die Perfektion, in der all dies für ihn erschien.

Es dauerte nicht lange, bis auch er seinen Höhepunkt erreicht hatte und dann, vollkommen außer Atem, schließlich seine Stirn an ihre lehnte. Stirn an Stirn lehnten sie da. Kates Rücken an die Wand gepresst, ihre Beine um seine Hüften geschlungen und gekreuzt.

Immer noch hämmerte die Musik im Hintergrund. Die Bässe ließen immer noch den Boden beben. Schweiß lief über seine Wange, tropfte auf seine Brust.

„Lass mich hinunter“, bat sie leise und mit dieser Bewegung glitt er aus ihr heraus. Sofort vermisste er ihre Wärme, die Perfektion.

Erratisch zog sie das Kleid wieder hinunter.

„Kate …“, begann er zu sagen und sie entschuldigte sich nur mit einer Handbewegung, duckte sich unter seinem an die Wand gestemmten Arm durch und verschwand in Richtung Toiletten.

Castle wartete, wartete auf ihr Erscheinen, doch ein Lied wurde zu Ende gespielt und ein weiteres, von Beckett war keine Spur zu sehen.

Irgendwann ging er zu den Toiletten, doch sie versteckte sich in keiner davon – das einzige was ihm begegnet war, waren verständnislose, verwirrte Blicke diverser Frauen, die auf der Toilette versuchten, ihr nächtliches Make-Up zu retten oder anstanden, um ein WC zu benützen.

Vom VIP Bereich versuchte er noch einmal den Überblick zu gewinnen, doch sie war nicht zu sehen. Weit und breit niemand, der Kate glich.

Ein Sicherheitsblick auf sein Handy brachte auch keine Erlösung.

Sie hatte sich so rausgeschlichen, wie sie es sonst freitags auch immer tat. Sie war einfach verschwunden. Nur dieses Mal war sie weiter gegangen, sehr viel weiter als sonst – zumindest vermutete er dies. Niemals hatte er sie mit einem Mann fortgehen sehen, in all diesen Wochen.

Richard suchte weiter nach ihr, bis er beschloss, dass sie wirklich nicht mehr im Florentinas war. Zu Fuß, auch um den Kopf klar zu bekommen, ging er quer durch die Stadt zu ihrem Apartment. Ihrem neuen Apartment. Von der Straße unten konnte man kein Licht erkennen, alles schien so dunkel, als wäre niemand zuhause.

Es schien eine Ewigkeit zu vergehen, die Sonne war bereits wieder am Aufgehen, als er schließlich beschloss seinen Wachposten aufzugeben.

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Die Sonne stand bereits hoch am Himmelszelt, als Kate die Augen zum ersten Mal an diesem Samstag öffnete. Das Licht war eindeutig zu grell für sie, so schloss sie sie rasch wieder, dachte an den gestrigen Abend, den Spaß, den sie beim Tanzen hatte. An dem Ort, an dem sie einmal in der Woche alles um sich herum vergessen und den Kopf frei bekommen konnte. Der Ort, der ihr Tempel der Ruhe geworden war, auch wenn viele diese Metapher nicht verstehen würden – auch wenn es dort nicht ruhig war, war es genau das, was sie brauchte um zu entspannen.

Als sie sich zum ersten Mal bewegte, die Beine schließlich doch über die Ecke der Matratze gleiten ließ, sie den Boden berührten, spürte sie Schmerzen, die durch ihren ganzen Körper fuhren – es war nicht unangenehm, eher eine Erinnerung an die Ereignisse des letzten Abends.

Rasch griff sie nach ihrem Handy. Blickte darauf. Keine Anrufe. Keine Kurznachrichten.

Noch schneller drückte sie die Schnellwahltaste 2 – Lanie.

Nackt stand sie, während das Handy sie verband und läutete, vor dem großen Spiegel und sah nun die Spüren, die ihr Körper offensichtlich davongetragen hatte. An ihrem Hals befanden sich drei große rote Flecken, am ihre Schulter Bisse, an ihren Oberschenkeln konnte sie die Abdrücke ihrer Finger wiedererkennen.

„Lanie…?“, sagte sie nervös.

„Liebes?“, fragte die Pathologin auf der anderen Seite der Leitung. „Ist es nicht etwas zeitig …?“, sagte sie mit einem Lachen in der Stimme.

„Lanie … ich glaube ich habe letzte Nacht mit Rick geschlafen.“

Auf der anderen Seite hörte Kate lediglich den Fernseher laufen. Mit der freien Hand tastete sie die blauen Flecken ab, die roten Male, die Bissspuren. Dann griff sie nach dem seidenen Morgenmantel, den ihr ihr Vater einmal aus Asien mitgebracht hatte – schwarze Seite mit feinen gezeichneten roten Drachen. Sie zog ihn über.

Bei jedem Schritt wurde sie daran erinnert, wie er sich angefühlt hatte. Es war lange her gewesen, viel länger als zuvor und letzte Nacht war weder gefühlvoll noch romantisch. Es war fordernd, hart, animalisch gewesen – so wie sie es eigentlich mochte. Doch bevorzugte sie ein Zimmer nur für zwei, eine andere Position.

„Katie?“, fragte Lanie vorsichtig.

„Hm?“

„Du glaubst, dass du mit ihm geschlafen hast?“

„Ich weiß es.“ Aus Kates Stimme konnte sie die Unsicherheit heraushören.

„Und das ist schlecht?“, fragte Lanie vorsichtig. „Ich dachte er ist in dem Hamptons.“

„Sein Buch ist schon fertig.“

„Und du hast es schon gelesen?“, jetzt schmunzelte Lanie vorsichtig.

„Teilweise.“

„Katie-Girl .. du rufst mich an, erklärst mir, dass du mit Writerboy geschlafen hast und erzählst mir keinerlei Details?“

„Writerman ist sicherlich angebrachter. Aber Lanie, es darf nicht noch einmal passieren. Es kann nicht noch einmal passieren.“

„Wieso?“ Lanie wusste, dass Beckett nicht gerne über Sachen wie ihre Gefühlswelt sprach, doch dachte sie, nachdem Kate bevor Memorial Day ihren gesamten Mut zusammengenommen hatte, um ihn wissen zu lassen, dass sie mitkommen würde, dieser Schritt in ihrer komplexen Beziehung zueinander ein Fortschritt wäre.

„Es darf nicht passieren, Lanie. Es würde alles zerstören.“

„Was würde es zerstören?“

„Unsere …. Unsere Freundschaft? Partnerschaft?“

„Ist es das, was ihr beide habt?“

„Was denn sonst?“

„Seit dem Tag, an dem er am Revier aufgetaucht ist, tanzt ihr um einander herum. Es ist so offensichtlich, dass du ihm gefällst und so wie du dich ihm gegenüber verhältst, Katie, empfindest du genauso. Du wärst beinahe mit ihm in den Hamptons gefahren, hättest mit ihm die Feiertage verbracht.“

„Als Freunde.“

„Wirklich, Kate?“, man konnte den Sarkasmus in ihrer Stimme mitschwingen hören. „Weil ihr als Freunde die Feiertage mitsammen verbringen wolltest, hast du mit Demming Schluss gemacht?“

„Das hätte ich so und so, Lanie.“

„Im Ernst, wieso darf es nicht noch einmal passieren.“

„Es würde alles zerstören, Lanie, wirklich.“

„Und wieso habt ihr dann …“

Kate setzte sich auf die Couch, eine große Tasse frisch gebrühten Kaffee in der Hand. Und noch einmal ließ sie alles Revue passieren, seine großen Hände, seine weichen Lippen und sein heißer Atem auf ihrer Haut. Würde sie auf alle das wirklich verzichten könnten? Würde sie es vergessen und die Erinnerung irgendwo in ihrem Gedächtnis abspeichern können?

Es musste einfach sein.

„Weil … weil ich nicht widerstehen konnte? Gott Lanie, ich kann keine Worte finden … ich hatte es mir nicht so vorgestellt …“

„Du hast es dir vorgestellt?“, fragte Lanie, wissend, dass es irgendwann hatte passieren müssen.

„Natürlich Lanie, oder möchtest du, dass ich dich anlüge? Und bevor du fragst, auch schon bevor mein Apartment explodiert ist und ich bei ihm, Alexis und Martha gewohnt habe. Bevor sich seine Familie rührend um mich gekümmert hat.“

„Und wie hattest du es dir vorgestellt?“

„Auf alle Fälle nicht im Florentinas. Nicht gegen die Wand, schnell und ungestüm. Nicht in aller Öffentlichkeit.“

Dr. Parish fand keine Antwort, keine, die passen würde. Oftmals, wenn sich Richard und Kate wieder Wortgefechte lieferten, hatte Lanie bereits daran gedacht, wie es wohl sein würde, wenn sie nun den Raum verlassen, ihn absperren und das Licht ausmachen würde. Doch dieses Bild hatte sie niemals vor Augen gehabt. Niemals.

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Ende Kapitel 3

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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