Dancing Queen – Kapitel 8

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - Bearbeitet+#+#+#

Kapitel 8

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Es dauerte nicht lange und Lanie blickte sie verwundert und zugleich mit einem Lächeln auf den Lippen an. Sie hatte das Problem auf anhieb erkannt. Nur wie sollte sie es Kate erklären?

Wartend blickte Kate Lanie an.

„Was?“, sagte die Polizistin etwas unhöflich, hob die Augenbraue.

„Du bist schwanger.“

Nicht wissend, was Kate sagen sollte, stand sie da und starrte sie an. Es konnte nicht sein. Nein. Es war eigentlich unmöglich. Doch dann gingen ihr plötzlich so viele Gedanken durch den Kopf. War es doch möglich? Die Symptome wären realistisch. Doch Lanie musste sich irren.

„Nein“, versuchte sie es hinabzuspielen, „das ist nicht möglich.“

„Verhütungsmittel?“

Kate schüttelte nur den Kopf. Die Pille hatte für sie nie funktioniert. Ihre unregelmäßigen Lebenszeiten, die oftmals ausfallenden Pausen, bereits in den ersten Jahren bei der Polizei hatte sie festgestellt, dass es nicht das ist, was sie befürwortete.

Und dieses Mal, dieses Mal hatten sie nicht an Kondome gedacht. Wann auch? Auf der Tanzfläche waren seine Hände über ihren Körper gewandert, hatten ihren Geist von ihnen abhängig gemacht und als sie in den dunklen Winkel stand, musste sie ihn einfach in sich spüren. Und nachdem es geschehen war, hatte sie sich mit ihren Schuldgefühlen beschäftigt, mit der Flucht und keinen Gedanken daran verschwendet. Wie konnte sie nur so dumm gewesen sein.

„Kate?“, fragte Lanie abermals und stand nun direkt vor ihr. „Es ist offensichtlich. Es wundert mich, dass noch niemand etwas gesagt hat.“ Dann griff sie nach der Hand der jungen Polizistin und führte sie in den Dusch- und Umkleideraum der Pathologie, der mit einem großen Spiegel versehen war.

Der Raum war in diversen Blautönen gehalten und glich nicht im Geringsten den Umkleiden der Obergeschoße. Lanie hatte diesem, dank einer kleinen Affäre während der Umbauarbeiten, etwas Magisches, etwas Gemütliches verliehen. Der Baumeister hatte ihr alle Wünsche erfüllt. Die Dusche war groß und mit Milchglaswänden, die Kontaminationsdusche daneben ebenso. Es existierte ein Doppelwaschbecken, ein hoher Spiegel und Schränke mit Wechselkleidung, Spints.

Lanie platzierte Kate vor dem Spiegel, schob den Blazer von ihren Schultern, darunter trug sie ein schwarzes weitgeschnittenes Shirt. Die dunkelhäutige Frau schob den Saum des Oberteils in die Höhe, nahm Kates Hand und legte sie auf ihren Bauch.

„Es ist bei solch weiter Kleidung nicht sichtbar, Kate, aber du fühlst es deutlich. Und wenn du das Bäuchlein nicht unter weiten Kleidungsstücken versteckst, ist es bereits sichtbar.“

„Wie Lanie? Seit wann …?“

„Girl … eine Idee? Seit Wochen.“

„Wieso hast du nichts gesagt?“

„Ich dachte, dass du selbst darauf kommt.“

Lanie stand nun hinter ihr und über Kates Händen, die nun auf ihrem Bauch rasteten, lagen Lanies.

„Was wirst du machen“?

„Welche Möglichkeiten habe ich schon?“

„Alle?“

„Lanie, glaubst du wirklich, dass …“

Die dunkelhäutige Frau sagte nichts, sie führte Kates Hände über den leicht gewölbten Bauch, schließlich dann unter ihre Brust.

„Sag mir nicht, dass dir die nicht aufgefallen sind.“

Sie hatte sich gewundert, dass sie empfindlicher zu sein schien, die Büstenhalter drückten und nicht so sitzen wollten, wie gewohnt, doch ihr erster Gedanke war gewesen, dass sie eventuell zu heiß gewaschen und getrocknet hätte, oder sie einfach kurz vor ihrem Zyklus stünde. Nun machte es allerdings Sinn.

Und als sie sich nun so musterte, schien es wahrhaftig offensichtlich. Und das erste Mals nahm sie ihren Körper nun war, die Empfindlichkeit ihrer Brust, die Fülle und veränderte Form ihres Bauches. Scheinbar war es wirklich geschehen.

Kate und Lanie standen noch einige Minuten da. Es war eine intime Position, die verraten ließ, wie gut sich diese beiden Frauen kannten, wie sehr sie einander vertrauten.

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Auf ihrer Couch sitzend, bei einer Tasse warmen Tee und einer Scheibe Toast, Hühnchen Fleisch und Tomaten, hielt sie das Ergebnis des Bluttests in Händen, den Lanie hatte anfertigen lassen.

Niemals hatte sie einen Gedanken daran verschwendet, wie es sein könnte, Mutter zu sein oder werden, nachdem ihre Mutter so unerwartet aus ihrem Leben gerissen worden war. Sexuelle Abenteuer hatten sie in eine andere Welt fliehen lassen, doch niemals war es so ernst geworden, dass man über Kinder gesprochen hätte. Abgesehen davon, war Verhütung bisher immer an höchster Stelle gestanden auf ihrer Prioritätenliste.

Und nun war sie schwanger. Lanie meinte, es seien acht Wochen. Acht Wochen in den sie auf ihren Körper nicht gehört hatte, nicht sehen wollte, was so offensichtlich schien. Und abermals lag ihre Hand auf der sanften Wölbung, die sie jetzt so sehr wahrnahm. Zuhause hatte sie sich umgezogen in ein paar Yoga-Hosen und war beinahe eine Ewigkeit vor dem Spiegel gestanden, hatte ihren Körper im halbbekleideten und später nackten Zustand betrachtet, bevor sie unter die Dusche gestiegen war, um den Tag abzuwaschen. Und es schien, als würde ihre Hand oftmals von selbst ihren Weg auf den Bauch finden, als könnte sie nicht mehr davon ablassen. Und sie erwischte sich dabei, wie sie lächeln musste.

Doch stets kamen dann die Gedanken an Castle und dass sie ihn wissen lassen musste, dass das eine gemeinsame Mal Konsequenzen mit sich brachte. Nur wie? Wie sollte sie es jemandem sagen, mit dem sie seit acht Wochen nicht mehr gesprochen hatte, vor dem sie die Flucht ergriffen hatte?

Vielleicht würde es nicht morgen passieren, vielleicht auch nicht übermorgen aber in den kommenden Tagen, vielleicht nächste Woche. Wenn es so offensichtlich war, konnte sie es nicht mehr lange geheim halten. Sie war sich nicht sicher, ob die anderen nicht bereits darüber sprachen. Wenn es Lanie erkannt hatte, ohne mit ihr darüber zu sprechen, war es ihren Kollegen vielleicht bereits so ergangen.

Acht Wochen und sie hatte es nicht gemerkt. Wie hatte das passieren können? Normalerweise funktionierte ihr Körper wie ein Uhrwerk. Niemals in ihrem Leben hatte ihr Zyklus sich auch nur um einen Tag verschoben, seitdem sie ihre Pubertät abgeschlossen hatte. Viele Kolleginnen hatten sie in ihren ersten Jahren bei der Polizei darum bewundert. Und dieses Mal, dieses Mal hatte sie nicht gemerkt, dass sie zwei Monate überfällig war.

Und dann schweiften ihre Gedanken zu Castle ab. Als seine großen Hände plötzlich an ihren Hüften lagen, auf ihren Bauch glitten, als hätten sie in all den Monaten nichts anderes gemacht. Und vielleicht hätte sie ihn hier stoppen können, doch das hatte sie nicht wollen. Es fühlte sich so gut an, so richtig. Und all das, während sie mit drei anderen Männern tanzte, flirtete. Rick hatte sein Territorium markiert und genau das hatte ihr gefallen, sehr gut gefallen, hatte sie angeturnt. Niemals zuvor hatte ein Mann sich so verhalten. Eifersuchtsszenen waren ihr nichts Neues, da war auch Rick gut darin, obwohl sie niemals etwas mitsammen gehabt hatten, zu diesem Zeitpunkt.

Und schließlich war ihr Körper an den seinen gepresst und sie nahm war, dass die Boulevardpresse sicherlich das richtige Bild seiner Männlichkeit vermittelt hatte. Und auch dieser Akt, der eventuell etwas unvermutet gekommen war, hatte sie sich nicht wehren lassen, nein, sie hatte es genossen, jeden einzelnen Augenblick. Jede Sekunde, in der sie seinen starken Körper spürte. Jede Sekunde, in der seine Finger über ihr Kleid glitten und ihre Haut entflammten. Jede Sekunde, in der sie noch süchtiger  nach ihm wurde. Es war einfach unglaublich, dabei waren sie noch nicht einmal richtig intim mitsammen geworden.

Und bereits zu diesem Augenblick wusste sie, dass es diese Nacht passieren würde. Sie brauchte ihn, ihr Körper verlangte nach ihm – nur nach ihm und keinem anderen, der in den letzten Wochen versucht hatte, seinen Platz einzunehmen.

Als sie schließlich an der dunklen Wand lehnte, er in ihr war, fühlte sie sich vollkommen, eins geworden mit der Person, die ihre Träume füllte, ihr die Einsamkeit, die sie manchmal durchfuhr, erträglich erscheinen ließ. Und es war wunderbar, nicht perfekt, aber wunderbar. Er schien genau zu wissen, was sie an diesem Abend brauchte – keine tausend Worte, keine Versprechungen oder unrealistischen Ideen. Nein, sie brauchte nur ihn.

Doch als beide fertig waren, durchfuhr sie rasch der Blitz der Realität. Sie hatten mitsammen geschlafen, ohne zuvor Grenzen zu setzen. Ohne auch nur ein Wort über Gefühle zu verlieren. Unsicherheit überkam sie und das wissen, dass nichts mehr rückgängig gemacht werden konnte, auch wenn es wahrscheinlich einer der erfüllendsten  Momente ihres Lebens gewesen war, ihn nach all den Monaten der Zusammenarbeit, des Flirtens und Reizens, endlich in sich zu spüren.

Die Flucht schien der einzige Ausweg zu diesem Zeitpunkt. Man würde in den kommenden Tagen darüber sprechen, hatte sie sich dann eingeredet.

Nun saß sie auf der Couch, Tränen in den Augen. Was hatte sie angerichtet?

Hatte sie den einzigen Menschen, der sie zum Lachen bringen konnte, zu einem ehrlichen Lachen, vertrieben und all dies nur um ihre eigene, innere Angst zu stillen??

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Ende Kapitel 8

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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