Kabale und Liebe – Kapitel 1

Image

+#+#+#+
Kapitel 1
+#+#+#+

Auf Medikamenten oder nicht, es war ein Tag an dem er seine Augen nicht von Cuddy lassen konnte. Der schwarze Rock war kürzer als die, die sie die Tage zuvor getragen hatte und er hatte das Gefühl, dass er auch enger war, mehr von ihr Preis gab, als er in den Tagen zuvor zu Gesicht bekommen hatte. Dazu trug sie eine graue Weste und ein weißes Top – Farben, die an und für sich niemanden in Aufregung versetzen. Doch war das Top so geschnitten, dass er mehr als nur den Ansatz ihrer Brüste sehen konnte, wenn er lang genug hinstarrte, konnte er auch das Spitzenmuster ihres Büstenhalters erkennen. Was würde er bloß dafür tun, einen Tag lang dieses Kleidungsstück sein zu dürfen! Nicht wie Bryan Adams einst sang „underwear“, nein, er wollte seine Zwillinge nur beisammen halten, sie fühlen und berühren dürfen.

Er hatte bereits alles getan, damit sie wütend sein Büro stürmen könnte aber niemand kam. Er hatte alles versucht – ungefragt, um einen Hund zu scannen, das MRT-Gerät genützt. Er hat einige Patienten in der Klinik angeschrien und ihnen erklärt, dass ihre Krankheiten besser werden würden, wenn sie ihr unzüchtiges Leben ändern. Zwei oder drei Schwestern beleidigt, Taub gefeuert – aber niemand kam. Als wäre all das im Laufe des Vormittags nicht passiert, als wäre die Welt stehen geblieben und würde darauf warten, dass er sich um seine Fehler kümmere, darüber nachdenke und sie einfach nicht mehr beginge. Aber so war es natürlich nicht.

Cuddys Assistentin kam zu ihm mit einem Schrieb, in dem sie selbst veranlasste, dass er eine Woche ohne Bezahlung vom Dienst suspendiert war, unter anderem wegen tierischer Verunreinigung des Magnetresonanzraumes. Er würde dem Spital so viel Geld kosten, dass man eine Woche auf ihn, ohne größere Probleme, verzichten könne. Sein Team würde unter Chases Leistung  den Betrieb aufrecht erhalten. House fragte sich nicht, wieso es diesmal Chase war, den sie auserwählt hatte, er akzeptierte es einfach. Doch wollte er mit ihr sprechen, versuchen zu erläutern, wieso sie nicht zu ihm gekommen war, wieso sie eine Botin geschickt hatte.

Doch als er die Glastüre ihres Büros erreichte, erkannte er, dass es bereits dunkel war und sie nicht mehr anwesend. Auch das Rütteln am Schloss half nichts an diesem finalen Zustand.

Wut stieg in ihm auf.

Nicht nur, weil sie diesen einfache Weg gewählt hatte, sondern auch, weil er nicht wusste, wo sie sich in diesem Moment befand. Niemand wollte ihm Auskunft erteilen, die Mehrheit wusste es wahrscheinlich auch nicht, weil Cuddy nie das Bedürfnis verspürte, sich allen im Spital mitzuteilen. Im Gegensatz zu Greg.

+++

Drei Mal hatte er bereits mit der Faust gegen ihre Eingangstüre geschlagen aber niemand kam um ihm zu öffnen. Auch der Weg rund um das Haus, um zu sehen, ob vielleicht irgendwer sich gut versteckt hielt, blieb erfolglos.

Wo war sie bloß?

Lucas?

Natürlich war es ihm bewusst geworden, dass seine Spielchen mit ihr etwas mehr unter die Gürtellinie gingen, seitdem sie mit Lucas zusammen war, einem Mann, den er niemals in ihrem Leben gesehen hatte, einen Mann, dem er niemals im Leben vertrauen könnte. Ein Lügner. Ein Verlierer. Ein Dieb.

Er hatte sie ihm weggenommen und dies würde er, früher oder später, büßen.

+++

Nach einigen Wochen hatte sich House durchgesetzt und lebte nun wieder alleine, was allerdings Situationen wie diese, nicht einfacher machte.

Zuerst versuchte er seine Wut mit einem Lesben-Porno zu besiegen aber die zart gebaute dunkelhaarige Schauspielerin schaffte genau das Gegenteil und er musste das erste Mal in seinem Leben zugeben, dass ein Porno vielleicht nicht die Lösung für seine sexuelle Frustration war und ihn keineswegs näher an Cuddy heranbrachte. Sie verabscheute solche Filme heutzutage, einst, in jüngeren Jahren, hatten sie einen gemeinsam angesehen und eines hatte zum anderen geführt. Es war die eine Nacht gewesen an der Universität, die sie gemeinsam verbracht hatten. Wie bei fast allen anderen Frauen auch, hatte er ihre Telefonnummer sorgfältig entsorgt, damals, dafür gesorgt, dass nachdem sie sein Zimmer verlassen hatte, nichts mehr an sie erinnerte. Doch erinnerte er sich an diese Nacht als wäre sie gestern passiert.

„Du solltest nicht mit jedem älteren Studenten mit aufs Zimmer gehen,“ sagte er mit tiefer Stimme, während seine Hand auf ihrer Schulter ruhte und sie in sein Zimmer mit sich hineinzog. Sie hatten sich noch nicht geküsst, allerdings wurde der Raum bereits von halblautem Stöhnen erfüllt.

Anfänglich war es ihm unangenehm gewesen, dass er den Videorekorder hatte laufen lassen. Normalerweise bekam er niemals am Nachmittag besuch, er hatte keine Freunde –die meisten Menschen waren nach kurzer Zeit draufgekommen, dass er sie nur benutzte und er selbst konnte damit gut leben, niemanden zu haben, um den er sich kümmern musste.

„Ich gehe nicht mit jedem mit …“, konnte sie noch sagen, bevor die Geräusche intensiver wurden. „Was hast du da laufen?“ Sie wirkte fast schüchtern, wie ein kleines Mädchen, auch wenn sie dies überhaupt nicht war. Sie war eine junge Frau, elegant, sportlich  und ihre weiße Haut und schwarzen Haare ließen sie wie Schneewittchen erscheinen. Auf ihr äußeres Erscheinungsbild legte sie nicht besonders viel Wert – Jeans, Sneakers und Pullover. Sicherlich waren es alles Markenprodukte, hat er einmal zu sich selbst gesagt, als er sie in der Bibliothek beobachtet hatte.

„Einen Porno“, antwortete er und versuchte selbstsicher zu wirken, was ihm in diesem Moment aber absolut misslang.

Sie löste sich von ihm und setzte sich gespannt auf sein Bett, intensiv starrte sie auf den kleinen Fernseher, der am Ende seines Bettes, neben dem Fenster, stand.

„Du schaust dir Pornos an?“

„Wie es scheint, tue ich es.“

Für etwas eine halbe Stunde war Lisa an das Bild gefesselt, zwei Frauen, die mitsammen intim waren, zwei Frauen und ein Mann in Positionen, von denen sie noch nie etwas gehört hatte, die sie sich zuvor nicht einmal vorstellen hatte können. Es wäre eine Lüge gewesen, wenn sie ihm gegenüber etwas dergleichen behauptet hätte. Ab und an machte er eine Bemerkung und er wusste zu gut, dass beide von der raschen Szenenfolge und vor allem den Inhalten mehr als nur erregt wurden. Für Greg war es etwas Normales auf diese Art und Weise zu entspannen, aber für Lisa? Er war sich sicher, dass sie noch nie zuvor solches Bildmaterial zu Augen bekommen hatte.

Irgendwann waren ihre Lippen auf den seinen gelandet, das Videoband war zu Ende gelaufen und der Fernsehschirm nun schwarz. Die Rollos, die stets unten waren, ließen nur wenige Lichtstrahlen in den Raum.

Es waren keine Worte mehr gefallen, bis er auf dem Rücken lag, sie über ihm, und der Schritt ihrer Hose über seine Erregung streifte. Ihre langen dunklen Locken fielen ihm ins Gesicht und er versuchte mit einer Hand diese zu bändigen und mit der anderen langsam ihren Körper zu erforschen. Und sie ließ es zu. Zuerst glitten sie über ihre Hüften, langsam unter ihr Poloshirt – den Pullover hatte sie schon lange ausgezogen. Und als er ihre, in einem Spitzen-BH gehüllten, Brüste erreichte, hörte er sie rasch und laut einatmen.

Innerhalb weniger Minuten hatten sie sich ihrer Kleidung entledigt und sie lag nun unter ihm. Er war mehr als nur erregt, immerhin war sie bereits seit einigen Wochen das Objekt seiner Begierde gewesen. Er hatte sie beobachtet und studiert.

Er blickte tief in ihre wasserfallblauen Augen, die ihm wie eine unendliche Tiefe vorkamen und griff hinter sich, zu einer Kondompackung. Stets griffbereit.

Etwas ungeschickt öffnete Lisa dann die Verpackung und streifte es, beinahe falsch, über ihn. Greg bemerkte ihre leicht zitternden Hände. Über seine Größe hatte sich bisher noch niemand beschwert, meist war eher das Gegenteil der Fall gewesen.

Er hatte dafür gesorgt, dass sie feucht genug war, mit seinen Fingern, seinen Lippen, seiner Zunge –ohne jemals große Worte zu schmieden. Doch als er schlussendlich in sie eindrang, wusste er genau, wieso sie so nervös gewesen war, wieso ihre Hände gezittert hatten. Er war ihr erster Mann gewesen.

+++

Seit diesem Tag hatte er diese eine Videokassette immer und immer wieder gesehen und erkannt, wieso die eine oder andere Szene sie so erregt hatte doch ihn erregte dieses Band nicht mehr, nur seine Erinnerungen.

Advertisements

About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
This entry was posted in Fanfiction:Dr.House and tagged , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s