Masterpiece

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Anmerkung: Die Lyrics stammen von dem neuen Madonna Album “MDNA” von dem Lied “Masterpiece”
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MASTERPIECE

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If you were the Mona Lisa
You’d be hanging in the Louvre
Everyone would come to see you

You’d be impossible to move
It seems to me is what you are
A rare and priceless work of art
Stay behind your velvet rope
But I will not renounce all hope

Der Himmel spiegelte sich in ihren dunklen Sonnenbrillen wieder, als sie so vollkommen leger im Central Park saß und ein Sandwich aß, neben ihr eine kleine Flasche Wasser und ihre mittäglicher Kaffee, den sie nie besonders warm trank.

Als er sie das erste Mal gesehen hatte, dachte er, dass diese perfekte Nase, ein Kunstwerk sei, niemals würde Gott sich so verausgaben bei einer einzelnen Person, ja das waren seine Gedanken gewesen.

Später lernte er sie näher kennen und erkannte, dass auch dieses Meisterwerk seine kleinen Macken mit sich brachte, nicht dass sie keine Bewunderer hatte. Nein genau das Gegenteil war der Fall, Bewunderer gab es jedes Jahr mehr, doch sie machte sich rar.  Als würde sie wissen, dass sie wie die Mona Lisa nur von hinter einem Absperrband betrachtet werden konnte. Sie ging weniger weg, legte allerdings mehr Wert auf ihre Kleidung und die Betonung bestimmter Körperteile.

Ihre Haare hatten schon alle möglichen bräunlichen Schattierungen gehabt, blonde Strähnchen, von sehr kurz und burschikos bis hin zu einer wunderbaren Brustlänge. Manchmal Stirnfransen, manchmal keine. Selten trug sie mehr Schmuck als ihre Halsketten, ihre Nägel waren naturbelassen, beinahe nie hatte er sie koloriert gesehen. So, wie Gott sie geschaffen hatte, präsentierte sie sich der Welt. Kurzum, einfach ein Meisterwerk.

Elliot betrachtete sie täglich, versuchte Veränderungen zu katalogisieren. Nach ihrem Aufenthalt in Ohio war sie etwas stärker gewesen, was ihm an ihr gut gefallen hatte. Niemals hatte sie zu den weiblichen Wesen gezählt die Kleidergröße Null trugen, nein, sie war eine Frau, eine mit Rundungen, so wie es sich gehörte. Er würde sich belügen, wenn er behauptete, dass er nicht genau wusste, welche Unterwäsche sie an welchem Tag trug. Elliot kannte beinahe jedes Unterwäschestück aus der Umkleide, von Unfällen oder wenn er einmal unangemeldet bei ihr vorbeischaute und sie Wäsche sortierte oder Feinwäsche im Bad zum Trocknen aufgehängt hatte. Auch dieses Verhalten hatte er stets als sehr natürlich eingestuft – es war ihr schlichtweg egal, ob er ihre Wäsche kannte oder nicht. Sie musste ihm in ihrem Beruf blind vertrauen und wieso sollte sie dann Geheimnisse haben. Einmal hatte eine seiner Töchter sie gefragt, in seiner Gegenwart, ob sie dies nicht störe und Olivia zuckte lediglich mit den Schultern, lächelte.

Natürlich hatte er im Laufe all der Jahre immer wieder die kleine Hoffnung gehabt, sie entführen zu können, zu einem geheimen Platz, wo er das Meisterwerk einmal auspacken konnte, es sich im Geheimen betrachten. Es gefiel ihm nicht, dass alle Männer sie anstarrten, so wie die Mona Lisa im Louvre von Millionen aufdringlich angeblickt wurden.

And I’m right by your side
Like a thief in the night
I stand in front of a masterpieceAnd I can’t tell you why
It hurts so much
To be in love with the masterpiece
Cause after all
Nothing’s indestructible

Und doch war er es, der täglich an ihrer Seite war, der sie jeden Tag studierte, Veränderungen inventarisierte. Manchmal kam er sich vor wie ein Dieb, der seine Beute ausforschte, um jede Möglichkeit erwischt zu werden, genau zu kennen. Auch wenn die Mona Lisa so oft genannt und von Millionen besucht wurde, war sie im Vergleich doch eine langweilige Frau im Gegensatz zu Olivia. Sie war vielleicht nicht makellos, doch genau das machte es aus, das machte sie etwas Besonderes. Etwas Außergewöhnliches. Ein Meisterwerk.

Jetzt saß sie da, zurückgelehnt, genoss die Sonnenstrahlen und trank langsam ihren Kaffee und er konnte seine Augen nicht von ihrem mittelblauen Tanktop lassen, welches ihre weiblichen Rundungen mehr als nur betonte, vielleicht sogar hervorhob. Blau war ihre Farbe, doch traute er sich nicht, dies zu sagen. Manch ein Grünton stand ihr auch besonders gut, das viele Schwarz gefiel ihm nicht, doch war es die Farbe, die der Beruf verlangte.

Trotz des goldenen Ringes an seinem Finger musste er sich regelmäßig eingestehen, dass er in dieses göttliche Meisterwerk verliebt war. Seine Frau war mittlerweile einfach nur noch seine Frau, eine Bekannte. Manchmal dachte er, dass er Kathy auch nicht mehr wirklich kannte oder verstand in ihrem Handeln. Bei Olivia hingegen stimmte er vielem zu, das er zuhause ablehnen würde. Wenn er anderer Ansicht war, dann glaubte er stets, dass es in ihrem Interesse war, etwas anders durchzuführen.

So stellte sie ihm keinerlei Männerbekanntschaften mehr vor, dies hatte sie rasch aufgegeben. Seine Eifersucht, ein anderer Bewunderer könnte sie angreifen, seine Finger über ihren perfekten Körper wandern lassen, trieb ihn zu unpassenden Wortäußerungen, die er immer wieder bereute. Manchmal sogar noch in derselben Sekunde. Und diese Kommentare hatte auch eine gewisse Spannung zwischen ihnen aufkeimen lassen, einen Abstand zwischen sie gebracht. Gegen seinen Willen.

Jetzt drehte er den Ring, den er bereits vor vielen Jahren ablegen wollte, doch Olivia hatte zuerst Kathy dazu gebracht, seine Frau zu bleiben und dann war er in einer Nacht zurück nachhause gegangen, hatte einen Fehler begangen und ein weiteres Kind gezeugt. In dieser Nacht hatte er Olivia verloren.  Sie war kurze Zeit danach spurlos verschwunden, hatte das Weite gesucht.

Oftmals verstand er nicht, wieso er die Liebe, die er für sie empfand, als so schmerzhaft erlebte. Jeden einzelnen Tag, wenn sie nachhause ging, wollte er ihr nachgehen. Wenn er Olivia vor dem Haus absetzte, dann hätte er sich gerne jeden einzelnen Tag eingeladen, um mehr Zeit mit ihr zu verbringen.

From the moment I first saw you
All the darkness turned to light
An impressionistic painting
Tiny particles of light
It seem to me is what you’re like
The “look but please don’t touch me” typeAnd honestly it can’t be fun
To always be the chosen one

Als man ihm seine junge Kollegin das erste Mal vorstellte, dachte er nicht, dass sie lange durchhalten würde. Alle hatten das gedacht. Sie war jung, hatte nicht sehr viel Erfahrung auf diesem Gebiet sammeln können. Doch rasch hatte sich die Medaille gewandelt. Ihr persönlicher Hintergrund ließ sie zu einer guten SVU-Polizistin heranreifen. Und ihre gemeinsamen privaten Probleme hatten sie irgendwann näher zusammengebracht, sie dann wieder auseinandergedrängt.

Rückblickend hat sich an diesem Montag seine Welt verändert. Die Dunkelheit der Sexualverbrechen wurden durch ihre reine Erscheinung erhellt. Und heute erleuchtete sie jeden seiner Tage. Jeden einzelnen. Das Haus wurde von ihm nur verlassen, manchmal vor Sonnenaufgang, nur um  sie möglichst lang an seiner Seite zu haben.

Und zwischen ihnen herrschte ein unausgesprochenes Abkommen – anschauen erlaubt, aber bitte nicht anfassen. Natürlich wusste er, dass wenn er sie einmal anfassen würde, seine Finger über ihr Schlüsselbein gleiten lassen, seine Lippen an ihrem Hals liegen dürften, dann könnte er nie mehr ablassen. Dann würde er sie besitzen müssen. Sie sein Eigentum nennen. Niemals könnte er sie dann noch aufgeben.

Auch hier, mitten im Central Park starrten sie Männer an und sie wich gekonnt den Blicken aus, hob den Kopf und ließ sich die Sonne ins Gesicht strahlen. Es konnte ihr auch keinen Spaß machen, immer die zu sein, die angestarrt wird von jedem Mann, der den Raum nach ihr betrat.

And I’m right by your side
Like a thief in the night
I stand in front of a masterpiece
And I can’t tell you why
It hurts so muchTo be in love with a masterpiece
Cause after all
Nothing’s indestructible
Nothing’s indestructible
Nothing’s indestructibleNothing’s indestructible

Und jetzt nahm Elliot seinen gewohnten Platz an ihrer Seite ein, saß nahe an ihr, so dass er ihr Parfum und Shampoo riechen konnte. Sie roch leicht nach einem frischen Frühlingsblumenstrauß und Zitrone. Sie trug bei den warmen Temperaturen einen anderen Duft als im Winter, da war es meist Vanille, ein klassischer Lancester Bukett, das den Raum betörte, wenn sie ihn betrat.

Momentan waren ihre Haare mittelbraun mit hellen Strähnchen, durchgestuft aber doch so lange, dass sie sie zusammenbinden konnte. Am besten hatten ihm die ganz kurzen Haare gefallen, burschikos und doch so unglaublich feminin. Allerdings waren viele Jahre vergangen und heute würden sie ihr nicht mehr so gut stehen. Ihm gefiel die aktuelle Frisur auch, wie gerne würde er seine Finder durch ihr Haar gleiten lassen?

Täglich verspürte er eine Angst tief in ihm, eine Angst, dass er sie verlieren könnte – nicht nur an einen anderen Mann, nein, es war ein gefährlicher Beruf, den sie ausübten. Trotz dem Fakt, dass er eine Familie hatte, würde er sich jeden Tag für sie ins Kugelfeuer werfen. Nichts und niemand ist unzerstörbar und ein Meisterwerk musste man schützen, behüten und pflegen. Soweit er dies machen durfte.

Ihre Lippen waren leicht geöffnet, die Nase gegen die Sonne gerichtet. Der rosa Mund glänzte durch das leichte Anfeuchten mit der Zunge. Unter der Brille waren die Augen geschlossen, die Haare hinter die Ohren geschoben. Mit jedem Atemzug hob und senkte sich ihre Brust, neben ihrem Mund und ihren Augen sein bevorzugtes Beobachtungsgebiet. Er war ein Mann.

Manchmal verstand er auch nicht, wie es ihm überhaupt passieren konnte, dass er sich dermaßen in sie verliebt hatte, immerhin hatte er Frau und Kinder zu Hause, aber an dem Tag, an dem sie in seinen Beobachtungsradius eingetreten war, war es um ihn passiert. Und seine Frau hatte es rasch bemerkt. Rasch hatte sie Olivia als Konkurrentin angesehen und sie auch so behandelt.

Kathy war vielleicht einst einmal sein Ideal gewesen, das was er sich unter eine Frau vorgestellt hatte, als er ein Teenager gewesen war, einst einmal. Heute hatte sich sein Weltbild gewandelt, er wollte nur noch das Meisterwerk besitzen und suchte nach einem Weg in seinen Träumen, sie anderen Bewunderern unzugänglich zu machen.

And I’m right by your side
Like a thief in the night
I stand in front of a masterpiece
And I can’t tell you why
It hurts so much
To be in love with a masterpiece

Vielleicht sollte er sie einmal in der Nacht in ihre Wohnung einsteigen und sie entführen, so wie es Kunstdiebe im Louvre anstellen würden, um die Mona Lisa in ihren Besitz zu bringen. Sie dann einfach in einen Zimmer verstecken und vierundzwanzig Stunden pro Tag bewundern. Diese Perfektion, die nur durch Gotteshand geschaffen werden konnte.

Wissend, dass dies nicht passieren würde, war er einfach an ihrer Seite, bewachte und versuchte sie zu beschützen. Jeden Wochentag wollte er sie in Sicherheit wissen, sie riechen und anblicken können

So saß er an ihrer Seite, Tag ein und Tag aus. Und würde dies bis die Welt unterging tun. Wenn es nach ihm ginge. Und er würde sie bewundern, jede einzelne Falte, die das Alter mich sich bringe in der Hoffnung, sie doch einmal sein Eigentum nennen zu können.

Doch wem gelang es schon, die Mona Lisa zu stehlen, sie zu verstecken und im geheimen bewundern zu können? Viele hatten es versucht und niemandem war es gelungen. So war sie immer noch das meist besuchte Meisterwerk der Welt.

***
Ende
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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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