Dancing Queen – Kapitel 11

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Kapitel 11
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Verwirrt und unwissend, was er sagen sollte, saß Rick nun an dem Tisch und sah, wie sie das Lokal verließ. Er wurde ein zweites Mal Vater. Vater. Und die Situation war nicht besser als das erste Mal. Meredith hatte ihn zwischen Tür und Angel wissen lassen, dass sie schwanger sei und was sie nun von ihm erwarte. Doch was erwartete Kate nun?

Komplett in Gedanken ließ er den Löffel im Kaffee kreisen. Ein Kind mit Kate. Kate schwanger. Er würde abermals ein Baby in seinen Armen halten dürfen. Dieser Gedanke alleine, ließ ihn lächeln. Doch dann musste er erkennen, dass es nicht automatisch so sein würde.

Beckett hatte ihn wissen lassen, dass sie schwanger sei. Nicht, dass sie etwas von ihm erwarte. Nicht, dass sie etwas von ihm haben wollte. Sie stellte ihm sogar frei, ob er überhaupt an all dem teilhaben wollte.

Wollte sie ihm damit sagen, dass sie auch alleine klar kommen würde? Sie vielleicht gar nicht haben wollte, dass er sich in all das einmische?

Nach einiger Zeit zahlte Rick, doch er war sich immer noch nicht im Klaren, wie es nun weitergehen sollte. So entschied er anstatt eines Taxis doch zu Fuß zu gehen. Es war nicht so, dass Rick nicht ab und zu gerne die Stadt auf diese Weise erkundete, doch nun musste er den Kopf klar bekommen, bevor er zuhause ankam und irgendwie seiner Tochter und Mutter beibringen musste, was vor all den Wochen passiert war. Vielleicht würde er es ihnen nicht heute mitteilen, vielleicht etwas mehr Zeit vergehen lassen, doch all zu viel war nicht möglich. Ansonsten würden sie Kate irgendwann und irgendwo sehen, dann würden sie die Welt nicht mehr verstehen.

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Als Kate zuhause ankam, entkleidete sie sich rasch und sank auf der Couch zusammen. Der erste Schritt war getan, eigentlilch der zweite – immerhin hatte sie es Montgomery gesagt.

Ihr Apartment war noch nichts Besonderes, der gewisse Touch fehlte noch. Vor einem halben Jahr hatte sie ein Monat bei den Castles leben müssen, weil ihre Wohnung in die Luft geflogen war. Nun saß sie auf ihrer neuen weinroten Couch, hielt ein Kissen mit der britischen Fahne an die Brust gedrückt und blickte aus dem Fenster, welches sich hinter ihr befand.

Sie musste ihre vier Wände lieblicher gestalten, musste das gewisse Etwas einbringen. Es fehlten Bilder, Ziergegenstände. Der gewisse Touch. Ihr Touch. Ihre persönliche Note.

Und in Wahrheit blieb ihr nicht viel Zeit, wenige Monate. Arbeiten würde sie bis kurz vor der Geburt müssen, danach hätte sie in etwa acht Wochen Zeit, sich an das neue Leben zu gewöhnen, bevor es wieder zurück ins alte gehen würde.

Vorsichtig stand sie auf und ging durch die Wohnung. Es bestand die Möglichkeit aus dem Esszimmer, welches sie so gut wie nie in Verwendung war, ein Kinderzimmer zu machen. Der Raum hatte ein großes Fenster, war hell und groß genug, um dem kleinen Wesen genügend Platz für die ersten Jahre zu bieten.

Dann würde sie einen Namen für das Kind brauchen und im selben Augenblick lag ihre Hand schon auf der leichten Wölbung ihre Bauches. Einen Namen. Eigentlich hatte sie niemals vor gehabt, Kinder in die Welt zu setzen, nicht nach dem Tod ihrer Mutter. Nicht nach all dem, was sie nach der Ermordnung ihrer Mutter mit ihrem Vater erlebt hatte. Die Alkoholeskapaden. Die Versuche, sich mit fremden Frauen zu trösten und abermals all der Alkohol. Der verdammte Alkohol.

Vielleicht wäre Eleanore ein starker Name, Elli eine herzige Abkürzung. Carolina, Paulina, Frederika – es sollte etwas Außergewöhnliches sein. Kein Name, den jedes Kind hat.

Ihre Eltern hatten sie nach Katherine Hepburn benannt, ihr den Zweitnamen Houghton gegeben. Er hatte sich selten besonders angefühlt, auf der anderen Seite nannte sie ihre Mutter stets Katie und der Kosename fühlte sich immer noch speziell an. Niemand hatte ihn danach jemals wieder verwendet und manchmal sehnte sich Kate danach, ihn zu hören.

Castle hatte ihr niemals einen Kosenamen gegeben, sie weder Katie noch anders genannt. Für ihn war sie auch nicht Katherine. Es war immer Kate oder Beckett. Nicht, dass sie es von einem Arbeitskollegen erwartete, doch wäre es schön gewesen, unerwartet und wahrscheinlich hätte sie darauf nicht gut reagiert, aber in ihrem Inneresten hätte sie sich danach gesehnt.

So stand sie nun in ihren Yoga-Hosen, die sie bis unter ihren Bauch geschoben hatte, da der breite Bund sich unangenehm anfühlte und dem ärmellosen Top in der Türe des Esszimmers und malte sich aus, wo welches Möbelstück stehen könnte, welches Farbschema angebracht wäre. Auf alle Fälle kein Rosa. Vielleicht ein kräftiges Blau? Oder ein saftiges Grün? Hell musste es sein, freundlich, einladend. Welches Geschlecht auch immer das Baby haben würde, sie würde alles versuchen richtig zu machen. Ein guter Kindergarten, eine ansprechende Privatschule, um ihm alle Chancen offenzuhalten, die man in New York haben konnte. Es würde Geld kosten, doch hatte sie die Ersparnisse ihrer Mutter, die sie geerbt hatte, niemals angerührt, außer als sie unerwartet diese Wohnung einrichten musste. Sie verdiente nicht viel, kleidete sich zwar exklusiv, wusste aber, wo man was um einen guten Preis erwarb. Viele bewunderten ihre exklusive Sammlung an Lederjacken und Schuhen, doch auch diese war nun nicht mehr existent. Kate hatte zwar kleinweise wieder das eine oder anderen Stück erworben, doch auch festgestellt, dass sie einfach zu wenig Zeit hatte, um all das, was verloren gegangen war, zu ersetzen. Wenn sie etwas sah, dass ihr gefiel, kaufte sie es. Finanzielle Probleme waren für sie ein Fremdwort. Ihr Mobiliar stammte von verschiedenen Händlern, es war ein bunter Mix – doch genau das war sie. Ihre Bücher hatte sie teilweise in Second Hand Bookshops erworben, so war es immer schon gewesen. Sie gab kaum Geld für Lebensmittel aus, wusch ihre eigene Wäsche, putze ihre eigene Wohnung, machte massenhaft Überstunden, verzichtete auf Urlaube – obwohl Verzicht das falsche Wort war, sie hatte bisher einfach keine Lust danach verspürt. Mit wem hätte sie auch fahren sollen?

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Castle war durch die Straßen der Stadt marschiert, in Gedanken verloren. Immer wieder hatte er sich seine Zukunft vorstellen müssen, immer wieder daran denken, wie es sein würde. Sein könnte. Und er hoffte, dass sie ihn Anteil haben lassen würde.

Plötzlich fand er sich vor Kates Wohnhaus wieder. Zögerlich blickte er zu den Fenstern hinauf, die wissentlich die ihren waren. Er musste mir ihr sprechen, musste wissen, wo er stand, wie sehr sie seine Involvierung ablehnen würde.

Sollte er anrufen? Sein Kommen ankündigen? Doch noch bevor er den Gedanken zu Ende denken konnte, klopfte er bereits an ihrer Türe in der Hoffnung, dass sie ihn überhaupt einlassen, ihn anhören würde. Immerhin hatte er seine Vaterschaft öffentlich in Frage gestellt, sie somit bezichtigt, mit anderen Männern ins Bett zu gehen.

Er vernahm ein kurzes Zögern an der Türe. Schließlich öffnete sie diese und stand in schwarzen engen Hosen und einen hellrosa Top, das all ihre weiblichen Proportionen betonte vor ihm und seine Augen konnten nicht anders, als über ihren neuen Körper, die neuen Rundungen zu wandern, sich danach zu verzehren, sie berühren zu dürfen, obwohl sein Kopf immer noch auf sie und ihre Handlungen angefressen war.

„Castle“, sagte sie leise, aber doch fragend, mit erhobener Augenbraue.

Óhne viel zu sagen, schob er sich an ihr vorbei hinein in die Wohnung, sah sich kurz um, bevor er sich auf die Couch setzte und sie groß ansah. Ihr Haar hatte sie zu einem Zopf zusammengebunden, ihre Augenbrauchen zusammengezogen und blickte ihn schienbar verwundert an. Wortlos.

Langsam ging sie zu ihm und nahm in dem ihm nahestehenden Ohrensessel platz.

So nervös war Rick schon seit langer Zeit nicht mehr gewesen, unglaublich nervös. Er hatte das Gefühl, dass seine Hände zitterten, er unglaublich schwitzte und er die Worte, die er sagen wollte, nicht recht zu formulieren vermochte.

„Kate …“, stotterte er vor sich hin, „Kate … ich meine … also … ich …“

„Rick, wieso bist du hier?“ Ihre Stimme war stark und zugleich zart, ihr Gesichtsausdruck etwas verärgert und doch schien ein Hauch von Hoffnung in ihren Augen zu liegen.

„Weil ich Vater sein möchte. Alles was dazugehört, vom ersten bis zum letzten Termin.“

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Kate sah ihn verwundert an. Sie hatte mit viel gerechnet, dem Wunsch nach Abtreibung, Geheimhaltung oder etwas in diese Richtung, doch nein, er wollte das genaue Gegenteil, nur war sie sich nicht sicher, ob sie dem einfach so zustimmen konnte.

„Wie meinst du das?“

„So wie ich es sage, Kate. Ich möchte bei allen Untersuchungen dabei sein, einfach alles. Immerhin ist es auch mein Kind.“

„Okay“, sagte sie vorsichtung und zögerlich. Wollte sie denn immer jemandem Rechenschaft über alles ablegen müssen? Doch vielleicht war es der Punkt, den sie sich hätte vor dem Gespräch, welches sie zuvor mit ihm geführt hatte, überlegen, um genau solchen Ansprüchen und Forderungen nicht gerecht werden zu müssen. „Und wie stellst du dir das vor?“

Richard zögerte nicht lange mit der Antwort. „Wir versuchen einfach zusammenzuwachsen.“

Was wollte er nur damit sagen? Zusammenwachsen? Was meinte er? Vorsichtig fuhr sie sich nervös mit den Fingern über den Kopf und war mehr verwirrt als zuvor.

„Ich will nicht noch einmal ein Kind, dass nur einen Elternteil hat.“

Dass Alexis nur mit ihm aufgewachsen ist, schien er, Kates Wissen nach, selbst entschieden zu haben. Was stellte er sich also wirklich vor?

„Das kann es dann auch.“

„Nein Kate, ich möchte, dass es von Anfang an so ist. Du solltst das all die Sachen nicht alleine durchstehen müssen. Ich bin genauso an all dem beteiligt wie du, also … du weißt was ich meine. Es ist mein Kind, dann ist es mein Kind. Dann stehe ich dazu, dann kann jeder wissen, dass es mein Kind ist.“

„Hast du dich gefragt, ob ich das möchte?“

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Mit viel hatte Rick nun gerechnet, aber damit nicht. Seine Formulierungen waren unsicher und schlampig gewesen, entsprachen eher denen eines ungeübten Jungendlichen, der versuchte seine Beziehung zu retten. Doch er wr ein erwachsener Mann, mit einer beinahe erwachsenen Tochter, der all dies schon einmal erlebt hatte. Das letzte Mal hatte er die Mutter des Kindes so rasch wie möglich geheiratet, doch das schien Kate nicht zu erwarten.

Doch diese Frage, mit der hatte er absolut nicht gerechnet.

„Wie meinst du das?“

„So wie ich es sage. Ich habe dir heute, vor weniger als zwei Stunden mitgeteilt, dass du Vater wirst und schon möchtest du in alles involviert sein, es jedem sagen? Hast du eigentlich nachgedacht?“

„Was gibt es da nachzudenken, Kate?“, sagte Rick und seine Stimme klang so ernst wie möglich, da ihm bewusst geworden war, auf was Kate hinauswollte.

„Wir haben mitsammen geschlafen. Wir haben ein Kind gezeugt. Wir werden es gemeinsam auf die Welt bringen, es empfangen, lieben und erziehen.“

„Und wieso soll es jeder wissen?“, fragte sie. „Vielleicht möchte ich das nicht.“

„Wieso denn nicht?“ Und auf diese Frage wollte er nun eine Antwort, da er nicht verstand, wieso sie so reagiert hatte.

„Weil … ich weiß es nicht, Rick. Ich denke, dass du dir wohl überlegen solltest, was du möchtest und was nicht, bevor du solche Sachen versprichst. Ich hatte nicht vor, irgendjemandem die Vaterschaft mitzuteilen, da es ein gefundenes Fressen für die Presse wäre. Abgesehen davon führen wir keine Beziehung und …“

„Aber wir könnten es versuchen Kate, dem Kind zu Liebe.“

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Und genau das wollte sie nicht. Man begann in ihren Augen wegen einer Schwangerschaft keine Beziehung, heiratete deswegen auch nicht. Und ein Kind war auch nicht in der Lage, eine verlorene Partnerschaft zu retten.

„Nein“, sagte sie schnell. „Ein Baby ist kein Grund … eine Beziehung verlangt nach tiefen Gefühlen beider Seiten, Offenheit, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit …“

Rick sah sie nun nur stumm an.

Egal was sie für ihn empfand, sie war sich sicher, dass es nicht auf Gegenseitigkeit beruhte.

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Ende Kapitel 11
#+#+#

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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