Dancing Queen – Kapitel 14

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Kapitel 14

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Nun stand Kate vor eine der wichtigsten Entscheidungen. Sie fand die Wohnung schön, aber viel zu groß. Viel zu teuer. Richard hatte Geld, keine Frage, aber so viel Geld in eine Wohnung zu investieren, bei der man sich nicht einmal sicher sein konnte, ob da Arrangement dahinter halten würde, war einfach eine Vergeudung. Sie setzte sich kurz auf die Stufen, die in den Entertainment-Bereich führten, ließ ihre Gedanken wandern.

Würde sie ihm jetzt zusagen, würde er morgen alle Papiere unterschreiben, sich kein weiteres Objekt ansehen. Aber ihr Herz hing nicht an dieser Wohnung. Zu viel Distanz zwischen allen würde herrschen. Auch wenn Martha und Alexis hier wohnen würden, sie würde sie wahrscheinlich niemals sehen, da die Frauen ein eigenes Wohnzimmer hatten. Und wenn sie ehrlich mit sich war, hatte sie sich diese Grundidee, die er gehabt hatte, nicht so vorgestellt. Eher wie eine Wohngemeinschaft, in der man mitsammen Zeit verbrachte. Das Kind gemeinsam großzog und nicht in unterschiedlichen Welten lebte – denn 300 Quadratmeter waren genau das.

Sie blickte Richard in die Augen, als er ihr die Hand zum Aufstehen reichte und gemeinsam gingen sie einige Schritte in Richtung Fenster. Der Autor ahnte bereits, dass die Antwort anders ausfallen würde, als er es sich erhofft hatte.

„Nicht diese Immobilie, Rick“, sagte Kate leise. „Sie ist einfach viel zu groß. Die Hälfte von all dem würde es auch machen. Wir brauchen nicht so viel Platz. Kein Fitnesscenter im Haus oder einen eigenen Entertainment-Bereich, keine drei Wohnzimmer.“

„Okay“, antwortete er zögerlich.

„Wir können uns unterschiedliche Optionen durch den Kopf gehen lassen. Unterschiedliche Objekte ansehen.“

„Gut“, erwiderte Rick und seine Stimmung schien wieder etwas besser zu werden.

„Hast du noch etwas anderes ins Auge gefasst?“

„Von einem anderen habe ich Pläne zuhause liegen, aber es ist wesentlich kleiner.“

„Dann lass uns doch dieses ansehen“, positiverte sie ihre Ablehnung dieses Objektes. Sie wollte ihm nicht jegliche Hoffnung nehmen, doch all die Überzeugungsarbeit des Maklers und natürlich auch Lanies sollte bei dieser Immobilie nicht funktionieren.

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Für Lanie und Martha, die beieinander standen, war die Entscheidung der beiden bereits klar ersichtlich.

„Sie würden ein schönes Paar abgeben“, sagte Martha leise zu der dunkelhäutigen Frau.

„Wenn sie das nur einsehen würden“, antwortete Lanie. „Kate ist solch ein Sturkopf.“

„Glauben sie denn, Dr. Parish, dass mein Sohn viel besser ist? Er hat sich in den Kopf gesetzt, dass sie dieses Kind gemeinsam großziehen, zusammenleben ohne eine Beziehung zu führen. Die Probleme sehe ich bereits in großen roten Lettern vor mir.“

„Ich auch …“, stimmte die andere zu. „Aber wenn sie es beide versuchen wollen, ist es das Projekt natürlich wert.“

„Natürlich, des Kindes wegen.“

„Es scheint, als würde Richard wollen, dass sie und seine Tochter auch einen fixen Platz in der neuem Wohnung haben …“

„Das durfte ich heute auch feststellen. Es ist schön, dass er auch an mich denkt, aber ich glaube nicht, dass ich das möchte. Vielleicht wird es endlich Zeit, dass ich mich wieder auf eigene Beine stelle, wieder meine eigenen vier Wände beziehe.“

Lanie nickte zustimmend. Wieso würde sich Martha das Geschrei eines kleinen Kindes Tag und Nacht antun wollen, hatte sie doch ihre Karriere, viele Freunde und ging gerne aus. Sobald sie mit einziehen würde, wäre sie Babysitter, sobald ein spannender Fall am Revier landete. So stellte Martha sich ihr restliches Leben nicht vor. Abgesehen davon, vielleicht hatten die beiden doch eine Chance,  eine Chance sich in einander zu verlieben und sich das dann sogar einzugestehen. Dann wäre sie lediglich das fünfte Rad am Wagen.

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„Du bist also nicht komplett dagegen?“, fragte Richard noch einmal vorsichtig nach, bevor er dem Makler die gemeinsame Antwort präsentieren würde.

„Nein, das habe ich auch nicht gesagt. Aber wir sollten doch realistisch bleiben, wir müssen das. Eine große Wohnung ist eine Sache, aber das Rick“, und sie zeigte auf den riesigen Raum, „das ist einfach zu groß, viel zu groß.“

„Würdest du dir die Pläne der anderen Wohnung noch ansehen kommen?“ Die Frage war vorsichtig und nicht fordernd formuliert. Er wusste, dass wenn sie ablehnen würde, er auch nichts ändern könnte. Immerhin sollte beiden das Objekt zusagen, auch wenn es sein Geld sein würde, welches hineinfließe.

„Wenn du das möchtest“, stimmte Kate wohlwollend zu. Einen kleinen Wunsch wie diesen konnte sie ihm nicht verweigern, zudem hatte sie Lanie mit, die gerne als Unterstützung bei sich hatte. „Lanie …“

„Natürlich nehme wir sie mit ins Loft“, sagte Rick mit einem Lächeln und kurze Zeit, hielt er Kate in seinen Armen. Besser gesagt, kurze Zeit ließ sich Kate von ihm halten. Ließ es zu, dass sein Körper an den ihren gepresst war, ihre Brust die seine berührte, ihre Beine die seinen. Sie sog kurz seinen maskulinen, herben Duft in sich auf, den sie nun wieder Tage lang in der Nase haben würde.

Gemeinsam gingen sie schließlich auf den Makler zu.

Dem Makler erklärten sie, dass es dieses Objekt doch nicht werden würde und man sah, wie der Mann sich bereits Hoffnungen gemacht hatte, diese Immobilie endlich zu verkaufen, immerhin wäre seine Provision bei gut 40 Millionen Dollar eine safte gewesen.

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Im Loft angekommen, bereitete Martha als erstes gleich einmal eine große Kanne Tee vor. Der frühwinterliche Wind war kalt, der durch die Straßen New Yorks pfiff. Er ging durch Mark und Bein. Die Wohnung hingegen war angenehm warm und Rick entzündete gleich ein Feuer im Kamin, bat Lanie und Kate ihre warme Überbekleidung abzulegen und am Sofa Platz zu nehmen, reichte ihnen das zweite Booklet mit Plänen.

„Es ist in der gleichen Gegend, Tribeca“, erklärte Rick. „Es sind in etwa die Hälfte der Quadratmeter inklusive Terrasse, also etwas über 600, bei der selben Anzahl an Schlafzimmern und Bädern.“

„Richard, ich möchte das gleich einwerfen. Ich werde den Augenblick nützen und mir wieder eine eigene Wohnung suchen.“

„Mutter …“

„Martha, du musst nicht … ich meine, ich möchte nicht …“

„Ich aber Katherine. Ich möchte wieder auf eigenen Beinen stehen, speziell nach all dem, was in den letzten Wochen passiert ist. Ich weiß, dass ich bei euch Willkommen sein werde, und das reicht mir vollkommen aus.“

Richard nickte nur, Alexis waren hingegen die Tränen in die Augen gestiegen und ohne ein Wort zu sagen, verließ das Mädchen raschen Schrittes das Wohnzimmer in Richtung ihres Schlafzimmers. Castle wollte aufstehen und ihr nachgehen.

„Lass sie, Richard. Ich werde dann mit ihr sprechen und ihr alles erklären.“

Rick setzte sich von dem Kate gegenüber gelegenen Stuhl nun auf die Couch neben sie.

„Also, es ist ein Penthouse Apartment“, begann er zu erklären. Das Penthouse lag im sechsten und siebenten Stock, wobei im siebenten auch die Terrasse lag, die fast die Hälfte der Etage einnahm. Im unteren Bereich befanden sich vier Schlafzimmer, unter anderem ein recht kleines für eine Hausangestellte oder ein Au-Pair-Mädchen, außerdem ein großer Bereich, in dem man Küche, Wohn- und Esszimmer mitsammen vereint hatte. Alle hatten ein angrenzendes Badezimmer. Im oberen Stock befanden sich lediglich zwei Schlafzimmer inklusive Bad, und eine Art Wohnzimmer mit Zugang zur Terrasse.

„Ich dachte mir, dass ich hier eine Wand einziehen lasse bzw. wieder wie hier auch, die Regale als Raumtrenner nutze, um dahinter mein Büro zu haben“, erläuterte Rick und zeigte auf einen Bereich vor seinem Schlafzimmer, der aus Flur und fensterlosen Raum bestand. „Die Wände kommen auf alle Fälle weg.“ Dann blätterte er auf den Grundriss des oberen Geschoßes. „Und dir hätte ich vorgeschlagen, dass wir hier eine große Schiebetüre, vielleicht aus Glas, einbauen lassen, um den großen begehbaren Schrankraum zu haben, den du sicherlich benötigen wirst.“

Kate musste ihm zulächeln, da er an alles zu denken schien.

„Man hat nicht nur durch diesen Wohnbereich Zugang zur Terrasse, sondern auch über den kleinen Flurbereich bei den Stufen. Es gehen also nicht alle immer durch deinen Bereich.“

„Es gibt keinen meinen oder deinen Wohnbereich, Castle. Ich habe ein Schlafzimmer und das ist der Bereich, der mir zusteht. Den Rest sollten wir doch gemeinschaftlich nützen, sonst macht ein Zusammenziehen gar keinen Sinn.“

Lanie erkannte allmählich, dass sie Kate doch falsch eingeschätzt hatte. Schien es ihr am Anfang doch ein halbherziges Zustimmen zu seiner Idee, war sie nun mit Haut und Haaren in das Projekt „Familie“ hineingezogen worden, so wie sie sich das für ihre Freundin auch gehofft hatte. So schön das heutige Objekt, welches sie gemeinsam besichtigt hatten, auch gewesen sein mag, sie hätten sich nie gesehen, hätten zwei Leben in gemeinschaftlichen vier Wänden geführt, ohne jemals Überschneidungen zu haben – außer dem Baby. Wenn sie wirklich eine Chance als Paar haben sollten, dann mussten sie Zeit mitsammen verbringen, mussten sie auch Platz für Streit, Diskussion, Eifersucht haben, aber auch für all die positiven Eigenschaften – Unterhaltungen, gemeinsame Fernsehabende, gemeinschaftliches Kochen und Essen. All das, was eine Beziehung und Familie auch ausmachte.

Vielleicht wäre auch ein überflüssiges Schlafzimmer kein Fehler. Wenn die beiden zusammenfinden sollten, bestünde immerhin die Möglichkeit, dass es mehr als ein oder zwei Kinder geben könnte. Bei diesem Gedanken musste Lanie innerlich lachen. Sie hatte sich gerade erst daran gewöhnt, dass Kate schwanger war und nun konnte sie sich schon viel mehr für die beiden Sturköpfe ausmalen.

„Ich kann anrufen und für morgen einen Termin ausmachen, wenn du das möchtest“, bot Richard an.

„Wenn du möchtest“; stimmte Kate zu.

Als die Pläne schließlich wieder am Tisch lagen, die vier Erwachsenen gemeinsam Tee tranken, herrschte eine entspannte und ruhige Atmosphäre vor. Niemand sprach über die Schwangerschaft oder wie es dazu gekommen war. Martha erkundigte sich nach Kates Vater, Richard nach Esposito und Ryan.

Es schien, als hätten diese vier Menschen in den letzten Jahren nie etwas anderes gemacht.

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Ende Kapitel 14 

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A/N: Ich habe nie gesagt, dass eine Riesenwohnung eine optimale Lösung für die beiden sei. Aber spielen darf man doch etwas. Das neue Objekt gefällt mir persönlich viel besser. Es ist immer noch groß, ähnelt aber in gewisser Weise dem Loft (nur muss man sich den zweiten Küchenbereich im oberen Stockwerk wegdenken): http://www.corcoran.com/nyc/Listings/Display/2299317

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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