Dancing Queen – Kapitel 15

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Kapitel 15

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Und so stand Kate nervös vor dem Gebäude in der Moore Street. Es war beinahe 17 Uhr, die Sonne war bereits am Untergehen. Nervös war sie deswegen, weil Lanie keine Zeit hatte, sie musste arbeiten und nun würde sie alleine das Urteil fällen müssen, ohne aus dem Gesicht ihrer besten Freundin ablesen zu können, was diese gerade dachte. Wie sie urteilte. Kate konnte Lanie wie ein offenes Buch lesen. 

Das Haus erschien nicht ganz so groß wie das vorherige. Es stand frei, war von Bäumen umgeben. Die Fassade hatte man weiß gestrichen, jedes der einzelnen Stockwerke schien eine überdurchschnittliche Höhe aufzuweisen. Kate fragte sich bereits, ob sie eine Raumhöhe von über vier Metern erwarten würde.

Im Erdgeschoß befand sich ein kleines Café, welches vorgab selbst zu rösten und genau dieser herrliche Geruch lag auch in der Luft. Frisch gerösteter Kaffee. An diesen Duft würde sie sich gewöhnen können, das stand fest.

Als Rick angehetzt kam, hatte er abermals denselben Makler im Schlepptauch, der nicht ganz so frisch aussah, wie am Tag zuvor.

„Miss Beckett“, begrüßte Nathan Gatsby. Obwohl sie am Tag zuvor einige Sympathie für diesen Mann und sein Geschäft empfunden hatte, fühlte sie an diesem Tag genau das Gegenteil. Vielleicht waren es aber auch die Jeans, die sie trug, die irgendwie einen Druck auf ihren Bauch ausübten, den sie als durchaus unangenehm empfand.

Rick küsste sie auf beide Wangen, markierte etwas sein Territorium und überraschte sie mit dieser Handlung. Gemeinsam betraten sie den langen Gang des ehrwürdigen Hauses, bis sie zu einem Fahrstuhl kamen. Ein Kinderwagen und zwei Personen würden in diesem locker Platz finden, dachte sich Kate, als die Türen sich hinter ihnen schlossen.

„Dieses Objekt ist anders geschnitten als das gestrige“, wies Gatsby Rick und Kate hin. „Es ist etwas verwinkelter, hat weniger Spielraum für innovative Gestaltung.“ In Rick wurde der Anschein erweckt, als wollte er ihnen in Wahrheit immer noch das andere Objekt verkaufen und versuchte dieses schlecht zu machen.

„Mr. Gatsby – ich bezahle sie nicht dafür, dass sie mir zuerst die negativen Eigenschaften des Objekts erklären“, sagte Rick bestimmt. „Natürlich gehören diese auch zum Gesamtpaket, doch möchte ich sie darauf hinweisen, dass das gestrige Objekt nicht weiter zur Diskussion steht.“

Gemeinsam fuhren sie dann in den sechsten Stock.

Als sie die Wohnung betraten, sahen sie gleich eine große metallene Treppe, die in den oberen Stock führte. Die Räumlichkeiten schienen alle frisch weiß ausgemalt worden zu sein, alles leuchtete. Überall, das erkannte Beckett bei den ersten Schritten durch die Wohnung, befanden sich riesen große Fenster, die vom Boden bis zur Decke reichten, diese war – so schätzte Kate – sicherlich vier Meter hoch, wenn nicht sogar etwas darüber. Es gab kaum normale Türen, die meisten vorhandenen Trennungselemente waren Schiebetüren aus Glas oder Milchglas.

„Wie sie sehen können“, schritt Gatsby fort, „gibt es hier bereits eine eingebaute Küche. Diese müssen nicht übernehmen, sie ist allerdings im Preis inkludiert. Sie wurde letzten Sommer installiert, doch nie benutzt, da sie Teil der Renovierungsmaßnahmen war.“

Die Küche war aus Edelstahl, hatte hölzerne Arbeitsplatten und die Farbe aller Schränke war ein dunkles Grün. Sehr elegant und trotzdem nicht kalt, wirkte sie auf Kate, durch das Grün schien sie außergewöhnlich. Doch für sie waren alle Küche, die aus einer Serie bestanden, etwas Außergewöhnliches. Sie mischte gerne Elemente – neu und alt, bunt und uni. Sie mochte eine Mischung aus Klassik und etwas orientalischer Stimmung, den Industrie-Stil gemischt mit einem femininem Touch.

„Würden sie uns einige Augenblicke entschuldigen und uns die Wohnung erst einmal alleine ansehen lassen?“, fragte Kate nach und nahm Rick bereits an der Hand, bevor der Makler auch nur eine Antwort auf den Lippen hatte.

„Er ist unerträglich“, erklärte sie leise, während sie die restliche Wohnung durchschritten.

„Das wäre dein Bereich?“, fragte Kate, als sie durch eine Türe in den hinteren Teil der Wohnung Schritt.

„Ich dachte mir, du hättest im ersten Stock mehr Privatsphäre“, gab er zu und somit seine Grundidee preis. „Wenn du allerdings lieber hier unten wohnen möchtest …“

„Nein … stopp Rick! Du darfst nicht versuchen, mir alles recht zu machen. So funktioniert das nicht. Wir werden streiten, unsere Differenzen haben – egal in welchem Objekt wir wohnen, egal wer sein Schlafzimmer oben oder unten hat, oder auf derselben Ebene. Das wird immer wieder vorkommen.“

„Aber ich dachte …“

„Lass uns lieber die restlichen Zimmer ansehen, Castle“, sagte sie und ging weiter in ein Zimmer, das Alexis Bereich sein könnte. Es war vom Flur zu begehen und grenzte an keines der anderen Schlafzimmer an. Falls Alexis sich doch länger als Castle es vielleicht erwarten würde, zuhause aufhalten würde, hätte sie hier ihren eigenen Bereich. Ein weiteres Zimmer mit kleinem Fenster existierte zwischen Ricks und Alexis Zimmer, durch Schrankräume von diesen abgetrennt.

„Das wäre das Zimmer für die Angestellte.“

„Rick … nein“; sagte sie und lehnte sich dort an die Wand, griff mit der Hand an ihren Hosenbund und fuhr mit der Hand zwischen Knopf und der sensiblen Haut ihres Bauches. „Ich möchte keine fremde Person bei uns wohnen haben. Egal ob für das Baby oder sonst etwas.“ Sie würde es nicht ertragen, wenn eine junge Schwedin oder Russin Rick umgarnen würde und genau das wäre hundertprozentig der Fall. Wie konnte man ihm auch widerstehen?

„Okay …“, antworte Rick zögerlich und etwas verwundert, aber er akzeptierte diese Entscheidung gerne. Auch er sah es lieber, wen sie sich um ihr Kind kümmern würde, wenn sie das gemeinsam tun würden. Natürlich. „Was würdest du sonst hier gerne unterbringen?“

„Ich denke ein kleiner Wirtschaftsraum wäre angebracht – Waschmaschine, Trockner … solche Sachen halt.“

Rick nickte zustimmend, daran hatte er bisher nicht gedacht, da die Kleidung seiner Familie immer in der Putzerei landete und sich somit andere Leute um das Bügeln und Pressen seiner Hemden kümmerten, das Stärken der Krägen, die Handwäsche der Unterwäsche der Damen in seinem Haushalt. Am liebsten hätte er Kate nun gefragt, ob sie ihre Wäsche selbst machte, aber innerlich traute er sich dies noch nicht, war dies doch ein Schritt in einen relativ privaten Bereich. Allerdings begann er dies anzunehmen, da sie ihm eben diesen Vorschlag unterbreitet hatte.

Dann begutachteten sie noch die Räumlichkeit, die er für Martha vorgeschlagen hatte. Es war ein kleines Zimmer, aber groß genug um ein Doppelbett und alles notwendige unterzubringen. Oder man könnte es ebenfalls als Gästezimmer nutzen, falls sie überhaupt keinen Bereich für sich haben wollte.

Gemeinsam gingen sie langsam in den ersten Stock hinauf. Die Zimmeraufteilung war ähnlich angelegt. In dem einen hinteren Teil befand sich ein Schlafzimmer, das genau über Ricks lag. Dieses würde laut seinem Vorschlag das ihre werden. Der Raum, welcher über Alexis Zimmer lag, würde das Kinderzimmer werden.

Der riesige Wohn-Kochbereich, den es im unteren Geschoß gab, gab es im oberen nicht. Nur circa ein Drittel war existent. Kate schätzte, dass es sich in etwa um 40 Quadratmeter handelte, bevor die großen Glastüren den Raum von der großzügig angelegten Terrasse trennten. Der Lichteinfall war unglaublich, sogar noch um diese späte Stunde. Die Polizistin sah sich schon mit einem Buch vor dem Kamin sitzen, welcher an der einen Wand eingebaut war, an einem kalten Wintertag, lesend – und die winterliche Sonne genießen, die den Raum illuminieren würde.

„Das hier“, meinte Rick, könntest du als dein privates Wohnzimmer nützen.

„Wieso sollte ich ein eigenes Wohnzimmer haben?“

„Ich dachte …“

„Rich … wenn du möchtest, dass das hier funktioniert, dann darfst du nicht immer zwischen deinen Räumen und meinen Räumen unterscheiden. Ansonsten könnte ich sagen, dass du dein Kind gerne sehen darfst, zu den Essenszeiten, denn ich möchte nicht, dass du meine Räumlichkeiten betrittst. Das ist unrealistisch. Es ist deine Wohnung, egal wie du es drehst. Jeder hat seinen Schlafbereich, ein kleines Büro. Der Rest ist gemeinschaftliche Fläche. Außer du möchtest es wirklich getrennt haben.“

Kate verstand nicht, wieso er diese Trennung vorschlug. In der ersten Wohnung, die viel zu groß gewesen war, hatte es vielleicht etwas Sinn gemacht. Aber nachdem sie die ganze Nacht über diese Problematik nachgedacht hatte, war sie sich bewusst geworden, dass ein Zusammenleben nur funktionieren könnte, wenn man wirklich zusammenlebe. Nach seinen Ideen würde man sich in der Früh und am Abend sehen, zum Essen. Dann würde jeder seinen Weg gehen. Wenn Kate dies wollen würde, könnte sie gleich in ihrer Wohnung bleiben.

Und dann stand sie zum ersten Mal in dem Raum, der das Kinderzimmer für das Baby werden sollte, das sie in sich trug. Abermals schob sie ihre Hand zwischen den Knopf und den Bauch, merkte, dass diese Hose nun endgültig zu den Kleidungsstücken gehörte, die sie für die nächsten Monate in eine Kiste packen konnte. Sie sollte bald einige Hosen einkaufen gehen, die sie nicht drückten, ihre Haut irritierten.

„Was ist los? Fühlst du dich nicht wohl?“

Verwirrt sah Kate Rick an, bis dieser auf ihre Hand deutete.

„Achso … die Hose drückt etwas, das ist alles“, sagte sie beinahe beiläufig und malte sich im selben Moment aus, wie das Zimmer aussehen könnte.

Die weißen Wände gefielen ihr, es machte den Raum so unglaublich hell. Die Wiege würde sie ans  Fenster stellen, damit das kleine Wesen immer die Sonne genießen konnte. Den Wickeltisch in die eine Ecke, eine kleine Kommode und den Schaukelstuhl in die andere. Es würden Bilder an die Wand kommen von Tieren oder etwas in dieser Art und Weise.

Nach einiger Zeit kamen sie wieder in das Untergeschoß und Rick begann mit dem Makler wegen des Preises zu verhandeln. Und er wusste was er tat. Rick war gut darin. Sein erstes Angebot war relativ niedrig, das wusste Kate, nachdem sie gestern den Preis in den Unterlagen gesehen hatte. Der Markt war schlecht, viele Leute mussten verkaufen, wenige kauften. Dann erklärte Rick, welche Bauarbeiten seiner Ansicht notwendig waren, um seine ganze Familie unterzubringen. So hatte man nach der Renovierung der Wohnung die Badezimmer alle im Rohzustand hinterlassen – keine Fliesen, keinerlei Leitungen. Auf der einen Seite clever, da der Käufer das Badezimmer so gestalten konnte, wie er es wollte, schlecht für den Makler, da er gegen dieses Argument nicht ankam.

Einige Punkte erfuhr Kate noch, als sie neben ihm stand und der Diskussion lauschte. Geheizt wurde alles mittels einer Fußbodenheizung. Auf dem Dach befanden sich einige Solar-Zellen zur zusätzlichen Warmwassergewinnung. Das Haus war frisch saniert und isoliert worden, auch die Glasscheiben waren doppelt gezogen und sollten somit die Wärme im Haus halten.

Bevor sie die Stiegen hinabgeschritten waren, hatte Rick sie gefragt, was sie von diesem Condo halten würde und sie hatte nur mit einem Lächeln auf den Lippen zugestimmt. Es war eine schöne Wohnmöglichkeit, eine traumhafte um ehrlich zu sein. Was konnte sie sich mehr wünschen für das Baby? Ob es für sie die ideale Lösung war, würde sich im Laufe der Zeit herausstellen.

„Es besteht auch die Option, das gesamte Haus als Investment-Projekt zu kaufen“, erklärte Gatsby, doch bei diesem Teil des Gespräches hatte Kate sich bereits abgewendet und wanderte ein letztes Mal durch die Wohnung, stellte sich vor, wie welcher Raum aussehen könnte, wo sie das eine oder andere Möbelstück aus ihrer alten Wohnung wohl hinstellen könnte.

„Kate?“, fragte Rick und berührte ihre Schulter. Sie war so sehr in Gedanken versunken gewesen, dass sie ihn nicht hatte kommen hören. „Ich möchte, dass du morgen mit zum Notar kommst, alle notwendigen Papiere zu unterschreiben. Ist das machbar? Um 10 Uhr?“ Kate nickte nur. „Dann würdest ich gerne mit den Plänen und allen Unterlagen zu meinem Baumeister fahren, um ihm gleich erklären zu können, was er zu machen hat. Ich möchte, dass das alles so rasch wie möglich über die Bühne geht.“ Er blickte ihr tief in diese unglaublich grünen Augen, die einen Hauch von Braun und Gold in sich trugen. „Würdest du mitkommen?“

„Was ist mit Alexis?“, fragte Kate vorsichtig. Sie hatte nicht vergessen, dass das Mädchen letzte Nacht auf ihr Zimmer gelaufen war.

„Alexis muss sich daran gewöhnen, dass meine Mutter ein eigenes Leben hat. Marthas Einzug war nie als Dauerlösung gedacht gewesen, niemals. Abgesehen davon war sie zuvor bereits einmal ausgezogen, als sie mit Chet. Auch damals war es ein großes Drama. Meine kleine hat wohl diese melodramatischen Auftritte von ihrer Großmutter geerbt“, antwortete Rick und lächelte ihr zu. „Sie freut sich auf dich. Sie freut sich auf all das hier. Das Baby. Es ging alles relativ schnell und ich habe sie vor vollendete Tatsachen gestellt. Doch glaube mir, bei Alexis ist das ab und zu notwendig, sonst verhandelt sie und du hast verloren. Sie ist es gewöhnt das zu bekommen, was sie haben möchte.“

„Wer daran bloß schuld ist?“, sagte Kate mit einem Lachen.

„Wir können Alexis gerne mit zum Baumeister nehmen, doch wenn wir sie heute nach ihren Wünschen fragen, reicht es aus.“

„Das heißt, wir fahren jetzt noch zu dir in die Wohnung?“

„Du kannst gerne im Gästezimmer übernachten“, sagte Rick vorsichtig, wissend, dass er sie zu nichts zwingen wollte, dass er lediglich ein Angebot war, weil sie müde aussah, die Augenringe dunkel waren und sie, so wie er sie kannte, noch nicht wirklich gegessen hatte. Typisch Detective Beckett eben.

„Wer weiß“, sagte sie nur, als er ihr in die Jacke half und sie gemeinsam mit einem nun erfreuten Nathan Gatsby das Haus verließen. Man verabschiedete sich formal und als Kate im Auto neben Rick saß, die Augen schloss, war sie bereits eingeschlafen. Das neue Wesen in ihrem Körper raubte ihr einfach viel Kraft. Oder war es die beinahe schlaflose Nacht gewesen, die sie damit zugebracht hatte, sich ihr Leben in derselben Wohnung wie Richard Castle vorzustellen?

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Ende Kapitel 15

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Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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