Dancing Queen – Kapitel 17

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - Bearbeitet#+#+#

Kapitel 17

#+#+#

Als Kate aufwachte, befand sie sich in Castles Gästezimmer und trug noch immer dieselbe Kleidung wie am Tag zuvor. Sie konnte sich nicht erinnern, wie sie in diesen Raum gekommen war. Vorsichtig stand sie auf. Ihre Hose war geöffnet, der Zipp bis zum Anschlag offen. Als sie vor dem großen Spiegel stand, fragte sie sich, ob ihr Bauch am Abend zuvor auch schon so offensichtlich war. Der Reißverschluss ließ sich auf alle Fälle nicht mehr komplett hochziehen, das Zuknöpfen der Hose schien unmöglich. Nicht einmal wenn sie den Bauch einzog, die Luft anhielt, schaffte sie es, den Knopf durch das Loch zu bringen. Nun war es also passiert. Sie hatte gelesen, dass es auch von einem Tag auf den anderen passieren konnte. Kate würde vor der Arbeit auf alle Fälle nachhause gehen müssen, um Jeans zu finden, die so tief saßen, dass das Zuknöpfen noch möglich war, oder ein anderes Paar. Irgendetwas würde sich finden müssen.

Zuerst warf sie einen Blick auf ihre Uhr. Es war kurz nach sieben Uhr. Sie klopfte an Alexis Türe und innerhalb weniger Augenblicke öffnete das Mädchen die Türe. Sie wirkte nicht so verschlafen, wie Kate vermutet hatte.

„Kate?“, murmelte sie fragend.

Kate hob ihr Shirt und blickte da Mädchen selbst etwas fragend an. „Hättest du ein paar Jogginghosen für ich … ich meine … könnte ich mir welche ausleihen?“ Kate stotterte, so peinlich war ihr selten ein Moment gewesen wie dieser, doch selbst in einem Taxi würde man sehen, dass ihre Hose offen war. Welche Möglichkeiten hatte sie? Sie hätte natürlich auch Castle fragen können, doch dies hätte sich als noch schwieriger herausgestellt.

Ohne viel zu sagen, ging der Teenager zu ihrem Schrank, zog etwas Dunkelblaues heraus und gab es Kate. „Das ist die größte, die ich habe, sie sollte dir passen“, erklärte sie. Noch bevor Kate gehen konnte, um zu duschen und sich anzuziehen, schloss Alexis ihre Arme um sie. „Es wird wunderbar werden, Kate. Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr ich mich auf das Baby freue. Und auf unsere gemeinsame Wohnung.“

Beckett konnte nicht anders, als verwundert ihre Arme ebenfalls um das Mädchen zu legen. Vielleicht würden sie wirklich alle von dem Zusammenzug profitieren. Vielleicht würde es auch Alexis etwas nutzen. Momentan war die einzige Frau in ihrem Leben ihre Großmutter, die mehr unterwegs als zuhause war. Kate wollte nicht Merediths Rolle übernehmen, das war auf keinen Fall ihr Ziel, doch als sie das Mädchen nun in ihren Armen hielt, erinnerte sie sich an die Momente zurück, in denen in diesem Alter ihre Mutter für sie dagewesen ist. Diese vielen Augenblicke, die sie geteilt hatten, die etwas Besonders gewesen waren. Vielleicht würde Alexis einige dieser einmaligen Gelegenheiten mit ihr teilen wollen. Aber sie würde es auf sich zukommen lassen müssen, abwarten müssen, wie sich Castles Tochter dann verhalten werde.

Kate bedankte sich und verschwand schließlich wieder im Gästezimmer, um zu duschen. Als sie das heiße Wasser auf ihrer Haut spürte, ließ sie die letzten Tage Revue passieren. Sie hatte zugestimmt, mit Castle in eine Wohnung zu ziehen, eine Familie zu mimen oder es zumindest zu versuchen. Sie hatte zugestimmt, Vater und Mutter zu spielen und das zwar nicht auf engstem Raum, aber für ihre Verhältnisse war es enger Raum zusammen mit einem Mann. Sie hatte noch nie mit jemandem des anderen Geschlechts in einer Wohnung zusammengelebt. Es waren Männer um sie, als sie in Berkeley war, damals hatten auch Jungs im Wohnheim gewohnt. Aber das Jahr, das sie dort verbracht hatte, war im Winde verflogen und dann war ihre Mutter ermordet worden und ihre Jugend war vorbei gewesen. Sie wechselte zur Polizei und konzentrierte sich auf ihre Karriere beziehungsweise auf die Aufklärung des Mordes. Und das waren dann schließlich ihre Zwanziger gewesen.

Sie trocknete sich ab, kleidete sich an und als sie die Jogginghose überzog, studierte sie noch einmal ihren veränderten Körper. Sie würde heute nach der Arbeit einkaufen gehen müssen, sie würde eine Lösung finden müssen. Sie würde am heutigen Tag ihr Geheimnis Kevin und Esposito mitteilen müssen, weil es ihr auch in diesem Moment wieder so unglaublich offensichtlich vorkam.

In der Küche angekommen, wartete bereits Castle, lediglich einen Morgenmantel tragend, auf Kate mit einer Tasse entkoffeinierten Kaffee. Auf einem Teller hatte er bereits Eier und Schinken liegen. Zum ersten Mal seit Tagen bewegte sich ihr Magen nicht, wenn sie frischgekochtes Essen roch, das Gegenteil war der Fall, sie verspürte ein intensives Hungergefühl.

„Sehr modisch“, kommentierte Castle lediglich mit einem breiten Grinsen auf den Lippen. Er war kurz davor lachen zu müssen, als sie die Treppen hinab kam, die Jeans in Händen und in den Sporthosen seiner Tochter. Es war herzig und es kam ihm so vor, als würden sie bereits zusammenleben und sie würde ihm einen Teil ihres Privatlebens offenbaren.

Und schließlich ging er um den Tresen herum, bis er vor ihr stand und offensichtlich auf den Teil ihres Körpers starrte, der unterhalb ihres Halses begann. Der Teil, der einem Wandel unterworfen war. Und plötzlich, ohne dass er es kontrollieren konnte, brach es aus ihm heraus: „Ich will die Veränderungen deines Körpers sehen.“

Im selben Augenblick noch lief Kates Gesicht rot an. Dunkelrot. Nun war es auch Richard peinlich, er drehte sich um und verschwand raschen Schrittes in seinem Büro. Kate stand wie angewurzelt dort. Was hatte er gerade von ihr gefordert? Dass er Teil dieser Schwangerschaft sein dürfe? Sie war verwundert und zugleich reizte sie diese Forderung. Sie würde eine Grenze überschreiten.

Noch bevor sie einen weiteren Gedanken zu Ende denken konnte, stand sie schon in der Türe zu seinem Büro, hatte sie geschlossen und war dabei, das Shirt über ihren Kopf zu ziehen. Und so stand sie schließlich vor dem Mann, der nun in seinem Schreibtischsessel saß und sich von der Türe abgewendet hatte, eigentlich das große gerahmte Bild hinter seinem Schreibtisch ansehen wollte. Und nun stand sie vor ihm in Alexis Jogginghosen und einem weißen, beinahe durchsichtigen Büstenhalter. Kate hatte ihre Augen geschlossen, konnte ihm nicht zusehen, wie er seine Augen über ihren Körper gleiten ließ, ihm das erste Mal die Möglichkeit gab, ihren Körper zu studieren.

Und er nahm sich Zeit. Zuerst mit seinen Augen. Ihre Schlüsselbeine. Zart und fein gezeichnet. Schließlich kam er zu ihrer Brust. Anfänglich waren seine Blicke gespickt mit Zurückhaltung. Und plötzlich kamen seine Hände ins Spiel, allerdings griff er sie nicht an, strich eher mit fliegenden Fingern über die so sensible Haut ihrer Brust, strich über den Rand ihrer Cups, schließlich hinab zu der Wölbung ihres Bauches. Er glaubte sehen zu können, dass er sich wahrhaftig deutlicher abzeichnete.

„Ich werde es heute den Jungs sagen“, flüsterte Kate, die Augen hatte sie immer noch geschlossen.

„Das musst du wohl“, antwortete er. „Es ist unübersehbar geworden über Nacht.“

„Über Nacht“, wiederholte sie.

„So etwas passiert. Das ist normal.“

„Für mich ist das neu, Rick. Alles ist so ungewohnt. Das Ziehen dort und da, das Jucken der Haut. Ich bin ständig müde, meistens wurde mir bisher in der Früh schlecht. Ich musste mir die Jogginghose deiner Tochter ausborgen, weil ich weder Zipp noch Knop meiner Hose schließen konnte. Ich habe seit kurzer Zeit eine Vorliebe für Ginger Ale und Passionsfruchtsaft. Ich könnte täglich Tomatensuppe essen. Ich hätte gerne einen Jungen, aber ein Mädchen ist natürlich auch in Ordnung. Ich bekomme nächstens selten ein Auge zu. Ich muss ständig an das Baby denken und an meine Mutter, wie sehr ich mir als Teenager immer gewünscht habe, sofern ich einmal schwanger werden würde, sie an meiner Seite zu haben.“ Es sprudelte so einfach aus ihr heraus, bis sie schließlich nach ihrem T-Shirt griff und es wieder über den Kopf zog.

„Du siehst wunderschön aus, Kate.“

„Ich werde fett.“

Rick lachte. „Fett? Du trägst ein Leben in dir, Katherine. Ein neues Leben. Jedes Kilo, jeder Zentimeter der hinzukommt, jeder einzelne ist liebenswert“, erklärte er und zog sie an sich heran, so dass sie zwischen seinen Beinen stand, sein Kopf an ihrer Brust Platz fand.  Er versuchte keinerlei körperliche Annäherungen der verwerflichen Art und Weise. Er berührte sie nicht unsittlich. Sein Kopf lag lediglich an seiner Brust, seine Arme waren um ihren Körper geschlungen und er genoss es, ihr so nahe zu sein. Wie oft war das in all den Monaten, die sie mitsammen arbeiteten, vorgekommen? Und irgendwann rasteten ihre Hände auf seinen Schultern, spielten mit den momentan zu langen Haaren im Nacken. Auch Kate musste sich eingestehen, dass sie Gefallen an all dem fand, auch wenn sie sich gerade fragte, wie es passieren konnte, dass sie sich vor ihm beinahe komplett entblößt hatte.

+#+#+

Zuhause hatte sie sich für dunkelblaue Jeans entschieden, die sehr hüftig und tief geschnitten waren. Das weiße T-Shirt dazu war tailliert geschnitten, der Blazer kaschierte – so lange sie ihn trug – de Rundung ihres Bauches, die sie nicht willig war zu verstecken. Nachdem Rick sie gehalten hatte, war ihr klar geworden, dass sie es nicht verbergen konnte. Er ebenso wenig. Castle würde sich offen um sie und das Ungeborene sorgen, würde sie berühren und es wäre unmöglich, dass sie es länger geheim halten könnte. Und wieso sollte sie es? Sie würden zusammenziehen. Sie würden sich eine Wohnung teilen und das würde so und so die Gerüchteküche ankurbeln, also konnte sie dazu stehen. Abgesehen davon, auf ihre eigene Weise fand sie Gefallen an der Wölbung.

Zweimal fuhr sie sich rasch durchs Haar, schminkte sich und wusste, dass sie als erstes mit den Jungs sprechen wolle. Auf dem Weg zum Revier kaufte sie Donuts und stellte sie in den Aufenthaltsraum, deutete Javier und Kevin, dass sie kommen sollten und schloss die Türe hinter ihnen, auf die Jalousien verzichtete sie.

„Ich muss euch etwas mitteilen.“ Ihre Stimme war stetig und ruhig. Kate strich langsam dem Blazer von den Schultern und hängte ihn über die Rückenlehne eines Stuhls. „Ich bin schwanger.“

Beide Männer blickten sie schockiert an. Kate lehnte sich an den Tresen und so zeichnete sich ihr Bauch noch deutlicher ab.

Sie sah Richard sich in Richtung ihres Schreibtisches bewegen und deutete ihm, dass er herkommen solle. Er ahnte zwar, um was es ging, da sie es angedeutet hatte, aber sicher wissen konnte er es nicht.

„Du schwanger?“, stotterte Ryan beinahe.

„So etwas passiert“, entgegnete sie.

„Nein, Beckett, so etwas passiert nicht einfach.“

„Doch“, konterte Castle von der Seite und stellte sich neben Kate. „Es passiert ganz schnell.“

„Ihr zwei …?“ Beide Männer blickten noch verwunderter.

„Wir sind schwanger aber kein Paar“, erklärte Castle des Weiteren. „Was und aber nicht davon abhalten wird, uns eine neue gemeinsame Bleibe zu suchen, um das Kind gemeinsam aufzuziehen.“

„Ihr seid kein Paar, aber ihr seid schwanger?“

„Ich denke, Javier, dass ich das gerade gesagt habe. Und nun keine Erklärungen mehr. Bedient euch bei den Donuts und dann geht an die Arbeit.“ Hatte Rick das wirklich gerade gesagt? An die Arbeit?

„Wie weit ist du?“

„Elf Wochen.“

„Arbeit hinterm Schreibtisch?“, fragte Kevin noch.

„Noch nicht. So lange es irgendwie möglich ist, werde ich meiner Arbeit nachgehen. Nur weil ich ein Kind bekomme, bin ich nicht invalide.“

„Das ist schon klar, Beckett, aber wenn dir etwas passiert? Du angeschossen wirst?“

„Dann müsst ihr auf die Mutter meines Kindes eben besser Acht geben“, forderte Rick von beiden Arbeitskollegen.

„Castle, lass sie. Sie müssen sich erst an den Gedanken gewöhnen. Wir  haben schließlich auch unsere Zeit gebraucht.“

„Lanie … wir müssen es Lanie …“, erklärte Javier.

„Sie weiß es bereits einige Zeit.“

Esposito blickte Castle verwundert an. „Glaubst du etwa, dass sie vor ihrer besten Freundin etwas geheim halten kann?“

Die drei Männer lachten nur leise.

„Gut, dann zurück an die Arbeit mit euch, wir haben genügend zu tun. Und ich habe das Gefühl, dass wir heute noch einen neuen Fall bekommen werden.“

Als sie den Pausenraum verließen, griff Kate kurz nach Richards Hand und drückte sie, flüsterte leise ein Danke, bevor sie sie wieder losließ und sich an ihren Schreibtisch setzte.

Im Laufe des gesamten Arbeitstages starrten die Kollegen sie an, das T-Shirt verbarg wahrhaftig nichts und sie genierte sich für nichts. Vor einer Woche war sie noch nicht so weit gewesen, doch so viel hatte sich verändert. Viele starrten, keiner sagte ein Wort oder fragte. Niemand.

Und tatsächlich gegen Mittag bekamen sie den Anruf, dass es einen Doppelmord in ihrem District gäbe. Jennifer Weaver, Anfang 20 und ihre Stiefmutter Janina, 21. Keine klassische Konstellation aber interessant, ungewöhnlich.

Castle fuhr wie immer mit Kate, meckerte abermals über ihr Auto, dass jeder einen besseren Dienstwagen zu haben schien.

Kate bekam den Eindruck, dass es ein Tag werden würde wie jeder andere auch. Nur wusste ihr Team jetzt, dass sie schwanger war. Sonst hatte sich scheinbar nichts verändert.

+#+#+

Ende Kapitel 17

+#+#+

Advertisements

About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
This entry was posted in Fanfiction:Castle-Dancing Queen and tagged , , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s