Dancing Queen – Kapitel 20

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Kapitel 20

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Wie versprochen holte Rick Kate mit seinem Mercedes am kommenden Morgen ab, um gemeinsam die Einrichtung für die Wohnung auszusuchen. Als er am Abend zuvor alleine zuhause gesessen war, hatte er eingesehen, dass sie andere Gewohnheiten hatte – ihre Wohnung hatte aus diversen Kleinigkeiten bestanden, die sie im Laufe der Jahre erworben oder bekommen hatte. Ihre Gemälde waren teilweise düster, die Kleinigkeiten mit Liebe angeordnet. Kein Innenarchitekt hatte Hand angelegt. Es war durch und durch Beckett. 

Sie parkten außerhalb New Yorks bei einem großen exklusiven Möbelhaus, in dem Kate niemals einkaufen gegangen wäre, nicht mit ihrem Detektive-Gehalt.

Die Couch für das untere Geschoss war rasch bestellt, ebenso waren innerhalb weniger Augenblicke Wandregale gekauft. Im Abverkauf fand Kate eine Teak-Liege für die Terrasse und dazugehörende Möbel, die sie vielleicht heuer sogar noch nutzen konnten, wenn es einen sonnigen Nachmittag geben würde. Anfänglich war Rick skeptisch gewesen, doch nachdem er Kates Strahlen gesehen hatte, versuchte er sich den Tisch und die Stühle auf der Terrasse vorzustellen und fand ebenso Gefallen an ihnen. Abgesehen davon hätte er ihr jeden Wunsch erfüllt.

Rick fand einen Esstisch der ihm gefiel, schwere Eiche und dezente Sessel. Rick bestellte sie und forderte eine umgehende Lieferung innerhalb der nächsten drei Tage.

Als sie schließlich in die Kindermöbelabteilung kamen, sah Kate ein weißes Kinderbett, welches ihr sofort gefiel. Es war groß und würde dem Baby längere Zeit Platz bieten. Abgesehen davon konnte man das Gitter abmontieren und es würde später als Kinderbett dienen können.

In diesem Augenblick stieß Alexis zu ihnen, die zuvor mit Freunden Brunchen gewesen war und stand kommentarlos neben ihrem Vater. Es fiel ihr nicht leicht zu akzeptieren, dass alles so rasch und unerwartet gekommen war, doch sie würde endlich ein Geschwisterchen bekommen und Kate war eine gute Person. Sie würde ihren Vater nicht verletzten. Wenn es knallen würde, dann eher weil er Mist bauen würde – und Alexis ahnte, dass es früher kommen würde als erwartet.

„Wir haben doch noch meine Wiege eingelagert“, merkte Alexis vorsichtig an.

„Ich muss es meinem Vater sagen“, merkte Kate zusammenhangslos an.

Beide Castles blickten Kate verwundert an. „Du hast es ihm noch nicht gesagt?“

Sie schüttelte nur den Kopf. Bisher hatte die junge Frau das Gespräch aufgeschoben, doch da ihre Schwangerschaft mittlerweile offensichtlich war und sie in den kommenden Tagen ihr Leben als alleinstehende Frau aufgeben würde, um mit dem Mann ihres Kindes und seiner Tochter zusammenzuleben, wurde es Zeit. Er sollte es nicht aus den Medien erfahren.

„Stimmt, Alexis“, erklärte Rick und beschrieb Kate die Wiege – eine klassische weiße Holzwiege mit weißen Spitzenvorhängen. Er offerierte ihr die Möglichkeit, diese in ihr Schlafzimmer zu stellen, bis das Baby nachts durchschlafen würde.

In Folge erwarben sie einen Wickeltisch und einen Schaukelstuhl, beides in weiß. Zudem beschlossen sie eine kleine Kommode zu kaufen, wenn sie ein passendes Objekt finden würden.

Die ersten Diskussionen begannen beiden Deko-Gegenständen, die Kate als unnötig erachtete. Sie erklärte Rick, dass man Gegenstände aufstellen würde, zu denen man eine Beziehung habe und nicht einfach x-beliebige kaufe, um dann den Platz dafür zu suchen. Sie war sich sicher, dass es einige Sachen in seinem Loft gäbe, die wunderbar in die neue Wohnung passen würden. Er ließ sich breitschlagen, den Kauf zumindest zu vertagen.

Mit Alexis im Schlepptau schauten sie sich zahlreiche Betten an. Alexis Entscheidung war nach fünf Minuten gefallen – ein dezentes Himmelbett aus silbernem Stahlrohr. Rick hingegen konnte sich nicht entscheiden. Er wusste, dass es Kingsize sein sollte, doch brauchte er beinahe einen Stunde, bis er sich für ein schweres Holzbett entschied, dessen Betthaupt aus einzelnen Holzstreben bestand, die mit dunklen Leinenbändern verwebt waren. Dazu passende Nachtkästchen gehörten zum Set. Auch war die Kommode rasch ausgewählt.

Wenn Rick ihr etwas offerierte, lehnte sie vieles ab und wies ihn darauf hin, dass sie diesen und jenen Gegenstand besitzen würde und daher nicht benötige. Es war ihr unangenehm, sein Geld auszugeben.

Erschöpft gingen sie schließlich relativ spät Mittagessen. Kate behauptete, keinen Hunger zu haben, Castle ließ aber nicht locker und führte sie in eine nahegelegene kleine Trattoria, wo sie Lasagne und Salat aßen und selbst Kate, die im Vorfeld immer wieder behauptet hatte, keinen Hunger zu verspüren, leerte den Teller.

Es war ein eigenartiges Gefühl, mit Rick und Alexis einkaufen zu sein. Das Mädchen differenzierte nicht zwischen ihnen, hängte sich einmal bei ihrem Vater und einmal bei Kate ein, kommentierte jedes Möbelstück und brachte Kate zum Lachen. Als sie nun hier gemeinsam am Tisch saßen, fühlte es sich beinahe an, als wären sie eine Familie. Für Außenstehende sah es vielleicht sogar so aus, als hätte sie Alexis sehr, sehr früh bekommen – nur das rote Haar machte es deutlich, dass sie nicht verwandt sein konnten.

Kate hatte sich für einen locker geschnittenen schwarzen  knielangen Rock entschieden, der einen elastischen Bund hatte und so war es einer der ersten Tage, seit ihr Bäuchlein offensichtlich geworden war, dass sie ein bequemes Kleidungsstück trug, das weder zwickte noch zwackte. Sie hatte den Bund unter die Wölbung geschoben, sich für ein schwarz rotes Shirt entschieden. Das Outfit rundete die schwarze Lederjacke ab, kombiniert mit flachen hohen Stiefeln und einem roten Tuch. Oft hatte Rick sie bisher nicht in einem Rock gesehen, aber es gefiel ihm, ihre langen Beine einmal nicht komplett bedeckt zu sehen.

Nach dem Essen ging es wieder um Möbel.

„Ihr verhaltet euch wie ein altes Ehepaar“, kommentierte Alexis die Diskussion.

Das Gespräch verebbte innerhalb weniger Sekunden und beide starrten sie an.

„Was meinst du?“, fragte Rick.

„Ihr vollendet die Sätze des anderen. Seid bei Kleinigkeiten nicht einer Meinung, Kleinigkeiten, die vollkommen unnötig sind. Ihr müsstet euch sehen!“, sagte Alexis und söhnte. Es war lustig aber zugleich mühsam, da sie Blicke auf sich zogen. Nicht, dass das normalerweise nicht auch passieren würde, immerhin handelte es sich um den berühmten Richard Castle und seine Muse, trotzdem war es schwer für Alexis sich an diese neue Umgebung zu gewöhnen.

Nachdem Teppiche, weitere Regale, eine Couch für den ersten Stock mit dazugehörigem Couchtisch und Fauteuils ausgewählt worden waren, war es draußen bereits dunkel geworden.

„Kommst du noch mit zu uns?“, fragte Rick, als sie wieder in die Stadt hinein führen.

„Nein, ich bin müde und möchte nachhause“, erklärte sie vorsichtig. Sie konnte nicht jetzt schon Tag und Nacht mit ihm verbringen. Kate gestand sich ein, dass sie zu viel für Rick empfand und sich dabei war zu verbrennen – abermals. Die gemeinsame Zeit ließ sie hoffen, dass er ebenso für sie empfand, doch wusste Kate, dass sie nicht in sein Beuteschema passte. Sie war weder kurvenreich noch üppig proportioniert. Und vor allem nicht blond, obwohl Meredith rothaarig gewesen war. Zudem war sie weder an seinem Geld noch der medialen Aufmerksamkeit interessiert.

Am Abend zuvor, nachdem Lanie gegangen war, hatte sie sich immer wieder gesagt, dass sie Freude waren, Partner, Eltern. Sie vertraute ihm ihr Leben immer wieder an. Doch war er weder ihr Verlobter noch ihr Lebensabschnittspartner. Hoffnung wollte, durfte sie sich keine machen. Sie war eine Realistin und sagte sich, dass sie das Beste daraus machen würde für das ungeborene Kind, das sie unter dem Herzen trug. Es ging nun einmal nicht mehr alleine um sie und ihr Leben, ihre Wünsche, Träume und Hoffnungen – es ging um das Kind.

Zuhause packte sie weitere Kartons und genoss die Stille, die sie schließlich durch eine französische Band durchbrach. Zaz. Es war ungewöhnliche Klänge weniger Instrumente, Harmonien, die sie seit langer Zeit nicht mehr gehört hatte.

Bald würde sie sich nach Momenten wie diesem sehnen, zumindest malte sie sich ihre Zukunft auf diese Weise aus.

Kates Wohnung war mit Kartons verstellt. Bettwäsche, Bücher, Andenken, Fotoalben, ihr PC, viele Kisten mit Kleidung und vor allem Schuhen. Erinnerungen. Pölster und Decken. Geschirr.

Schließlich griff Kate nach dem Telefon und wählte die Nummer ihres Vaters. Sie hatte keine Ahnung, wie er es auffassen würde, doch wusste Kate, dass es nicht einfach werden würde. Sie wollte sich mit ihm einen Termin ausmachen, es ihm persönlich sagen. Allerdings wurde sie lediglich mit dem Anrufbeantworter verbunden und noch bevor sie das Freizeichen bekam, legte Kate auf. All die Neuerungen in ihrem Leben waren kein Thema für das Aufnahmegerät.

Dann vibrierte das Handy. Eine Kurznachricht von Castle: „Möbelpacker kommen am Mittwoch. Küche wird am Dienstag aufgebaut. Kompletter Umzug spätestens Samstag.“

Zweimal las Kate die Nachricht. So schnell würde es nun final werden. Ihre Antwort war nicht konkret, sondern beschäftigte sich mit einem anderen, diese Woche stattfindenden Termin: „OK-Dienstag 8 Uhr Ultraschalltermin.“

Dieser Termin stand seit Wochen fest und genauso lang wollte sie ihm das auch schon sagen, doch hatte sie immer wieder versucht, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten. Dieser war einfach nicht gekommen.

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Auch im Loft war man dabei, Kisten zu packen, Sachen auszusortieren. Martha studierte auf Ricks Laptop die Immobilienanzeigen. Sie wollte etwas Eigenes. Eine Option war es, die Wohnung über der Schauspielschule auszubauen, aber auch das würde Geld kosten. Geld, das sie nicht hatte und ihren Sohn wollte sie auf keinen Fall fragen.

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Am Montag wurde ein Fall gemeldet, der für die Polizisten vor Ort wie ein Mord aussah, bereits am selben Abend hatte es sich herausgestellt, dass es ein Selbstmord gewesen war. Und Kate war dankbar. Nun stand ihr Gynäkologen Termin vor der Türe und sie war nervös.

Dazu kam an diesem Tag, dass Kevin und Ryan die ganze Zeit flüsterten, verstummten, sobald sie in Hörweite war. Und als Castle kam, wurde es nicht besser, das Gegenteil war der Fall.

So standen die drei nun in der Kaffeeküche und unterhielten sich über Kates Schwangerschaft.

„Sie muss kürzer treten“, erklärte Esposito. „Es ist einfach zu gefährlich. Sie könnte angeschossen werden.“

„Oder jemand könnte sie zu Boden schlagen“, fügte Ryan hinzu.

Rick erkannte den Punkt, den sie ihn zeigen wollte und wusste, um was es ihnen ging. „Ich kann ihr nicht befehlen, dass sie nur noch am Schreibtisch sitzt. Das geht zu weit. Sie muss diese Entscheidung selbst treffen.“

„Lanie … vielleicht könnte Lanie mit ihr reden?“

Immer wieder merkten die drei, wie Kate sich nach ihnen umdrehte und zu ihnen blickte. Ihre Mimik ließ etwas Verärgerung erkennen, wahrscheinlich ahnte sie, dass etwas im Busch war.

Als Beckett sich das nächste Mal umdrehte, waren alle drei verschwunden. Es nervte sie, nicht zu wissen, was die drei ausheckten. Es verärgerte sie sogar, da sie ahnte, dass es um sie ging. Wenn sie Castle involvierten, dann redeten sie wahrscheinlich über ihre Schwangerschaft und irgendetwas, das damit in Zusammenhang stand. Bis zu diesem Tag hatte sie gedacht, dass Ryan und Esposito die Art von Kollegen waren, die ihr so etwas direkt ins Gesicht sagten.

Inzwischen waren sie bei Lanie angekommen, die sie genervt ansah und ahnte, dass etwas auf sie zukam.

„Du musst mit Kate reden“, eröffnete Kevin und lehnte sich an eine unbenützte Bahre.

Fragend sah sie das Trio an.

„Wie lange möchte sie noch an vorderster Front gegen Verbrecher kämpfen und ihr Baby gefährden?“

„Das müsst ihr sie fragen. Oder vielleicht könnte das der Kindsvater erledigen?“, gab sie zurück.

„Mich? Du glaubst, dass sie auf mich hört? Ich kann die aktuelle Situation nicht überstrapazieren.“

„Situation?“

„Unser Zusammenzug.“

Alle wussten von ihrem Vorhaben und hatten sogar ihre Hilfe angeboten, da sie indirekt glaubten, dass etwas zwischen Kate und Rick ablief bzw. dabei war zu entstehen, auch wenn sie dagegen ankämpften.

„Bald wird sie nicht mehr in ihre Weste passen …“

„Stopp“, sagte Lanie und hob die Hand, um es zu verdeutlichen. „Es ist Kates Entscheidung, wann sie sich an den Schreibtisch zurückzieht und wir alle wissen, dass es ihr niemand vorschreiben kann, der hier anwesend ist. Wenn ihre Ärztin der Ansicht ist, dass es Zeit wird, dann wird sie ihr das sagen. Abgesehen davon ist Kate nicht der Typ Polizistin, der sich hinter einem Schreibtisch verschanzt. Vielleicht ist es Zeit, dass ihr zwei“, und sie deutete auf Kevin und Ryan, „schneller lauft und schießt als Kate.“ Lanie wartete auf die Reaktion der beiden, die sie nur verdutzt ansahen. „Ihr müsst sie schützen. Kate liebt ihren Job, ihre Karriere und sie wird sie nicht so schnell aufgeben.“

„Niemand spricht von aufgeben“, murmelte Rick.

„Nein, aber es fühlt sich für sie wahrscheinlich so an. Also, ihr geht wieder an die Arbeit und nervt jemand anderen. Ich werde das Thema irgendwann anschneiden, aber versprechen kann und will ich nichts.“ Sie öffnete die Türe. „Und es würde euch nicht schlecht tun, wenn ihr mit Kate darüber sprechen würdet.“

Ohne ein weiteres Wort zu sagen, gingen sie mit gesenktem Haupt durch die Türe. Sie ahnten bereits, dass Kate böse sein würde, wenn sie von dem Gespräch mit Lanie erfahren würde. Und sie verstanden es, es war nicht die höfliche Art.

Kate würde lange eine Teflonweste finden, die ihr passte, um genau dieser Diskussion zu entgehen. Und im Endeffekt hatte Lanie Recht gehabt, so lange sie vor Kate am Tatort waren oder schneller liefen, wenn es darum ging, einen Verdächtigen zu verfolgen, war sie sicher.

Als sie das Büro wieder betraten, war Kate bereits gegangen – ihre Tasche war weg, ihr Schreibtisch aufgeräumt. Sie war nachhause gegangen.

„Kate?“, schrieb  Rick ihre als Kurznachricht.

„Castle?“, kam es einige Augenblicke später zurück.

„U @ Home?“

„Am Weg.“

„Wieso?“

„5 Uhr? Kein Fall?“

„Ok.“

„Vergiss den Termin morgen nicht.“

„Auf keinen Fall.“

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Ende Kapitel 20

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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