Swinger Club – Kapitel 3

2013-05-04 08.03.29 - Bearbeitet+++

Kapitel 3 

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Am folgenden Abend war vorgesehen, dass Olivia und Elliot alias Lilly und Michael, den ersten Club aufsuchen würden, immerhin handelte es sich um einen Samstagabend und Wochenenden schienen auch in diesen Lokalen am beliebtesten zu sein. 

Elliots Nervosität ließ sich den ganzen Tag über nicht verheimlichen. Immer wieder hatte er versucht, Olivia aus dem Weg zu gehen, nicht mit ihr in einem Zimmer sein zu müssen und er war glücklich über den Moment, als sie ihnen mitteilte, dass sie sich ins Badezimmer zurückziehen würde, um sich für den Abend vorzubereiten.

Zuvor hatte sie auf Elliot einen gelassenen, beinahe entspannten Eindruck gemacht. Sie war durch das Haus gewandert, hatte ein paar Kleinigkeiten umgestellt.

Doch wie man sich irren konnte! Während der Wind heftig um das Haus wehte, den Sand aufwirbelte, die Möwen schreien ließ, lag Olivia in der großzügigen Badewanne und versuchte, sich zu entspannen, doch schien dies komplizierter zu sein, als es schien. Ja, sie war nervös, sehr sogar. Sie hatte Angst an diesem ersten Abend ihre Freundschaft mit einem unangebrachten Kommentar zu zerstören.

Am Vormittag hatte sie sich zurückgezogen in die Bibliothek und die Unterlagen wiederholt genau studiert. Es schien alles so einfach zu sein. Man zahlte den Eintritt, zog sich um, lernte neue Paare kennen, sucht sich eine Räumlichkeit aus oder das passende „Glory Hole“ – also ein Loch in der Wand zum  Beobachten – und dann sollte man sich von der Stimmung treiben lassen, Sex haben mit dem eigenen oder fremden Partner, seinem Partner eventuell zusehen, wenn er von anderen betört werden würde. Alles schien unkompliziert, bis zu dem Punkt, wenn der Sex ins Spiel kommen würde. Erwartete man dies wirklich von ihnen? Den kompletten Akt? Vielleicht nur ein Vorspiel?

Was sollte sie an diesem ersten Abend tragen? Sie würde nicht allzu viel preisgeben wollen, etwas geheimnisvoll wirken. Auf der anderen Seite wollte sie in der Masse dort nicht auffallen. Immerhin war sie froh, dabei musste sie lächeln, als ihr diese Gedanken durch den Kopf gingen, dass sie kein Mann war und den Zustand der Erregung daher gut verbergen konnte.  Am PC hatte sie sich einige Bilder des Clubs angesehen, hatte rechercheriet, was die Leute dort tragen und welche Möglichkeiten sie hatten. Noch nicht hatten sie diskutiert, wie weit man gehen würde, wie weit man das Risiko in Kauf nimmt, erwischt zu werden, beim reinen Beobachten.

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„Olivia? “, fragte John und wartete auf Olivia in dem Ohrensessel im Schlafzimmer, während sie immer noch im Ankleidezimmer war.  Er hatte sich zuvor angekündigt. Sie gebeten, mit ihr kurz sprechen zu können, bevor sie das Haus verlassen würden und auf sich alleine gestellt waren.

Als sie die Türe hinter sich schloss, trug sie ein dunkelgrünes Kleid, welches sich wie eine zweite Haut an ihren Oberkörper schmiegte und unten in einen schwingenden Rock mündete.

„Über was wolltest du sprechen, John?“, fragte sie etwas nervös, wissend, dass es John war, der ihren Kontakt mit New York möglich machte.

„Sei nicht zu streng mit ihm heute Nacht. Er hast so etwas noch nicht gemacht und er ist …“

„Glaubst du etwa, ich war schon einmal in einem Club wie diesem?“, antwortete sie etwas harsch. Was dachte er über sie? Dachte er wirklich, nur weil sie alleinstehend war, sie deswegen solche Clubs ging?

„Nein, Liv … das meinte ich nicht. Schau,“ sagte er und setzte sich neben sie auf das gemachte Bett, legte einen Arm um ihre Schulter. Er war einer der wenigen Freunde, die sie hatte und sie vertraute ihm, auch wenn er manchmal eigenartige Theorien hatte, die unglaubwürdig schienen. Aber er hatte sie niemals angelogen, war stets auf ihrer Seite gewesen, auch wenn sie mit Elliot stritt. Vielleicht war es der Fakt, dass er ein Bedürfnis hatte, sie zu beschützen.

„Er ist nicht besonders offen, wenn es um Sexualität geht. Und wenn du dabei bist, wird er noch starrköpfiger werden. Elliot wird nicht zulassen, dass andere Männer …“

„Du warst schon einmal in so einem Club, oder?“, konterte sie. Er hatte Recht, Elliot würde den ganzen Auftrag nicht einfach machen, aber das war von Anfang an klar.

„Mit meiner zweiten Frau, wir dachten damals, dass es etwas ändern könnte. Im Endeffekt hat sie dort ihren Zukünftigen kennengelernt. Aber das ist nicht der Punkt. Ihr werdet Sachen sehen, die euch vielleicht nicht ansprechen, andere werden es. Und ihr müsst die Clubbesitzer überzeugen, dürft nicht zurückschrecken, dürft euch nicht anmerken lassen, dass ihr diese Sachen noch nicht gesehen habt, ihr diese nicht mögt, ihr nicht …“

„Ich habe die Files gelesen. Ich weiß …“

„Du hast keine Ahnung Livvie, keine Ahnung! Elliot ist auch nur ein Mann. Andere werden auf dich zukommen, dich fragen, ob du vielleicht  das eine oder andere mit ihnen machen möchtest. Das ist das, was bei Swingerclubs passiert. Elliot würde in die Rolle des Zusehers gedrängt werden. Das kann er nicht. Das ist nicht das, was er ist. Er würde diesen Männern eher mit dem Tod drohen, bevor er es zulässt, dass jemand dich angreift, in eine für ihn nicht akzeptable Art.“

„Was meinst du?“, sie war sich nicht sicher, was John ihr damit sagen wollte, vermutete aber, dass es darum ging, wie Elliot auch mit all ihren Freunden umgegangen war in der Vergangenheit.

„Versuche einfach, es nicht zu weit zu treiben. Gib ihm eine Chance, diesen Abend zu überleben, ohne jemandem an die Kehle zu springen.“ Immer noch etwas verwirrt von seinem Anliegen, blickte sie ihn an. „Er ist auch nur ein Mann Liv, ein Mann der sehr um dein Wohl besorgt ist. Bleib vorerst an seiner Seite. El hat zwar schon einiges gesehen, war aber noch nie in der Mitte des Geschehens. Er war nie mit einer anderen Frau als Kathy zusammen, kennt nur das, was sie ihm anbietet.“

„Zu viel Information“, murmelte Olivia leise vor sich hin. Mittlerweile studierte sie ihre Hände im Schoß, ihre Nagelhaut.

++

Dreimal hatte Elliot seine Tasche wieder ein- und ausgepackt. Dreimal. Immer wieder hatte er die paar Häschen eingepackt und wieder ausgepackt, sie ausgetauscht, dann wieder zur ersten Wahl zurückgegriffen.

„Liv?“, rief er ins Badezimmer, so wie sich immer noch dabei befand, sich schminkte.

„Brauchst du noch lange?“

„Nein, ich bin bereits fertig“, war ihre Antwort und sie schritt zu ihm aufs Bett zu.

„Deine Sachen?“

Sie ging raschen Schrittes ins Ankleidezimmer und nahm einen Stapel hergerichtete Wäsche, keine allzu harten Sachen hatte sie ausgesucht. Eine weiße Korsage, die beinahe durchsichtig war, einen passenden String dazu, außerdem Netzstrümpfe, halterlos. Elliot starrte ihre Auswahl an.

Kein einziges Mal hatte er sie nackt gesehen, einmal in Unterwäsche, als sie ihren Körper an den seinen presste. Einige Überlegungen hatte es sie gekostet, diese Sachen auszuwählen, aber dann hatte sie Johns Worte beherzigt.

+++

Es war ein lauer Abend und Elliot stieg aus dem Jeep, den man ihnen zur Verfügung gestellt hatte. Der zweite Wagen.  Der Club sah von außen beinahe wie ein Wohnhaus aus, ein großes Wohnhaus, vielleicht konnte man es mit einem kleinen Zinshaus mit vier Etagen vergleichen. Er sah auf das Gebäude, auf den Himmel empor bevor er Olivia die Türe öffnete und sie aussteigen ließ. Sie trug das dunkelgrüne Kleid, schwarze hohe Schuhe und Elliot trug die gepackte Sporttasche.

„Bist du dir sicher?“, fragte sie Elliot, als sie merkte, dass er leicht zögerlich reagierte.

„Komm, atme einmal tief ein und dann gehen wir hinein. Es muss so wirken, als wären wir schon einige Male in so einem Club gewesen.“

„Sicher“, versuchte er ihr zuzustimmen, wissend, dass er seine Nervosität kaum verbergen konnte.

Am Eingang wurden sie bereits herzlich von einem älteren Herren empfangen im Frack, der sie nach ihren Ausweisen fragte, diese auf ihr Alter zu kontrollierte und ihnen dann den Eintrittspreis von 60 Dollar abnahm. Er hatte sie auch gefragt, ob sie das erste Mal hier seien und als sie dies bejahten, rief er nach jemandem, der aussah, als würde er in einer englischen Herrschaftsvilla im 19. Jahrhundert ein Dienstbote sein.  Auch sprach er so mit ihnen, eigentümlich.

„Hier finden Sie die Umkleidemöglichkeiten“, erklärte er ihnen und zeigte ihnen einen Raum, der mit rotem Samt ausgekleidet war, hölzerne Bänke standen ihn der Mitte, Spinds außen herum, hölzerne.

„Ziehen Sie sich um und dann erwartet Sie ein Glas Champagner an der Bar“, erläuterte er.  „Dann werde ich ihnen die restlichen Räumlichkeiten zeigen.“

Olivia setzte sich kurz auf die Bank, streifte ihren Rock glatt. Als sie das Kleid zum ersten Mal gesehen hatte, hatte es sie an die Rock‘n’Roll Zeit erinnert, weite schwingende Röcke, enge Oberteile. Figurbetont und doch verbergend.

Elliot den Rücken zukehrend begann sich Olivia zu entkleiden, stieg aus ihren Schuhen heraus, legte die Jacke auf die Bank. Sie bat ihn ihr den Zipp zu öffnen und er tat dies mit zitternden Händen, bevor er aus seiner eigenen Hose stieg und schnell, als das Hemd noch über seine Unterwäsche reichte, aus seinen Boxershort stieg, sie schnell zur Seite legte und dann nach dem Höschen griff, ein schokoladebraunes. Noch nie zuvor hatte er so etwas enges und kleines getragen, aber alle im Schrankraum verstauten Requisiten waren von dieser Art, wenn nicht noch enger, kleiner und mit weniger Stoff ausgestattet und damit meinte er nicht den Elefantenrüssel, dessen einziger Stoff sein bestes Stück verhüllte.

Kurze Zeit wusste er nicht, wie er am besten seine Männlichkeit verstecken sollte, um nichts zu offensichtlich erscheinen zu lassen.

Olivia hingegen hatte den String angezogen und die Korsage angelegt. Was sie nicht bedacht hatte war, dass sie all die Häkchen hinten nicht selbst schließen konnte. Es verunsicherte sie jetzt schon nach seiner Hilfe fragen zu müssen. Zweimal versuchte sie es selbst, bevor Elliot wortlos, stumm, zu ihr trat und ihre Hände über seine legte. Dann erst bemerkte sie, dass jemand den Raum betreten hatte, ein Paar – der Mann ein älterer Herr, um die 60 in etwa, und sie eine junge Asiatin, viel zu dünn, schüchtern aussehend.

„Lass mich das machen Liebling“, sagte er etwas lauter als er es normalerweise gesagt hätte, damit man es mitbekam. Ihre Haut unter seinen Fingern war weich und zugleich warm. Zögerlich nahm sie ihre Hände von ihrem Rücken nach vorne und presste die Spitze an ihren Körper, um ihm die Arbeit etwas zu erleichtern und kurze Zeit später hatte er alle Häkchen geschlossen. Die Korsage verbarg wenig, betonte ihre Rundungen stark und ihre Brüste wurden nicht nur zusammengepresst, sondern hatten auch eine harte Zeit, ihn diesem Käfig versteckt zu bleiben.

Bisher hatte Olivia stets den Eindruck gehabt, dass die Kleidung ihren Maßen entsprach, aber dieses Mal musste sie feststellen, dass es nicht ganz so war. Vielleicht hatte man sich doch etwas verschätzt. Rasch zog sie ihre halterlosen Netzstrümpfe an und fühlte die ganze Zeit hindurch Elliots Augen auf ihrem Körper, nicht dass sie es ihm verdenken konnte, sie fühlte sich nackt und wahrscheinlich hatte er schon erkannt, dass dieser Undercover-Einsatz ein wenig anders war als all das, was sie bisher erlebt hatten.

Als sie sich aufrichtete und nun in ihrem ganzen Glanz vor ihr stand, lächelte Elliot sie an. Die zwei anderen in der Umkleidekabine hatten eine heiße Diskussion in schlechtem Englisch über die Wünsche, die der Mann an seine Frau richtete. Kurze Zeit hatten sie zugehört, aber dann war es ihnen zu absurd geworden.

Elliot griff nach Livs Hand als sie die Türe durchschritten und sich auf den Weg zur Bar machten. Das Glas Champagner konnten sie nun gut gebrauchen. Etwas zum Locker-werden.

Wie fast alles andere auch, war die Bar in altenglischem Stil gehalten. An der Bar saßen einige Paare, einzelne Männer und Frauen, die sich unterhielten, mit dem Barkeeper plauderten oder einfach das Publikum studierten.

Der Butler reichte ihnen freundlich ein Glas und forderte sie auf, sich bereits zu machen, für den Rundgang.

„Wenn Sie mit mir kommen wollen“, bat er sie und ging voraus. „Einige kleine Grundregeln, die Ihnen sicherlich bekannt sind. Nein bedeutet dies auch, Sexualkontakte mit Fremden nur mit Kondom, diese finden Sie in jedem Zimmer. Wenn sie Spielzeug benutzt haben, vaginal oder anal, kommen diese in die schwarze Box, in jedem Zimmer gibt es eine. Sie dürfen zusehen, wenn die Türe offen ist, natürlich wenn Glory Holes vorhanden sind. Sich einfach einmischen ist untersagt. Sind Sie mit etwas nicht zufrieden, dann melden sie es bei mir oder dem Barkeeper.“

„Das ist uns alles bekannt“, erklärte Elliot und fühlte sich wohler, als Olivias Hand wieder in der seinen war, er konnte etwas umklammern und wusste. War sie genau so nervös wie er?

„Dieses Zimmer wird „Dunkle Kammer“ genannt. Wie sie sehen können, ist dies mit diversen SM Spielmöglichkeiten ausgestattet. Die Streckbank kann ich ihnen nur empfehlen oder diesen Hocker, zum Auspeitschen gut geeignet.“  Als er sie aufklärte, konnten sie erkennen, wie in einer Ecke eine Frau an ein Kreuz gebunden war und währenddessen ein Mann gerade diverse Spiele mit ihren Brüsten anstellte. „Wenn Sie weiterkommen wollen.“

Der Gang schien endlos lang zu sein, aus manch einer geschlossenen Türe hörte man lustvolles Stöhnen, dezente Schreie und manch einen Namen. Einige Male musste Liv lächeln, sie hatte gemerkt, wie unwohl sich Elliot fühlte, Leute zu beobachten. Sie hingegen fühlte sich von manch einem paar sexuell erregt.

„Hier haben sie einige Wasserbettzimmer, die Sauna, zwei Gummizellen.“ Er blieb stehen und öffnete eine Türe. „Dieser Raum ist ein sehr beliebter, das Ärztezimmer. Sehen sie den gynäkologischen Stuhl.“ Die restlichen Räume hatten alle ein bestimmtes Motiv, z.B. Orient – dann waren die Wände mit Zeltplanen dekoriert und Sterne an den Himmel gemalt; ein anderes sollte den Dschungel darstellen. Dann gab es einige mit großen Badewannen, einem Whirlpool, speziellen Duschen und Sachen, die Elliot noch nie und Liv sehr wohl gesehen hatten.

Das Glas Champagner hatte Elliot rasch getrunken, vielleicht etwas zu schnell. Das letzte Zimmer, das ihnen gezeigt wurde, war das Orgien-Zimmer. Der Boden bestand aus Matratzen und einige Paar waren bereits dabei, sich gegenseitig zu befriedigen, Lust zu finden.

Ohne Fragen zu stellen wurden sie wieder in den Barbereich zurückgeführt, wo ihnen weiterer Champagner angeboten wurde. Sie wussten beide, dass sie sich unters Volk mischen sollten, um nicht aufzufallen.

Elliot musterte einige Paare, meistens waren die Männer etwas älter als die Frauen, fast alle über 40 Jahre alt. Teilweise übergewichtig und sicherlich nur daran interessiert, ihren Frauen beim Fremdgehen zu beobachten, weil sie daran Gefallen fanden. Auf der anderen Seite Frauen, oftmals sehr attraktiv – in seinen Augen konnte allerdings niemand Olivia erreichen. Gar nicht übertrumpfen.

Doch die Idee, dass einer dieser teilweise unsympathischen Männer „seine Frau“ berührt, ließ ihn schaudern.

„Wir sollten eine Runde drehen, uns einen Raum aussuchen.“

„Orgien Zimmer?“ , fragte Olivia.

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Ende Kapitel 3

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Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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