Kiss me – Apologetic Kiss

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetA/N: Ich weiß, es passt nicht ganz in Staffel 2, aber was solls 😉 
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Apologetic Kiss / Entschuldigender Kuss
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Kate legte das schwarze Notizbuch an dem Sonntagabend zur Seite und fragte sich, nachdem sie es durchgeblättert und alte Einträge gelesen hatte, wieso sie immer wieder in den Perspektiven sprang. Wieso sie immer wieder von sich selbst in der 3. Person sprach – distanziert, als wäre es jemand anderer, der über sie schrieb – dann wechselte sie wieder im nächsten Eintrag in die Ich-Form, emotional, gefühlsbetont. Und dann waren sie wieder Jameson und Nikki – fern jeglicher Realität. Ein Eintrag schilderte einen Traum, der andere eine Phantasie, der nächste eine reale Situation.Die Mehrheit der Einträge war allerdings in der Ich-Perspektive formuliert. Es gab aber kein Muster, das sich erkennen ließ. Ihre Stirn legte sich in Falten, sie versuchte herauszufinden, versuchte die Logik, das Muster zu erkennen, genauso wie sie versuchte das System eines Serienmörders zu entdecken.

Nach einer guten halben Stunde nahm sie den Bleistift in die Hand, der am Couchtisch lag, setzte sich aufrecht hin, stellte die Füße, nachdem sie ihre Sneakers abgestreift hatte, auf den Tisch. Lange überlegte sie, doch im Grunde konnte sie nur vom heutigen Tag berichten, sie musste es aufschreiben, um es aus ihrem Gedächtnis verbannen zu können – immerhin war sie ganz kurz davor gewesen, ihn zu verlieren.

Ich hatte den Jungs noch gesagt, dass sie ihm klarmachen sollen, dass er im Auto sitzen bleibe müsse, zu seiner eigenen Sicherheit, doch wir alle wissen ja, wie gut das bei Castle funktioniert. Wie oft hörte er auf einen von uns? Nie. Nicht wenn es darum ging, im Auto sitzen zu bleiben, das war stets sein Problem gewesen – das Befolgen von Befehlen. Es war eine hoffnungslose Angelegenheit. Zudem war er heute den gesamten Tag besonders charmant gewesen. Vielleicht weil es ein Sonntag war, an dem sie angerufen hatte; Alexis mit Martha über das Wochenende nach Montreal geflogen waren, um eine Freundin zu besuchen oder weil er auf diesem Wege einem Termin mit Paula entging. 

Ich bat ihm dreimal danach noch im Auto zu bleiben oder wenigstens außerhalb der Fabrikhalle. Doch Rick beteuerte, wie immer, dass er sich das Risiko bewusst wäre, er ja seine Weste trage und so und so nichts passieren würde. Nie und nimmer – waren seine Worte. 

Wir waren auf jeden Fall auf der Suche nach Giorgio Franco, unserer Überzeugung nach der Mörder zweier Frauen. Das Problem war, dass Franco sicherlich bewaffnet war, aggressiv und wütend. Sein erstes Opfer war seine baldige Exfrau Mathilda gewesen, das zweit die Frau, die Mathilda dazu gebracht hatte, die Scheidung einzureichen – Francos Cousine. Beide hatte er erschossen mit jeweils sieben Kugeln und dann mit dem Messer bearbeitet. 

„Bleiben Sie wenigstens hinter mir“, sagte ich zu ihm und brav folgte er mir, wie mein Schatten. Esposito und Ryan wollten die Halle von der Rückseite betreten. 

Plötzlich Kugelhagel von zwei Seiten. 

Mir blieb kaum Zeit, in Deckung zu gehen. Ich blickte auf Castle und warf mit mich auf ihn, riss ihn mit mir zu Boden. 

Etliche Kugeln flogen über unsere Köpfe hinweg, durchlöcherten Holzpaletten und Mauern. Das Echo war unerträglich. Wahrscheinlich schoss er mit einem Maschinengewehr um sich. 

Und dann entdeckte ich Blut an uns, alles um mich war vergessen. Einer von uns beiden war getroffen worden. Ohne weiter nachzudenken, zog ich uns in einen sicheren Winkel, so sicher, dass man uns hier nicht so leicht finden würde, zumindest keine Kugel. 

Ich musste Rick ziehen und das machte mich bereits stutzig, doch all meine Konzentration verbrauchte ich auf unsere Rettung. 

In der Nische angekommen, beugte ich mich über ihn. Eine Kugel steckte in der Brust seiner Schutzweste, eine im Bauchbereich. Wahrscheinlich war er deswegen unwichtig. Aber immerhin kein Blut. 

Esposito schrie plötzlich, dass sie ihn gefasst hätten. Ich konterte, dass ich eine Rettung brauchen würde, dachte nicht daran, selbst den Anruf zu tätigen. Wieso? Das kann ich mir jetzt, später nicht erklären. 

In Folge nahm ich ihm die Weste ab indem ich die Reißverschlüsse öffnete und riss das hellrosa Hemd auf, über dessen Farbe sich Esposito am Morgen lustig gemacht hatte. Knöpfe flogen wild durch die Gegend. In alle Richtungen. Auf seiner Brust begann sich ein großer blauer Fleck zu bilden, ebenso oberhalb seines Nabels. Dann entdeckte ich am Oberarm Blut, nicht so viel, wie ich in Erinnerung hatte, aber immerhin Blut. 

Vorsichtig zog ich ihn hoch, sodass sein Oberkörper erhöht lag und sein Kopf an meine Brust gelehnt. An das grobe Material meiner Schutzweste. Bedacht löste ich sie ab, schob sie zur Seite. Seine Schulter berührte mich und er fühlte sich warm an. Gott sei Dank. 

Ein Streifschuss, es war lediglich ein Streifschuss am Oberarm. Nichts Dramatisches. Nichts, an dem er verbluten könnte. 

Vorsichtig tastete ich ihn nach weiteren Wunden mit meiner freien Hand ab. Nichts. 

Trotzdem machte ich mir Sorgen, er hatte seine Augen immer noch nicht geöffnet, doch war die Atmung ruhig und streifte meine Wange als ich mich zu ihm hinabbeugte. 

Gott, wie gut er roch! Immer wieder irritierte mich sein Geruch, auch an Tatorten, im Auto … 

Und meine nächste Handlung verwirrt mich jetzt, da ich dies aufschreibe. Ich beugte mich abermals zu ihm hinab und berührte mit meinen Lippen kurz die seinen. Kurz. Doch verharrte ich einen Moment auf ihnen, als ich ihre Weichheit spürte. Einen Augenblick. Dann schmiegte ich für eine Sekunde meine Wange an die seine und war dankbar, dankbar, dass es nur ein Streifschuss war.

Immer noch waren seine Augen geschlossen, doch vernahm ich draußen schon die Sirenen der Ambulanz. 

„Es tut mir leid, Castle, wirklich …“, murmelte ich immer wieder als ich an seiner Seite ins Spital fuhr. Inzwischen war er aufgewacht, hatte Schmerzen und strahlte bis über beide Ohren. 

„Bei den Ermittlungen angeschossen!“, erklärte er stolz, allerdings leise und jeder Atemzug erfüllte ihn offenbar mit Schmerzen. „Patterson wird so eifersüchtig sein.“ 

Hatte ich einen Moment Angst gehabt, dass er sich an meinen kurzen Aussetzer erinnern konnte, so überzeugte er mich rausch vom Gegenteil, es ging ihm lediglich um den Streifschuss und die Schutzweste, in der zwei Kugeln steckten. 

So unterschiedlich kann Wahrnehmung sein. Ich fühle immer noch die Weichheit seiner Lippen, wenn ich daran denke. 

Und so saß Kate auf der Couch, fuhr mit dem rechten Zeigefinger ihre Lippen nach, die Castles berührt hatten. Ihre Augen waren geschlossen.

Sie schüttelte den Kopf. Nie wieder durfte sie sich so vergessen, sich von ihren Gefühlen leiten lassen.

Nein, nie wieder!

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Ende

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Next: Quick Kiss

 

 

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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