Kiss me – First Kiss

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetA/N: Mein Beitrag zu dem Projekt „Kiss me“ – in diesem Fall wird es eine Mischung aus ONS, die dann im Endeffekt doch eine gesamte Geschichte ergeben, aber auch getrennt voneinander gelesen werden können – zumindest ist das vorerst einmal der Plan. Ich weiß nicht, wie gut ich meine Ziele verfolgen kann. Ein Muss: 5-10 Küsse, also werden es dann in etwa auch so viele Kapitel werden, eher mehr als weniger.  Vorgabe: http://forum.fanfiktion.de/t/23706/1 

Gesamtes Rating: P16 (wobei nicht alle dieses Rating erreichen werden, wie Kapitel 1) 

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KISS ME
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First Kiss 
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Vertieft in ihre eigene Welt saß Kate mit ihrer Zahnspange und ihrem Zopf unter einem Baum ihrer High School und las – das was sie jeden Tag tat, wenn sie nicht mit den anderen in der Kantine sitzen wollte. Ihr mitgebrachtes Essen konnte sie auch hier genießen, zugleich etwas an der frischen Luft Zeit verbringen – sofern man das in New York konnte – und den Cheerleadern, wie auch den anderen perfekt zuscheinenden Menschen aus dem Weg gehen.  

Mit vierzehn Jahren gehörte sie zu den Nerds. Sie legte keinen besonderen Wert auf ihre Kleidung, da es so und so nichts zur Sache tat, was sie trug – sie sah nicht aus wie ein Mädchen, abgesehen von ihremlangen Haar, gab es keinerlei weibliche Attribute an ihr. 

Manchmal, wenn sie so unter dem Baum saß und in ihren Lieblingsbüchern schwelgte, dann träumt sie davon, eine erwachsene Frau zu sein, einen Körper wie ihre Mutter zu haben und sich mit Männern zu umgeben, wie sie in ihren Büchern vorkamen. 

Im Moment las sie zum elften Mal „The Death of a Prom Queen“ und konnte es beinahe auswendig, doch das störte sie keineswegs, denn jedes Mal versank sie tiefer in Richard Castles Worten. Cassie Evans war nur wenige Jahre älter als sie, doch war sie groß, schlank und sehr feminin, wenn man seinen Worten Glauben schenken konnte. Genau das, was Kate sein wollte. Oftmals beneidete sie die Mädchen um ihre weiblichen Rundungen. Ihre Hüften. Ihren Busen. 

Immer wieder hatte ihre Mutter ihr erklärt, dass sich Mädchen unterschiedlich schnell entwickeln würden und sie selbst ein Spätzünder gewesen wäre. Im Endeffekt tröstete sie Kate immer wieder, wenn sie deprimiert und frustriert nach dem Sport, nach dem alle duschen mussten, nachhause kam. 

Vollkommen aus ihren Gedanken wurde Kate gerissen, als sich plötzlich ein Junge neben sie setzte – blonde Locken, strahlend blaue Augen und eine Zahnspange, die sich nicht verbergen ließ. 

„Bist du Kate?“, fragte er sie und man hörte einen leisen Sprachfehler.

„Hm …“, stimmte sie zu und versuchte wieder in ihr Buch zu schauen.

„Ich bin Paddy, ich sitze eine Reihe hinter dir in Algebra I und Weltgeschichte.“ 

„Okay“, sagte sie leise und wäre am liebsten in ihr Buch hineingekrochen. Noch nie hatte sich ein Junge zu ihr gesetzt, nicht freiwillig. 

„Möchtest du mit mir nach der Schule auf ein Eis gehen?“

Diese Worte bewegten Kate dazu, ihren Kopf zu heben und ihn anzulächeln – mit dem sie ihre Zahnspange offenbarte.

„Paddy, sagtest du?“, fragte sie vorsichtig, unsicher wie sie vorgehen sollte. Kurz überlegte Kate, wer aller mit ihr Algebra I und Geschichte besuchte, meist war sie nämlich so sehr in ihre eigene Welt vertieft, dass sie die Menschen um sich herum nicht wahrnahm. Oder nicht wahrnehmen wollte. Und dann erinnerte sie sich an den Knaben, der ihr schon einmal einen Radiergummi geborgt hatte und in Mathematik zu den besten Schülern zählte. 

„Wie lange hast du noch Unterricht?“, fragte er schüchtern und saß neben ihr im Gras. 

„Ich habe noch eine Doppelstunde Russisch“, antwortete Kate zögerlich und blickte auf seine grazilen Finger. An diesem Tag trug Paddy ein blaues T-Shirt auf dem das Gesicht von Teslar in weiß aufgedruckt war. Es sah so aus, als hätten seine älteren Brüder es bereits getragen. Die kurzen Jeans waren ausgefranst und wahrscheinlich abgeschnitten worden, die Sneakers waren neu und schwarz, hatten einen roten Feuerpfeil auf der Seite. 

„Das trifft sich, ich bin noch zwei Stunden im Biologie-Labor“

Um vier Uhr stand Kate nervös wieder an ihrem Baum, hatte ihren Rucksack zwischen ihren Beinen und starrte ihre Sportschuhe an, die sie mit ihrer Mutter vor einem Monat gekauft hatte. Sie waren hellblau. Ihre Mom hatte noch Witze gemacht, dass sie sich doch für mädchenhaftere Schuhe entscheiden solle, aber sie hatte auf diese bestanden und ihr versucht verständlich zu machen, dass diese Schuhe genau das waren, was sie wollte. So hatte sie dafür bezahlt. 

Es war bereits fünf Minuten nach vier Uhr und Paddy war immer noch nicht da. Zweimal hatte Kate bereits auf ihre Armbanduhr geblickt und sich gefragt, ob alles vielleicht nur ein Spaß gewesen war, den er sich erlaubt hatte. Doch da tauchte sein blonder Lockenschopf auf. Seinen Rucksack trug er lediglich cool auf einer Schulter, sein Haar war total durcheinander und sein T-Shirt wies nun zwei Flecken auf. 

„Es tut mir Leid, im Labor gab es einige Probleme“, kommentierte er und zeigte auf die dunklen Kreise auf dem Shirt. 

„Probleme?“, fragte sie mit einem Lachen auf den Lippen.

„Frösche, Stevie O’Neill und das Skalpell.“

Stevie O’Neill war ein Obermacho, der gerne damit angab, wie gut er überall war, doch in Wahrheit war er ein etwas dümmlicher Miesepeter, der mit dem Erfolg andere Mitschüler nicht umgehen konnte. Da er Ringer war, jetzt bereits über 180cm groß und ein Muskelpaket, hatte jedermann Angst vor ihm und war ihm hörig.

„Was hast du gemacht, dass Stevie …“

„Auf alle Fälle nicht seine Arbeit und das hat ihn etwas wütend gemacht … auf alle Fälle lebt sein Frosch noch … denn er kann ja kein Blut sehen“, erklärte er mit einem frechen Grinsen. „Danach hat er sich mit seiner Füllfeder ausgetobt, bis ihn Prof. Rosenstein zum Direktor gebracht hat. Ermahnung Nummer 3.“ 

„Oh, Nummer 3“, wiederholte Kate und beide lachten, gingen langsam zusammen in Richtung Central Park, wo man das beste Eis bekam. 

Die erste Ermahnung brachte einem eine Sozialarbeit ein, die der Direktor aussuchen konnte, bei der zweiten wurden die Eltern vorgeladen und es wurden zwei soziale Projekte ausgewählt – das begann beim Ausmahlen von Wänden und ging bis zum Waschen der Sportler-Trikots. Da jeder wusste, dass Sportler sehr heikel waren, war dies eine Tätigkeit, die man nicht unbedingt zugeteilt bekommen wollte, da man sonst beschuldigt wurde, den Misserfolg eines Matches herbeigeführt zu haben. Und bei Nummer drei, tja, da stand dann ein Schulverweis von zwei Wochen an der Tagesordnung. 

Einen großen Dank an die Privatschulen, die stets ihre eigenen Gesetze schreiben durften und diese unterschrieb schließlich jeder Elternteil bei Eintritt des Kindes in die Schule. 

Kate hatte noch nie eine Ermahnung bekommen, sie fiel auch nie irgendjemandem auf und das war auch ihr Ziel. Paddy gehörte auch nicht zu den Typen, die diese sammelten. 

„Ich würde gerne zur Gelateria d’Italiana gehen, sie haben meiner Ansicht nach das beste Limonen Eis.“

„Jemand mit Geschmack“, rutschte es Kate unbedacht heraus.

Die Unterhaltung zum Park war geprägt von Anekdoten aus dem Unterricht und Erfahrungen, die sie mit anderen Schülern und mit Stevie gemacht hatten. Sie lachten viel und es schien, als schienen sie sich schon ewig kennen. In Wahrheit hatten sie vor dem heutigen Tag kaum ein Wort mitsammen gewechselt. 

„Limone und Birne“, sagte Kate, als sie beim Eisgeschäft standen und Paddy sie aufgefordert hatte, sich zwei Sorten auszusuchen. Nachdem auch er seine Wahl getätigt hatte – Limone und Melone – setzten sie sich in den Halbschatten unter einen Baum im Park und schleckten ihr Eis. 

„Du bist neu in der Schule, oder?“ 

„Ja, mein Dad und ich sind erst dieses Jahr in die Stadt gezogen.“

„Deine Mutter?“

„Sie lebt in Los Angeles mit ihrem neuen Mann.“ Seine Antwort wirkte keinesfalls bedrückt, eher wertfrei. „Und deine Eltern?“ 

„Oh, beide in New York und meist glücklich verheiratet.“ 

Beide lachten abermals. 

Nachdem sie das Eis gegessen und noch einige Zeit geplaudert hatten, brachte Paddy Kate nachhause. Einen so schönen Nachmittag wie diesen hatte sie schon lange nicht mehr gehabt.

Als sie vor dem Haus standen, in dem Kate mit ihren Eltern wohnte, griff der Junge unbeholfen nach Kates Hand. „Treffen wir uns morgen wieder unter dem Baum in der Mittagspause?“ 

„Gerne“, stimmte sie zu und starrte auf die Finger, die ineinander verschlungen waren. Es war das erste Mal, dass ein Junge sie berührte, ihre Hand hielt. 

Kate wollte sich schon umdrehen und weggehen, als Paddy abermals nach ihr griff, sich vorsichtig und unsicher zu ihr hinabbeugte, immerhin war sie sicherlich zehn Zentimeter kleiner als er und küsste sie auf den Mund. 

Unsicher und doch sich zu ihm hingezogen fühlend, schloss sie die Augen und presste ihre Lippen, vollkommen unschuldig, gegen die seinen. 

Es war Kates erster Kuss. Ihr aller erster.

„Und wie geht es weiter?“, fragte Rick vorsichtig und hielt das letzte bedruckte Blatt Papier in die Höhe.

„Wie soll es weitergehen?“, fragte Kate zögerlich und hielt ihre Tasse Kaffee in der Hand.

„Wie ging es mit Paddy und Ihnen weiter?“

„Oh … sein Vater und er zogen im selben Sommer noch nach Boston, weil er dort ein neues Jobangebot bekommen hat.“

„Kein Liebeskummer? Nichts?“

„Ich glaube nicht, dass es Sie etwas angeht, Castle. Aber wir blieben Freunde. Wenn Paddy heute nach New York kommt, ruft er ab und zu einmal an.“

Wäre er an diesem regnerischen Sonntagnachmittag nicht mit einer neuen verrückten Idee zu ihr in die Wohnung gekommen, hätte sie sich dann nicht das heiße Wasser über die Hand gelehrt, wäre er niemals zu dem Ausdruck bekommen. Anfänglich hatte sie sich geniert und hatte nicht zugeben wollen, dass diese Seiten aus ihrer Feder stammten, aber da er sie in Händen hielt und sie sich nicht mehr wehren konnte, hatte sie sie ihn lesen lassen.

„Wieso haben Sie das geschrieben?“, fragte er schließlich neugierig, wie er nun einmal war.

Sie trat von einem Bein auf das andere, blickte sich im Raum um. „Wenn ich schreibe, irgendetwas schreibe, dann kann ich manchmal danach einfach wieder klar denken. Dann kann ich mich nachher wieder mit dem Mord, an dem wir arbeiten, beschäftigen.“

Castle nickte. Er kannte Kate nun zwei Jahre und hatte bisher immer den Eindruck gehabt, dass er sie allmählich durchschaute sie. Wenn sie sich ablenken wollte, machte sie zuhause Yoga oder Pilates, ging Kickboxen. Oder Laufen. Sie trank gerne ein gutes Glas Rotwein, um zu entspannen und sie mochte violett gerne, aber ob es ihre Lieblingsfarbe war, das wusste er nicht. Aber das Schreiben, das fiel eigentlich nicht in den Raster, den er sich von Beckett gezeichnet hatte.

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Ende First Kiss

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A/N: Ich lasse sie sonst nie per „Sie“ sein, aber in diesem Fall ist es eindeutiger und grenzt die zeitlichen Unterschiede noch deutlicher ab. 

Nächstes Kapitel: „Hot Kiss“

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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