Kiss me – Hot Kiss

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - Bearbeitet+#+#+#

Hot Kiss

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Sie fragte sich nun seit Tagen, wie leichtfertig es gewesen war, Castle den Ausdruck lesen zu lassen. Immer wieder hatte sie das Gefühl, dass er sie nun mit anderen Augen ansah, jeden Satz, den sie in einen Bericht in seiner Anwesenheit schrieb, dreimal las. Es war ein Fehler gewesen. Vielleicht. Wahrscheinlich. Sicher sogar.

Wenn Kate spätabends nachhause kam und keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte, zu müde für ein Bad war, dann schrieb sie.

Sie hatte bei den Habseligkeiten ihrer Mutter Notizbücher gefunden, Notizbücher, die sie damals schon erahnen ließen, dass Johanna ähnliche Strategien entwickelt hatte, doch bei ihr war es nie etwas Romantisches gewesen, nein, es waren Science Fiction Kurzgeschichten oder Episoden, die aus einem James Bond Film stammen könnten. Und danach hatte sie zu schreiben begonnen, um sich abzulenken, den Kopf freizubekommen. Sie wusste, dass es keine Texte waren, die sie jemals jemandem zum Lesen geben würde, daher verstand sie nicht, wieso sie es mit dem Bestsellerautor Richard Castle soweit hatte kommen lassen.

Nun saß sie auf ihrer Couch in ihrem kleinen Apartment und griff nach dem schwarzen Notizbuch im Großformat – ihre Handschrift war zu groß für kleinere Varianten – und blickte auf die ersten Seiten, die sie beschrieben hatte.

Kate erinnerte sich noch daran, wie sie zuhause gesessen hatte, immer noch den roten BH trug, der unter der Stickjacke hervorgeblitzt war, als sie Castle aus den Fängen der russischen Mafia gerettet hatte. Und da sie an nichts anderes, als seinen Blick denken konnte, den er ihr geschenkt hatte, als sie ihm zur Hilfe kam, seine Frage, ob sie sich umgezogen habe. Damals hatte sie diese Zeilen geschrieben. Zeilen, die sie erröten ließen, wenn sie sie nun las. Sie waren abstrus. An den Haaren herbeigezogen. Phantasien? Wünsche? Träume? Wann war sie ihm so heftig verfallen?

„Sie können sich am Revier nicht so verhalten“, fauchte sie ihn an, als sie gemeinsam in ihren alten Crown Victoria stiegen, über den sie sich jeden einzelnen Tag lustig machte. 

„Beckett … es tut mir Leid, dass ich Sie …“ 

Abermals war sein Verhalten in der Zuhörerbox des Verhörraums nicht entsprechend gewesen, immer wieder hatte er laut Kommentare abgegeben, gegrölt und schließlich gejubelt wie ein kleines Kind, als sich seine Meinung zum Verdächtigen – dass er nämlich unschuldig war- bestätigte. 

An diesem Tag hatte sich Kate für schwarze Jeans entschieden, die ihre Rundungen noch besser betonten als sonst und sie wusste, dass seine Augen stets auf ihr Hinterteil fixiert waren, wenn sie vor ihm in ihren High-Heels ging. Wenn sie diese rote Bluse trug, die mit den besonders gut gewählten Abnähern, die ihre Taille und zugleich ihre Brust betonte, irritierte ihn sobald er ihr gegenüber stand. Es gefiel ihr, wie sehr sie ihn aus der Fassung bringen, wie sehr sie seine Blicke auf sich ziehen konnte. 

Nun war sie dabei, ihn nachhause zu bringen, wie sie es so oft tat, wenn sie zur selben Uhrzeit das Revier verlassen konnten, was nicht allzu häufig vorkam, da sich der Bestsellerautor gerne aus dem Papierkram heraushielt. 

„Beckett, lassen Sie mich Sie noch auf ein Glas einladen. Zwei Straßen von mir entfernt, ist ein nettes Lokal.“

„Castle“, sagte sie genervt, doch dann blickte sie von der Straße kurz ab und in seine großen blauen Augen, Augen, denen man nicht lange böse sein konnte, nicht einmal wenn er es verdient hatte. Heute hatte er sich unmöglich verhalten und sie war genervt, aber wenn sie jetzt nachhause käme, würde sie keinen Schlaf finden, dafür war es noch zu früh und sie zu aufgedreht. 

„Aber nur einen Drink“, stimmte sie ein und parkte ihren Wagen unweit von seinem Haus in einer freien Parklücke. 

Es war ein warmer Spätherbstabend und eine leichte Brise blies durch die Gassen New Yorks, erfrischend kühl, nach den heißen Sommertagen, die sie gehabt haben, trotzdem konnte man die Jacke noch offen tragen. Der erste Schnee würde sie bald heimsuchen und obwohl Kate den Winter und die frische Luft, die sie mit Schnee verband, mochte, erschwerte es das Leben in der Großstadt ungemein. 

„Kommen Sie“, erklärte er und ging voran, drehte sich um und wartete auf sie. 

Rick stand dort in seinen dunkelblauen Jeans, dem braunen Gürtle und dem dazu passenden dunklen Hemd, als wäre es das Natürlichste für ihn, auf sie zu warten. Oder besser gesagt, als wäre es das Normalste, dass sie ihm hinterherlief. 

„Ich bin ja schon da“, sagte sie, strich sich das Haar hinter die Ohren und war endlich auf einer Höhe mit ihm angekommen. Sie fühlte die leichte Nervosität in sich aufsteigen. Solche abendliche Vergnügungen wusste sie normalerweise zu verhindern bzw. ihnen zu entgehen. Alle heiligen Zeiten einmal ging sie mit Kevin und Esposito nach einem Fall etwas trinken, ein Bier, mehr aber nicht. 

Zwei Gassen weiter standen sie nun vor einem Club und keinem Pub, wie sie es erwartet hatte. „The Ring“.

„Das ist ja wohl nicht Ihr Ernst?“, sagte Kate und blickte ihn mit ihren großen grünbraunen Augen an. Sie musterte ihn und das Lokal von außen. 

„Kommen Sie schon, ich kenne den Besitzer.“

Der Besitzer begrüßte Castle schon an der Türe, umarmte ihn herzlich und auch über Kate erging dieselbe Zurschaustellung von Emotionen.

„Kommt, ich habe den passenden Tisch für euch“, sagte der Mann, der sich als George vorgestellt hatte, und führte sie in den hinteren Bereich. Der Raum war erfüllt von nicht allzu lauter Jazz-Music, die nur in der Lounge gespielt wurde. „Dasselbe wie immer?“, fragte George noch, bevor er sich hinter die Bar stellte.

„Danke, George. Kate, was wollen Sie?“

Beckett sah sich kurz um, versuchte einen Eindruck zu bekommen, was man hier bestellte und entschied sich gegen Wodka und Bier, nachdem sie bemerkte, dass George dabei war, Rick Scotch einzuschenken, und für ein Campari-Soda. Bitter, nicht zu viel Alkohol und irgendwie erinnerte sie das Getränk an den Sommer. 

Castle musterte sie, als George ihr das Getränk reichte. Damit hatte er scheinbar nicht gerechnet, dass sie sich etwas so Feminines bestellen würde. 

George setzte sich zu ihnen und so mussten Castle und Beckett etwas enger zusammenrutschen. Ricks herbes Parfüm stieg ihr in die Nase und ließ sie kurz ihre Augen schließen, noch tiefer einatmen. Wieso hatte sie sich bloß auf all das eingelassen? 

„Wie geht es Alexis?“, fragte George und trank von seinem mexikanischen Bier.

„Wunderbar, du weißt ja, wie sie ist. Immer perfekt.“ 

„Gut zu hören. Und Sie Miss, wie stehen Sie zu unserem Schriftsteller?“, der sarkastische Unterton war unüberhörbar. 

Detective Beckett arbeitet am 12. Revier. Ich darf sie beobachten …“

„Sie sind Nikkie Heat!“, stellte der Clubbesitzer begeistert fest. „Genauso habe ich sie mir vorgestellt. Sexy. Du hast sie gut getroffen, Ricky.“ 

Georges direkte Art und Weise mochte Kate nicht. Sie mochte Menschen, die immer gleich sagten, was sie dachten, ohne auf ihr Umfeld zu achten, so und so nicht – beruflich war es ihr recht, brachte oftmals schnell Geständnisse mit sich, privat verabscheute sie es. Und nun war sie nicht mehr im Dienst. 

Kurz unterhielten sich George und Castle über ein Pokerspiel, das vor einiger Zeit stattgefunden hatte und brachte schließlich eine weitere Runde Getränke, bevor er sich entschuldigte, da er sich um einige Angelegenheiten im Lokal kümmern musste. 

„Sie mögen George nicht“, kommentierte Castle und lehnte sich zurück, sodass Kate sich 90 Grad drehen musste, um ihm beim Sprechen sehen zu können. 

„Nein, da haben Sie recht“, sagte sie und lächelte. „Ich schätze solche Menschen wahrhaftig nicht besonders.“ Kate trank einen Schluck und ein Tropfen lief das Glas hinab, als sie es zu den Lippen führte, tropfte auf ihre Bluse. Plötzlich spürte sie Ricks Finger an ihrer Bluse und bevor sie etwas sagen konnte, hatte er in der Hand eine Serviette und tupfte den nassen Fleck ab. Kate erstarrte, rastete seine Hand doch an ihrer Brust. 

Rick blickte sie mit seinen unglaublich blauen Augen an, ein tiefes Blau, wie der Ozean so blau. Becketts Blick wanderte von seinen Fingern über seinen Arm hinauf zu seinem Mund, der solch weiche Lippen aufwies und blieb bei seinen Augen hängen, konnte sich nicht mehr von ihm lösen. 

Sie spürte, wie seine Hand von ihrem Körper wich, doch konnte sie ihren Blick nicht abwenden. 

„Lass uns tanzen gehen“, sagte er leise, Ricks Stimme war tiefer als sonst, ruhiger. Und ohne auf ihre Antwort zu warten, griff er nach ihrer Hand, zog sie in eine stehende Position, nickte kurz in Richtung George, der hinter der Bar stand, und führte Kate, die hinter ihm ging, in Richtung der Tanzfläche. Die Musik wechselte von Jazz zu typischer Club-Tanzmusik, die Bässe ließen den Boden vibrieren und Kate war fasziniert, wie wenig davon sie im Lounge-Bereich mitbekommen hatte. 

Es war ein klassischer ABBA Song, der bearbeitet worden und nun nur noch im geringen Maße erkennbar war. Eigentlich hätte sie nachhause gehen sollen, sich ein Bad einlassen und ein Glas Rotwein trinken sollen. Sich weit von Richard Castle entfernen. Denn sobald man in seinem Bann war, war es schwer, ihm irgendwie zu entkommen. 

Worte gab es keine, aber Kate bewegte sich zur Musik. Und Rick stand ihr zur Seite, warf jedem Mann, der ihr schöne Augen machen oder sich auch nur nähern wollte, einen eindeutig bösen Blick zu. So wichen sie. 

Die Lieder wechselten, der Takt ebenso. Irgendwann waren es Rick Hände, die sich an ihrer Hüfte befanden und es dauerte auch nicht lange, bis Kate ihren Körper an den seinen presste – als hätte sie in den letzten Monaten nie etwas anderes gemacht. 

Es war eine Dance-Variante von Tina Turners Song „Simply the Best“, als Ricks Zungenspitze endlich Kates Lippen berührte, diese entlangfuhr. Es Stöhnen aus ihrem tiefsten Inneren entkam ihr und ließ seine linke Hand auf ihren Po wandern, übte etwas Druck aus. 

Sie erwiderte seinen Kuss und rasch war ihr Mund offen, nachdem seine Zunge sein Vorhaben verdeutlicht hatte. Becketts Finger waren zugleich in seinen Haaren und an seinem Hosenbund. Wenige Augenblicke später, hatte sie sein Hemd aus der Hose gezupft und ihre fein manikürten Finger glitten entlang nackter Haut, von seiner Hüfte in Richtung Wirbelsäule und zurück. 

Aus dem anfänglich vorsichtigen Kuss, um zu testen, wie Kate wahrscheinlich damit umgehen würde, wurde etwas weitaus Leidenschaftlicheres – Beckett setzte ihre Zähne ein, während Castles Hand an ihre Brust glitt, sie knetete und er konnte nur zu gut fühlen, wie erregt sie bereits war.

Kate musste sich eingestehen, dass es fatal war, was dieser Autor in ihr auslösen konnte. 

Ricks Lippen waren so weich, seine Hände fordernd, genau wissend, was er wollte und was Beckett in diesem Augenblick zu benötigen brauchte – zumindest hoffte dies Castle inständig. 

Kates ließ ihr Becken an seinem reiben und spürte nur allzu gut, was sie ihm damit, mit der gesamtem Situation antat. Er war erregt und das war noch harmlos ausgedrückt, er vibrierte quasi unter ihren Fingern. 

„Gott, sucht euch ein Zimmer“, kommentierte ein Tänzer an ihrer Seite und zwei weitere stimmten lautstark zu. 

Rick zog sich vorsichtig aus dem Kuss zurück und blickte tief in Kates Augen. 

„Sollen wir?“, fragte Beckett vorsichtig.

„Hm …“, stimmte Rick zu und dieses Mal war es Kate, die ihn an der Hand nahm und ihn zu ihrem Patz führte, sie nahmen ihre Jacken und Hand in Hand gingen sie aus dem Club.

Kates Augen wanderten immer und immer wieder über diese Kussszene, die sie erröten ließ. Immer und immer wieder gab es Situationen, in denen sie sich an diese Fantasie erinnern musste. Sie hatte davon sogar geträumt, es wahrhaftig bildlich erlebt – seine Blicke, seine Lippen, seine Finger. Es schien so real, als sie am Morgen, nachdem sie diese Szene aufgeschrieben hatte, aufgewacht war. So unglaublich real. Den gesamten Tag war sie Castles Blicken folglich ausgewichen, um sich nicht zu verraten.

Die Geschichte von Paddy hatte sie ihn vielleicht lesen lassen, doch diese hier, diese würde sie immer für sich behalten, gut verstecken, sodass er sie auch niemals finden würde, falls er wieder einmal unangemeldet in ihrer Wohnung erschien und, typisch Castle, gerne Zettel umdrehte, in Bücher sah und Sachen öffnete, die er nicht öffnen sollte.

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Ende  Hot Kiss

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Nächstes Kapitel: Apologetic Kiss (entschuldigender Kuss) 

A/N: OS waren noch nie so recht mein Fall, daher wundert es mich, dass hier doch zu funktionieren scheint. 

Read & Review // Lesen & Kommentar hinterlassen

 

 

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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