The Perfect World – Kapitel 2

efa2480bf2c05a005dd90eb85bada1a0A/N: Kleine Widmung: Für all die Jisbon-Homies von FB, die mich erröten ließen.

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Kapitel 2

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Im Wagen studierten sie die Details ihrer Personalakten. Keiner von beiden hatte Familie. Jack war in einem Waisenhaus aufgewachsen und Josephines Eltern waren bei einem Unfall ums Leben gekommen. In Las Vegas hatten sie sich im Belagio kennengelernt, wo sie zwei Jahre gearbeitet hatte. Man hatte sie für den VIP Bereich engagiert. Angeblich hatte sie gut verdient und von den Gewinnen der Männer, die sie dazu animiert hatte, weiterzuspielen, bekam sie oftmals Anteile – einen Wagen, ein kleines Apartment oder Bargeld. Teure Kleider, Gutscheine für diverse Schönheitsanwendungen oder Reisen. Im Grunde war sie also eine reiche Frau, die einen reichen Mann geheiratet hatte – einen Mann, der wusste, wie man spielte und gewann. Jack hatte im Jahr ihrer Hochzeit bei einem Turnier in Kanada die Motorjacht gewonnen, die nun in Key West vor Anker lag. Sie wartete förmlich darauf, dass zwielichtige Typen Turniere darauf spielen würden.

Es gab nicht sehr viele Informationen zu Josephine selbst. Immer wieder wurde unterstrichen, wie sexy sie sein solle und dass Jack ihr kaum widerstehen könne Angeblich liefe sie gerne tief dekolletiert durch das Strandhaus, lenkte die anderen Spieler gerne ab, indem sie ihre Blicke auf ihren Körper lenkte – ihnen die Konzentration raubte.

Als sie aus dem Wagen stiegen, stand ein Privatjet bereit und das Bodenpersonal war bereits dabei, die Koffer aus dem Kofferraum der Limousine auszuladen. Lisbon fühlte sich überrumpelt du ihr Kleid saß zu eng, bedeckte zu wenig. Im Wagen hatte sie die Strickjacke angezogen, die man ihr dankenswerterweise mitgegeben hatte, um zumindest ihren tiefen Ausschnitt zu verbergen. Sie fühlte sich halbnackt und das vor fremden Menschen. Wie würde es denn werden, wenn sie nur einen Bikini tragen musste, vor all den fremden Männern und vor Jane. Würde Patrick sie an jemanden verlieren?

Der blonde Mann sprach kaum ein Wort, auch nicht während des Flugs. Teresa versuchte ab und an Blickkontakt herzustellen, um herauszufinden, was in ihm vorging, doch auch diesen Versuchen ging er aus dem Weg.

Wie sollte sie überzeugend ihre Rolle spielen wenn er kein Interesse zeigte an ihr? Alles was er im Moment tat, war schlafen, in eine großen breiten Stuhl. Zumindest täuschte er dies vor.

Natürlich hatte Jane ihre nackten Beine bemerkt, die schmale Taille und auch ihre Busen. Letzterer war ihr bereits vor Jahren mehrmals positiv aufgefallen, aber in diesem Kleid wurden seine Vorzüge – die Fülle, die man bei ihrem Körperbau kaum erwartete – unterstrichen. Das Kleidungsstück schmeichelte ihr sehr. Die glatten Haare sagten ihm viel mehr zu, als die sanfte Welle, die sie in den Monaten zuvor getragen hatte. Mehrmals hatte er sich gedacht, dass sie sich hatte gehen lassen, zumindest in den letzten Wochen – nun sah sie viel jünger aus, edler und gepflegter. Er wollte sich nichts anmerken lassen. Obwohl sie mehr Schlaf zu bekommen schien, erschien sie Jane nicht glücklich, zumindest nicht in den letzten Monaten und ihr Haar – irgendwie musste er ihr mitteilen, dass er es lange und glatt bevorzugte, er es nur noch so sehen wollte. Immer.

Der Flughafen in Key West war nicht so klein wie erwartet, immerhin war er international. Der Anflug war ein Traum gewesen – türkisblaue Meer, Palmen und weißer Sand. Eine Limousine erwartete sie bereits und der Chauffeur begrüßte sie freundlich, stellte sich als Fredrickson vor, nur da Agent unterließ er.

„Sie haben die Dokumente gut studiert?“, fragte er im Inneren des Wagens.

„Natürlich“, kommentierte Jane.

„Haben sie Fragen?“

„Was können sie uns zu unserem Haus sagen?“

Der Agent griff auf die Seite und reichte ihnen einen Schlüssel nach hinten durch. „Sie haben drei Schlafzimmer, können aber nur das Masterschlafzimmer benutzen“, erklärte er. „Die anderen beiden stehen unter Überwachung, also Kameras sind überall im Haus montiert, nur ihr Schlafzimmer wurde ausgespart.“ Teresa fragte sich, ob sie eine gewisse Ironie in seiner Stimme hörte. „Das gesamte Haus wurde auf Wanzen durchsucht, wir können aber nicht garantieren, dass im Laufe der Zeit keine installiert werden. Die anderen Schlafzimmer werden sie für die Gäste brauchen, die bei ihnen übernachten werden. Sie müssen ein Bett teilen, auch wenn das Zimmer nicht videoüberwacht wird, da man vom Nachbarhaus wunderbar in ihr Schlafzimmer sehen kann, sofern die Vorhänge nicht komplett vorgezogen sind und wir kein Gerede wollen. Man wird sie genau beobachten. Tag und Nacht. Man traut einander in ihrer Branche nicht.“ Kurz holte er Luft und verweilte ruhig. Ihr linker Nachbar heißt Shawn Roy, ein schottischer Spieler, der keine Kosten scheut und große Partys wirft. Er wird sie rasch kennenlernen wollen, besonders sie Agent Lisbon. Durch ihn werden sie in die passenden Kreise eingeführt werden. Es ist also wichtig, in den ersten Tagen positiv aufzufallen“. Abermals griff Fredrickson auf den Sitz neben sich und reichte ihnen zwei Portemonnaies. „Ihre Ausweise, Kreditkarten und etwas Bargeld, mehr finden sie im Safe in ihrem Haus. Agent Lisbons Geburtsdatum ist die Kodierung.“

Lisbon starrte in ihre Börse – Führerschein, Visa, Master Card und American Express, immer die Luxusvariante in Platin oder Gold. Nun war sie tatsächlich jemand anders. Jemand, der so überhaupt nicht sie war.

„Auf der linken Seite wohnt Sharon Greyson, eine ältere Dame, die die Freudenhäuser der Keys und der Nobilität in Miami besitzt, also lassen sie sich nicht von ihrem Alter und Auftreten täuschen. Sie hat es faustdick hinter den Ohren. Sie ist absolut nicht harmlos, wirkt aber so, sie stellt Roy die Mädchen zur Verfügung, die auf seinen Spieleabenden anwesend sind.“

„Sharon Greyson und Shawn Roy“, wiederholte Lisbon leise und hatte dabei gar nicht bemerkt, dass sie auf ein großes weißes Haus zufuhren.

„Ich dachte, es sei ein Bungalow“, hakte Jane nach.

„Wir haben umdisponiert, ihrer Nachbarn wegen. Uns erschien diese Lösung passender. Das Haus hat zudem weitaus mehr Charme und einen Anlegeplatz für das Schlauchboot, welches sie zu ihrer Jacht bringen könnte.“

Lisbon und Jane stiegen aus, luden das Gepäck aus.

„Wenn sie wieder einmal einen Fahrer brauchen“, sagte der Agent und reichte Patrick seine Visitkarte, die eines Limousinen Unternehmens. Hinzufügte er leise, dass sie alles ansonsten Notwendige im Haus finden würden.

 

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Etwas sprachlos stand Teresa vor dem Eingang. Unter dem Haus parkten ein teurer silberner BMW, ein grünes MG Cabriolet und ein roter Mustang. Patrick streckte die Hand nach ihr aus und symbolisierte ihr, dass sie zu ihm kommen sollte.

Das Haus war groß und auf Stelzen, wie so viele in Key Largo. Der erste Stock war durch einen Glasaufgang zu erreichen und eine Veranda umrandete dieses, überall waren große Balkontüren vorhanden, beinahe keine Außenwände – daher war es also so einfach, von außen in die Räumlichkeiten zu blicken. Die Wohnküche war wahrscheinlich 80m² groß, wenn nicht sogar größer und in das Schlafzimmer passte Teresas dreimal. Alle Räumlichkeiten waren mit teuren Möbeln ausgestattet. War der Wohnraum in Weiß gehalten, mit roten Akzenten und grauen Pölstern auf der großen u-förmigen Couch – so wirkte er kühl und edel. Das Schlafzimmer war das genaue Gegenteil – blau und violett dominierten es. Das Bett war groß, hatte aber keinerlei Schnickschnack vorzuweisen – keinen Himmel, keine schweren Pfosten. Viele Pölster waren am Bett drapiert worden, vor dem Fenster standen zwei Ohrensessel, ein kleiner Schreibtisch auf der einen Seite und über einem Kamin, den man offensichtlich nicht benutzte, hing ein großer Fernseher. Außerdem gab es einen großen Schrankraum, der befüllt war mit edler Kleidung in den passenden Größen. Wie hatten sie dies bewerkstelligt?

Umso mehr sie vom Haus sah, umso unwohler fühlte sich Teresa in ihrer Rolle als Ehefrau, Animiermädchen und Trophäe. Zudem war Janes Verhalten ihr gegenüber ungewöhnlich – er war ruhiger als sonst, kommentierte nicht alles und sie war sich nicht sicher, ob ihr dies zusagte.

 

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Den frühen Abend nutzte Teresa, um sich einen schwarzen Bikini und eine weite, bunte Tunika anzuziehen und barfuß an den vor dem Haus gelegenen Strand zu gehen, die letzten warmen Sonnenstrahlen zu genießen und ihre Füße ins warme Wasser des Ozeans zu stecken. Es waren Jahre vergangen, seitdem sie dies das letzte Mal gemacht hatte. Jahre, seitdem sie unbeschwert am Strand sitzen, die Sonne genießen und einfach die Augen schließen konnte. Sie wusste, dass sie einen Auftrag auszuführen hatte, der ihr alles abverlangte, aber diese wenigen Augenblicke der absoluten Ruhe, diese gehörten ihr und nur ihr, diese wollte sie mit niemandem teilen. Rasch zog sie die Tunika über den Kopf, warf sie auf den Strand und glitt vorsichtig in das warme Wasser, fühlte die sanften Wellen, das warme und zugleich kühle Nass auf ihrer Haut.

Patrick hatte bemerkt, dass sie das Haus in sehr wenig Kleidung verließ und um den Anschein zu wahren, entschied er sich für Shorts und ein weißes T-Shirt und wollte sie am Strand überraschen, wissend, dass sie von allen Seiten beobachtet wurden. Doch auf das Bild, welches sich ihm dann bot, war er nicht vorbereitet – Teresa Lisbon in einem Hauch von schwarz. Sie stand im Wasser, Kaskaden von Wasser liefen ihren Körper hinab und ihr nasses Haar streifte sie mit beiden Händen über ihren Kopf nach hinten. Jane blieb stehen. Angewurzelt.

Gott war ihr Bauch flach, ihre Taille schmal. Und das Oberteil des Bikinis, das beinahe nichts verbarg, half ihm keineswegs. Ihre Augen waren geschlossen und sie blickte in die untergehende Sonne, die Mischung aus Salz und Wasser funkelte auf ihrer Haut. Wortlos setzte sich Jane an den Strand neben ihre Tunika und beobachtete sie. Sie war eine Schönheit. Vielleicht nicht perfekt, aber wer war dies schon? Wie hatte er all die Zeit damit verbringen können, Fischer auf seine Seite ziehen zu wollen, wenn er sie haben konnte? In all ihrer Glorie? Er verstand sich selbst nicht mehr. Über Jahre hinweg hatte er sie als seine Vorgesetzte gesehen, auch wenn er sie nicht in dieser Rolle akzeptieren wollte, selten bis nie als Frau und nun? Nun stand sie vor ihm, beinahe nackt, und er wusste, dass es ihm schwer fallen würde, in dieser Nacht auch nur ein Auge neben ihr zu schließen – jedes einzelne Mal würde er diesen unglaublichen Körper vor sich sehen, sich vorstellen müssen, wo sie überall Sommersprossen hatte, die man ihr an diesem Tag abgedeckt hatte. Sein Stichwort war: Biofeedback. Wie sollte er es ansonsten Woche und Monate an ihrer Seite aushalten?

Jane setzte sich in den Sand, nahm die Tunika in seine Hände und lächelte ihr entgegen, als sie abermals untertauchte und wieder aus dem Wasser aufstand. Erneut streifte sie das Haar zurück, bis es glatt an ihrem Kopf anlag.

„Josey“, rief er Lisbon zu und deutete mit seinen Augen in Richtung des rechten Nachbarhauses, in Richtung Shawn Roy. Ein Mann Anfang 60 kam auf sie zu. Er war nur in einer Badehose bekleidet, hatte absolut keine athletischen Körper, eher das Gegenteil war der Fall. Eine dicke Goldkette reichte bis auf die Wölbung seines beachtlichen Bauches hinab. Lisbon schlüpfte unverzüglich in ihre Rolle und kam auf Jane zu, der sie zu sich zog, als hätte er den Mann, der auf sie zukam, nicht gesehen, bis sie zwischen seinen Beinen saß und sich an ihn lehnte, ihren Kopf an seine Brust legte.

Für einen Außenstehenden sah es aus, als wären sie ein Paar, würden Zärtlichkeiten austauschen.

„Endlich lerne ich euch kennen“, sagte der dickliche Mann und reichte Jane die Hand. „Shawn Roy“, stellte er sich vor.

„Jack Reichs“, antwortete Jane und legte seine freie Hand um Lisbons Bauch.

„Und das hier ist?“, fragte Roy nach und bei dem Blick, dem er Lisbon zuwarf, wurde Jane schlecht.

„Meine Frau Josey.“ Patricks Tonfall war bestimmt und ließ den Fremden umgehend wissen, dass dieses weibliche Wesen sein Eigentum war und er seinen Blick abwenden konnte.

„Sind sie der Reichs, der gegen Kasperowski in New York gewonnen hat?“, fragte er nach und verharrte auf seinem Platz.

Jane nickte zustimmend. „Ja, das war ein nettes Spiel. Dauerte beinahe zwei Tage, bis mein Glücksbringer“, er zog Lisbon enger an sich und platzierte einen Kuss auf ihren Hals, „mir zum Sieg verholfen hat. Unser Gewinn steht in Key West.“

„Als man mir erzählte, wer das Haus gemietet habe, hatte ich mir schon gedacht, dass es nicht so viele mit diesem Namen geben würde.“ Jane nickte lediglich zustimmend. „Kommenden Samstag, also in knapp einer Woche,  kommen einige Freunde zu mir auf eine Runde Poker. Vielleicht hättet ihr ja Lust, vorbeizukommen.“

„Gerne“, sagte Jane und fragte in Folge nach, um welche Einsätze gespielt werden würde und zu welchen Konditionen man mitspielen könne. Er hatte sich alle Informationen aus seinem File genau gemerkt und konnte daher gut auf die einzelnen Punkte des Spiels eingehen, die Voraussetzungen, um aufgenommen zu werden.

Lisbon bewunderte die Leichtigkeit, mit der er in seine Rolle geschlüpft war, als wäre der Mann hinter ihr tatsächlich Reichs. Als wären sie eins. Ihr Part hingegen verlangte lediglich, zumindest momentan, die Rolle der braven Ehefrau und Diva, die es genoss, von ihrem Mann verwöhnt zu werden und ihre Reize offenbarte. Diese sollte sie spielen können, auch wenn sie sich etwas unbehaglich fühlte, besonders, wenn sein Körper so nah an dem ihren war.

Nachdem Jane Roy noch nach einem netten Lokal in der Umgebung ausgefragt hatte, ging der Nachbar wieder zurück zu seinem Teil des Strandes und ließ das vermeidliche Paar zurück.

„Ein widerlicher Kerl“, murmelte Teresa leise vor sich hin.

„So sind viele Spieler, Josey“, antwortete er, wobei er lange überlegt hatte, welchen Namen er verwenden sollte. „Aalglatt, unsympathisch und sie zeigen gerne, wie viel Geld sie haben.“

Lisbon stand auf und blickte Jane an, streckte ihre Hand aus, damit er ihr ihre Tunika wieder gab, die sie sofort überstreifte. Ihre Haut und auch ihr Haar waren beinahe trocken, die Sonne immer noch am untergehen.

„Dann hoffe ich bloß, dass du mich nicht an ihn verspielst“, kommentierte sie mit einer Bestimmtheit in ihrer Stimme, die Jane nicht gefiel. Es war beinahe eine Drohung und Patrick wusste genau, dass sie dies nicht im Spaß sagte. Es war ihr Ernst. Sie drehte sich um und ging in Richtung Haus. „Kommst du?“, fragte sie nach und wartete, bis er an ihrer Seite war, blickte kurz nach links und ließ Jane auf diese Weise wissen, dass man sie beobachtete. Lieblich legte er seinen Arm um ihre Schulter, druckte sie an sich und gemeinsam gingen sie zurück zum Haus.

Beide hatten sich, unabhängig von einander, mehr Freiräume erhofft, mehr Möglichkeiten unbeobachtet etwas machen zu können – es schien, als würde man ihnen die Luft zum Atmen nehmen, doch wussten beide, dass der Fall zu wertvoll war, um ihn leichter Hand aufs Spiel zu setzen.

 

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Ende Kapitel 2

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A/N: Ein bisschen ein Füller, um die neue Umgebung zu präsentieren und die passenden Nachbarn einzuführen. Ich hoffe, es hat gefallen.

Read & Review!

 

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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