Dancing Queen – Kapitel 45 (finales Kapitel)

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetA/N: 45 Kapitel – ich hätte niemals gedacht, dass es so viele werden würden. Unglaublich. Wenn ich Zeit habe, schreibe ich nun einmal für mein Leben gerne.

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Kapitel 45

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Die ersten Tage mit klein Benjamin zuhause waren turbulent. Schlaf bekamen die Eltern wenig, immer waren sie auf Trab und mussten sich um den Kleinen kümmern. Hatten sie erwartet, dass es ebenso problemlos funktionieren würde, wie Rick es von Alexis beschrieben hatte, dann hatten sie sich geirrt. Benji war das genaue Gegenteil. Er schlief nur an Kates Brust liegend ein, Fläschchen verweigerte er und wenn es darum ging, gebadet zu werden, durfte Kate sich keinen Schritt aus dem Badezimmer entfernen. Nächte wurden nicht durchgeschlafen, untertags war man stets auf Trab und Kate hatte bereits nach neun Tagen Martha gegenüber geäußert, dass sie nicht wisse, wie sie dies über eine längere Zeit durchhalten würde.

Kate hatte nach zwei Wochen dunkle Ringe unter den Augen und mehr abgenommen als notwendig. Sie hatte selten Hunger und ihre Ärztin und Hebamme erklärten ihr mehrmals, dass sie sich regelmäßig Zeit für eine gesunde Mahlzeit nehmen sollte, egal ob sie hungrig war oder nicht. Sie bemühte sich, doch sobald Benjamin ruhig war oder schlief, versuchte sie zu schlafen. Rick zwang sie ab und an etwas zu essen, nur offensichtlich war dies nicht genug.

Nach dem ersten Monat zuhause war sie ein Schatten ihrer selbst. Benjamin war zwar kein Mama-Kind mehr, doch ging es ihm immer darum, im Mittelpunkt zu stehen. In den letzten beiden Tagen hatte er seinen Vater für sich entdeckt, er hing an ihm und wollte ständig getragen werden, außer er wurde gestillt, denn das Fläschchen lehnte er immer noch kategorisch ab.

Plötzlich waren viele Sachen nebensächlich. Die Hochzeit. Die Polizeiarbeit. Neue Bücher. Sobald man versuchte, sie auf diese Themen anzusprechen, bekam man lediglich Benjamins Gesicht zu sehen und die Erklärung, dass es momentan undenkbar wäre. Und das war es auch.

Eines Abends, der Säugling war bereits drei Monate alt, boten Martha und Alexis an, eine ganze Nacht auf den Kleinen aufzupassen, damit die Eltern wieder einmal ausgehen konnten, immerhin handelte es ich um den Jahrestag der Entstehung Alexis kleinen Bruders.

„Möchtest du tanzen gehen?“, fragt Rick vorsichtig nach, ahnend, dass er eine schnippische Antwort bekommen würde. Allerdings schüttelte Kate lediglich den Kopf.

Vorbeugend hatte er bereits ein Hotelzimmer im Stadtzentrum reserviert, eines mit einem großen Whirlpool. Nachdem er Kate überreden konnte, mit ihm zu kommen und etwas nettes für den Abend einzupacken, willigte sie ein und gemeinsam genossen sie ein leckeres Abendmahl im hoteleigenen Restaurant – Fisch, Salat, Sorbet – als es dann jedoch aufs Zimmer ging, merkte Rick, wie Kate sich zunehmend von ihm entfernte.

Die Suite war groß, viel zu groß für sie beide und eine gemeinsame Nacht. Das Bett war mehr als 2,20 Meter breit und mit Unmengen von Pölstern bestückt. Rick hatte das Zimmer romantisch herrichten lassen – brennende Kerzen überall, große Sträuße an roten Rosen, das Whirlpool eingeschalten, im Hintergrund lief leise Klaviermusik.

In diesem Moment versuchte Kate in eine romantische Stimmung zu gelangen. Im Badezimmer zog sie sich ihr neues kurzes Nachthemd an, das ihre neue Oberweite betonte und gerade einmal bis zur Mitte ihrer Oberschenkel reichte. Ein lauter Blopp ließ sie wissen, dass Rick die alkoholfreie Flasche Champagner geöffnet hatte, die er im Vorfeld besorgt hatte – einer, der trotzdem nach etwas schmeckte.

In Wahrheit war sie müde, unglaublich und unbeschreiblich müde. Noch nie in ihrem Leben hatte sie dieses Gefühl erlebt, dass sie nicht nur körperlich an einem Ende angekommen war sondern auch geistig. Vier Tage am Stück in einem Mordfall zu ermitteln, nur eine halbe Stunde hie und da auf der Couch einzunicken, war harmlos im Gegensatz zu dem, was sie gerade erlebte.

Drei Monate ohne einen Tag Erholung. Drei Monate, an denen Rick den gemeinsamen Sohn Tag und Nacht angehimmelt hatte. Drei Monate an denen nichts wichtiger war als Benjamin. Kate wusste nicht, ob sie sich das so vorgestellt hatte.

In dem neuen Negligee, schwarze Spitze, die nur betonte und nichts verbarg, trat sie mit offenem Haar und einem etwas ausgezwungenen Lächeln aus dem Badezimmer. Sie bemühte sich wirklich, sich in Stimmung zu bringen, immerhin hatte Rick sich so viel Mühe gemacht und all das organisiert.

Leise Klaviermusik spielte im Hintergrund und Castle trug lediglich seine schwarzen Boxershorts. Einen Vorteil hatte all die Schlaflosigkeit des Babys mit sich gebracht – beide waren schlanker als jemals zuvor, abgesehen von dem für sie immer noch ungewohnten Busen, den das Stillen mit sich gebracht hatte.

In Ricks Augen war sie immer noch die wunderschönste Frau, die er jemals gesehen hatte. In den letzten Wochen hatte er sie kein einziges Mal berührt, sie waren sich kein einziges Mal nahe gekommen. Es hatte die Zeit gefehlt, die Muße – die Möglichkeit.

Ebenso hatte er in den letzten Wochen kein Wort geschrieben, keine Ideen gehabt, nicht einmal die Chance, den Laptop hochzufahren. Obwohl, das stimmte so nicht. Sie hatten in etwa eine Million Fotos von Benjamin gemacht – mit Kates genesenem Vater, Martha, Alexis, dem Team vom Revier. Kaum war Besuch anwesend gewesen, war er das liebste Kind gewesen, hatte sogar die eine oder andere Stunde geschlafen – in Lanies Armen zum Beispiel. In dem Moment, in dem hinter ihnen die Türe ins Schloss gefallen war, war er wie ausgewechselt und hielt die Eltern und seine Schwester auf Trab.

Nun stand sie vor ihm, ihr dunkles Haar fiel ihr auf die Brust hinab in sanften Wellen, ihr Ring hing an der Kette zwischen ihren Brüsten, da er ihr momentan zu weit war. Am liebsten wäre Rick in diesem Augenblick über sie hergefallen, hätte sie im Sturm erobert, wie einst. Nein, das stimmte ja nicht. Er hatte sie beobachtet, stundenlang. Beobachtet, wie sie zu ganz anderen Tönen ihren Körper bewegt hatte – zu Beats. Heute war es ein Klavierkonzert von Tschaikowski, das er auserwählt hatte. Es plätscherte einfach vor sich hin.

Sie setzte sich zu ihm auf den Chaiselongue, lehnte sich an seine warme, entblößte Brust. Wie lange war es her gewesen, dass sie einen Moment wie diesen genießen konnten? Auf alle Fälle war es vor Benjamins Geburt gewesen und wahrscheinlich in dieser Art und Weise bevor ihr Bauch ihren Körper dominiert hatte, von dem er nie seine Hände nehmen hatte können. Nun lagen sie auf dem flachen Bauch und sie lehnte an seiner Brust, seine Arme eng um sie geschlungen und gemeinsam tranken sie aus einem Glas Champagner.

„Ich habe es vermisst“, gestand sie laut ein, aber gerade so laut, dass er es vernehmen musste. Im Gegenzug drückte er sie an sich, antwortete aber nicht, sondern küsste lediglich ihre Schulter.

Es war schön ein Kind zu haben, doch so viele andere Sachen waren in die weite Ferne gerückt. Niemand sprach mehr von der Hochzeit. Niemand von dem Konflikt zwischen ihrem Vater und Kate. Alle hatten sich gewundert, wieso es kein Mädchen geworden war, wie man Kate einst prophezeit hatte – aber niemand fragte nach. Alle akzeptierten und liebten Benjamin. Wie konnte man auch anders?  Er war ein entzückendes Kind und verzauberte jeden mit seinem Lächeln.

Vorsichtig strich Rick über ihren Bauch, ihre Brust und sehnte sich nach dem feinen, seidigen Gefühl, ihre Haut zu berühren, dem feinen Duft dieser und ihrem Geschmack.

Kate erging es keineswegs anders. Ihr Inneres verlangte es, an seinen warmen Körper geschmiegt einzuschlafen und einfach aufzuwachen, wenn sie ausgeschlafen war und nicht, wenn die Stimme ihres Sohnes sie daran erinnerte, dass sie seine persönliche Milchbar darstellte. Vielleicht raubte genau dieser Gedanke dem Moment die Romantik.

„Du bist mir abgegangen“, sagte Rick plötzlich und drehte sie mit wenigen Handbewegungen so, dass ihre Lippen ihm nahe waren. „Du bist es, die ich vermisst habe“, murmelte er abermals.

In den letzten Wochen war es ihr oft so vorgekommen, als wäre sie unsichtbar geworden. Es drehte sich alles um Benjamin und wem konnte man es verübeln?

An diesem Abend schliefen sie in den Armen des anderen ein, ohne sich geliebt zu haben, ohne Zärtlichkeiten auszutauschen. Die Müdigkeit hatte sie einfach eingeholt.

Erst am darauffolgenden Morgen, als Kate die Augen aufschlug und ihren Kopf an seiner Brust vorfand, konnte sie nicht anders, als vorsichtig liebliche Küsse auf dieser zu platzieren. Ihn damit aus dem Schlaf zu holen.

Mit wenigen Handbewegungen hatte sie ihr Negligee abgestreift und lehnte über ihn. Hatte er sie ins Bett getragen? Auf alle Fälle befanden sie sich augenblicklich dort. Doch verschwendete sie keinen weiteren Gedanken an den Weg vom Chaiselongue zum Bett. Es gab wichtigeres. Ihre Lippen bewegten sich von seiner Brust, übe den hals über sein Kinn zu seinem Ohr, liebkosten es, bissen zärtlich hinein. Es hatte nur wenige Momente gedauert und er hatte seine starken, großen Hände um ihre Hüften gelegt und war dabei, ihr stets entgegen zu kommen und sie unter sich zu bringen. Anfänglich wusste Kate es zu verhindern, doch dann ließ sie Rick gewinnen.

Es war das erste Liebesspiel seit Benjamins Geburt und alles fühlte sich anders an. Intensiver. Als er in sie eindrang, war sie schon fast so weit, dass sie einen Höhepunkt erreichte, so sehr hatte sie ihn vermisst. Und seine Hände taten Magisches. Sie berührten sie, so wie sie es immer taten und es fühlte sich trotzdem neu an. Anders.

Vielleicht war es ihre Haut. Jede einzelne Berührung ersetzte sie in neue Höhen. Vielleicht war es das Wissen, dass niemand sie stören würde.

+C+C+C+

Der schönste Moment, nach dem romantischen Abend und dem erotischen Vormittag, war jedoch, als sie Martha das Baby wieder aus der Hand nehmen konnten und es in die eigenen Arme schlossen. Kate war der liebliche Mund abgegangen und sein ganz spezieller Babygeruch.

An genau diesem Abend saßen sie gemeinsam auf der Couch – Alexis, Martha, Rick und Kate, die den kleinen Benjamin die Brust gab. Eine kleine, heile Familie – zumindest wurde dieser Anschein erweckt. Zumindest sah es in genau diesem Moment so aus.

Alle lächelten zufrieden und sahen dem Säugling zu. Niemand erinnerte sich an die Probleme, die es zu lösen gegeben hatte und zu lösen gab.

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THE END

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Herzlichen Dank an alle Leser! Es hat mich sehr gefreut, jeder einzelner Kommentar lesen zu dürfen. Jeder einzelne hat mich mehr als nur erfreut und zugleich ermutigt, weiterzuschreiben.

Anmerkung:

Ja, hier wird es einen Teil 2 geben. Die Idee ist schon lange vorhanden nur hätte es ursprünglich etwas komplett Eigenständiges werden sollen, allerdings braucht sie eine Vorgeschichte. Daher wird es das Sequal werden. Quasi „5 Jahre später“.

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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