Going West – Kapitel 2

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetA/N – Dank einer schmerzhaften doppelten Weisheitszahnentfernung wurde es nicht mit einem Nikolausgeschenk oder etwas Dergleichen. Daher etwas verspätet und doch verfrüht für den dritten Adventsonntag – sich immer noch der Schmerzen labend.

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Kapitel 2 – Die Neuen

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Martha forderte ihren Sohn wiederholt auf, sich um die Zimmer zu kümmern, ansonsten würden sie die Nacht wohl auf dem staubigen Boden des Hauptplatzes verbringen müssen. Natürlich merkte sie nebenbei, etwas leiser, an, dass sie wohl kein Problem haben würde, ein warmes und weiches Bett zu finden. Wenn Blicke töten könnten, hätte Richards wohl seiner Mutter das Leben gekostet. Manchmal fragte er sich insgeheim, ob sie so geworden war, weil er keinen Vater hatte oder ob er so geworden war, weil die Männer in ihrem Leben zwar immer eine wichtige Rolle gespielt hatten, doch niemals einer eine dauerhafte. War er deswegen geschieden und zog seine Tochter alleine auf, anstatt sie einer Gouvernante zu überlassen oder sie nach Europa auf eines der teuren Internate für junge Fräulein zu schicken?

Von Jefferson Blake hatte Martha die Auskunft erhalten, dass diese Kate – wie sie scheinbar genannt wurde – auch Zimmer vermiete, die nicht zu ihrem eher zwielichtigen Etablissement gehörten sondern sauber waren und den Anforderungen der Durchreisenden durchaus genügten. Nur wer blieb in Cord Springs stehen, um weiterzufahren?

Da Richard trotz mehrmaliger Aufforderung nicht reagierte, hob Martha ihre Röcke und stapfte über den staubigen, teilweise mit Lacken übersäten Boden auf Kate zu, die gerade dabei war, vom Hauptplatz in Richtung des Saloons zu gehen. Als Castle aufblickte und dies sah, war ihm die Situation peinlich, mehr als nur das. Hätte er die Tendenz dazu gehabt, rot anzulaufen in Augenblicken wie diesem, wäre er rot wie eine Tomate gewesen.

„Miss?“, begann Martha, konnte allerdings die Aufmerksamkeit der jungen Frau nicht auf sich ziehen. „Miss Kate?“

„Ja“, sagte diese und schaute von ihrer Post auf.

„Wir bräuchten Zimmer, für meine Enkeltochter, meinen Sohn und mich und Mr. Blake hatte gemeint, dass sie die passende Ansprechperson sind.“

Kate musterte die ältere Frau, ihr rotes Haar, das perfekte Reisekostüm, das durch ein kleines Hütchen mit Tüll komplettiert wurde. „Natürlich. Gehen sie ums Eck, dort ist der Eingang“, erklärte sie höflich. „Charleen wird ihnen dann weiterhelfen. Robbie kümmert sich dann um ihr Gepäck, lassen sie es einfach bei Jefferson stehen.“ Danach drehte sie sich um und ging zurück in ihr Lokal. Martha, die sonst keine Konfrontation scheite, war verwundert von der Dominanz der jungen Frau, dem Selbstbewusstsein und der durchwegs positiven Ausstrahlung.

Gemeinsam mit Alexis gingen sie schließlich zum Eingang der Pension und bekamen zwei Zimmer, eines für Richard und das andere teilten sich die zwei weiblichen Familienangehörigen.

Die Zimmer waren einfach eingerichtet und entsprachen auf keinem Fall dem Standard, den sie aus New York gewohnt waren. Zuhause waren die Böden mit dicken Teppichen belegt, die Wände mit bunten, stets der aktuellen Mode entsprechenden Tapeten beklebt gewesen und die Vorhangfarben waren stets dem Dekor angepasst. Hier stand an einer Seite des Raumes ein Doppelbett mit einem wahrscheinlich schon etwas älteren Quillt-Überwurf, die Kopfkissen sahen sauber aus, waren aber kleiner als gewöhnt, der Boden bestand lediglich aus Holzdielen und auf einer Kommode stand eine Waschschüssel mit einem Krug, an einer Seite des Zimmers hatte man dankenswerterweise einen Paravent aufgestellt, um dem Bewohner etwas Privatsphäre zu gönnen. Nicht, dass man hätte hineinsehen können, denn die Fenster waren mit feinsäuberlich gehäkelten Spitzen verhängt, die sicherlich schon einige Jahre dort hingen, auch wenn sie sauber waren.

War es das, wofür er mit seiner Familie New York verlassen hatte? Das Abenteuer? Die Lust auf etwas Neues? Etwas Unvorhersehbares?

Charleen unten am Tresen war sicherlich älter als 50 und jünger als 60 und trug ihr graublondes Haar in einem etwas einfacheren Lockenchignon als man ihn von der Ostküste kannte. Rick tippte darauf, dass sie wohl irgendwann eine von Kates Mädchen gewesen war, die aufgrund ihres Alters wohl weniger Kundschaft hatte. Abermals ertappte er sich dabei, wie er an diese junge Frau dachte, die er in seinem Leben erst ein einziges Mal gesehen hatte.

Er wollte sie wiedersehen und so ging er am Abend, nachdem sie in der Pension gespeist hatten, zum Saloon. Immerhin war er nun auch Teil dieser Stadt und wollte der scheinbar einzigen Abendbeschäftigung nachgehen, die man hier kannte – dem Alkohol frönen, sich die Frauen ansehen und wahrscheinlich ab und an für eine bezahlen. In New York sahen die Freudenhäuser anders aus, sie befanden sich selten am Hauptplatz eines Stadtviertels, eher an gut versteckten Orten.

Als die Türen hinter ihm wieder zu vielen, griff Rick an seinen Hosenbund, hakte den rechten Daumen in seinen Hosenbund und blickte sich um. Am Klavier saß ein Mann und spielte flotte Musik, auf der kleinen Bühne tanzten drei Mädchen Cancan, schwangen ihre Röcke in die Höhe und zeigten ihre kurzen, mit Spitze verzierten Unterhosen. Castle musste lachten – die Beine gut versteckt, die Brüste fielen beinahe aus den eng geschnürten Korsagen. Manche der anwesenden Männer rauchten Zigarren, die meisten tranken alkoholische Getränke – niemand kam in einen Saloon um Wasser zu konsumieren.

Kate stand hinter der Bar und trug anstelle der schwarzen Korsage nun eine mittelblaue, die mit Rücken verziert war und daher etwas freizügiger wirkte. Die Farbe betonte ihre Augen, das war Richard sofort aufgefallen.

„Ein Whiskey“, verlangte Rick, als er sich an die Bar setzte und versuchte, Kate nicht anzustarren. Sie füllte ihm das Glas und stellte es vor ihm.

„Was verschlägt sie in diese Gegend, Fremder?“, fragte sie mit tiefer Stimme, als würde sie ihn noch vor all diesen Männern verführen wollen. Ihr Augenaufschlag war der einer Verführerin. Rick war nicht zum ersten Mal in einem Haus, in dem Frauen ihren Körper anboten und wusste, wie es funktionierte. Sie verführten, fragten nach den Wünschen, verhandelten den Preis, erfüllten die Wünsche und gingen. Manchmal war es das Richtige, das einzig Richtige, doch hatte er bisher nur selten Erfüllung darin gefunden.

„Ein Erbe. Richard Castle“, stellte er sich endlich vor. „Ich bin Toni Townsends Sohn.“

Ricks Gegenüber schien wenig beeindruckt von ihm und seinem Erbe zu sein, statt ihm eines weiteren Blickes zu würdigen, bediente sie zwei Gäste, flirtete mit ihnen, ohne viele Worte zu verlieren.

Als sie wieder vor ihm stand, fragte sie ihn: „Sind sie nicht der Autor von der Ostküste?“ Sie sah ihm nicht in die Augen, sagte es beinahe beiläufig und wischte über die Theke. „Kriminalromane und Horrorgeschichten?“

Castle nickt fasziniert. „Sie lesen?“

„Glauben sie etwa, dass wir hier im Wilden Westen nicht lesen und keine Bücher besitzen?“

Abermals ließ sie ihn mit seinen Gedanken alleine und ohne der Chance, direkt auf ihre Aussage zu reagieren. Rick blickte ihr hinterher, ihre schmale Taille, die einladenden Hüften, die sich wunderbar in seinen Händen anfühlen würden. Außerdem bildete er sich ein, mehr von ihrer Brust erkennen zu können. Es fiel ihm schwere, seinen Blick von ihr abzuwenden.

„Du wirst dir die Finger verbrennen“, sagte ein Mann, der sich neben ihm hinsetzte. „Rafe“, stellte er sich vor, „Rafe Mikelson“.

Kurz musterte Rick ihn kurz und wollte ihm eigentlich kein Gehör schenken, doch in einer Lokalität wie dieser, war es schwer, jemandem aus dem Weg zu gehen, ohne dessen Unmut auf sich zu ziehen.

„Richard Castle“, sagte er kurz.

„Wir haben uns alle schon die Finger an ihr verbrannt. Eine tüchtige Geschäftsfrau, aber kalt wie Eis und glatt wie ein Aal“, erklärte der Fremde. Rick sah ihn fragend an. „Ihr kommt niemand zu nahe. Sie flirtet, bringt dich dazu, jeden Abend wiederzukommen und hier zu sein, in ihrer Nähe, zu trinken, eventuell deine Lust an einem ihrer Mädchen zu stillen. Aber sie wirst du nicht angreifen. Und falls du es versuchst“, dabei griff er sich auf sein Hinterteil, „dann wirst du merken, dass sie die beste Schützin in einem Radius von 100 Meilen ist. Sie schießt so schnell wie der Wind, ist flinker mit der Flinte als sonst jemand.“

„Rafe?“, sagte sie etwas fragend zu ihm und stand wieder einmal vor Rick. „Erzählst du wieder die alten Märchen und belästigst unsere neuen Mitbewohner?“

„Katie, verführ mir diesen Jungen nicht“, kommentierte er und leerte seinen Whiskey hinunter. „Nur weil er neu an diesem Ort ist, heißt es ja nicht, dass du …“

„Sei ruhig Rafe und geh bevor ich meine Flinte hervorhole. Du solltest gar nicht hier sein“, warf sie ihn schlussendlich etwas wütend an den Kopf. „Und sie, Mr. Castle, sollten bald auf ihre Ranch ziehen und ihre Tochter vor meinem schlechten Einfluss in Sicherheit bringen.“

„Ihr schlechter Einfluss?“

„Sehen sie sich um. Eine Frau, die ein Bordell besitzt, einen Saloon.“

„Und? Ich bin auf den Bühnenbrettern der Ostküste aufgewachsen“, entgegnete er schlagfertig. Kate antwortete ihm nicht, sie füllte zwei Männern ihre Getränke nach und nahm schweigend sein Geld entgegen.

Ab und an fühlte er sich im Lokal beobachtet, immerhin war er der Neue. Der Unbekannte. Der, von dem man nicht wusste, was er hier wirklich wollte. Manchmal waren es auch Kate Augen, die auf ihm ruhten, wenn sie weit genug entfernt war, auf der anderen Seite des Tresens. Ihre grünbraunen Augen würden ihm so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen.

+C+C+C+

Als sich Richard Castle in seinem Bett wiederfand, musste er feststellen, dass seine Gedanken immer wieder zu dieser Frau wanderten. Er drehte sich von einer Seite auf die andere, stand auf und trank einen Schluck Wasser. Es waren ihre Augen, die ihn gefesselt hatten und das strahlende Lächeln, das sie jedem Mann in ihrem Umkreis schenkte.

Nur wir war es so weit gekommen, dass diese junge Frau, sie konnte nicht älter als 30 Jahre alt sein, einen Saloon leitete und eine Pension besaß. Auf der einen Seite hatte er den Eindruck, dass sie vom Ort akzeptiert wurde, auf der anderen Seite, hatte er mitbekommen, wie Jefferson Blake über sie gesprochen hatte, ebenso Rafe.

Er würde ihr Geheimnis lüften, würde herausfinden, wieso sie so war, wie sie war. Und dann? Dann würde er ihr ein Buch widmen. Sie wäre sicherlich ein besserer Hauptcharakter als sein aktueller Detektiv Derek Storm, der sich zu sehr an die großen Werke von Poe anlehnte. Eine Frau im Zentrum der Handlung wäre eine Novität für ihn und dann auch noch im Wilden Westen? Würde ihm jemand diese Werke abkaufen?

+C+C+C+

Der Morgen war ruhig verlaufen. Alexis hatte ihn zwar aufgeweckt und ihm Frühstück ans Bett gebracht, zugleich aber auch berichtet, dass sie in der Früh bereits Indianer gesehen hatte, die am Rande des Dorfes vorbeigeritten waren. Das Mädchen schien fasziniert von diesen ihr fremden Menschen und Castle musste sich eingestehen, dass er es nicht erwarten konnte, sie von der Nähe zu sehen. Dass sie gefährlich waren, hatte mehrmals in der Zeitung gestanden, und dass Texas eine Ausrottungspolitik anwendete, war ihm ebenso nicht unbekannt, doch war er stets im Gedanken aufgewachsen, dass jeder Mensch ein Recht auf  Leben habe – somit gehörten auch die Ureinwohner dazu.

Von Brian Green, dem Schmied des Ortes, borgten sie sich am späten Vormittag eine Kutsche aus und ließen sich den Weg beschreiben, den Martha in einem Büchlein genau notierte. Mehrmals wurden sie von den Leuten schräg angesehen und immer wieder hatte die Familie das Gefühl, dass man über sie hinter ihrem Rücken sprach. Natürlich waren sie die neuen, doch kannte man sie nicht, wieso also urteilte man über sie?

Nach einer halben Stunde und einem Umweg kamen sie vor einem stattlichen Holzhaus an, das schon einmal bessere Tage gesehen hatte. Es war groß, hatte eine Veranda, die sich entlang der Frontseite erstreckte, eine Eingangstüre und 6 große Fenster, drei auf jeder Seite der Eingangstüre. Es stand zwischen großen Bäumen und als sie näher kamen, wurde es deutlich, dass einige Fassadenteile locker waren, das Geländer der Veranda schief. Der Anfängliche Enthusiasmus war geschwunden, als sie erkannten, wie viel Arbeit auf sie wartete.

In dem Moment, in dem der Wagen vor dem Haus stehen blieb, trat auch schon eine junge schwarze Frau heraus – in grauer Dienstboten Uniform und offensichtlich ein Kind erwartend.

„Mr. Castle?“, fragte sie schüchtern und kam ihnen einige Schritte entgegen.

Er nickte nur und ging auf sie zu, um ihr die Hand zu reichen, die sie ihm schlussendlich, nach einigem Zögern, nur sehr zurückhaltend schüttelte. „Emily Bly, aber alle nennen ich Em“, stellte sie sich mit einem Knicks vor.

Martha und Alexis begutachteten die Frau von oben bis unten. Sie war Anfang zwanzig, wenn überhaupt, hatte das krause Haar kurz geschoren und schien auf Sauberkeit und ihr Äußeres wert zu legen.  Em trat zur Seite und ließ sie ins Haus.

Außen eine Bruchbude, war es im Inneren einfach eingerichtet. Keine teuren dunklen Holzmöbel, Tapeten oder Teppiche. Die Wände waren weiß gestrichen, der Esstisch aus hellem Holz mit einigen Rändern darauf.

„Seit Mr. Townsend tot ist, hat sich niemand mehr in diesem Bereich des Hauses aufgehalten. Wir wussten nicht, wann sie kommen würden bzw. ob überhaupt jemand kommen würde. Wir Dienstboden wohnen im Hinterhaus“, versuchte sie zu erklären und zeigte in die Gegenrichtung des Eingangs. Sie führte sie in die Küche, wo sie ihnen schließlich Kaffee anbot und frische Brötchen, denn die einzige Küche auf dem Grundstück befand sich hier im Haupthaus. Nachdem sie einmal laut gepfiffen hatte, kamen noch zwei Männer ins Haus, ebenfalls dunkelhäutig. Einer, stellte sich heraus, war Ems Mann Theodor und der andere war dessen Bruder Salvador. Die beiden männlichen Angestellten kümmerten sich um die Rinder und die groben Arbeiten im und am Haus und Grundstück, wohingegen Em für die Küche und die Reinlichkeit des Hauses zuständig war.

„Hier wurde schon lange nichts gemacht, an der Fassade meine ich“, bemerkte Castle als er sich eine zweite Tasse Kaffee einschenkte.

„Unsere finanziellen Mittel sind beschränkt. Das Dach haben wir letztes Jahr repariert, damit es bei Regen nicht nass wird und wenn wir Nägel und ein paar Bretter kaufen, können wir die Veranda wieder herrichten.“ Rick nickte nur zustimmend und notierte sich benötigte Mittel.

„Wann können wir hier einziehen?“, fragte Martha schließlich, nachdem sie sich etwas über das Vieh unterhalten haben und Castle zugeben musste, dass er von der Viehzucht keine Ahnung hatte, ebenso vom Viehhandel. Theodor und Salvador versprachen, ihm alles Notwendige beizubringen.

„Wenn ich Unterstützung bekomme, am Ende der Woche?“, sagte Em leise und legte die linke Hand auf ihren stark gewölbten Bauch.

„Wann ist es denn soweit?“

„Bald.“

Als Martha Castle mit den Männern hinausschickte, um die restlichen Gebäude zu begutachten, fragte sie abermals nach dem etwaigen Geburtstermin.

„Ich weiß es nicht, Mrs. Castle.“

„Martha“, korrigierte sie die ältere Frau.

„Mrs. Martha. Wir haben hier nur Ärzte für Weiße und im Ort selbst gar keinen.“

„Es gibt hier keinen Arzt?“

„Nein, wenn wir nach einem Arzt schicken müssen, kommt dieser in drei bis vier Tagen. Aber er untersucht keine Neger wie uns.“

Martha war entsetzt. Vielleicht war ihr in New York dieser Klassenunterschied in diesem Ausmaß niemals aufgefallen, zudem hatte sie nie mit dunkelhäutigen Hausangestellten zu tun gehabt. James, der Butler, den sie Jahre lang hatten, war Brite, ebenso wie die Haushälterin, Mary, seine Frau. Mehr hatten sie sich niemals leisten können und wollen.

„Wir werden ihnen helfen“, erklärte Alexis sofort, ohne darüber nachzudenken und ohne auf die Zustimmung ihrer Großmutter zu warten. „Wenn wir morgen in der Früh kommen, werden wir Sachen aus dem Ort mitbringen und uns daran machen, das Haus auf Vordermann zu bringen, Em.“

„Danke, Miss Alexis.“

„Wie lange arbeiten sie schon hier?“

„Wir sind alle hier zur Welt gekommen. Meine Eltern starben vor einigen Jahren und Theodors wurden verlauft, als es finanziell schlecht um die Farm stand. Angeblich arbeiten sie auf einer Baumwollplantage in Louisiana. Wir haben seitdem nichts mehr von ihnen gehört.“

„Hat Townsend ihnen einen Lohn bezahlt?“

„Ja, eine kleine Summe Geld plus Kost und Logis. Wenn wir etwas brauchten, hat er es uns stets ausgeholfen. Deswegen sind wir auch noch hier.“

Martha dämmerte, dass die Geschichte wohl komplizierte war, als gedacht. Menschen als Sklaven zu halten war immer noch ein Thema, doch diesen dreien schien es nicht so schlecht zu gehen. Sie erinnerte sich aber, als in der Testamentsverlesung vorkam, dass zum Besitz auch Angestellte zählen würden. Waren damit Sklaven gemeint? Martha wusste, dass ihr Sohn niemals Menschen gegen ihren Willen beschäftigten würde und sie dieses Thema besprechen müssten. Sie hatte in den Zeitungen davon gelesen, wie mit den schwarzen Menschen im Süden umgegangen wurde, dass sie auf Märkten teilweise wie Vieh gehandelt wurden. Etwas, das für sie aus dem Norden, eine schiere Grausamkeit darstellte und undenkbar war.

„Gibt es denn eine Hebamme im Ort oder eine Frau, die sich mit Geburten auskennt?“, wollte Martha wissen, als sie die benutzten Tassen in das Becken bei der Wasserpumpe stellte, etwas Wasser in einen Topf pumpte, um diesen auf dem Herd, in dem dankenswerter Weise Feuer kokelte, zu stellen.

Em nickte nur, ohne weiter Auskunft zu geben. Martha selbst hatte vom Gebären wenig Ahnung, außer natürlich von Richards Geburt, an die sie ungern zurückdachte, denn der Schmerz war unerträglich gewesen. Wenn es so weit sein würde, würden sie Unterstützung brauchen, denn sie konnte nicht einmal Blut sehen.

Die junge Frau in der Küche zurücklassend, begutachteten die beiden weiblichen Castle Familienmitglieder das Haus und notierten sich, welche Reparaturen notwendig waren. Es wurde eine lange Liste.

+C+C+C+

Ende Kapitel 2

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Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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