Every other Friday (Dancing Queen II) – Kapitel 1

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetAnmerkungen:
Ich denke nicht, dass diese Geschichte viel Sinn macht, wenn man „Dancing Queen“ nicht gelesen hat, daher seid diesbezüglich vorgewarnt. Diese Geschichte setzt fünf Jahre nach der Geburt von Benjamin ein. Was genau in dieser Zeit vorgefallen ist, wird im Laufe der Story erzählt. Natürlich ist die Geschichte keine „glückliche“, denn ansonsten würde sie nicht aus meiner Feder stammen. HappilyEver-After ist etwas, mit dem ich mich beim Schreiben nicht anfreunden kann.
Für mich ist Musik immer ein Motor zum Schreiben, Lieder bzw. Lyrics beeinflussen mich und die Handlung der Geschichte. Dieses Mal ist es wieder, wie so oft, Reba McEntire – ich weiß, Country ist nicht jedermanns Geschmack, aber für solche Sachen wunderbar geeignet (meiner Meinung nach) und hierbei folgende Songs: „Every other weekend“ (Album: Duets, 2007) , „Invisible“ (Album: If you see him, 1998) und natürlich ein paar andere, aber das sind die wichtigsten, würde ich sagen. Wundert euch nicht, wenn es immer wieder Lyrics im Text gibt, weil z.B. Kate Beckett das eine oder andere Lied hört, oder weil ihr Phrasen bzw. Textstellen durch den Kopf gehen.

Auch wenn ihr lachen werdet, ich habe mir durchgerechnet, wie viel Geld Kate in dieser Situation mit Kredit für Wohnung, Gesundheitsversorgung/ Krankenversicherung und Schule zur Verfügung stehen würde. Ich war baff. Ich war wieder einmal verwundert, was manche Sachen kosten, die bei uns quasi kostenlos sind.

In Sachen Rating – ich setze es anfänglich auf P16, werde es aber wahrscheinlich (ihr kennt mich ja) entsprechend hochsetzen. Ich kann einfach nicht anders.

Widmung: Diese Geschichte widme ich Hummel, Citygirl, anita78, Kristiin, caskett2014, Gisme, Pfaffenkaeppchen446 und vielen anderen. Ihr habt mich brav dazu motiviert, den ersten Teil der Geschichte fertigzuschreiben.
+C+C+

Every other Friday

(Dancing Queen – II)

+C+C+

Es war ein ganz gewöhnlicher Freitagabend, beinahe wie jeder andere auch. Nur dieses Mal saß Kate nicht, wie vor zwei Monaten noch auf der gemeinsamen Couch im gemeinsamen Loft, nein, diesmal war es ein hölzerner Stuhl am ihrem neuen Esstisch über den aktuellen Rechnungen. Ihr Laptop war offen, ihre Tabellenkalkulation ebenso und sie versuchte das Haushaltsbudget zu planen. Allerdings schien es so, als würde es von Anfang bis zum Ende nicht reichen. Zumindest nicht im Moment.

Ihr Einkommen war nicht schlecht, sie hatte in den letzten Jahren die Prüfung zum Captain gemacht und leitete nun eine Abteilung – dies kam ihren drei Kindern wahrlich zugute, denn so war es möglich, dass sie sich ihr Arbeitszeiten nach den Zeiten des Kindergartens einteilte, Arbeit mit nachhause nehmen konnte und viele andere Vorteile boten sich ihr dadurch. Trotzdem war alles anders gekommen als geplant. Auf ihrem Block neben dem Laptop standen einige Sachen gelistet, die sie noch besorgen musste, um das Leben in der neuen Wohnung für die Kinder annehmbarer zu machen. Vor einigen Wochen hätte sie sich vielleicht noch ein Glas Wein gegönnt, während sie ein File las. Heute war es ein Glas Wasser. Es musste gespart werden. Für die Anzahlung der Wohnung hatte sie auf der Erbe ihrer Mutter zurückgegriffen und 150.000 Dollar quasi bar angezahlt, doch den restlichen Betrag musste sie finanzieren, immerhin hatte sie alle anderen freundschaftlich gemeinten Optionen abgelehnt. Sie wollte kein Mitleid. Vor Benjamin war sie ohne fremde Hilfe zurechtgekommen und jetzt würde es auch funktionieren – irgendwie.

Plötzlich hörte sie ein leises Weinen aus dem Zimmer einen Kinderzimmer. Auf Zehenspitzen ging sie zur Türe und sah, dank des Nachtlichts, dass Michaela sich abgedeckt hatte. Sie schritt zu ihr und deckte das kleine Mädchen vorsichtig wieder zu.

Michaela war ganze 10 Monate alt und ihr kleiner Sonnenschein. Sie war von Anfang an pflegeleicht gewesen, pflegeleichter als die beiden Jungs. Ihre großen blauen Augen hatte sie von ihrem Vater, die Haare hingegen waren dunkel und fielen in sanften Locken auf ihre kleinen Schultern hinab. Ihr gesamtes Verhalten war anders, als das ihrer Brüder. Kate kniete sich vor das Gitterbett und beobachtete ihre Tochter. Sie trug den Supermaneinteiler, den sie einst für Benjamin gekauft hatten. Sobald sie wieder das Gefühl hatte, warm eingepackt zu sein, hatte das Wimmern aufgehört. Im Gegensatz zu ihrem Bruder Charlie, schlief sie ohne Schnuller, dafür musste immer ihre Stoffpuppe Dolly bei ihr im Bett liegen, ansonsten war an das Einschlafen gar nicht zu denken.

Michaela und Charlie teilten sich ein Zimmer. Er war beinahe drei Jahre alt und hatte das blonde Haar seines Vaters, die blauen Augen von ihm, war aber in seinem Verhalten – so behaupteten zumindest alle – in seinem Verhalten, ganz die Mutter. Man konnte ihn nicht bestechen und wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann musste er seinen Willen bekommen. Es war ein ewiges Machtspiel zwischen Mutter und Sohn, das Beckett so gut wie immer gewann.

Vorsichtig ging sie aus dem Zimmer, lehnte die Türe an, bevor sie noch einen Kontrollblick in Benjis Zimmer warf. Er schlief fest in seinem Hochbett, Legoburgen türmten sich unter seinem Bett und auf seinem Schreibtisch lag immer noch das Buch, das er eigentlich bereits in seine Schultasche hätte einpacken sollen. Kate musste schmunzeln. Er war ein leichter Chaot. Ganz der Vater. Jeden einzelnen Tag erinnerte er sie so sehr an Castle, dass ihr manchmal die Tränen in die Augen stiegen, wenn sie sich daran erinnerte, was er ihr angetan hatte.

–Rückblende: Vor 3 Monaten —

„Alexis, ich gehe noch Brötchen holen für das Frühstück, kannst du inzwischen kurz auf die Kids aufpassen“, fragte Kate ihre Stieftochter, die gerade dabei war, aufzustehen.

„Kein Problem.“

„Sie sind eh noch im Bett, aber falls …“

„Es ist wirklich kein Problem. Geh nur.“ In den letzten Jahren waren diese zwei Frauen zusammengewachsen. Alexis war anfänglich von Benjamin zwar begeistert gewesen, aber nachdem sie gemerkt hatte, wie viel Arbeit es war, sich um solch ein kleines Wesen zu kümmern, hatte sie sich sogar zurückgezogen. Das erste Jahr war hart gewesen. Für alle. Benjamin hatte es sich in den Kopf gesetzt ein absolutes Mama-Kind zu sein. Oftmals war es Kate nicht einmal möglich gewesen, einen Schritt ohne ihn zu machen, einen Nachmittag ohne ihn zu verbringen, da er, bis er 9 Monate alt war, an Kates Brust hing, als gäbe es keine andere Möglichkeit. Alle Versuche ihn zu entwöhnen waren fehlgeschlagen.

Nun, da drei kleine Kinder da waren, war Alexis die große Schwester, die bewunderte große Schwester, besonders wenn es um Benjamin ging. Er liebte sie abgöttisch. Sobald sie etwas zu ihm sagte, machte er es, ohne es auch nur in Frage zu stellen. Charlie hingegen, Charlie war kompliziert und Michaela noch ein Baby. Trotzdem kümmerte sich Alexis gerne um die Kinder, verbrachte gerne Zeit mit ihnen – eigentlich jede freie Minute. Es waren die Geschwister, die sie nie gehabt hatte.

+C+

Beim Bäcker an der Ecke angekommen, stand Kate länger an der Kassa als geplant und so blätterte sie die aufliegenden Magazine durch. Plötzlich blieb ihr der Atem aus. Sie blätterte zurück und sah Castle. Ihren Rick. Aber nicht nur, dass er am Arm einer anderen Frau abgelichtet worden war, nein, diese Bilder zeigten viel mehr. Viel, viel mehr. Sie küssten sich und dabei saß diese Frau – bei genauem Hinsehen erkannte Beckett sie: Gina – auf seinem Schoß.

Rasch zahlte sie für das Magazin und die Brötchen. Tränen standen ihr in den Augen und Verwirrung zeichnete sich auf ihrer Stirn ab. Wie konnte das nur sein.

Im Hauseingang blätterte sie das Magazin erneut durch. „Der Bestsellerautor Richard Castle wurde gemeinsam mit seiner Verlägerin Gina Cowell am Lido in Venedig gesichtet, wie sie sich mehr als nur unterhielten.“ Die Bildunterschrift war eindeutig. Die Bilder waren eindeutig. Gina mit ihrem perfekten Körper, den perfekten blonden Haaren – dem perfekten … alles an ihr war einfach perfekt. Sie saß, lediglich im Bikini in Ricks Schoß und sie küssten sich. Innig.

–Ende Rückblende—

Abermals setzte sie sich an den Küchentisch und klammerte einige belanglose Sachen ein, die sie aktuell nicht wirklich benötigte, die warten konnten. Irgendwie würde sich alles ausgehen. Der Vorteil war, dass sie noch ein paar Wochen Zeit hatte, um sich zu entscheiden, ob sie Michaela wirklich in eine Day-Care-Einrichtung geben würde oder das Angebot ihrer Nachbarin, auf ihre Tochter aufzupassen, wahrnehmen würde. Die Nachbarin, eine geschiedene junge Frau, hatte selbst ein Mädchen im Alter von Charlie. Ihr Vorteil war es, dass ihr Mann genügend Unterhalt zahlte, damit sie nicht arbeiten gehen musste.

Katya, eine gebürtige Russin, und Kate hatten sich bereits nach wenigen Tagen angefreundet und sie hatte ihr offeriert, Michaela zu nehmen, da sie sowieso mit ihrer Tochter zuhause war. Als Beckett frage, was es kosten würde, lachte die junge Frau nur und erklärte ihr, dass sie kein Geld brauchte, es wäre ihr aber lieb, wenn Kate mit ihr die Sprache lernen würde. So verbrachte Kate zwei Abende pro Woche mit Grammatiklektionen und Rechtschreibübungen, im Gegenzug holte Katya Benjamin und Charlie aus dem Kindergarten ab und versorgte die Kinder, bis sie vom Revier nachhause kam. Was sie ohne diese junge Frau machen würde, war Kate nicht klar.

Es war bereits spät, als Kate die finale Kalkulation erstellte und erkannte, dass es sich, sofern nichts passieren würde, ausgehen könnte, dieses Monat alles Notwendige unter Dach und Fach zu bekommen.

Erschöpft ging sie schließlich in ihr Schlafzimmer, das noch so unglaublich leer wirkte. Das Bett, das sie einst einmal in ihrem alten Schlafgemach gestanden hatte, das sie damals in einen Storage-Room eingelagert hatten, hatte sie mit Esposito gemeinsam wieder aufgestellt, einige der anderen Möbel ebenso.

Immer wieder stand sie vor diesem Bett und musste sich an die schönen Nächte erinnern, die sie darin verbracht hatte. Nur als das zweite Kind unterwegs war und sie schlussendlich geheiratet hatten, hatte Rick sie dazu überredet, das zweite Schlafzimmer aufzugeben und sein Schlafzimmer zu teilen. Alexis war schließlich in ihr altes Zimmer gezogen, Martha vorübergehend in das alte Kinderzimmer von Benjamin und für die Kinder hatten sie die anderen zwei Zimmer hergerichtet. Es war damals ein großer Schritt gewesen, den sie aber gerne gegangen war.

Damals hatte sie nicht damit gerechnet, dass sie jemals wieder eine Nacht in ihrem alten Bett schlafen würde. Niemand hatte es vermutet.

Aus dem Badezimmer holte sie noch die frisch getrocknete Wäsche und begann diese, obwohl es kurz vor Mitternacht war, zusammenzulegen. Es gab jeden einzelnen Tag Wäsche und das war eine der wenigen Luxusanschaffungen gewesen – eine Waschmaschine und ein Trockner, um sich den Gang in die Hauseigene Waschküche zu ersparen, die jedem zur Verfügung stand.

Als sie das kleine T-Shirt „Daddy’s perfect Angel“ glattstrich, kamen ihr die Tränen und dieses Mal ließ sie ihnen freien Lauf. Es war Charlie gewesen, der dieses T-Shirt von Rick bekommen hatte, als sie einmal gemeinsam einkaufen gewesen waren. Damals war die Welt noch heil gewesen.

Rückblickend war ihre Ehe nicht perfekt gewesen. Jedes Baby machte Kate etwas unsichtbarer, mit jedem Kind trat sie mehr in den Hintergrund und wurde unwichtiger für Rick. Aber konnte man ihm das denn negativ anrechnen? Nein. Er war ein guter Vater, wenn auch oft unterwegs, um seine Bücher zu promoten. Bei dem Wort „promoten“ bekam sie oftmals nicht einmal Luft. Wenn sie daran dachte, kamen ihr immer wieder die Bilder aus den Magazinen vor ihr geistiges Auge – es war ja nicht bei der einen Fotostrecke geblieben. Es folgten zahlreiche andere. Fotos, die jeder am Revier sehen konnte. Bilder, die dazu führten, dass jeder sie mitleidig angesehen hatte.

Doch sie war mit hoch erhobenem Kopf durch das Revier gegangen und hatte sich nicht anmerken lassen, wie sehr sie all das beschäftigte. Sie hatte alles getan, um offiziell stark zu sein. Nur zuhause war sie zusammengebrochen und das hatte sie weder von Alexis noch Martha geheim halten können. Allerdings hatten diese die Fotos bereits gesehen, bevor Kate sie wissen ließ, dass sie eine Entscheidung getroffen hatte.

Martha hatte ihr zwei Tage versucht auszureden, einfach auszuziehen, aber die junge Frau war fest entschlossen, allerdings hatte sie rasch bemerkt, dass es sinnlos war. So hattesie ihr bei der Suche nach einer Wohnung geholfen und arbeitete somit eigentlich gegen ihren Sohn. Die Schauspielerin wollte sich in die Ehe der beiden nicht einmischen – weder damals noch heute – und hatte gehofft, dass Rick frühzeitig aus Europa zurückkommen würde. Von selbst. Ohne Aufforderung. Denn Kate hatte nur selten auf seine Anrufe reagiert, lediglich mit ihm gesprochen, wenn sie in diesem Moment Ruhe hatte und zuhause war; denn es hatte ihr stets viel Konzentration gekostet, bei diesen wahrlich oberflächlichen Gesprächen, nicht zusammenzubrechen, ihn anzuschreien.

–Rückblende: Vor 2 Monaten—

„Du kannst ihm nicht einfach die Papiere auf dem Tisch liegen lassen“, sagte Martha forsch, als Kate, nachdem sie die letzte Kiste in ihr Auto gebracht hatte, ein letztes Mal in das Loft kam.

„Und wieso nicht? Es ist ja nicht so, als hätte er mich über Gina aufgeklärt.“

„Katherine …“

„Martha, bitte“, sagte sie leise, die Tränen standen ihr in den Augen, ihr Gesicht war fahl. Martha hatte den Verfall der jungen Frau mitangesehen. Sie hatte kaum mehr gegessen, wenig geschlafen und war nur noch für Job und Kinder existiert. Jeglicher Diskussion war sie aus dem Weg gegangen. Jedem Versuch von Alexis oder Martha sie zum Bleiben zu überreden ebenso.

„Es ist das Beste. Für uns alle“, waren Kates letzte Worte, bevor sie zu den Scheidungspapieren, die neben einem Stapel Magazine lagen, in denen alle passenden Artikel mit Post-ist markiert waren, legte. Von ihrem Schlüsselbund löste sie den Schlüssel für die Garage und das Loft.

„Katherine, bitte …“

Ohne ein weiteres Wort zu sagen, zog sie die Türe hinter ihr ins Schloss und fuhr mit einem angepackten Wagen in ihr neues zuhause. In ihre eigenen vier Wände. Zu ihren Kindern. Ihrem Ein und Alles.

–Ende Rückblick –

+C+C+

Ende Kapitel 1

+C+C+

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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