Another – Kapitel 2

stanathanA/N: Teil zwei ist sicherlich nicht so „steamy“ und lasst uns einmal die Perspektive ändern … ich habe das gesamte Kapitel erst einmal in gemischter Perspektive geschrieben, um dann festzustellen, dass es mir nicht gefällt.

++++++

Einmal wachte sie in den frühen Morgenstunden kurz auf, lange bevor die Sonne aufging. Sie hatten es getan. Sie hatten die Nacht mitsammen verbracht. Eine unglaubliche Nacht war es gewesen, niemals hatte sich Stana erträumen lassen, dass Nathan so sein würde – intensiv. Explosiv. Sanft und zugleich hart und fordernd.

Sehr gerne hätte sie sein schlafendes Gesicht studiert, doch umklammerte sein Arm sie zu fest, um sich wirklich bewegen zu können. So schmiegte sie sich abermals an seine starke männliche Brust, saugte seinen warmen Geruch in sich auf – ein Hauch von Parfum und einfach Nathan. Jegliche Zweifel hatte er zu Nichte gemacht.

Doch als sie das nächste Mal erwachte, lag unter ihrem Gesicht lediglich ein Polster. Die wandernde Hand fand lediglich kalte Laken neben ihr vor. War es alles nur ein Traum gewesen, eine Illusion? Es dauerte lediglich einen kurzen Augenblick, ein Strecken und Aufrichten, das sie merken ließ, dass sie sehr wohl Sex gehabt hatte, mehr als in den letzten Monaten, als in den letzten Jahren und all das in einer Nacht.

Stana zog die dunklen Laken über ihre entblößte Brust, entdeckte dabei den Zahnabdruck auf der Seite ihrer Brust. Wann war dies passiert? Ein kurzes Lächeln tanzte über ihre Lippen in der Erinnerung an seine Lippen. Vorsichtig stand sie auf, ihre Beine schienen ihr nicht ganz zu gehorchen. Sie tapste den Gang entlang in die Küche, nach einem Blatt, einem Zettel mit einer Nachricht von Nathan. Doch nachdem sie die Wohnküche abgegangen war, das Badezimmer aufgesucht hatte und abermals im Schlafzimmer stand, musste sie erkennen, dass er einfach gegangen war.

Hatte es ihm denn nichts bedeutet?

Es sah aus, als hätte er jegliche offensichtliche Erinnerung an die letzte Nacht ausgelöscht. Die Sektgläser standen in der Abwasch, seine Auszeichnung war verschwunden. Ihr Kleid lag ordentlich ausgestreift auf er Rückseite der Couch, als hätte sie es dort aufgelegt.

Tränen stiegen ihr in die Augen.

+S+T+A+N+A+T+H+A+N+

6 Wochen später

Stana saß, warm eingepackt, auf der Terrasse ihres Hauses. Es war ein außergewöhnlich kühler Februartag. Ihr Hund lag ihr zu Füßen, der einjährige Schäferhund mochte es, auf den warmen Terrakotta-Fliesen ein Nickerchen zu machen, nachdem sie eine Stunde im Garten mit dem Ball gespielt haben. Er war solch ein verspielter kleiner Kerl. In den letzten Wochen war er aber den Großteil der Zeit bei ihren Eltern gewesen, da sie so viele Termine gehabt hatte, dass sie, ihrer Ansicht nach, nicht genügend Zeit für ihn gehabt hatte.

Viele Termine. Verschiedene Kleider, Frisuren, Schuhe und unterschiedlichsten Schmuck hatte sie der Öffentlichkeit präsentiert und kein einziges Mal war Nathan in ihrem Haus wieder aufgetaucht. Jeden Abend hatte sie eine halbe Stunde im Kleid des Abends auf ihn gewartet.

Das Gefühl, das sie überkommen hatte, konnte Stana eigentlich nicht beschreiben, weil sie es zuvor nie erlebt hatte. Es war eine Art von Verlangen, Hoffnung gemischt mit Lust, aber auch intellektueller Stimulation.

In den letzten Wochen während der Dreharbeiten hatte er sich nur geringfügig anders verhalten als vor der Nacht, die sie gemeinsam verbracht hatten. Er schien aufmerksamer und wenn er sie küsste, sie berührte, überkam sie ein anderes Gefühl, als würde er es nicht nur spielen sondern meinen, auch wenn er einfach gegangen war, ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Ohne sich an dem Tag auch nur zu melden, bevor sie mit dem Dreh begonnen hatten.

Vielleicht hatte sie an dem Morgen, als sie aufgewacht war und realisiert hatte, dass er weg, kommentarlos verschwunden war, geweint. Vielleicht hatte es ihrem Herz einen Stich gegeben. Aber in all den Wochen hatten sie kein Wort darüber verloren. Die Situation schien etwas angespannt, zwischen ihnen, zumindest hatte Stana den Eindruck, und fragte sich ab und an, ob die Crew es auch mitbekommen hatte. Sie gingen einander nicht aus dem Weg, aber die Späße waren weniger geworden, es schien eine ernstere, kühlere Atmosphäre zu herrschen, wenn sie drehten.

Es klopfte und Stana schreckte hoch.

Die Decke auf der Terrasse zurücklassend, ging sie zur Eingangstüre, die seit der Nacht immer absperrte, und öffnete diese, ohne zu fragen, wer davor stand.

Kris.

Innerlich stöhnte sie auf. Gerade in einem Augenblick wie diesem, einem Moment der inneren Ruhe, kam er vorbei, um mit ihr zu sprechen.

An dem einen Morgen  hatte sie dann seine zahlreichen Nachrichten gelesen und sich über sich selbst und ihn geärgert. Die Beziehung, die sie führten, war ein Akt der Bequemlichkeit, dem sie nun entkommen wollte, eigentlich hatte sie schon lange gewusst, dass es nicht funktionierte, dass etwas fehlte, um sie wirklich glücklich zu machen. Doch war er ein Mann, den es nicht störte, in seinem eigenen Haus zu wohnen und damit leben konnte, dass sie wenig Zeit für ihn hatte. Im Sommer waren sie gemeinsam in Europa gewesen, und das erste Mal in all den Jahren waren Bilder im Netz aufgetaucht, auf denen sie einander küssten. Aber war es Liebe? Stana hatte sich diese Frage vermehrt in den letzten Wochen gestellt, denn sie hatte erkannt, dass sie für Nathan etwas empfand, dass sie bei Kris niemals gefühlt hatte. Abgesehen davon, hatte er Grenzen überschritten…

Sie ließ ihn das Haus betreten und zog die graue Strickjacke, die sie in der Mongolei gekauft hatte, etwas enger um sich.

„Was möchtest du?“

„Mit dir sprechen, Liebes.“

„Kris, du weißt ganz genau, dass es aus ist. Es reicht.“

„Du musst mir eine Chance geben, Stana. Wir haben so viele Jahre … ich meine … du weißt … ich habe es nicht so gemeint.“

„Nein? Ich habe es anders empfunden.“ Und aus Reflex griff sie sich auf die Wange, wo seine Hand damals gelandet war. In den ersten Augenblicken hatte sie ihn damals gehasst, mit allem was sie hatte. Dann hatten Tage existiert, an denen sie den Fehler für seine Reaktion bei sich gesucht hat. Darauf waren Stunden und Tage gefolgt, an denen sie sich eingeredet hatte, dass solch ein Verhalten schon einmal vorkommt und man darüber hinwegsehen konnte.

Es hatte nicht viel Make-up benötigt, um die dezente Verfärbung zu verbergen. Niemand hatte es gemerkt oder zumindest waren alle so taktvoll gewesen, keine Fragen zu stellen.

„Ich habe deine Sachen hier zusammengesucht“, erklärte sie ihm und deutete auf eine Plastiktransportbox,  „und ich würde dich bitten, Kris, sie heute mitzunehmen.“

„Du schläfst mit einem anderen.“

„Nein.“

„Du schläfst mit Nathan.“

„Kris bitte.“

Stana sah, wie er wütender wurde, die sein prominenter Nacken sich verspannte, seine Gesichtszüge sich verhärteten und seine Fäuste sich ballten. Angst kroch ihr den Rücken hoch.

Unerwarteter Weise, läutete ihr Mobiltelefon und ohne ein Wort zu sagen, ging sie zum Küchentresen und hob ab. Es war eigentlich nicht ihre Art, einer Konfrontation zu entfliehen, doch in einer Situation wie dieser, wollte sie ihm keine Chance geben, etwas zu machen, das er später bereuen würde, denn sie würde ihn nicht schützen, sondern gegenteilig handeln und ihn anzeigen – das war ihr festes Vorhaben, das sie gefasst hatte, als sie am Morgen nach seinem „Ausrutscher“ begonnen hatte, den blauen Fleck abzudecken.

Es war Molly. Innerlich stöhnte Stana auf. Ihr Serien-Stieftochter.

„Guten Morgen, Liebes“, sagte sie lieblich in den Hörer, wissend, dass es genau die Person war, mit der sie aktuell nicht telefonieren wollte. Das junge Mädchen begann loszureden, dass es ihr leid täte, dass sie sie tags zuvor am Set so angeflogen sei und erzählte etwas – Stana hörte nicht einmal mehr zu. Sie nickte, machte die passendenden „Mhmm“-Geräusche, an den notwendigen Stellen und zeigte wiederholt auf die Kiste, die Kris‘ Habseligkeiten beinhaltete. Wutentbrannt griff er nach dieser, nahm sie und verließ stampfend das Haus.

In dem Augenblick, als Stana die Türe hinter ihm abschloss und den Riegel vorlegte, fiel ihr innerlich ein Stein von Herzen. Er war ein großer Mann mit unbändiger Kraft, er trainierte mehrmals pro Woche mit einem Boxprofi, liebte sportliche Herausforderungen und wenn er wirklich wütend werden würde, dann hätte sie keinerlei Chance gegen ihn.

Eine ihrer Schwestern hatte sie vor Jahren einmal vor ihm gewarnt. Wenn man jung war, wollte man solche Sachen nicht wahrhaben, nicht sehen, daher hatte sie genau gegenteilig gehandelt. Viele Jahre waren seitdem vergangen, viel Wasser die Flüsse hinabgeflossen.

Samy bellte und weiter in Gedanken versunken, öffnete sie ihm die Terrassentüre und ließ ihn ins Haus stapfen. Ihr kleiner Liebling wollte Aufmerksamkeit, viel Aufmerksamkeit, besonders da sie in den letzten Wochen so wenig Zeit mitsammen verbringen konnten.

Ihr Handy piepste und sie griff in den Jackentasche und zog es heraus. Zweimal blickte sie auf die Nachricht, die sie erhalten hatte – mehr als sie sich jemals erwartet hatte. Eine Summe, die dem Alternative Travel Project zugutekommen würde. Sie konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, war es doch zu schön zu sehen, dass ihre Fans nicht nur ihre filmische Arbeit unterstützten, sondern auch ihre anderen Projekte, Projekte, die ihr wahrhaftig am Herzen lagen.

Man hatte alle Erinnerungsstücke, die sie für die Auktion zur Verfügung gestellt hatte, ersteigert und es war, wenn sie die Preise rasch überschlug, mehr als zu erwarten gewesen wäre, zusammengekommen. Alles war für einen guten Zweck, auch wenn es ihr nicht leicht gefallen war, sich von dem einen oder anderen Stück zu trennen.

Doch nachdem Nathan einfach gegangen war, sie in den darauffolgenden Tagen keinen Laut über diese Nacht verloren hatte, war es ein Reflex gewesen, das T-Shirt, das sie damals beim Vorsprechen getragen hatte und ihn immer an ihn erinnerte, für das Projekt zu opfern. Niemals hatte sie es mehr angehabt, gewaschen oder dergleichen. Sie hatte erfahren, dass sie die Rolle bekommen würde, hatte es ausgezogen – niemals hatte sie damit gerechnet, dass man ihr diese Neuigkeit am selben Nachmittag verkünden würde – und in eine Box gelegt. Ihr Glücksleibchen.

+S+T+A+N+A+T+H+A+N+

Jeden Morgen, wenn sie aus ihrem Trailer stieg, fühlte sich Stana beobachtet von ihm. Wieso war er in den frühen Morgenstunden geflohen und hatte sie mit all ihren Gedanken alleine gelassen?

Da sie nun ein verheiratetes Paar mimten, kam es immer öfter zu Berührungen, Küssen und Dergleichen und immer wieder fühlte sie sich unwohl bei dem Gedanken, ihn küssen zu müssen und zu wissen, dass es für sie mehr bedeutete und für ihn lediglich eine Nacht gewesen war. Eine Nacht, die er offenbar in seinem Hinterkopf abgelegt und mit dem Etikett „Fehler“ versehen hatte. Manchmal musste sie sich gut zureden, um nicht zu weinen. Zuhause hingegen ließ sie ihren Tränen immer öfter freien Lauf. Wenn niemand sie sah, konnte niemand sie verurteilen oder Fragen stellen. Sie war immer schon eine sehr private Person gewesen, daher traute sich niemand von der Crew ihr Verhalten zu hinterfragen – sie zog sich öfter in den Trailer zurück, verbrachte weniger Zeit mit ihren Schauspielerkollegen als zuvor. Manchmal fragte sich Stana, ob es überhaupt jemandem augefallen war, dass sie Nathan offensichtlich aus dem Weg ging und diese nur genügend Taktgefühl besaßen. Oder wussten sie bereits, was passiert war?

Die Gerüchte besagten, dass Nathan Mikaela verlassen hatte. Andere sagten, sie habe ihn in den Wind gesetzt. Die Dritten behaupteten, es wäre zu einem großen Wortgefecht in einem Restaurant gekommen, sie hätte ihn angeschrien und daraufhin habe er ihre Kleidung und andere Habseligkeiten in einer Kiste vor die Haustüre gestellt, die Schlösser ausgetauscht und begonnen diverse Veränderungen in seinem Haus vorgenommen. Natürlich hätte Stana gerne gewusst, was wahr war, doch traute sie sich nicht zu fragen, denn das würde bedeuteten, dass sie mit ihm alleine sein musste. Und das könnte sie nicht, ohne ihn wissen zu lassen, dass sein Verhalten sie mehr als nur verletzt hatte. Oder hatte er Letzteres bereits bemerkt? Küsste sie ihn auf eine andere Weise?

Jeder einzelne Kuss in ihrem Skript führte dazu, dass wenn sie ihre Augen schloss, ihn vor sich sah, in seinem Smoking, mit offenem Hemd. Dann ohne. Dann spürte sie, wie Wärme in ihr aufstieg, es sie erregte, weil sie sich daran erinnerte, wie er sich angefühlt hatte. In ihrem Mund. In ihr.

Sie war Mikaela nicht sehr oft begegnet, hatte aber bemerkt, wie besitzergreifend die junge Frau gewesen war, wenn es um Nathan ging. Einige Male hatte sie von Tamala gehört, wie eifersüchtig sie sein solle und dass sie, Stana, ein ständiges Streitthema sei. Natürlich wollte sie dies nicht glauben, denn sie hatte Nathan stets alles Glück der Welt gewünscht … nur aktuell empfand sie etwa anders. Die Wut in ihr wollte einfach nicht abflachen oder war es eher die Enttäuschung?

Stana stieg aus dem Trailer, Skript in der Hand und ging im Geiste noch einmal ihre Zeilen durch. Man hatte ihr Haar locker geflochten und ihr ein einfaches blaues T-Shirt und eine Jeans angezogen – endlich einmal keine hoch geknöpfte Bluse, hatte sie gedacht. Nathan stand bereits auf dem kleinen Plätzchen vor den Trailern und wartete offensichtlich auf sie. Stana erkannte, wie seine Augen ihre Beine entlang wanderten.

„Nathan … passt etwas nicht?“, fragte sie und neigte den Kopf. Blicke, wie diese, machten sie nervös.

„Nein, nein … dieses Blau.“

Rasch blickte Stana an sich hinab und realisierte, was er meinte. „Ich glaube, wir hatten dieses Blau schon einmal.“

„Halstuch“, murmelte er lediglich.

Etwas verwirrt und zugleich verwundert sah sie Nathan an und ging schließlich an ihm vorbei in Richtung des Autos.

Die Dreharbeiten an diesem sonnigen aber kühlen Frühlingstag verliefen ohne weitere Zwischenfälle. Mehrmals schaffte es die Crew, Stana ein Lachen zu entlocken und wenn sie lachte, blickte Nathan mit einem Lächeln auf.

„So und nun die letzten zwei Szenen. Wir fahren in etwa zehn Minuten zu den Outdoorlocations für die letzte Szene der Folge. Stana, hast du die Änderungen gelesen?“, fragte Andrew Marlowe und deutete auf das bunte Blatt, das er in Händen hielt.

„Natürlich.“

Marlowe war zwischen einigen Szenen auf sie zugekommen und hatte ihr ein Blatt in die Hand gedrückt, den typischen bunten Zettel, der erkennen ließ, dass es sich um eine Skriptänderung handelte.

Sie würden, nach einer Folge gefüllt mit Verfolgungsjagden, Schießereien und Selbstzweifel Becketts, in den Hamptons einen romantischen Abend bei einem Picknick verbringen. Dafür hatte die Garderobe bereits ein anderes Outfit hergerichtet, das Stana tragen sollte und dann hatte man ihren Text geändert. Viele Male waren ihre Augen über die Zeilen gewandert und immer wieder kam ein großes Maß an Unsicherheit in ihr auf,  würde sie ihm diese Worte wirklich ins Ohr flüstern können, um die Reaktion, die Andrew haben wollte, hervorzurufen? Es war eine einmalige Angelegenheit, das hatte Marlowe sie sofort wissen lassen.

Stana zog den kurzen geblümten Rock über die Hüfte und verschloss ihn. Er war weiß und hatte ein zartes aufgedrucktes Blumenmuster auf der unteren Stoffschicht, die von einer durchsichtigen umspielt wurde. Dazu trug sie ein weißes Garntop mit dazugehöriger Jacke – ein konservativ wirkendes Twinset mit tiefem V-Ausschnitt, das kaum ihren Büstenhalter verbergen konnte.

Als sie bereits aus dem Wagen ausstieg, war ihr kühl. Am liebsten hätte sie das Tuch wieder, das sie am Nachmittag getragen hatte. Ihre innere Unsicherheit ließ es auch nicht wärmer wirken.

Man legte eine Picknickdecke aus, stellte einen Picknickkorb auf und begann die Szene passend auszuleuchten. Sie drehten solche Szenen selten im Freien, meist wurde eine Bluebox verwendet. Nathan setzte sich, blaue Jeans und ein Poloshirt tragend, auf die Decke und wartete scheinbar auf sie. Szenen wie diese verlangten nicht nach viel Text. Stana setzte sich neben ihn, strich sich durch ihr offenes Haar und wurde zu Kate Beckett, auch wenn es ihr immer schwerer fiel in Situationen wie dieser seit der Nacht der People’s Choice Awards.

„Action“, ertönte es von hinter der Kamera.

„Ich bin froh, dass Dora wieder bei ihrer Mutter ist“, erklärte Stana und griff nach dem Glass mit dem Champagner.

„Eine Mutter sollte niemals von ihrem Kind entfernt werden.“ Die Kamera zoomte an Stana heran, die laut Skript an ihre Mutter denken sollte.

„Niemals.“ Doch dann erhob sie sich, kniete vor ihm und setzte sich rittlings auf seinen Schoß. Nathan schien offensichtlich verwundert, griff nach ihrer Taille und blickte sie fragend an, spielte aber mit, als wäre es stets im Skript gestanden. Sie streifte die Jacke ab und begann ihre Lippen, so wie Marlowe es verlangt hatte, seinen Hals hinauf zu bewegen, platzierte kleine Küsse auf der rauen Haut, die eine Rasur dringend nötig hatte. Nathans Hände rutschten unter das Top und einen kurzen Augenblick wollte sie ihn mahnen, dies nicht zu machen, doch sie waren warm. So warm.

Obwohl Stana alles tat, um seine Erektion zu ignorieren, konnte sie es nicht und sank nieder. Wollte sie ihn quälen? Denn als sie ihn so intim berührte, hisste er ihr ins Ohr, umfasste ihre Taille fester, als wollte er sich festkrallen.

Innerlich musste Stana lachen. Wenn er nur wüsste, was sie ihm nun ins Ohr flüstern würde. So küsste sie ihren Weg zu seinem Ohr, presste ihre Brust an die seine und ihr Becken gegen seine offensichtliche Reaktion.

Vorsichtig biss sie in sein Ohrläppchen, saugte es in ihren Mund. Dann glitt ihre Zunge in sein Ohr, während sie sich eingestehen musste, dass es sie unglaublich erregte, Nathan so nahe zu wissen, ihre Brust wurde schwerer, das Atmen ebenso und es gierte ihr nach seinen Händen auf ihrer Haut. Immer wieder überkam sie die Erinnerung an die gemeinsame Nacht – wie er tief in ihr war. Seinen warmen Atem auf ihrer über sensiblen Haut. Seine Lippen an ihrer Brust. Die Finger an ihren Hüften, in ihrem Haar, an ihrem Po.

Nathans Erektion presste köstlich gegen sie und am liebsten hätte sie ihr Becken fester gegen sie gepresst, sich kreisend bewegt, um ihr Erlösung zu bringen. Doch stattdessen löste sie ihren Mund leicht von seinem Ohr und flüsterte: „Ich bin schwanger …“, und fügte nach einer langen Pause „Rick“ hinzu.

„Cut“, ertönte nach einem Augenblick, Stana stand auf und strich ihren Rock glatt. Scheinbar hatten ihre Worte die Wirkung gehabt, auf die Andrew es abgezielt hatte – denn Nathans Gesichtsausdruck war unbeschreiblich. Eine Mischung aus Angst und Freude, Verwunderung und Hochjauchzen. „Abfahrt in 10 Minuten“, erklärte Andrew und die Crew begann zusammenzupacken.

Stana ging in seine Richtung, die Jacke gerade wieder anziehend und dankend nahm sie die Jeansjacke entgegen, die mit an ihr mitgenommen hatte. „Sehr gut gemacht“, lobte Marlowe sie. „Genau so habe ich mir das vorgestellt. Wie bei O’Hara und Wayne in „Der Sieger“.“

Fragend sah Stana ihren Chef an. „In der letzten Szene des Filmes, ein alter Film aus der frühen Farbfilmzeit, flüstert Maureen O’Hara John Wayne etwas ins Ohr. Niemand weiß, was es genau gewesen ist und sie hat sich immer bedeckt gehalten, nicht einmal in ihrer Autobiographie wollte sie den Rest der Welt wissen lassen, was es gewesen war. Auf alle Fälle ist aber das Resultat phänomenal gewesen – Wayne brachte kein einziges Wort vor Erstaunen heraus. Sie hatte ihn sprachlos gemacht. Und jetzt schau dir Nathan an. Er sitzt immer noch sprachlos auf er Decke.“

Alle die in Stanas Nähe standen, drehten sich um und sahen den immer noch sprachlosen Nathan auf der Decke sitzen. Er war ein schöner Mann, groß gewachsen, muskulös mit ein paar Kilogramm zu viel auf den Rippen, aber das störte Stana nicht. Seine großen blauen Augen, sein ansonsten stets vorhandenes Lächeln und seine großen Hände. Kein Mann in ihrem Leben hatte bisher diese perfekte Kombination aus großer Nase, Händen und anderen männlichen Attributen mitgebracht – Stana spürte, wie Röte ihren Hals hinaufstieg. Gut, dass es bereits dunkel war und die Scheinwerfer auf die Crew ausgerichtet waren, die dabei waren, alles in Boxen zu packen.

Susan, die mit auf das Outdoor-Set gefahren war, nahm Stana zur Seite. „Was hast du ihm ins Ohr geflüstert?“, fragte sie neugierig und die junge Schauspielerin wusste, dass es unmöglich war, vor ihr ein Geheimnis zu bewahren, also reichte sie ihr das bunte Blatt, das sie zuvor in ihre Jeansjacke gesteckt hatte. Plötzlich lachte die Rothaarige laut auf und riss mit diesem auch Nathan aus seiner Trance.

„Mit solchen Worten kann man jeden Mann schockieren.“

Stana nickte nur. Vorsichtig ging sie auf Nathan zu, die Hände in den Jackentaschen und blickte ihn mit einem Lächeln an.

„Ist das dein Ernst?“, fragte er so leise, dass die Umgebung nicht hören konnte.

„Nathan, natürlich nicht.“

„Ich dachte schon …“

„Ich habe doch Rick gesagt.“

„Da war mein Hirn scheinbar bereits außer Funktion.“

Am liebsten hätte Stana laut gelacht, aber ihr war nicht nach Lachen zumute. Vielleicht hätte sie ihn ohrfeigen sollen, ihm sagen, dass man so nicht mit ihren Gefühlen spielte. Man verließ sie nicht in den frühen Morgenstunden und man sprach mit ihr über Sachen, die vorgefallen waren. So ging man mit ihr einfach nicht um. Umso länger sie darüber nachdachte, umso mehr kochte sie.

Nathan stand auf und griff nach ihrer Hand, als sie dabei war, sich von ihm wegzubewegen.

„Wir müssen reden.“

„Es ist schon spät.“

„Bitte, Stana“, flehte er förmlich.

Nach kurzem Überlegen willigte sie ein und erkannte, dass es eine Notwendigkeit war, dass sie mitsammen sprechen. Sie zogen sich um und als Stana aus ihrem Truck stieg, das Haar ausgebürstet, in Jeans und einem hellblauen langärmeligen Top, Tuch und Lederjacke. Nathan wartete schon auf sie und hielt ihr einen Helm entgegen. War er mit dem Motorrad gekommen? Stana war verwundert, ansonsten pflegte Nathan immer seine Corvette zu fahren. Ohne etwas zu sagen, setzte sie den Helm auf und glitt hinter ihm auf den breiten Sitz seiner Harley Davidson Fat Boy. So, als würde sie es ständig machen, griff sie um seine Taille und presste die Innenseite ihrer Oberschenkel um seinen Po und entlang seiner Beine.

Gemeinsam cruisten sie durch die Nacht, quer durch Los Angeles, schlängelten sich den einen oder anderen Stau und es dauerte nicht lange, bis sie in die Stana bekannte Umgebung von Nathans Haus kamen. Sein Haus hatte einen hohen Zaun, ein Sicherheitssystem – Sachen, auf die sie keinen Wert legte. Sie fühlte sich sicher. Es gab eine Alarmanlage in ihrem Haus, die sie dann einschaltete, wenn sie längere Zeit nicht zuhause war, um Einbrecher abzuschrecken – doch diese würden bei ihr nicht viel finden, da sie auf der einen Seite einen Safe besaß und auf der anderen Seite, auf teure Wertgegenstände verzichtete. Ihre Erinnerungen an ihre Reisen waren Erinnerungsstücke mit persönlichem Wert. Die Kleinigkeiten, wie Fotos, würde man nicht stehlen. Es war ganz einfach.

Ohne zu sprechen glitt sie vom Sitz und nahm den Helm ab, als sie wieder fest am Boden stand. Es war ein eigenartiges Gefühl – das Motorradfahren stand für sie immer noch für ein gewisses Maß an Freiheit und genau so hatte sie sich jetzt auch gefühlt. Der Wind im Gesicht. Die Gefahr.

Mit einer Hand fuhr sie sich durchs Haar, mit er andren hielt sie den Helm und lächelte ihn an. Er sah so männlich auf dem Bike aus, besonders in diesen Hosen und der Lederjacke, die Stiefel dazu. So hatte sie Nathan, vermutete sie, noch nie gesehen.

Er stellte das Bike ab und sperrte die Eingangstüre auf. Stana zog sich die Jacke aus und warf sie über die Rückenlehne eines Stuhles, streifte ihre Schuhe ab und ging barfuß und nur in ihrem Shirt und Jeans in Richtung Küche – so, als würde sie dies ständig machen.

„Kaffee?“, fragte Nathan, der seine Stiefel und Jacke ebenfalls abgelegt hatte.

„Wenn du Tee hättest … es ist schon spät.“ Um diese Uhrzeit versuchte sie kein Koffein mehr zu sich zu nehmen, unter andere auch deswegen, weil sie über den Tag hinweg genügend konsumierte.

„Dann komm einmal her“, sagte er leise und zog einen Apothekerschrank auf, zeigte auf eine Regalhöhe, auf der sich diverse verschlossene Gläser mit losem Tee befanden. Stana öffnete einige davon, roch an ihnen, bevor sie ein Glas auf den Counter stellte und Nathan anlächelte. Er war wahrhaftig ein besonderer Mann – Bambustee mit Himbeerblättern.

Nathan war dabei den Tee vorzubereiten, als Stana sich auf die Couch setzte, die Beine anzog und sich vornahm, nur für einen Augenblick die Augen zu schließen – immerhin war es bereits 23 Uhr vorbei.

+S+T+A+N+A+T+H+A+N+

„Hm …“, murmelte nur und zog das Laken etwas mehr über sich. Es roch gut und war warm unter ihr, ungewohnt und dann doch wieder nicht. Nur roch es anders, es duftete förmlich nach Männlichkeit und es war ein Geruch der ihr bekannt war und den sie gerne mochte.

Die ersten Sonnenstrahlen fielen durch das Fenster und auf ihr Gesicht. Sie strich mit der Nase über die warme Haut, die sich unter ihr befand und atmete wiederholt ein.  „Hm …“

Ihre Hand wanderte über eine Männerbrust und allmählich begann sie zu realisieren, dass sie mit einem Mann im Bett lag. Dass sie neben Nathan lag. Rasch setzte sie sich auf, zog das Laken mit sich und bemerkte, dass sie ihre Unterwäsche trug, aber weder ihre Jeans noch ihr Leibchen sondern ein großes schwarzes T-Shirt mit einem Che Guevara Gesicht auf der Vorderseite.

„Stana …“, murmelte Nathan nur und griff blind nach ihr.

Ein letztes Mal ließ sie sich zurück in die Pölster sinken und an Nathans Brust, nur schloss sie ihre Augen nicht. Was war letzte Nacht bloß passiert und wie war sie in sein Bett gekommen. Sie erinnerte sich lediglich an sein großes Sofa, die Polsterüberzüge, die sie ihm einst aus der Mongolei mitgebracht hatte und dass sie kurz die Augen schließen hatte wollen, während Nathan in der Küche war. Scheinbar war sie eingeschlafen und er hatte dafür gesorgt, dass sie den Schlaf bekam, den sie notwendig hatte. Und er hatte sie entkleidet.

„Nathan …“

„Hm …“

„Wir müssen aufstehen … ich muss aufstehen …“

„Es ist erst kurz nach sechs“, sagte er leise und drückte einen Kuss auf ihren Kopf. Stana drehte sich zu ihm und dann starrte sie auf seine Lippen, starte auf den Mund, der ihr vor einigen Wochen so viel Freude bereitet hatte. Ohne einen weiteren Gedanken zu verschwenden, richtete sie sich etwas auf und legte ihre Lippen auf die seinen und dann war jegliche Zeit, jeglicher Plan, verloren. Denn sobald dies geschehen war, konnte man sie nicht mehr halten. Stana lag in dem einen Moment noch an seiner Seite, dann befand sie sich rittlings auf ihm, seine Hände befanden sich bereits auf nackter Haut und abermals wurde kein Wort gesprochen.

Das T-Shirt lag innerhalb weniger Augenblicke neben dem Bett und Stana war dabei, den Büstenhalter abzustreifen, als Nathans Hände bereits ihren Brustkorb hinaufwanderten.

„Nathan, bitte …“, murmelte Stana nur und wollte seine großen Hände an ihrer Brust spüren, wie er ihre Brustwarzen bespielte, ihre Brust  knetete. Wochen lang hatte sie sich nach dieser Berührung gesehnt und gefragt, ob sie diese jemals wieder spüren werde.

Da Stana auf seinem Becken saß, spürte sie genau, wie erregt er unter ihr war. Sie war nach vorne gebeugt und ließ nicht von Nathans Lippen ab. Sie wusste, dass wenn sie ihre Wange an der seiner reiben würde, man wahrscheinlich die Spur seines Bartes sehen würde auf ihrer sensiblen Haut.

Sie diskutierten nicht, ob es richtig wäre, sich abermals gehen zu lassen. Sie redeten nicht darüber, dass sie letzte Nacht nicht darüber diskutiert hatten, was vor Wochen zwischen ihnen passiert war.

Im nächsten Moment lag Stana unter Nathan und er hatte sich aufgerichtet, seine Erektion beulte die Boxershorts deutlich aus. Während er mit seinen Händen ihrem Körper entlang glitt, biss sich Stana auf die Unterlippe und war kurz davor aufzustöhnen, als seine Finder den Rand ihres Slips erreichten und begann diesen abzustreifen. Innerhalb weniger Augenblicke lag sie vollkommen nackt vor ihm.

„Stana …“

Ohne ein Wort zu verlieren, schloss sie ihre Beine um seine Taille und zog ihn an sich, griff an seine Boxershorts und knöpfte sie auf, griff an sein Glied, das sich ihr entgegenstreckte und unter ihrer Bewegung zu beben begann. Oder bebte Nathans gesamter Körper?

„Wir wollten reden“, erklärte er, während er seine Lippen über ihr Schlüsselbein platzierte und daran nippte. Stana tat sich schwer, sich zu konzentrieren.

„Hm …“

„Ich möchte“, erklärte er abgebrochen, als seine  Zunge den Weg vom Schlüsselbein zu ihrer linken Brustwarze wanderte, „dass du und ich …“ Doch als sie laut aufstöhnte, weil Nathan fest an ihrer Brust saugte, setzte er seinen Satz nicht mehr fort.

„Nathan“, stöhnte sie und ihre Finger fuhren durch sein Haar, hielten ihn dort, wo er gerade war, während sie ihre Beine anhob und ihre Fersen über seinen Rücken gleiten ließ. Stana wollte mehr, viel mehr. Und es kam ihr vor, als würde er genau wissen, wo sie berührt werden wollte, berührt werden musste, um in Ekstase zu verfallen. Und sie war kurz davor, kurz davor laut seinen Namen zu schreien und ihn zu bitten, endlich in sie einzudringen, denn er brauchte alles und nicht nur die Hälfte.

„Ich will dich“, sagte er anfänglich leise und sah ihr plötzlich tief in ihre grünbraunen Augen. Dann entkam ihr ein Lächeln und im nächsten Moment lag Nathan unter ihr und Stana lehnte sich nach vorne, blickte ihm tief in die Augen.

„Und wieso hast du dir nicht genommen, was du wolltest? Wieso nimmst du es dir nicht?“ Ihre Stimme verriet einen Hauch von Spielerei. Neckte sie ihn nun oder meinte sie es ernst? „Wieso …“

„Weil ich mir nicht sicher war, ob du noch genauso empfindest“, gab er leise zu und ließ seine Hände entlang ihrer Seite zu ihrer Brust und wieder an ihre Hüfte gleiten, neckte sie.

„In der Früh? Ich wusste nicht … ob du es bereust …“

„Bereuen? Nein“, erklärte er und Stana griff mit einer Hand nach seiner Erektion, umfasste sie und war dabei, sich abzusenken, als er sie wieder unter sich brachte. Stana war überrascht. Verwundert.

„Nicht so …“, ließ er sie wissen und ohne lange zu zögern, drang Nathan in sie ein und stöhnte laut auf, als er in ihr war. Die Augen geschlossen, den Mund geöffnet. Stana musste sich eingestehen, dass es ein edler Anblick war. Seit Jahren hatte sie sich vorgestellt, wie es sein müsste, wenn ihre Beine über seine Schultern liegen würden und sie keinen einfachen Blümchensex hätten sondern harten Sex, so wie sie es eigentlich mochte.

Kris war für solche Sachen nicht zu haben gewesen. Er mochte die eine oder andere Position, bevorzugte diese und jegliche Überlegung, etwas Neues ins Schlafzimmer zu bringen, wurde von Kris stets abgelehnt und irgendwann hatte sie aufgehört es zu versuchen. Hatte aufgegeben.

Nathan überrumpelte sie, als er nach ihren Beinen griff, und wirklich diese Position einnahm, nur wartete er kurz und umfasste ihr Gesicht, blickte ihr tief in die Augen, als er sich langsam zu bewegen begann, ihr Zeit gab, sich an die neue Position zu gewöhnen. Er brauchte aber nicht zu fragen, ob es ihr gefiel – dies war in seinen Augen so deutlich abzulesen. Stana, dank Yoga und Pilates recht biegsam, ließ ihn durch wenige Bewegungen ihrer Muskulatur merken, dass alles zu ihrer Zufriedenheit war und die Bewegungen wurden stärker. Härter.

Jeglichen Gedanken, den Stana zuvor noch gefasst hatte, wurden beiseitegeschoben.

„Härter“, verlangte sie und er oblag ihren Wünschen und während er in sie eindrang, küsste er sie – ebenso hart und fordernd. Wie hatte sie ohne all dem in den letzten Jahren auskommen können? In den letzten Minuten hatte sie sich diese Frage bereits mehrfach gestellt. Es war faszinierend.

In dem einen Augenblick war er der harte Mann, ein Macho, und dann wieder der sensible Liebhaber, der auf die Wünsche der Frauen einging. Solche Einfühlsamkeit kannte Stana nicht. Kris war anders, ganz anders. Anfänglich war es vielleicht so gewesen, irgendwann einmal, aber in den letzten Monaten, Jahren wahrscheinlich eher, war es immer dasselbe gewesen, wenn es überhaupt so weit gekommen war.

„Sicher?“, fragte er nach, seine Atmung rasch.

„Hm ….“

Im selben Moment noch, zog er sich aus ihr zurück, drehte sie um, sodass sie mit dem Bauch auf der Matratze lag, zog ihr Hinterteil – zu Stanas Verwunderung – an sich, um sie in eine kniende Position zu bringen und bevor Stana die Möglichkeit hatte, darüber nachzudenken, war er wieder in ihr und dieses Mal bekam sie, nach was sie verlangte. Hart, lang und unglaublich.

Wenn es nach ihr ginge, würde sie das, was sie gerade teilten, jeden Abend einfordern.

Als sie kam, seinen Namen stöhnte, beinahe schrie, realisierte sie erst, wie sehr sie sich danach gesehnt hatte – nach ihm.

In Wahrheit ging es Stana nicht um den Sex, auch wenn er superb war, es ging um die Nähe. Viele hatten immer gesagt, dass es eine spezielle Form von Verbindung wäre, die die beiden zueinander hatten, das war auch der Grund, wieso es auf der Leinwand so gut zwischen ihnen funktionierte, aber dass es auch im realen Leben so sein konnte, hatte sie niemals gedacht, dass sie so eine Art von Verbindung niemals bei jemandem empfunden hatte. Niemals hatte es so geschmerzt, dass jemand in der Früh nicht neben ihr gelegen hatte, als das eine Mal, als Nathan einfach gegangen war. Es war ihr auch damals nicht darum gegangen, noch einmal mit ihm intim zu sein, sondern seine Wärme und einfach ihn um sich zu haben.

Daher genoss sie den Moment, nachdem er gekommen war und sie beide zusammen in die Matratze sanken, da Stana wusste, dass diesmal sie gehen musste, um dies nicht zu erleben, und das war bei Gott nicht ihr Plan.

Stana war noch nie jemand gewesen, der sich mit 50% zufrieden gab, wenn dann immer alles oder nichts und diesmal hatte sie beschlossen, alles anzustreben, egal was es koste. Eine Chance wollte sie wahrnehmen und vielleicht war es genau diese.

Sie hinterfragte nicht die Art und Weise ihres Liebesspiels oder sollte man es doch eher Lustspiel nennen? Sie hinterfragte nichts an dem Abend, aber Lust war im Spiel, eventuell sogar ein Hauch von Gier, denn hergeben wollte sie ihn nicht mehr. Wenn es nach Stana ging, würde er sein Bett von nun an mit ihr teilen oder sie ihres mit ihm. Allerdings würde sie sich rasch die Frage stellen, vielleicht am Morgen oder am Tag danach, ob all dies ausreichte, um wirklich glücklich zu sein.

In den frühen Morgenstunden, als sie Sonne bereits beinahe so weit war, dass sie ins Zimmer fiel, wachte Stana auf und betrachtete sein schlafendes Gesicht – er war nicht der typische schöne Mann. Er hatte edle Gesichtszüge und einen muskulösen Körper, wenn er darauf achtete. Sie mochte die Art und Weise, wie seine Bartstoppeln die Innenseite ihrer Oberschenkel zerkratzt hatten, es hatte so etwas Maskulines. Niemals zuvor war sie auf die Idee gekommen, dass sie sich daran ergötzen könnte. .

Stana drehte sich so, dass sie ihren Kopf abermals auf seine Brust legte, ihr rechtes Bein über seinen Unterkörper legte und ihre Hand auf seine Brust. Sie hatte nicht vor in den frühen Morgenstunden zu verschwinden. Nein. Auf keinen Fall. Sie würden sich der Situation stellen. Irgendwann musste man darüber sprechen.

+S+T+A+N+A+T+H+A+N+

Ende Kapitel 2

+S+T+A+N+A+T+H+A+N+

Advertisements

About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
This entry was posted in Fanfiction: RP-Stanathan, Rating M and tagged , , . Bookmark the permalink.

5 Responses to Another – Kapitel 2

  1. das war wieder genial…ich bin froh, dass sich die beiden doch noch gefunden haben, wenn auch erst gefühle dafür verletzt werden mussten…ich hoffe du wirst auch noch ein kapittel 3 schreiben!?!

  2. Kristiin says:

    Hey,
    Schön das es weiter geht!
    Wahrscheinlich kannst du schreiben was du willst,
    ich werde es einfach lieben!
    So auch diese mal, schön geschrieben!
    Nur habe ich dieses mal ab und zu nicht so ganz gewusst in welcher Nacht ich mich befinde, und was genau in welcher Nacht passiert ist und gedacht wurde.
    Aber ganz einfach, ich lese es gleich nochmal, danach werde ich bestimmt genau bescheid wissen. 🙂

    Freu mich aufs nächste Kapitel!
    Grüsse
    Kristiin

    • starthebuck says:

      hey,
      danke und gut zu wissen, da muss ich noch einmal drüberschauen, ob sich irgendwo der hund eingeschlichen hat. etwas verwirrtheit sollte schon vorhanden sein aber nicht so viel, wie scheinbar entstanden ist.
      lg buck

  3. Kristiin says:

    Huhu,

    Ich habs noch mal gelesen, es liegt nicht an Dir, ich bin zurzeit ein wenig schwach mit dem Konzentrieren.
    Das einzige was für mich jetzt noch unklar ist, Kate erwacht um kurz vor 6 danach kommen sie sich näher, schlafen wieder ein bis sie wieder in den morgenstunden erwacht, das hat mich ein klein wenig verwirt.
    Ansonsten ist jetzt alles klar, bis auf die frage was jetzt daraus wird,
    aber das wirst du mir sicher in den nächsten Kapiteln erzählen!

    Grüsse

    Kristiin

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s