Cologone (Stanathan)

stanathanLyrics: „Cologne“ von Dolly Parton. Ich hatte den Song auf einem USB-Stick und auf meiner neunstündigen Heimfahrt von Italien letzte Woche bin ich wieder darüber gestolpert und dachte mir, dass muss die Grundlage für eine kurze Story sein.

+S+T+A+N+A+T+H+A+N+

COLOGNE

+S+T+A+N+A+T+H+A+N+
Als das Stanas Handy piepste und sie danach griff, war e seine Textnachricht von Nathan. Vier Jahre kannte sie diesen Mann nun und er hatte ihre Welt auf den Kopf gestellt, er hatte etwas mit ihr gemacht, das niemand zuvor möglich gewesen war.

„Hinterzimmer von Donatella’s Pizzaria 20 Uhr.“ – Stana wusste, dass Donatella kein Hinterzimmer hatte, denn dieses war ein romantischer Innenhof, in dem unter ein paar wunderbaren Bäumen und zwischen Rosensträuchern meist nur ein Tisch platzfand. Hatte er den errungen, musste er Donatella etwas schuldig sein oder lange genug auf sie eingeredet haben. Beides war bei Nathan möglich. Wenn er einmal seinen Charme einsetzte, war er in der Lage, alles zu erreichen.

Zwei Minuten später piepste es wieder: „Und vergiss nicht, kein Parfüm.“ Nathan …

*You ask me not to wear cologne
Shell know you’ve been with me alone
And you can’t take our secret home
So you ask me not to wear cologne*

Wann war es passiert? War es bereits in der ersten Staffel gewesen oder am Tag des Vorsprechens, irgendwann hatte es zwischen ihnen gefunkt, so dass sie beide nicht mehr auskonnten. Aber wegen der Serie und der Ernsthaftigkeit ihres Arbeitslebens hatten sie damals eine Linie gezogen. Es würde nicht passieren. Niemals.

Tja, diesem Schlussstrich hatten sie bis zur dritten Staffel widerstehen können. Doch er lernte Mikaela kennen und als Stana erkannt hatte, dass es sich doch um eine ernstere Sache für ihn handelte, zog sie sich zurück, allerdings spielten sie tagtäglich, neun Monate im Jahr, zwei Menschen, die eine ungemeine Anziehung verband und diese war nicht gespielt. Manchmal hatte man das Gefühl, eine elektrische Spannung herrschte zwischen den beiden, besonders wenn sie sich in die Augen sahen. Manchmal verwirrte es Stana, denn Kris löste das in ihr nicht aus. Er war ein Freund und nach einem Jahr Beziehung waren sie in eine Art von Routine gerutscht, die sie eigentlich nie hatte erleben wollen. Freitag bis Sonntag verbrachten sie zusammen, unternahmen alle heiligen Zeiten einmal etwas – aber die Liebe zum Reisen teilte sie eher mit ihrer Schwester oder Mutter. Jedes Jahr fuhr er zu seiner Familie nach Europa, verbrachte dort in etwa vier Wochen – das verstand er unter Reisen.

Und dann war der Tag gekommen, an dem sie das erste Mal das Skriptum für Folge 3×13 zu sehen bekamen. Ihr erster Kuss. Stana war nervös gewesen, als sie beim Durchgehen des Skripts an der Stelle angekommen waren. Ihre Hände waren feucht geworden und hätte jemand es sehen können, hätte man festgestellt, dass ihre Füße nicht ruhig bleiben wollten. Mit einem Post-it hatte man ihr die Stelle markiert, auf dem kleinen blauen Zettelchen war sogar ein Rufzeichen mit einem Smiley gewesen.

Sie hatte das Drehbuch zuhause in ihrer Handtasche gelassen und den Augenblick abgewartet, als Kris das Haus verlassen hatte, um es durchzuarbeiten, denn sie wusste, dass er ausflippen würde, würde er von der Kuss-Szene erfahren. Es wäre ein verlorenes Wochenende gewesen. Stattdessen hatte sie am Sonntag gegen Mittag erklärt, dass sie unerträgliche Kopfschmerzen hätte. Ohne zu murren packte Kris damals seine Sachen und fuhr in sein Loft.

Ein anderer Punkt, der sie immer unterschieden hatten – Kris liebte die Stadt, das hektische Treiben auf den Gehsteigen. Stana hingegen liebte die Ruhe ihres kleinen Gartens, den sie hinter dem Haus angelegt hatte.

An dem Tag, an dem sie die Szene zum ersten Mal durchspielten, hatte sie sich beinahe die halbe Zeit auf ihre Unterlippe gebissen, eine nervöse Angewohnheit, die sie mit Beckett teilte. Doch dann standen sie im Studio, ihre Haare zusammengebunden in Straßenkleidung und Marlowe hatte darauf bestanden, die gesamte Szene zu proben, etwas, das sie in diesem Ausmaß nicht immer taten.

Die Kameraeinstellungen kannten sie zu diesem Zeitpunkt nicht genau, Marlowe wollte ein paar Sachen ausprobieren, doch als Stana nach Becketts Waffe griff und Nathan nach ihrem Gesicht griff, ihr tief in die Augen sah, wusste sie, dass sie nur eines wollte – ihn. Mit Haut und Haar. An ihr. Auf ihr. Neben ihr und in ihr. Sie wollte alles und war nicht bereit auf etwas zu verzichten. Sie musste wissen, was ihr entging. Was sie seit Jahren vor ihr herschob.

Und dann waren seine Lippen auf den ihren. Die erste Bewegung war beinahe zögerlich und die beiden hörten kaum, dass Marlowe ihnen von hinten Verbesserungsvorschläge zurief. Nathans Hände an ihrem Hals, ihrer Hüfte. Dann löste er sich von ihr, sah ihr abermals tief in die Augen und abermals küssten sie sich und es fühlte sich so real an, so anders, als wenn sie Kris küsste. Natürlich, Nathan war ihr Schauspielpartner und es sollte sie nicht erregen und innerlich aufwühlen.

Aber das tat es.

Und so hatte es begonnen.

Nach der ersten Probe der Szene, hatte Marlowe sie diese noch mehrmals spielen lassen. Jedes Mal war das Gefühl intensiver geworden. Irgendwann hatte sie seine Zunge am Saum ihrer Lippen gespürt und in genau diesem Augenblick war es gekippt. Und dann hatte sie tatsächlich an seiner Lippe geknabbert.

Als Marlowe das Ende der Probe verkündete, hatten sich beide voneinander gelöst und man konnte beiden Augen entnehmen, dass sie – weder Stana noch Nathan – wussten, wie sie mit dem gerade Empfundenen umgehen sollten. Was war geschehen zwischen ihnen? Sofort waren diverse Crewmitglieder um sie versammelt, begannen diverse Maße zu nehmen und wegen der Kleidung zu verhandeln.

Nun, mehr als ein Jahr später, hatten sie eine Affäre, eine geheime Beziehung – offiziell war Kris an ihrer und Mikaela an seiner Seite. Sie traten kaum mitsammen auf, versuchten keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Wenn sie sich trafen, dann in einem der Häuser, kamen im eigenen Auto, stellten es um den Block irgendwo ab, Stana ab und an auch mit dem Rad.

Zu Stanas Verwunderung hatte Kris es nicht bemerkt, nichts gesagt dazu, dass sie unter der Woche so gut wie nie Zeit hatte für ihn und wöchentlich das Bettzeug gewechselt war. Vielleicht schob er es auf die Vorliebe seiner Freundin für kühle, frische Laken, vielleicht war es ihm auch einfach nicht aufgefallen. War letzteres der Grund, wusste Stana, dass sie eigentlich verletzt sein sollte.

Und dann waren die Spielregeln für die Affäre gekommen, also die eine: Kein Parfüm.

* You can wipe the make up off
The lipstick or a little gloss
But fragrance lingers on and on
So you ask me not to wear cologne*

In der Arbeit trug sie selten Parfüm, privat daher umso öfter, meist schere Düfte – Jo Malone oder ein paar Tropfen des Öls der Reina de la Noche.

Nach dem besagten ersten Kuss hatte es beinahe zwei Wochen gedauert, bis die aufgestaute sexuelle Spannung dazu führte, dass sie sich am Set furchtbar stritten. So stritten, dass die Fetzen flogen. In einem Moment hatten sie einander angeschrien, im nächsten waren sie hinter einem Trailer gestanden, um nicht gesehen zu werden, und hatten sich leidenschaftlich geküsst. Nathans Hände waren überall an ihrem Körper gewesen, an ihren Hüften, an ihrem Busen, in ihren Haaren. Sie hatte es ihm gleichgetan. Und währenddessen hatte er sie gegen den Trailer gepresst, seine Erektion an ihren Bauch, sie wissen lassen, dass es ihm ernst war und kein einfacher Flirt.

Noch am selben Abend, Stana würde den Tag nie vergessen, es war ein Dienstag gewesen, war er am Abend bei ihr vorbeigekommen, mit seinem Motorrad. Es war keine langsame Verführung gewesen, nein, sie waren einander an die Wäsche gegangen, noch bevor die Eingangstüre zu ihrem Haus wirklich ins Schloss gefallen war. Nathan hatte sich nicht angekündigt, doch hatte die Brünette ihn erwartet, nachdem was am Nachmittag vorgefallen war. Und dann war es schnell gegangen. Innerhalb weniger Augenblicke waren sie in ihrem Schlafzimmer angekommen. Nackt.

Rückblickend, wenn sie jetzt auf das Handy starrte, musste sie über das unbeholfene erste Beisammensein beinahe lachen. So viele aufgestaute Emotionen. Frustration. Lust. Das Kondom war rasch angelegt und es dauerte nicht einmal fünf Minuten, dann war er in ihr, beanspruchte sie, die seine zu sein.

Manchmal würde man glauben, so schnell wie es begonnen hatte, war es auch vorbei – doch in diesem Fall war es anders gekommen. Es hatte beinahe die gesamte Nacht angedauert und danach waren sie in den Armen des anderen eingeschlafen.

Doch, als Nathan am nächsten Nachmittag aufs Set kam, musste Stana erkennen, dass er aufgebracht war. Er hatte am Vormittag Mikaela gesehen und diese hatte ihn beschuldigt, nach einer anderen Frau zu riechen. Um dieser Blöße aus dem Weg zu gehen, bat Nathan sie von diesem Nachmittag an, kein Parfüm mehr zu tragen, wenn sie sich trafen und so begann die Affäre. Mit einer Bitte. Einer einfachen Bitte wurde eine Frage gestellt, mit einem Nicken eine Antwort gegeben.

+S+T+A+N+A+T+H+A+N+

An diesem Abend hatte sie sich für ein blaues luftiges Sommerkleid entschieden, das ihre weiblichen Kurven besonders betonte. Ihr Haar trug sie offen, ein großes Tuch um diese und eine große Sonnenbrille. Auf diese Art und Weise zog man vielleicht in vielen anderen Orten der Welt Aufmerksamkeit auf sich, aber nicht in Los Angeles und Umgebung.

Donatella lächelte ihr bereits entgegen und deutete auf die grüne Türe, die in den hinteren, privaten Bereich des kleinen aber exquisiten Restaurants führte. Natürlich wusste die gebürtige Italienerin wer sich hinter der Sonnenbrille verbarg. Als Stana den kleinen Garten betrat, der von Orangenbäumen geziert wurde, wartete Nathan bereits an dem kleinen Springbrunnen.

Manchmal fragte sie sich, wieso sie ihre offiziellen Beziehungen nicht einfach beendeten und zusammen waren, aber sie traute sich die Worte nicht einmal alleine vor dem Spiegel laut aussprechen. Aber in romantischen Momenten wie diesem, war diese Gedanke so real. Eine Hoffnung. Ein Wunsch. Ein Traum.

„Stana“, sagte er leise und küsste sie, so als wäre es abermals das erste Mal, dass sich ihre Lippen berührten.

„Nath“, flüsterte sie und legte ihre Arme um seine Schultern. In den hohen Schuhen, die sie trug, waren sie beinahe gleichgroß.

Dass er bereits ihr gemeinsames Essen bestellt hatte, war etwas Natürliches, das tat er jedes einzelne Mal. Er hatte zudem für Champagner und Wein gesorgt. Stana mochte Weißwein, sofern richtig temperiert und nicht zu trocken. Süßes war nie sein Fall gewesen, weder wenn es um lasterhafte Speisen ging noch um Getränke.

Sie setzten sich nach einiger Zeit hin und im Hintergrund begann leise Musik zu ertönen. Es waren die kleinen Extras, die dieses „Hinterzimmer“ so beliebt machten.

Anfänglich wurde ein Teller mit frischen Meeresfrüchten serviert, Muscheln, Tintenfische – Nathan wusste, wie gerne Stana Frisches aus dem Meer mochte, vorzugsweise möglichst wenig gewürzt, um den Eigengeschmack zu erhalten. Doch er ließ sie nicht einfach essen. In seiner dunklen Hose und dem legeren Leinenhemd stand er auf, schob seinen Stuhl an ihre Seite und begann sie zu füttern. Das hatte er zuvor noch nie gemacht und eventuell überschritt er eine neue Grenze, doch waren bereits so viele Grenzen überschritten worden, um ihm neue zu setzen. Um sich selbst neue zu setzen. Sein Arm lag um ihre Schultern. Seine Lippen berührten immer wieder ihren Hals, glitten unter ihr Ohr und küssten sie, liebkosten sie.

Wie lange würde sie in der Lage sein, diese Beweise von Zuneigung oder auch nur Anziehung nur zwischen Montag und Donnerstag für sich haben zu können?

* Oh but I never meant for this to be
It wasn’t in my heart to cheat
Love has a nature all its own
So I willingly gave up cologne*

Bisher hatte sie es immer verabscheut  – Betrug. Man war aus Liebe mit jemandem zusammen und jetzt befand sie sich selbst in dieser Situation. Sie liebte Kris nicht, das hatte das letzte Jahr sie gelehrt, es war Bequemlichkeit, Routine. Vor Rick war ihr dies vielleicht ab und zu in den Sinn gekommen, aber sie hatte keinen Vergleich gehabt, wenn es um ihre Gefühlswelt ging. Heute dachte sie Tag und Nacht nur an Nathan, wenn Kris in ihrer Nähe war oder nicht. Wenn Kris sie versuchte zu Sex zu überreden oder nicht. Ab und an gewährte sie ihm seine Wünsche, war aber anteilnahmslos. Es schien ihn nicht zu stören.

Aber mit Nathan war es anders. Sie partizipierten beide im Akt, ließen keine Routine in ihre Affäre kommen. Jedes Mal war es anders, jedes Mal war es besonders, jedes Mal speziell.

Obwohl sie niemals darüber sprachen, fragte sie sich oftmals, wie es Nathan mit Mikaela handhabte. Liebten sie sich, wenn sie sich sahen, jedes Mal? Oder war es eine Seltenheit, eine Gewohnheit geworden, so bei Kris und ihr? Empfand Nathan auch all das, das sie empfand, sobald er sie berührte? Sobald seine Finger über ihre Haut glitten?

Mikaela war ein ganz anderer Typ von Frau als sie war, feminier, weicher. Sie hatte sicherlich andere Interessen und Hobbys, aber Stana fragte nicht nach. Es war ein Tabu zwischen ihnen. Nur wusste sie innerlich, dass es nicht ewig so weitergehen konnte. Sie wusste, dass ihr Herz das nicht dauerhaft aushalten würde, denn es gehörte ihm bereits – vollkommen. Vielleicht sollte sie die Beziehung mit Kris beenden, vielleicht sollte sie sich ein paar Tage Auszeit von beiden Männern nehmen, ihre Sachen packen und nach Florida ans Meer fahren. Nachdenken.

„Stana …“, flüsterte Nathan ihr abermals in Ohr.

„Hm …“

„Sollen wir die Nachspeise einpacken lassen?“, fragte er vorsichtig. Nach der delikaten Vorspeise hatten sie frische, hausgemachte Pasta gegessen mit einer wunderbaren Lachs-Obers-Sauce.

Nathan sprach nicht viele Worte, sondern deutete dem Kellner lediglich, dass sie das Dessert mitnehmen würden.

+S+T+A+N+A+T+H+A+N+

Das Dessert stand vergessen am Küchentresen ihres Hauses. Das blaue Kleid und sein Hemd am Weg zwischen Küche und Schlafzimmer, die Schuhe neben der Eingangstüre. Die Lust hatte alle Vernunft abermals besiegt.

„Du schmeckst so süß“, erklärte Nathan, als er seine Lippen über ihren Bauch tanzen ließ und hinabwanderte. Es gehörte zu seinen Lieblingsbeschäftigungen sie seinen Namen rufen zu hören, das hatte er sie immer und immer wieder wissen lassen. Und abermals waren seine Lippen und Zunge dort, wo sie sie liebte und er wusste was er zu tun hatte. Es hatte keine einzige Zusammenkunft gegeben, nach der sie nicht vollkommen befriedigt eingeschlafen war. Und auch dieses Mal stöhnte sie seinen Namen, griff nach ihren Brüsten und bat ihn, weiterzumachen. Nicht aufzuhören. Nachdem ihr Orgasmus allmählich abebbte, ihr Herz aber immer noch wie verrückt schlug, begann er seinen Weg über ihren Körper hinauf zu finden – mit seinem Mund, seinen Fingern, seinem gesamten Körper und dann war er in ihr. Tief in ihr. Sie liebte seine Größe, seinen Umfang, der sie in jeglicher Hinsicht ausfüllte. Und zusammen bewegten sie sich, als hätten sie niemals etwas anderes getan.

Ab und an band er sie an das Kopfteil ihres Bettes. Ab und an ließ sie eine Reitgerte auf seinen Po schnalzen. Ab und an hatten sie den Sex, den man nach zwanzigjähriger Beziehung hatte – doch jedes Mal war besonders, einzigartig. Stana war sich sicher, dass es nicht nur ihr so ging.

Und doch verlor sie ihn jeden Donnerstag wieder an Mikaela.

* And every time you come to me
I realize I’m in too deep
I know you love us both and I keep holding on
You ask me not to wear cologne*

Und jedes Mal, wenn er ihr Bett verließ, realisierte Stana, dass es mehr al seine flüchtige Affäre war, die sie hatten. Es waren Gefühle involviert. Sie hatte sich verliebt. Ja, verliebt. Sie liebte ihn.

An diesem Donnerstag fühlte sich der Abschied noch schwerer an. Da das Wochenende drehfrei war, packte sie tatsächlich ihre Sachen, buchte einen Flug nach Florida, rief einen Bekannten an, der ein Haus auf den Keys hatte und war bereits am Weg, als sie realisierte, dass sie Kris nichts gesagt hatte. Eine kurze Textnachricht sollte ihn informieren, sie wollte sie am Flughafen abschicken, doch tat sie dies tatsächlich erst, als sie an den Keys von der gemieteten Harley stieg. Allerdings antwortete er nicht. Das Komische war jedoch, dass sie sich darüber keine Gedanken machte, das Handy abschaltete und ihre Freunde in die Arme schloss, die als Gastgeber fungierten.

Sie musste sich darüber klar werden, wie es weitergehen würde – mit Nathan. Mit Kris.

+S+T+A+N+A+T+H+A+N+

„Wo warst du am Wochenende?“, fragte Nathan, seine Stimme ließ einen Hauch von Entrüstung vermuten, sein Gesicht Wut. Ohne ein weiteres Wort zu sagen, drängte er sie in seinen Trailer, an dem sie vorbeigegangen war, schloss die Türe hinter ihnen und die Fenster der beengten Räumlichkeit. „Kris hat nach dir gesucht.“ Stana hoch ihre Augenbrauen. „Er hat bei mir nach dir gesucht. Unter meinem Bett, im Kasten … und Mikaela ist ausgerastet.“

„Oh Nathan … ich hab ihm doch gesagt, dass …“

„Er hat beinahe mein Haus auseinandergenommen, dann hat er mich verhört und ich hatte eine schwere Zeit, ihm nicht zu sagen, was für ein Arsch er ist.“ Nun war ihr Blick fragend. „Es ging ihm doch nicht darum, dass dir etwas passiert sein könnte, nein es ging ihm lediglich um Besitz. Immer wieder wiederholte er, dass du die seine seist und sonst niemand …“

„Ich liebe dich“, sagte Stana rasch, ohne weiter nachzudenken und meinte es auch so. „Ich liebe dich“, wiederholte sie noch einmal, um sicherzugehen, dass er sie auch verstanden hatte.

Nun herrschte eine unangenehme Pause, eine bedeutungsschwangere.

Stana drehte sich um und verließ den Trailer. Es hatte Tage gedauert, bis sie wusste, was sie machen wollte. Sie würde einen Schlussstrich unter ihre Beziehung mit Kris ziehen. Weder war es fair, ihn zu betrügen, noch liebte sie ihn, sehnte sich nach ihm oder wollte mehr Zeit als notwendig mit ihm verbringen. Es fehlte an allen Enden, in dieser Beziehung. Allerdings wusste sie auch, dass Nathan nicht automatisch Mikaela verlassen würde, zu ihr laufen und sie ein Happy End hätten. Nein, so ein Mensch war er nicht.

Doch war sie wenigstens mit ihrem Gewissen ins Reine gekommen. Der Rest lag nun an ihm.

+S+T+A+N+A+T+H+A+N+

Die nächsten Tage am Set waren ungewohnt. Obwohl es kein Wochenende war, sahen sie einander privat nicht. Das Einzige, das Stana auffiel war, dass er müde aussah, sehr müde sogar. Sie hatte ihm ihr Herz ausgeschüttet und nun lag es an ihm zu reagieren, den nächsten Zug oder eben keinen zu machen.

Es dauerte im Endeffekt ganze drei Wochen. Kris war, nach einem Wutanfall aus ihrem Haus gestapft, hatte die Türe zugeworfen und sie hatte sich eine neue Alarmanlage installieren lassen. Er wusste nicht, dass Nathan der Grund für das Ende ihrer Beziehung war, ahnte es aber vielleicht, vielleicht auch nicht. Die Schlösser wurden getauscht, die letzten Erinnerungsstücke in Boxen verstaut, ein neues Bett angeschafft. Auch wenn das alte viele Erinnerungen mit Nathan verband, wollte sie eine Veränderung, unwissend, ob Fillion sich für oder gegen sie entscheiden würde.

Und dann stand er eines Samstagabends vor ihre Türe. Ein großer Strauß Nelken und Tulpen in seiner Hand, eine Flasche Wein in der anderen. Ein Friedensangebot an einem Wochenende.

Ohne ein Wort zu sagen, ließ sie ihn ins Haus und schloss die Türe hinter ihm. Stana trug lediglich einen Seidenbademantel und wollte ihn wissen lassen, dass sie sich etwas Normales anziehen wollen würde, als er die Flasche, wie auch die Blumen, auf den Tisch legte und auf sie zuschritt. Innerhalb von Sekunden waren seine großen Hände an ihrem Gesicht, seine Lippen auf den ihren und seine Zunge verlangte nach Einlass. Nathan gab ihr keine Möglichkeit etwas zu sagen, er beanspruchte was das seine war, seit Monaten.

Sie zog ihm das T-Shirt über den Kopf und ihre Hände waren schon an seinem Gürtel. Die Seide rutschte von selbst von ihren Schultern und glitt zu Boden und ihr Rücken berührte die kühlte Wohnzimmerwand – was für ein Kontrast zu seinem warmen Körper! Wenig später lagen ihre langen Beine um seine Hüften und er war bereits in ihr, tief in ihr und bewegte sich so, dass sie immer und immer wieder seinen Namen stöhnte. Als er kam, erklärte er ihr seine Liebe, ließ sie wissen, dass er sie immer lieben werde, egal was passieren würde. Niemals habe er so empfunden, niemals werde er so empfinden. Das was sie hätten, wäre immer etwas Besonderes.

Irgendwann schafften sie es schließlich ins Schlafzimmer. Nathan kommentierte das neue Bett nicht, aber er atmete tief den Geruch ihres Parfüms ein, der in den neuen Laken aufgesogen war. Der Hauch von Vanille.

Als Stana am nächsten Morgen aus der Dusche stieg und ihre morgendliche Routine durchlief, stand Nathan plötzlich hinter ihr, umfasste ihre Taille und zog sie an sich. Beide lächelten. Es war ein Gefühl tiefer innerer Ruhe, die beide umgab. Dann griff Fillion nach dem Flakon, das auf dem Regal stand.

„Für mich …“, sagte er und reichte ihr das Parfüm. Nun stand dem Tragen ihres Duftes an jedem einzelnen Tag ihres Beisammenseins nichts mehr im Wege.

+S+T+A+N+A+T+H+A+N+

The End

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A/N: Schnulzig, ich weiß. Wenig Sex, ich weiß … aber sicherheitshalber trotzdem das hohe Rating, man weiß ja nie. Trotzdem hoffe ich, dass es gefallen hat.

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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8 Responses to Cologone (Stanathan)

  1. Myriam says:

    Sehr schön wie immer. Ich hoffe du schreibst noch sehr viel stanathan

  2. Kristiin says:

    Hey,
    Ich bin dafür das du des öftern 9h Zugfahrten unternimmst,
    wenn dabei solche Geschichten rauskommen!
    Ich mag diese sehr, es hat sowohl Romantik als auch Sex,
    finde ich ganz gelungen geschrieben!
    Einfach weiter so!

    Grüsse
    Kristiin

  3. starthebuck says:

    9 Stunden mit dem Auto … ich und Zug .. lol … sobald ich irgendwohin fahren kann, mwch ich das oder halt fliegen.

  4. Kristiin says:

    Ohh sorry, ich dachte du hätest wärend der fahrt geschrieben,
    also musste es doch der Zug sein! *grins*
    Zugfahren gehört auch nicht zu meiner spezialität!
    Na dann fahr doch bitte einfach lange strecken Auto und komme dabei auf so gute Geschichten!;-)

    Grüsse

    Kristiin

  5. Kristiin says:

    Danke!:-)

    Nein ich kann leider nicht dabei sein.
    Wäre sehr gerne dabei gewesen!
    Wirst du gehn?

  6. Kristiin says:

    Ach cool, das freut mich für dich!
    Wirst du die Schauspieler treffen können?

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