Every other Friday (Dancing Queen II) – Kapitel 7

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetA/N: Nachdem ich nun endlich etwas Zeit hatte, mich in das Scheidungsrecht New Yorks einzulesen ….


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„Beeil dich doch etwas Benjamin“, kommentierte Kate, als sie ihrem Sohn beim Frühstücken zusah. Natürlich waren sie noch in der Zeit, denn die junge Mutter hatte ihre Zeitpläne immer unter Kontrolle, also oftmals, seltener, wenn alle drei Kinder zuhause waren. Benjamin hatte sich selbstständig angezogen, da sein Lieblingsleibchen in der Wäsche war, musste er sich mit dem grünen zufrieden geben, das einen Löwen aufgedruckt hatte, dazu trug er blaue Schnürdelsamthosen, natürlich mit zwei unterschiedlichen Socken. Kate hatte lachen müssen, als sie ihn so gesehen hatte, denn all dies war so typisch für ihn.

Er aß sein Butterbrot, trank seinen Kakao und patzte sich im Gegensatz zu seinen Geschwistern nicht mehr an. Kate hielt die Tasse Kaffee seit längerem in der Hand und trank keinen Schluck, zu nervös war ihr Magen, besonders seit dem gestrigen Abend. Niemals hätte sie Rick zugetraut, dass er einem Problem mit den Kindern nicht Herr werden würde, denn wenn er etwas war, dann ein guter Vater. Doch als er so in der Türe gestanden hatte, erkannte sie den Mann wieder, in den sie sich vor so vielen Jahre einst einmal verliebt hatte. Die jugendliche Seite, das unruhige Haar, blauen Augen. Müde hatte er ausgesehen. Müde und ausgelaugt, als hätte er in den letzten Tagen viel Arbeit erledigt. Zudem hatte die Wohnung leicht chaotisch gewirkt. So lag der Lego noch am Boden verteilt, am Tisch standen benützte Gläser – untypisch für Rick.

„Ziehst du das an?“, fragte Benjamin seine Mutter und musterte ihr dunkles Kostüm.

„Wieso?“

„Aha ….“

„Benjamin?“

„Ich mag es nicht.“

„Wieso?“

„Schaut komisch aus.“

Kritisch ging Kate zum Spiegel und musterte ihr Aussehen. Tatsächlich sah das Kostüm, das sie schon so oft vor Gericht getragen hatte, etwas eigen an ihr aus. An der Taille saß der Rock nicht richtig und die Bluse war leicht zerdrückt. Benjamin beobachtete sie.

„Was soll ich sonst anziehen?“, murmelte sie vor sich hin und ging in Richtung ihres Kastens, knöpfte am Weg die Bluse auf und warf sie über das Bett. Mit dem Butterbrot in der Hand kam der Junge ihr hinterher und zeigte auf eine blaue, beinahe schwarze Jean, die eng an den Beinen zusammenlief. Kate legte sie auf das Bett.

„Und das hier“, erklärte er und zeigte auf eine weiße Bluse, unter die sie ein Top anziehen würde müssen, aber die Kombination würde gehen, dazu ein schwarzes Sakko und das Ensemble wäre abgerundet. „Gut, Benjamin, dann werde ich das anziehen.“

Mit einem breiten Grinsen beobachtete er 5-Jährige seine Mutter beim Umziehen. Für Kate war es nie ein Diskussionsthema gewesen, ein Tabu, dies vor den Kindern zu tun. Ihre Eltern hingegen hatten sich nicht einmal ihre Badekleidung vor ihr angezogen, zu sehr hatte die Scham gesiegt. Oder die Zeit war einfach eine anderen gewesen.

Bevor sie außer Haus gingen, zippte Kate ihre hohen Stiefel zu, nahm Benjamins Rucksack, bestückt mit der wichtigsten Lego-Figur, einem Kinderbuch und einer Trinkflasche und machte sich mit dem Jungen auf den Weg zum Gericht. Ihr Magen war flau, sehr sogar. Sie wusste, dass es besser gewesen wäre, etwas zu essen. Im Grunde hatte sie nichts zu verlieren, denn sie wusste, dass er ihr die Kinder keinesfalls wegnehmen würde, nicht nach letzter Nacht. Hätte er dieses Vorhaben gehabt, hätte er alles versucht, um Benjamin bei sich zu behalten und hätte den Jungen davon überzeugt, dass es besser wäre, bei ihm zu verweilen. Doch das Gegenteil schien der Fall gewesen zu sein.

Vor dem Gerichtsgebäude wartete bereits Lanie, die sie an diesem Tag begleiten wollte, um sich während der Gespräche um die Kinder zu kümmern und war etwas verwundert, als Benjamin an ihrer Seite ging, Hand in Hand mit seiner Mutter.

„Benjamin“, begrüßte sie ihn mit einem Strahlen.

„Tante Lanie.“ Und schon waren seine kleine Arme um ihren Hals geschlossen und der Junge hochgehoben.

Vor dem angegebenen Besprechungszimmer wartete bereits Kates Anwältin, eine Afroamerikanerin namens J.J. Ramirez, eine Frau Ende 50, die Kate von einer Bekannten am Revier empfohlen bekommen hatte. Martha war gerade dabei, Michaela ein Fläschchen zu geben und strahlte Kate an, als sie sie sah, Charlie hingegen saß am Fußboden mit Cork, seinem Bären, und weigerte sich aufzustehen. Rick versuchte ihn sichtlich zu überzeugen. Nachdem man sich begrüßt hatte, beugte sich Kate zu ihrem jüngeren Sohn hinunter und redete leise auf ihn ein, woraufhin der Junge sofort aufsprang und sich auf einen der Stühle setzte, nachdem er seine Mutter geküsst hatte. Kate fuhr ihm durch sein kurzes Haar. Rick nickte sie lediglich zu.

Als der Gerichtsdiener sie aufrief, betraten alle Parteien den Sitzungssaal, nur war dieser kein gewöhnlicher Gerichtssaal sondern glich eher einem Besprechungszimmer mit einem großen runden Tisch, um den alle Platz nahmen – Kate und ihre Anwältin, sowie Rick und die seinige. Marta und Lanie setzten sich mit den Kindern in eine Ecke, in der ein paar Kinderspielsachen hergerichtet waren. Schließlich betrat die Richterin, Lucia Stafford, den Raum. Sie trug ihre Robe nicht, sondern ein dunkelgraues Etuikleid. Ihre dunklen Haare waren in einen Zopf zusammengebunden und eine Lesebrille hing um ihren Hals.

„Wir sind heute hier zusammen bekommen, um den Antrag auf Scheidung zu diskutieren. Ich mochte im Vorfeld auf die Anwesenheit der Kinder hinweisen und sie fragen, ob es in ihren Augen besser wäre, wenn sie sich außerhalb des Raumes aufhalten, während wir dies hier besprechen, oder ob sie ihre Sprache und die Inhalte so anpassen können, um die Kinder nicht zu verstören.“

Kate und Rick nickten nur zustimmend. Sie wollten beide keine schmutzige Wäsche vor den Kindern waschen. Ging es nach Rick, wären sie so und so nicht hier und bei ihm zuhause und sie würden darüber verhandeln, wie er seinen Fehler wieder gut machen konnte.

„Mrs. DiFanzo, welche Vorschläge hätte ihr Mandant anzubieten bzw. fordert er? Der Grund, wieso die Scheidung eingereicht wurde, muss hier nicht diskutiert werden, da dieser dankenswerterweise medial aufbereitet wurde und somit keinen Zweifel bietet. Oder?“

„Nein, euer Ehren. Mr. Castle hätte die Kinder gerne jedes Wochenende und Mitspracherecht bei allen Entscheidungen, die die Kinder betreffen. Er würde Alimente in voller Höhe bezahlen“, erklärte sie und legte einen Stapel Unterlagen vor, „wir haben eine Aufstellung seines Einkommens und seiner Besitztümer zusammengestellt, und die Hälfte seines Besitzes übergeben. Im Sinne der Kinder würde er gerne eine Woche Familienurlaub vorschlagen, also eine Woche, die die Kinder gemeinsam mit beiden Eltern verbringen.“ Rick beobachtete Kate und sah, wie sie sichtlich getroffen war von diesem Vorschlag.

„Euer Ehren, es ist meiner Mandantin nicht zuzumuten, eine Woche mit dem Mann zu verbringen, der sie …“, sie blickte auf die Kinder, „… aufgrund des Scheidungsgrundes.“

„Setzen sie Fort, Mrs. DiFanzo.“

„Er würde auch freiwillig Unterhalt an seine Frau bezahlen, in der Höhe, damit ihr Lebensstandard erhalten bleibt und sie keine Überstunden machen muss, um für die Kinder und sich selbst aufkommen zu können. Zudem würde Mr. Castle eine Paartherapie vorschlagen.“

„Paartherapie?“, entkam es Kate, ihre Stimme zitterte.

„Mrs. Castle, haben sie Einwände gegen diesen Vorschlag?“

Kate saß ihr nur stumm gegenüber. Ihre Anwältin hat sie darauf hingewiesen, dass dieser Vorschlag kommen könnte, da die Richterin dafür bekannt war, immer einige Therapiesitzungen vorzuschreiben, bevor sie ein endgültiges Urteil fällte. Natürlich hätten sie auf eine andere Richterin bestehen können, doch dann würden sie noch keinen Termin haben sondern noch Monate warten müssen.

„Euer Ehren, nach all dem Vorgefallenen, sind Therapieeinheiten vielleicht nicht der richtige Weg, um meiner Mandantin die Chance zu geben, sich von den Vorfällen zu erholen.“

„Ihre Mandantin ist Mutter dreier Kinder und das Wohl der Kinder steht im Vordergrund, Mrs. Ramirez“, sagte sie etwas forscher. „Welche Gegenvorschläge hat ihre Mandantin zu unterbreiten?“

„Sie verzichtet auf den Ehegattinnenunterhalt  und räumt Mitentscheidungsrecht bei den Kindern ein, sofern es sich um schulische oder medizinische Angelegenheiten dreht. Um auch einige Wochenenden mit ihren Kindern verbringen zu können, schlägt sie zwei Wochenenden im Monat vor und in den anderen Wochen zwei aufeinanderfolgende Tage, wie zum Beispiel Donnerstag und Freitag. Es ist nicht die Absicht meiner Mandantin, den Kindern ihren Vater zu nehmen. Allerdings stellt sie zwei Forderungen auf: 1. Keine mediale Ausschlachtung der Scheidung 2. Die Kinder lernen keine Freundinnen, im Sinne einer neuen Beziehung, des Vaters kennen, ohne dass zuvor über dieses Kennenlernen mit der Kindesmutter gesprochen wurde und sie diesem Treffen zugestimmt hat. Meine Mandantin sorgt sich um das Wohl ihrer Kinder und glaubt, dass ….“

„Sie brauchen mir die Gründe nicht zu nennen, ich kann mir vorstellen, worum Mrs. Castle dies verhindern möchte.“

Rick flüsterte seiner Anwältin etwas zu. „Mr. Castle stimmt diesem Punkt gerne zu, da er nicht vorhat, eine neue Beziehung einzugehen.“ Doch war Ricks Gesichtsausdruck nicht friedlich, nein, das Gegenteil war der Fall – es ärgerte ihn zutiefst, dass sie ihm so wenig Feingefühl zutraute. Er wollte keine andere Frau, keine neue Beziehung. Er wollte seine Frau zurück, denn so sehr wie sie ihm in den letzten Wochen abging, war sie ihm bisher nur im Sommer abgegangen, als er einmal den Tod ihrer Mutter bearbeitet hatte und ein weiteres Mal, als er den Sommer in den Hamptons hatte verbringen wollen mit Gina – den Sommer, nachdem sie Benjamin gezeugt hatten.

„Zudem möchte mein Mandat seine Frau wissen lassen, dass er bereits dabei ist, den Verlag zu wechseln und bei einem anderen einen Vertrag unterschrieben hat. Bis der Wechsel komplett vollzogen ist, dauert es einige Wochen, doch wurde jeglicher Kontakt mit seinem alten Verlag und somit seiner Ex-Frau abgebrochen. Alle Verhandlungen werden vom neuen Verlagshaus geführt und den Anwälten.“

Kate blickte verwundert auf. Damit hatte sie nicht gerechnet, war der Verlag immer etwas Besonderes für ihn gewesen, da sein Name dazu beigetragen hatte, das kleine Verlagshaus populärer für junge Autoren zu machen. Dass er diese Zelte abbrach, hatte wirklich eine Bedeutung, auch wenn die Anwälte sich dieser wahrscheinlich nicht bewusst waren.

„Zudem möchte Mr. Castle bei allen Sachen betreffend die Kinder mitreden dürfen, es ist ihm wichtig, dass er nicht nur den zahlenden Vater mimt. Er möchte bei der Schule und medizinischen Versorgung gefragt werden, aber auch bei extracurricularen Aktivitäten, Sommercamps etc.“

„Ist notiert, Mrs. DiFanzo. In diesem Folder finde ich alle Unterlagen zur finanziellen Situation von Mr. Castle?“, fragte sie und Kates Anwältin reichte ihr ebenso einen Folder mit ihren Unterlagen.

„Ja, sein Einkommen aus den Büchern, die Häuser, Aktien, Autos und alle anderen Wertgegenstände in seinem Besitz.“

„Gut. Eine vom Gericht bestellte Sozialarbeiterin wird sie kontaktieren und ihre Haushalte in Anwesenheit der Kinder kontrollieren. Diese Besuche erfolgen angekündigt wie auch unangekündigt. Sie wird sich die Wohn- wie Versorgungssituation der Kinder ansehen und mir einen Bericht vorlegen.“ Die Richterin nahm einen Schluck Wasser. „Ihnen beiden verordne ich über einen Zeitraum von acht Wochen zwei Abende pro Woche eine Paartherapie. Wenn der Bericht der Therapeutin nach mehr verlangt, wird dies im Nachhinein noch verordnet. Inzwischen stimme ich dem Wunsch der Besuchsregelung von Mrs. Castle zu. Sind Donnerstage und Freitage für sie betreuungstechnisch ein Problem, Mr. Castle?“

„Nein, euer Ehren.“

„Wunderbar. Dann sehen wir uns in acht Wochen wieder in diesem Raum,“ stellte die Richterin fest, packte ihre Unterlagen in eine Mappe und verließ den Raum.

„Das war es?“, fragte Kate unsicher ihre Anwältin, in einer Lautstärke, dass auch Rick es hörte.

„So schnell wie dieses Mal ist es noch nie gegangen.“

„Das liegt daran“, erklärte Ramirez, „dass wir alles vorbereitet haben und diese Richterin anders ist. Sie ist unkonventionell, doch wollten sie beide einen Termin haben, auf den sie nicht mehrere Monate warten müssen und da gab es nur diese Option.“

„Ist diese Therapie ihr ernst?“, wollte die Polizistin wissen.

„Oh ja,“ stimmte Ricks Anwältin ein. „Es gibt eine Auswahlliste, die präferiert diese beiden: James Bean und Olivia Islestown. Beide sollen gut sein. Beide liefern ihre Berichte pünktlich ab. Sie müssen sich nur für eine Person entscheiden und dass Termine abgleichen. Diese Sitzungen sind keine Gruppenspektakel wie bei den AAs. Sie beginnen mit zwei Einzelsitzungen an einem Wochentag und dann einer Sitzung mit ihnen beiden zusammen.“

Kate studierte ihre Finger. Trotz den Vorfällen der letzten Woche, Monate hatte sie ihren Ehering, wie auch den Verlobungsring nicht abgelegt. Es war eine Art Verbundenheit, die sie immer noch zu ihm spürte, sobald er den Raum betrat, in ihrer Nähe war – eine Gefühl, das in ihr aufkam, das sie am liebsten hätte flüchten lassen. Was hatte Gina ihm denn geben können, das er von ihr nicht bekommen hatte?



+C+C+C+

Ende Kapitel 7

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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