Every other Friday – Kapitel 10

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetA/N: Weil ich mehrmals gefragt wurde, wie lange die Geschichte wird: Ich kann es nicht sagen. Ich schreibe so viele Kapitel, wie ich das Gefühl habe, dass die Geschichte verlangt. So viele, bis ich glaube, dass die Geschichte, die ich erzählen möchte, erzählt ist. Gerade bei dieser hier, es ist ja ein sensibles Thema, sollte man nichts über den Hut brechen.

Zudem ist es ein langsames Vorantasten in dieser Geschichte, in der die Kinder bald noch eine wichtige Rolle bekommen werden und wir auf alle Fälle mehr Martha erleben werden.

Hier ein kleines „Zwischenkapitel“.


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Kapitel 10

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An dem Abend traf Kate natürlich noch auf Martha, die bei ihr zuhause auf die Kinder aufpasste. Sie war gerade dabei, die Jungs im Badezimmer für das Bett fertig zu machen, als Kate die Türe aufsperrte, Charlie und Benjamin liefen ihr zugleich entgegen und warfen sich in ihre Arme.

Die ältere rothaarige Schauspielerin erkannt sofort an dem Gesichtsausdruck der Polizistin, wie fertig diese war und dass sie dringend etwas Erholung bedurfte.

„Setz dich auf die Couch, Katherine, ich habe vorher eine Kanne Tee gemacht. Spezialmischung versteht sich. Ich schaffe das hier schon.“ Dankend nahm sie das Angebot an und sank, nachdem sie sich ihrer Schuhe entledigt hatte, auf die Couch nieder, legte den Kopf auf die Rückbank und schloss die Augen.

Benjamin putzte sich bereits selbst die Zähne, bei Charlie musste man „nachbessern“ und Mike war noch zu klein, um selbst Hand anzulegen. Als Martha aus dem Bad kam, lachten alle und ihre Bluse war nass, da sie sich überflüssige Zahnpasta abwischen musste, die auf ihr gelandet war. Sofort liefen sie zu ihrer Mutter und warfen sich auf sie, inzwischen hatte Kate eine Tasse Tee in der Hand, die sie auf ein kleines, altes Beistelltischchen stellte, und die Jungs in den Arm nahm.

„Mama, ich habe heute etwas für dich in der Schule gemalt …“, erklärte Benjamin, lief rasch zu seiner Schultasche und holte ein Blatt hervor.

Es waren Figuren zu sehen, drei große, eine mittelgroße und drei kleine; zudem stand in wackeligen Buchstaben „Familie“ darüber. Die dunkelhaarige Frau ihre noch Schwiegermutter fragend an.

„Es war nicht meine Idee, Katherine, er hat es bereits am Vormittag gemalt.“, erklärte sie.

„Ich habe auch etwas gemalt“, preschte Charlie hervor, lief zum Esstisch und brachte ihr einen Bogen weißes Papier mit diversen Kraxeln darauf.

„Und was ist das, mein Lieber?“

„Das bist du und Papa und Cork natürlich. Und das hier“, er zeigte auf einen rotes Krixikraxi in der linken Ecke. „Das ist natürlich Jamie“. Jamie war Mikes Schlafschaf.

„Das müssen wir sofort auf den Kühlschrank hängen“, kommentierte Kate. Im Gegensatz zu Benjamins Malereien, fehlten bei Charlie noch die Formen. Er erklärte zwar jedes Mal gerne, was er gezeichnet hatte, aber manchmal stellte er es so da, als wäre es doch logisch und nur die Erwachsenen würden nicht erkennen wollen, was es war.

Jetzt erst fiel Kate auf, dass ihre kleine Tochter bereits auf Marthas Arm schlief und sie bisher am heutigen Tag kaum Zeit mit ihr verbracht hatte. Oftmals blieb das kleine Mädchen etwas auf der Strecke, da die Jungs ihre volle Aufmerksamkeit benötigten. Hoffentlich würde sich das ändern, sobald sie älter werde.

Sie nahm Martha das Kind ab und brachte es ins Kinderzimmer, legte die Kleine in ihr Bettchen und deckte sie zu, studierte kurz die Züge ihres Gesichts, ließ ihre Lippen über die Stirn des Mädchens gleiten. „Schlaf gut, mein Liebchen“, murmelte sie nur und verließ abermals den Raum.

Es dauerte lediglich eine halbe Stunde, bis die Jungs ebenso im Bett waren und dabei waren, einzuschlafen.

„Und wie geht es dir so, Katherine?“, fragte Martha und setzte sich neben sie an den runden Esstisch.

„Es geht.“

„Du schaust nicht gut aus …“

„Ich schlafe wenig und …“, bevor Kate aussprechen konnte, hörte sie schon das „Kling“ der Mikrowelle und Martha stellte ihr einen dampfenden Teller Eintopf vor die Nase.

„Iss das und erzähl es mir.“

Wenn Martha gekonnt hätte, wäre sie mit Kate ausgezogen und hätte ihren Sohn zurückgelassen, für das, das er der jungen Frau, seiner Frau angetan hatte. Sie hatte ihm gegenüber auch nie einen Hehl gemacht, auf welcher Seite sie stand, denn sie liebte ihre Enkelkinder und ihre Schwiegertochter über alles, trotzdem fühlte sie sich ihrem Sohn verbunden. Punkt war, sie hatte ihn so erzogen, dass er Partnerinnen nicht betrog. Hatte sie Ehefrau 1 und 2 weniger toll gefunden, so hatte er diesen stets die Treue gewahrt, doch bei der einzigen, die ihm gut tat, der war er fremdgegangen. Martha verstand die Welt nicht mehr.

Für die Jungs hatte sie frisch eingekauft, bevor sie gekommen war, Tomaten, Paprika, Zwiebel, etwas Knoblauch, Erdäpfel und dazu hart Wurst. Es war ein altes einfaches Rezept, das man über Tage hinweg essen konnte – Letscho. Früher hatte sie stets so viel gemacht, dass Richard manchmal sogar vier Tage in Folge etwas zu essen hatte.

„Ich komme über die Runden.“

„Keine Angst, ich habe nicht spioniert und ich habe nicht vor, Richard Bericht zu erstatten. Das weißt du ganz genau.“ Kate nickte nur zustimmend, strich die Socken ab und knöpfte die Bluse fertig auf, bevor sie sie über die Lehne des Nachbarsessels hängte.

„Jeder Anfang ist schwer, meine Liebe. Als ich damals herausfand, dass ich schwanger war, brach eine Welt für mich zusammen. Wer würde denn eine schwangere Schauspielerin oder eine mit einem kleinen Kind einstellen? Ich lebte zur Untermiete in einem winzigen Zimmer ohne eigenen Ofen, also musste ich immer die Türe offen lassen, weil im Nachbarzimmer für die Kinder eingeheizt wurde. Manchmal fiel es mir schwer, die Miete zusammenzubekommen, aber irgendwie klappte es immer. Später konnte ich mir natürlich nie eine vernünftige Betreuung für Richard leisten, als er so alt wie Mike war, und nahm ihn meistens zur Arbeit mit. Man reichte ihn in der Künstlergarderobe weiter oder er schlief inmitten von Kostümen. Manch ein Theater glich mehr einer Revue, manch ein Kostüm war viel zu kurz, viel zu freizügig – aber das Geld musste verdient werden. Es musste Essen auf den Tisch.“

Martha sprach selten über diese Zeit, ließ sogar ihren Sohn im Dunklen, vermutlich unter anderem deswegen, weil diese Jahre bei Gott keine Glanzzeit darstellten.

„Viele Männer betraten mein Leben, verließen mich, haben mich betrogen, bestohlen, aber ich bin jedes Mal wieder aufgestanden, mit hocherhobenem Haupt, und habe weitergemacht. Ich musste weiterkämpfen, für Richard. Natürlich wendete sich irgendwann das Blatt, ich wurde erfolgreicher und so, aber Richards Vater würde mir niemals aus dem Kopf gehen, niemals würde ich ihn vergessen. Wahrscheinlich war er die Liebe meines Lebens.“

Kurz herrschte Stille zwischen den zwei Frauen. „Hast du ihm jemals verziehen, dass er einfach verschwunden ist?“

„Ich kannte Identität nicht, nur seinen Vornamen. Er hat zuvor ein Monat jeden Abend beim Bühneneingang auf mich gewartet, mit Blumen, mich zum Essen ausgeführt. Dann hatten wir eine gemeinsame Nacht und am Morgen war er verschwunden, sein kleiner Koffer stand nicht mehr unter dem Fenster des Jahrhundertwendehotelzimmers.“ Martha seufzte. „Er hat mir nie etwas versprochen und im Endeffekt das Beste geschenkt, das ich in meinem Leben jemals das Meinige nennen durfte.“ Sie blickte sich um. „Ich war verwundert und verärgert, fluchte und schimpfte, war enttäuscht … besonders als er abends nicht mehr am Bühneneingang auf mich wartete, aber als ich irgendwann herausfand, dass ich schwanger war, veränderte sich meine Wut und als ich Richard schließlich in den Armen hielt, war vieles vergessen.

„Hast du dich jemals gefragt, wie es wäre, ihn wiederzusehen?“

„Am Anfang …als Richard klein war, ja. Heute nicht mehr. Es sind so viele Jahre vergangen, aber in meinem Herzen wird er immer einen speziellen Platz haben. Vor Richards Geburt hatte ich ein recht unbeschwertes Leben, auch wenn es finanziell immer eng war, musste ich nur auf mich selbst Acht geben, danach hatte ich ein Energiebündel, das nur Flausen im Kopf hatte.“ Sie griff nach Kates Hand. „Heute ist Richard alles, das ich habe. Oftmals hat er mich wieder aufgerichtet, wenn ein Mann mir wieder vieles genommen hatte, wenn der Erfolg eines Stückes sich nicht einstellte, wenn ich am Boden war. Auf der anderen Seite hat er mich ab und an auch am Boden der Realität gehalten.“

In den Jahren, in denen die beiden Frauen teilweise zusammengelebt haben, war Martha wie ein Mutterersatz geworden. Nach den Geburten hatte sie ihr den Rücken freigehalten und sich rührend um Kate gekümmert, ihr stets zur Seite gestanden.

„Wenn du Hilfe mit den Kindern brauchst, musst du es mich wissen lassen. Ich kann jederzeit kommen.“

„Ich habe eine ganz liebe Nachbarin, Katya. Sie hilft mir ab und an aus.“

„Gut“, sagte Martha und strich Kate über die Wange. „Die Jungs haben nach ihrem Vater gefragt, wieso ihr nicht mehr in eurer gemeinsamen Wohnung wohnt. Ich habe das Thema gewechselt und ihnen etwas vorgelesen.“

Kate nickte wissend. „Ich weiß, Martha, mich haben sie das auch schon gefragt und ich bin der Antwort ausgewichen.“ Sie war den Tränen nahe. Manchmal fiel es ihr schwer zu realisieren, dass sie nicht zu Richard nachhause kam, nicht neben ihm aufwachte – obwohl sie dies schon seit einigen Wochen nicht mehr tat.

Bevor Martha an dem Abend ging, half sie Kate noch beim Abwasch und gemeinsam legten sie Wäsche zusammen, die Martha gewaschen hatte.

„Ist es in Ordnung, wenn ich morgen Alexis mitbringe und wir uns zu fünft eine Pizza bestellen? Sie hat schon nach den Jungs gefragt.“

„Natürlich“, sagte Kate mit einem Lächeln. „Selbstverständlich, da brauchst du ja nicht zu fragen, Martha.“ Die junge Mutter ging in die Küche und öffnete eine Schublade und nahm etwas heraus. „Ich möchte dir das hier geben“, erklärte sie. „Es sind Reserveschlüssel zu meiner Wohnung. Ich weiß, dass du sie Rick nicht geben wirst, dass ich dir vertrauen kann. Wenn du nicht zwischen die Fronten geraten möchtest, musst du sie nicht nehmen, ich würde es verstehen. Aber wenn ich dich einmal bräuchte und Katya keine Zeit hat …“ Dann griff Kate nach einem Block, sie schrieb die Adresse der Kinderbetreuung und Vorschule auf, reichte ihr das Blatt. Kates Handschrift war immer einzigartig gewesen. Martha sah Kate fragend an. „Für den Notfall“, kommentierte sie.

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Ende Kapitel 10

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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