Every other Friday – Kapitel 12

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetRick saß an seinem Tisch, die Kinder schliefen bereits, es war in Samstagabend. Charlie und auch Benjamin hatten ihn gefragt, ob er Kate noch lieb habe, weil sie jetzt woanders wohnen würden. Gott sei Dank war Martha am Esstisch dabei gewesen.

„Wisst ihr Jungs“, hatte Martha zu ihnen gesagt. „Eure Eltern haben euch beide ganz toll gern, so wie sie auch Mike lieben. Und sie haben einander lieb, aber im Moment müssen sie über viele Sachen nachdenken und brauchen Zeit dafür.“

„Mom ist ganz oft traurig“, hatte Benjamin.

Diese Aussagen hatte Rick mehr getroffen, als die Frage, denn wenn es den Kindern bereits auffiel, musste es offensichtlich sein. Kinder waren sensibel, seine Jungs besonders.

Er griff schließlich nach dem Bleistift neben seinem Block. Wie lange hatte er nicht mehr handschriftliche Notizen für etwas gemacht??

Liebe Kate!

Ich weiß nicht, wie ich diesen Brief beginnen soll, da mir aktuell so viel durch den Kopf geht, ich nach Fehlern suche, die ich im Vorfeld begangen habe.

Etliche Male strich Rick auf dem Blatt herum, besserte Formulierungen aus, war tief in Gedanken versunken und kaute an seinem Bleistift.

+C+C+C+

„Beckett“ rief Ryan und zeigte auf die Take-out-Boxen, die im Aufenthaltsraum auf sie warteten. Kate starrte auf das leere Blatt vor ihr und den Stift, den sie in der Hand hielt. In der letzten halben Stunde hatte sie kein einziges Wort zu Papier gebracht, ihr fehlte sogar für den Einstieg die passende Formulierung, Wie sollte sie ihn ansprechen? „Lieber Rick“ – obwohl immer noch Wut in ihr kochte?

Sie stand auf und ging zu Ryan und Esposito, die bereits Diet Coke tranken und über den aktuellen Fall redeten, den sie an dem Tag abgeschlossen hatten.

„Wie geht es den Jungs?“, fragte Ryan schließlich.

„Sie beginnen Fragen zu stellen, auf die ich keine Antwort geben kann.“ Sie presste ihre Lippen zusammen, wissend, dass es auch für diese beiden aktuell nicht einfach war.

„Das ist doch normal. Allmählich kehrt bei euch der Alltag ein und dieser ohne Vater“, kommentierte Esposito.

„Ich weiß, aber ich kann es nicht ungeschehen machen.“

„Hilft denn die Therapie?“ Sie hatten ihnen gesagt, wieso sie früher gehen müsse, war offen mit all dem umgegangen, zudem war Lanie am Gericht dabei gewesen und hätte es Esposito so und so erzählen können. Abgesehen von all dem, hatten die zwei sie wertfrei unterstützt, als es um den Umzug geht, um das Ausmahlen der neuen Wohnung.

„Es waren erst zwei Termine, daher kann man nichts dazu sagen.“ Jahre zuvor hätte sie über ihr Privatleben kein Wort verloren, weder den Jungs noch Castle etwas darüber verraten, aber seitdem ist viel Wasser den Mississippi hinabgelaufen. Ryan war immerhin Charlies Taufpate. Die Jungs waren ein Teil der Familie.

Kate wusste nicht, dass beide Kollegen der Ansicht waren, dass Castle und sie es noch einmal versuchen sollten und wenn es nur der Kinder wegen wäre. Esposito war Vater aufgewachsen und wusste, welche bleibende Wirkung es auf Kinder hatte, es zumindest auf ihn gehabt hatte. Für seine Mutter war es immer schwer gewesen, ihn und seine Geschwister durchzubringen, sie hatte zwei Jobs gehabt, damit es irgendwie funktionierte. Nun sah Javier, wie sehr Kate unter der Trennung litt, obwohl sie es gut zu verbergen wusste. Sie war unkonzentrierter und starrte oft und lange auf das Familienbild, das immer noch auf ihrem Schreibtisch stand und kurz nach Michaelas Geburt aufgenommen worden war.

+C+RICK+C+

„Ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr ich mich für alles schäme. Wie sehr ich an mir selbst zweifle. Ich weiß, wie es zu dem Seitensprung kam aber nicht wieso. Jegliche Schuld liegt alleine bei mir, dem bin ich mir bewusst und möchte es nicht abstreiten. Nur wie kann ich dir sagen, wie unendlich Leid es mir tut?

Jeden Tag, wenn ich die Eingangstüre aufschließe, hoffe ich, dass ich deine Stimme bereits höre, in der Früh dein Lächeln als erstes sehe und mit deinem Kopf auf meiner Brust einschlafen kann.Aber nein, die Wohnung ist leer. Kein Kinderspielzeug am Boden, kein Duft von Frischgekochtem, kein Sport-BH an der Duschwand … es sind diese vielen Kleinigkeiten, die mich jeden Tag realisieren lassen, welch ein Esel ich war.“



+C+KATE+C+

„Rick,

lange habe ich überlegt, wie ich all das hier beginnen sollte. Es fällt mir sehr schwer über meine Gefühle zu schreiben, es fällt mir ja bereits schwer, über diese zu sprechen. Wie soll ich sie nun in Worte fassen?

Ich bin wütend, gekränkt, zu tiefst verletzt und verstehe die Welt nicht mehr, dich nicht mehr. Dass unsere Ehe nicht immer perfekt war, das wissen wir beide, doch dass es so schlecht um uns stand, hätte ich nicht gedacht.

Was hat sie dir gegeben, das du zuhause bei mir, von mir, nicht bekamst?  – Eine rhetorische Frage, auf die ich keine Antwort haben möchte, da es im Grunde ja nicht wichtig ist. Schlussendlich bin ich nicht Gina und wenn du glaubst, mir ihr glücklich werden zu können …“



+C+RICK+C+

„Gina gab mir nichts, sie konnte mir nichts geben. ES war eine Dummheit, die niemals hätte passieren dürfen. Ich könnte es auf den Alkohol schieben, aber das mache ich nicht, es wäre ein lahmer Versuch einer Rechtfertigung. Nein, es war ein Augenblick der Schwäche, auch wenn es für dich vollkommen unwichtig ist, möchte ich es anmerken: Ich habe nicht mir ihr geschlafen, es kam zu keinem Geschlechtsverkehr. Es war oraler Sex. Zu mehr kam es nicht. Gina hätte mehr gemocht, aber es kam nicht zu mehr. Ich konnte es nicht.

Die Kinder haben mich heute gefragt, ob ich dich noch liebe und diese Frage ist mit einem eindeutigen „Ja“ zu beantworten und ich liebe dich nun schon so lange. Seit 7 Jahren zählst du zu den wichtigsten Menschen in meinem Leben, zu denen, für die ich alles tun würde, alles geben würde.



+C+KATE+C+

„Als die Kinder mir diese Frage stellten, wich ich aus Rick, da ich keine Antwort wusste. Doch hat all das nichts mit Liebe zu tun. Man braucht keine Liebe um eine Ehe zu führen, das ist eine neumodische Idee des 20. Jahrhunderts. Man braucht auch keine Ehe, um jemanden zu lieben. Du hast mich verletzt. Du hast mein Vertrauen missbraucht. Du hast dich einer anderen Frau hingegeben.

Wieso die Bilder? Wieso konntest du es mir nicht einfach sagen, direkt ins Gesicht? Wieso Gina? War es ihr perfekter Busen? Die schmale Taille? Das blonde Haar? Wenn es all das war, hättest du mit mir keine drei Kinder zeugen sollen, denn der nicht perfekte Busen hat alle drei gesäugt, der nicht perfekte Bauch hat ihnen jeweils neun Monate  ein Zuhause gegeben.



+C+RICK+C+

In meinen Augen bist du perfekt, egal wie du es siehst und das wird sich auch nicht ändern, Kate!

Ja, ich mache mir Sorgen um dich, denn ich habe gesehen, wie dir all das zusetzt. Sind es schon zehn Kilogramm, die du verloren hast, oder bereits fünfzehn? Zu mehr als fünf Stunden Schlaf wirst du wohl auch nicht oft kommen.

Wenn ich meine Augen schließe, so wie jetzt gerade, sehe ich dich vor mir – die traurigen, müden Augen, die Kleidung, die zu lose sitzt. Am liebsten würde ich mir selbst Schmerzen zufügen, den Schmerz, den ich dir zugefügt habe. Wähle eine Waffe und füge ihn mir zu!

Natürlich leide ich, weil ich weiß, was ich dabei bin zu verlieren, doch tief in mir hoffe ich, dass wir das Unaussprechbare abwenden können. Ich könnte dir das Blaue vom Himmel versprechen, momentan würdest du es mir nicht glauben, deswegen lasse ich dies.



+C+KATE+C+

Wenn ich dann nachts in meinem Bett liege, in dem wir Charlie gezeugt haben, gehen mir all die freudigen Ereignisse durch den Kopf und ich suche nach dem Moment, an oder nach dem alles gekippt sein könnte. An dem du mich nicht mehr attraktiv gefunden hast. Die Kids dir zu viel wurden. Ich dir zu wenig Zeit eingeräumt habe … einfach den Zeitpunkt, an dem ich es hätte stoppen können … aber ich finde nichts.



+C+RICK+C+

Ich möchte dich in meinem Leben haben und das nicht nur als Mutter meiner Kinder sondern als meine Frau, meine Geliebte, mein Lebensinhalt.

Ich liebe dich, Kate. Ich liebe dich und alles in meinem Leben verbinde ich mit dir – egal was ich sage, mache oder denke, immer verbinde ich es mit einem Moment aus unserer gemeinsamen Vergangenheit, einer deiner Eigenschaften, deiner Wesenszüge.

Ich liebe dich.

-Rick



+C+KATE+C+

Kaum habe ich den Eindruck, dass der Schmerz weniger wird, kommt mir wieder eine vermeintlich glückliche, positive Erinnerung und alles beginnt von Neuem.

-Kate



Kate legte den Stift zur Seite, wischte sich die Tränen aus dem Augenwinkel. Beinahe hatte sie 2mal geschrieben, dass sie ihn ja eigentlich noch liebe, es aber einfach nicht ändern könne, er hätte sie zu sehr verletzt.

Schließlich faltete sie die zwei Blätter zusammen, steckte sie in ein Kuvert und packte ihre Tasche. Kurz nach eins fuhr sie schließlich nachhause, in die leere Wohnung. Manchmal fragte sie sich, wie es wäre, wenn zuhause jemand auf sie warten würde, mit einer Tasse Kaffee, einem Glas Tomatensaft oder Rotwein. Stattdessen öffnete Kate die Türe und stand im Dunklen.

+C+C+C+

„Dad?“, fragte Benjamin. „Wieso kann Mama nicht auch hier sein, um mit uns Lego zu spielen? Sie baut die besten Burgen.“

„Sie muss arbeiten. Sie hat sicherlich einen Fall.“

„Ich möchte aber, dass sie mit uns baut“, stimmte Charlie ein.

„Das geht nicht. Aber du bist am Abend wieder bei ihr.“

„Aber dann bist du nicht da“, gab Charlie zu denken und warf sich seinem Vater um den Hals. Wäre Rick nicht Rick gewesen, hätte er nun schmutzige Wäsche gewaschen und wäre über Kate hergezogen, ihre Makel, doch baute ihr Verhalten auf seine Fehler auf.

„Können wir Mum anrufen?“ Benjamin fragte nicht wirklich, sondern stellte es in den Raum.

„Wollt ihr das unbedingt? Wir werden sie wahrscheinlich bei der Arbeit stören.“

„Bitte Dad“, stimmten beide beinahe jubelnd ein, während Mike sich an ihm hochzog und ihren feuchten Mund an seinen Oberarm presste.

Rick griff nach dem Handy, das am Couchtisch lag, und drückte auf die Kurzwahl-Icon für Kate.

„Rick?“, fragte sie als sie abhob und klang verwundert.

„Mom …“, schrien beide Jungs freudig in den Lautsprecher.

„Ist alles okay bei euch?“ Nun klang Kate besorgt.

„Ja, Kate. Es ist alles okay, sie wollten dich nur unbedingt anrufen. Hast du denn kurz Zeit?“

„Natürlich.“ Man konnte das Lächeln in ihrer Stimme förmlich hören.

„Wie geht es Michaela?“

„Wie steht neben Dad … nein auf Dad.“ Charlie lachte.

„Sie steht auf dir, Rick?“

„Ja. Vorher hat sie sich den Couchtisch entlang gehandelt, so wie es Benji damals gehabt hat.“

„Mom kannst du dann herkommen und mit Dad und uns eine große Burg bauen?“

„Baby, das geht doch nicht. Grandma bringt euch …“

„Mom …“, sie hörte Charlie. „Ich will, dass du kommst!“

„Charlie bitte. Deine Mutter hat viel zu tun und ist am Abend müde.“

„Nein …!“, stimmte Benjamin ein.

„Lasst mich einmal in Ruhe mit eurer Mutter reden. Ich bin gleich wieder da. Ihr baut inzwischen den Turm fertig.“

Rick stand auf und nahm Mike auf den Arm, die bereits müde war. „Kate, sie wollten dich anrufen. Was hätte ich sagen sollen?“

„Es ist schon okay, ich erledige nur noch Papierkram.“

„Ein anstrengender Fall?“

„Geht so.“ Natürlich wollte sie dem alten-Rick von dem Fall erzählen, ihn wissen lassen, wie es zu der Wende kam. Doch der neue-Rick sollte es nicht hören, sie musste Distanz waren.

„Ich kann die Kinder aber von der abholen, wenn das hilft.“

„Vielleicht. Mutter ist noch nicht wieder da und Mike ist gerade auf meinem Arm eingeschlafen.“

Kate blickte auf der anderen Seite der Leitung kurz auf ihre Armbanduhr. „Es ist ihre Zeit“, erklärte sie noch kurz, bevor sie sich verabschiedete und auflegte.

+C+C+C+

Ende Kapitel 12

+C+C+C+

A/N: Ich hoffe, dass die Briefe deutlich zur Geltung kamen, obwohl ich einen anderen Weg gewählt habe als vielleicht erwartet.

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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