Every other Friday – Kapitel 9

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - Bearbeitet„Haben sie geglaubt, Mr. Castle, dass ihre Affäre unentdeckt bleiben würde?“, fragte James und musterte den ihm gegenübersitzenden Mann.

„Ich habe nicht nachgedacht, hätte ich …“

„Und wieso dann ihre Ex-Frau?“

Rick überlegte, fuhr sich mit der Hand durchs Haar. „Sie hat es auf ihre Art und Weise darauf angelegt. Zuerst hat sie sich beklagt, dass sich alles seit Jahren nur um Kate dreht und es bei uns nie so gewesen wäre und dann kam das Eine zum Anderen.“

„Es war scheinbar ein leichtes Spiel für sie.“

„Scheinbar. An dem einen Abend war ich betrunken, vermisste Kate und die Kinder und den Moment hat sie scheinbar – rückblickend betrachtet – ausgenutzt und ich habe aus unerklärlichen Gründen nicht abgelehnt.“

„War denn ihr eheliches Sexualleben nicht erfüllt?“

„Nach Michaelas Geburt hat alles etwas länger gedauert als bei den Jungs, während der Schwangerschaft war alles wunderbar.“

„Das klingt nicht überzeugend.“

„Ich liebe Kate, aber die Kinderhaben nicht viel Zeit gelassen für Zweisamkeit, besonders wenn die Wiege im Schlafzimmer steht und alle zwei Stunden das Baby weint um gestillt zu werden. Später hat Kate im Kinderzimmer gestillt und es kam vor, dass sie auch schon einmal dort eingeschlafen ist. Abgesehen davon hat sie während der Schwangerschaft mit Kate mehr zugenommen und es war ihr danach unangenehm, sie fühlte sich nicht wohl in ihrer Haut.“

„Sie geben also ihrer Frau die Schuld am Scheitern ihrer Ehe?“

„Nein“, schoss es aus Rick. „Ich wollte mehr Kinder haben. Ihr hätte Benjamin wahrscheinlich gereicht, doch dann kam Charlie …“

„Also sind die Kinder daran schuld?“

„Nein. Ich hatte etwas mit Gina. Es war meine Schuld.“

„Haben sie sich bei Kate versucht zu entschuldigen?“

„Nein.“

„Wieso?“

„Man kann es nicht entschuldigen. Ich kann mir selbst nicht verzeihen und verstehe nicht, wieso es so weit kommen konnte.“

„Aber sie erwarten es von ihrer Frau“, kommentierte Bean.

„Kate ist ein besserer Mensch als ich, besser als jeder Mensch, der mir jemals untergekommen ist.“ Der Therapeut sah Rick fragend an. „Dass sie sich damals auf mich eingelassen hat, grenzt an ein Wunder. Hätte sie härter darum gekämpft, ihr Team wieder für sich zu haben und mich loszuwerden, hätte sie es geschafft. All das grenzt an ein Wunder, ebenso Benjamins Entstehung, der Nachtclub … Like a Virgin … Kate ließ mich nur wissen, dass sie schwanger sei, wollte mir weder das Kind anhängen noch mein Geld und ich habe sie überredet, mir eine Chance zu geben, Vater zu sein und dass sie bei uns einziehen solle. Und sie hat sich darauf eingelassen. Welch ein Mensch gibt sein eigenes Leben auf, um seinem Kind die Chance auf eine Familie zu geben?“ Rick atmete tief durch, griff auf seinen Ehering und drehte ihn. „Und ich habe all das verspielt.“

„Lieben sie sie noch?“

„Natürlich.“ Diese Antwort kam schnell, ohne einen Hauch von Zweifel.

„Wieso waren sie dann mit Gina im Bett?“

„Sie drängte sich auf und ich war betrunken. Sie griff mir in den Schritt, massierte mich und ich hatte nicht die Kraft mich zu wehren, also kam es zu oralem Sex. Ich trinke fast nichts mehr, früher wären die drei Cocktails kein Problem gewesen, aber seitdem wir die Kinder haben, gibt es so gut wie keinen Alkohol mehr. Kate war entweder schwanger oder sie hat gestillt und zwischen Charlie und Mike …. Egal, auf alle Fälle hat mich Gina mehrmals oral befriedigt.“

„Es kam also nur zu oralem Sex?“

„Ja, Sex ist aber Sex. Es ändert nichts an der Tatsache.“

„Vielleicht würde es für ihre Frau etwas ändern, zu wissen, dass es nicht zu ‚richtigem‘ Sex gekommen ist.“

„Ich kann mir das nicht vorstellen. Kate wird sagen, dass es Betrug ist und damit hat sie recht.“

„Wieso sehen sie das so?“

„Meine Exfrauen haben mich betrogen und mir war die Form des Betruges egal. Sie waren mit anderen Männern im Bett und die Details waren unwichtig, im Endeffekt zählt nur das Resultat.“

„Sie wurden betrogen?“, fragt James und tat unwissend, in Wahrheit hatte er recherchiert und alte Zeitungsartikel gefunden, die ihn bereits mit diesem Wissen ausstatteten.

„Ja. Bei Meredith gab es keine Diskussion in Sachen Scheidung. Sie hatte kein Interesse an Alexis oder an uns, mein Name war ihr wichtig gewesen. Alexis war ein Säugling, wenige Monate alt, da erwischte ich sie im Ehebett mit jemandem, der ihrer Karriere förderlicher war. Nach der Scheidung, die schnell über die Bühne ging, hat sie Alexis in den ersten drei Lebensjahren achtmal besucht. Bei Gina hingegen, da war es anders. Wir waren älter und gingen Beziehungen unter anderen Voraussetzungen ein. Bei ihr waren es die jungen Autoren, mit denen sie sich gerne befriedigte, vorzugweise in ihrem Büro im Verlag. Sie konnte die Finger einfach nicht von ihnen lassen und unsere Ehe war nie besonders glücklich, da das Verhältnis zu Alexis immer angespannt war.“ Rick war inzwischen aufgestanden und zum Fenster gegangen. „Vergeben hätte ich vielleicht können aber niemals vergessen. Bei Meredith habe ich erlebt, wie sehr ein Kind darunter leiden kann, ohne beide Elternteile aufzuwachsen. Sie hat heute noch kein Interesse an ihrer Tochter. Kate liebt ihre Kinder bedingungslos, ihre Kinder und Alexis. Sie macht keine Unterschiede.“

„Trotz des Wissens, dass sie niemals vergessen könnten, wollen sie ihre Ehe retten und glauben, noch eine Chance zu haben.“

„Ich kann es nicht ungeschehen machen, aber ich möchte kämpfen. Ich kann Kate nicht einfach aufgeben. Die letzten Jahre … sie waren die glücklichsten meines Lebens. Ich freute mich nachhause zu kommen, sehnte mich nicht mehr nach Clubs oder anderen Abendaktivitäten. Ich wollte jeden Abend zuhause sein, jeden Morgen neben ihr aufwachen.“

„Sie haben drei Kinder.“

„Vier mit Alexis.“

„Wollten sie so viele?“

Rick lachte. „Wollen? Alexis war der Grund für meine erste Hochzeit. Danach, also nach der Scheidung, gab es keine Diskussion in Sachen Kindern. Alexis war 14 Jahre alt, als Kate in mein Leben trat … mit ihren grünbraunen Augen und ihrer angeborenen Schlagfertigkeit.“

„Und die anderen?“

Rick begann von dem Sommer zu erzählen und der Nacht in dem Club, ebenso, dass er Angst hatte, Kate nach dem One-Night-Stand eventuell niemals wieder zu sehen. „Danach dauerte es, bis wir uns fanden. Ich habe mich auf jedes Kind gefreut. Charlie und Benjamin waren beide nicht einfach als Kleinkindern und ich glaube, dass Mike noch hätte warten können.Wir hatten Streit, ich war zwei Tage auf einer Tagung in Montreal und dann hatte sie mich vom Flughafen abgeholt und wir schafften es gerade einmal bis in die Parkgarage des JFKs – in dieser Nacht entstand Mike.Die Jungs sind nicht einfach, recht speziell in ihren Wesenszügen und rückblickend ….“

„Worum ging es bei dem Streit?“

„Kate wollte ein verlängertes Wochenende auf die Bahamas, ohne Kinder und ich erklärte ihr, dass man die Jungs nicht einfach bei meiner Mutter lassen könne. Eigentlich wollte sie eine Pause von den Kids … im Endeffekt sind wir auch gefahren.“

„Haben sie bereits Schritte in die Wege geleitet, um etwas zu verändern?“

„Ich habe den Verlag gewechselt, weil Gina ebenso meine Chefin beim Verlag war. Also ich habe einen neuen gefunden und das Team dort wickelt nun den Wechsel ab. Zudem habe ich meine Managerin entlassen, da sie von dem Verlagswechsel nicht überzeugt war und versuchte, ihn mir auszureden, obwohl die Konditionen im neuen wesentlich besser sind. Aber das ist ein anderes Thema.“

„Und was planen sie noch?“

Rick sah den Therapeuten abermals fragend an. „Ich weiß es nicht. Kate … ich möchte mich nicht aufdrängen, um Zeit mit ihr und/ oder den Kindern verbringen zu können. Daher sind diese Sitzungen ein Anfang. Kate sieht schlecht aus, hat viel Gewicht verloren. Natürlich fällt mir so etwas auf … ich möchte sie einfach wieder im Arm halten können“, erklärte Rick und Tränen standen ihm in den Augen. „Verstehen sie mich nicht falsch, Mr. Bean, nichts Sexuelles … ich möchte an ihren Haaren riechen können, sie am Abend zuhause in Sicherheit wissen. Wenn sie nie wieder mit mir schlafen wollen würde, wäre es in Ordnung für mich, ich würde alles machen für sie. Wenn sie ihr restliches Leben in ihrem Schlafzimmer die Nacht verbringen würde, wäre das alles eine Option für mich, auch wenn es mir schwerfallen würde, mich von ihr fernzuhalten. Aber alles wäre in Ordnung, alles wäre machbar, solange sie bei mir ist.“

„Sie wollen sie mit keinem anderen Mann teilen müssen“, schlussfolgerte James Bean.

„Natürlich nicht, auf keinen Fall.“

„Aktuell laufen sie Gefahr, dass sie sich neu verliebt.“

Natürlich bestand die Gefahr, das Risiko, aber er kannte Kate und wusste, dass sie in diesem Augenblick keinen Kopf für so etwas hatte und es lange dauern würde, bis sie sich wieder für eine Beziehung öffnen würde. Zumindest hoffte er dies inständig. Wirklich 100prozentig sicher konnte man sich aber nicht sein.

„Ich war immer eifersüchtig“, gab Rick zu.

„Und Kate?“

„Oh ja. Natürlich versuchte sie es immer gut zu kaschieren, doch gelang ihr das nicht immer. Manchmal machte es aber auch den Reiz aus.“

„Wie weit würden sie gehen, um ihre Ehe zu retten?“

„Die Ehe und unsere Freundschaft“, korrigierte Rick. „Alles würde ich machen, am liebsten die Zeit zurückdrehen, allerdings bin ich momentan etwas planlos. Gina habe ich abgehakt, den Verlag gewechselt, die Managerin gekündigt …“

„Von heute auf morgen können sie aber nicht erwarten, dass sie ihnen vergibt.“

„Dem ich mir bewusst. Es hat Jahre gedauert, um sie das erste Mal für mich zu gewinnen, aber nur Sekunden, um alles zu verspielen“, erklärte er ruhig und griff nach seiner Jacke.

Mit diesen Schlussworten verabschiedete Rick sich, tief in Gedanken, von James und verließ die Praxis ebenso durch die Hintertüre.

Das Gespräch nagte an ihm, mehr als er erwartet hatte, obwohl die Fragen nicht in die Tiefe gegangen waren. Im Grunde hatte er sogar sehr wenige Fragen gestellt, sondern nur nachgehakt bei den Sachen, die er selbst bereits in den Raum gestellt hatte. Wenige Fragen hatten sich sonst ergeben. Vielleicht hatte er wirklich alles verspielt, alles.

+C+C+C+

Ende Kapitel 9

+C+C+C+

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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