Every other Friday – Kapitel 13

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetAls Kate bei Rick vor der Türe stand, ging ihr viel durch den Kopf. Sie war das erste Mal wieder in ihrer Wohnung, ihrem gemeinsamen Zuhause. Sofort wurde ihr geöffnet, allerdings stand Alexis vor ihr.

„Pscht ….“, sagte sie leise und führte Kate ins Wohnzimmer, wo Rick am Rücken auf der Couch lag, Mike auf seiner Brust, die Jungs lagen zwischen ihm und der Rückenlehne des Sofas und alle vier schliefen. Friedlich. Wie einst.

„Als ich nachhause gekommen bin, haben sie bereits geschlafen.“

Es war ein herziger Anblick, der sich Kate bot und so schoss sie, als Alexis in die Küche ging, um Kaffee zuzubereiten, mit ihrem iPhone ein Foto von den Schlafenden.

„Ich habe etwas Pasta gemacht, möchtest du welche?“

„Nein Danke, ich wollte nur die Kinder abholen.“

„Ich dachte Grandma …“

„Die Jungs waren etwas kompliziert und ich habe mit deinem Vater ausgemacht, dass ich sie abholen würde, um ihm weitere Diskussionen zu ersparen.“



+C+C+



Als Mike munter wurde, hob Kate sie von Ricks Brust und presste das Mädchen an sich, bevor sie sie wickeln ging. Sie sah aus dem Augenwinkel, wie Rick sich zu seinen Söhnen drehte, um beschützend einen Arm um sie legte.

Michaela brabbelte immer wieder „Mama“ und platzierte feuchte Küsse auf Kates Wange. Sie ging mit ihr durch das Wohnzimmer und sah am Counter ausgedruckte Emails liegen. Natürlich war sie sich bewusst, dass diese sie nichts angingen, trotzdem konnte sie nicht widerstehen, obwohl es nicht im Geringsten ihre Art war.

„Rick,

das kannst du mir und dem Haus nicht antun, nicht nach all dem, was gewesen ist!

G.“

„Rick,

hatte es denn gar keine Bedeutung für dich? Europa? Wir sind für einander bestimmt, wir gehören zusammen!

G.“

„Rick,

du willst mich also zerstören? Du wirst den Kampf verlieren. Heb ab, wenn ich dich anrufe. Beantworte deine Emails, wenn ich dir schreibe. Ich bin es leid, immer nur deine neue Verlägerin an den Apparat zu bekommen. Und dass du überlegst, eine Klage gegen mein Haus anzustreben, ist so und so unfassbar. Ich habe deinen Vertrag vor mir liegen und überlege mir rechtliche Schritte.

G.“



Drohte ihm Gina jetzt etwa?  War er den Verlagswechsel wirklich so drastisch angegangen und über Leichen gegangen, so wie es Kates Anwältin angedeutet hatte?

Rasch legte Kate die Ausdrucke wieder übereinander und wendete sich ab.

In den Moment, als sie wieder ins Wohnzimmer kam, saßen die drei Männer, die zuvor noch geschlafen hatten, wach mit dem Rücken zu ihr auf der Couch.

„Kate?“

„Ich hole die Kinder, wie ausgemacht.“

„Mama … Lego spielen!“

„Benjamin, zuhause dann.“

„Ich möchte hier bleiben.“

„Benji…“, versuchte Kate einzustimmen.

„Mum…!“, schrie er beinahe schon, stampfte auf und lief wutentbrannt davon und das wenige Augenblicke nachdem er aufgewacht war.

„Was ist los mit ihm?“, fragte Rick vorsichtig und fuhr sich durchs Haar.

„“Er war in den letzten Tagen bereits etwas eigen am Abend“. Kate wollte ihn gar nicht ansehen, denn beide erkannten die wahre Aussage hinter ihren Worten. Die Kinder litten unter der aktuellen Situation allmählich.

„Vielleicht könnten wir das Thema bei Bean ansprechen?“, fragte Rick vorsichtig und nahm ihr Michaela ab.

„Ja“, antwortete sie und ging ihren Ältesten suchen, es gab nur drei Orte, an denen er sich gerne versteckte. Tatsächlich saß er im Kasten in seinem alten Zimmer.

„Benji, komm bitte aus dem Kasten.“

„Nein.“

Kate öffnete die Türe, hockerlte sich vor den Jungen und sah ihn mit einem sanften Lächeln an. „Bitte Benjamin.“

„Nein“ Seine Stimme war stark und stetig.

„Wir gehen nachhause, Benjamin, und ich möchte, dass du mit uns kommst. Du kannst aber auch bei deinem Dad bleiben.“

„Ich komme nur mit, wenn Dad auch mitkommt.“

„Ben“, sagte sie und allmählich nervte sie die Situation, weil sie erkannte, auf was es hinauslief.

„Ich will auch Dad!“ Seine Stimme wurde immer lauter.

„Das geht aber heute nicht.“

„Dann bleib ich im Kasten.“

„Gut“, sagte Kate und stand auf. „Dann bleibst du bei deinem Vater und er bringt dich morgen in die Schule.“

„Nein!“

„Was?“

„Ich will euch beide!“, schrie der Junge und zog die Schiebetüre wieder zu. Kate liefen Tränen die Wangen hinab, lang hatte sie schon nicht mehr vor anderen Leuten geweint und Rick stand in der Türe und hatte die gesamte Szene beobachtet. Plötzlich stand er vor ihr, schloss sie in die Arme und einen Augenblick lang, aber nur einen Augenblick lang, ließ sie es zu; sie weinte in sein Shirt, während Rick sie hielt, seine Arme um sie gelegt hatte. So wie früher.

Und so rasch, wie Kate diese Intimität zugelassen hatte, war sie auch schon – wortlos – vorbei. Kate entschuldigte sich kurz, als sie die Kastentüre öffnete, Benjamin aus dem Kasten fischte und das tobende Kind aus dem Zimmer trug. Sie würde damit leben müssen, die Böse zu sein. Es verlangte nach keinen großen Worten, damit Rick alles der Kinder zusammenpackte und ihr half, alles zum Auto zu bringen.

„Danke“, sagte sie leise, als sie dabei war, die Autotüre zu schließen und hörte Ricks Antwort nicht mehr.

„Immer.“



+C+C+



Am nächsten Sitzungstag trug Kate ein kurzes, enges dunkelblaues Kostüm mit einem hellrosa Top. Rick wusste, dass es ärmellos war. Kurz studierte er die langen Beine, in den diesmal flachen Schuhen, als er das Wartezimmer betrat und sich ihr gegenüber niederließ. Sie schien zu telefonieren, mit seiner Mutter.

„Martha, er hustet schon seit Montag, im Kindergaten geht es um.“ Es ging also um Charlie. „Wenn es nicht besser wird, gehe ich morgen mit ihm zum Arzt.“ Kate verabschiedete sich rasch von ihr, steckte das Mobiltelefon wieder in die Handtasche.

„Was ist los mit ihm?“

„Er hustet stark und deine Mutter meint, dass er etwas aushuste. Am Nachmittag war sein Husten stärker. Sie inhalieren jetzt mit Katyas Gerät zum Inhalieren und dann noch einmal bevor er schlafen geht.“

„Am Sonntag war er kerngesund. Und ich habe darauf geachtet, dass alle gut angezogen sind. Ich habe sie nach dem Baden geföhnt.“

„Mach dir keine Sorgen, im Kindergarten sind einige verkühlt bzw. krank – Samuel, Sean und Maura sind schon zuhause gebelieben deswegen.“

„Ich habe aufgepasst …“

Seine Art der Rechtfertigung war eine ernstgemeinte und keine geheuchelte, dies erkannte Kate rasch, da sie ihn kannte und wusste, wie er sich verhielt, wenn er etwas nicht ernst meinte. Kinder wurden nun einmal krank, Kinder in den ersten Kindergartenjahren noch viel häufiger. Dies kam einfach vor. Irgendwann kamen dann die Feuchtblattern und alle dazugehörenden Infektionskrankheiten.

Für einen Augenblick hatte Kate ihre Hand auf  seinem Arme gelegt, um ihn zu beruhigen, sobald sie es bemerkt hatte, war der Kontakt schon wieder abgebrochen, der Finger zurückgezogen.

„Er wird schon wieder. Martha legt ihn dann in mein Bett, damit er Michaela nicht ansteckt.“

„Lass doch Mike bei dir schlafen, damit du nicht krank wirst“, sagte er leise.

Beckett nickte lediglich, er hatte Recht. Sie schickte Martha eine SMS und in diesem Moment bat James Bean sie einzutreten.



+C+C+



Kate sah Rick fragend an. „Die Jungs stellen Fragen und machen … Probleme…“, sagte sie und versuchte sich möglichst ruhig zu verhalten, obwohl es sie wirklich beschäftigte. Benjamin hatte kaum ein Wort mit ihr gesprochen, seitdem sie ihn von Rick geholt hatte.

Fragend sah Bean sie an und Kate erzählte schließlich von dem Erlebnis am letzten Sonntag. Rick betrachtete sie ab und an und fügte seine Beobachtungen hinzu.

„Sie müssen ehrlich mit ihren Kindern umgehen. Sie haben sich aktuell getrennt. Kinder verstehen den Vorgang in dem Alter oft noch nicht, wenn zuvor nicht oft gestritten worden ist – vor ihnen. Dies scheint ja bei ihnen nicht der Fall gewesen zu sein. Oder?“ Beide schüttelten den Kopf.

„Nein, der Seitensprung bzw. die Affäre kam für mich sehr unerwartet“, kommentierte Kate mit einem Hauch von Sarkasmus in der Stimme und suchte den Brief aus ihrer Handtasche.

„Die Briefe“, kommentierte Bean und forderte Rick indirekt auf, seinen zu zücken. „Aber um noch etwas zu den Jungs zu sagen: Setzen sie sich gemeinsam mit ihnen hin und erklären sie ihnen, was gerade los ist. Sie sind nicht immun gegen ihre Emotionen, nur sprechen sie nicht oft darüber, weil sie länger brauchen, um es zu verarbeiten.“ Bean griff abschließend nach seiner Tasse Tee, die auf dem kleinen Tischchen neben seines Stuhls stand. „Nun tauschen sie die Briefe aus und lesen sie diese, danach werden wir über diese sprechen.“

In den nächsten fünf Minuten hörte man nur das Ticken der alten Uhr und ab und an ein lautes Aufatmen oder ein leises Murmeln. Kate stand mit dem Brief am Fenster, ein paar Finger an ihren Lippen, die leicht geöffnet waren. Ab und an fuhr sie sich durchs Haar.

Rick hingegen saß auf der Couch und las konzentriert, so sogar, dass sich seine Stirn in Falten legte.

Bean studierte beide genau. Kate den Tränen nahe, Rick zeigte erste Anzeichen von Wut in sich aufkeimen. Jetzt fiel ihm erst auf, dass Kates Schuhe unter dem kleinen Tisch standen. Als sie zurück zur Couch kam, setzte sie sich auf ihre langen schlanken Beine, zog den Blazer aus und hängte ihn über den Rücken des Sofas.

„Wie erging es ihnen beim Schreiben des Briefes, Rick?“

„Ich … ich … ich habe ihn dreimal geschrieben, so oft habe ich herumgebessert und gekürzt. Zufrieden bin ich nicht.“

„Und sie Kate?“

„Ähnlich. Ich habe lange gebraucht, um die 1. Zeile zu schreiben, dann habe ich zwei Fassungen geschrieben.“

„Und Kate, wie erging es ihnen beim Lesen?“

Stille. Wie sollte man all diese Gefühle beschreiben?

„Es ist schwer passende Worte zu finden. Bis jetzt haben wir nie über all das geredet und ich … vielleicht habe ich ein paar Antworten gefunden, aber es wurde nicht alles beantwortet.“

„Was ist noch offen?“

Kate blickte in den Schoß, drehte an ihrem Ehering. „Was hat sie, das ich nicht habe?“, schoss es aus ihr heraus, Tränen in den Augen.

„Kate …“, versuchte Rick sie zu bruhigen.

„Nein, Rick. All die Jahre war sie ein Teil unseres Lebens. Sie ist perfekt. Immer das perfekt frisierte Haar, das perfekte Make-up, die perfekte Frisur, …“

„Das stimmt nicht, Kate.“

„Was?“

„Alles! Alles!“, sagte er laut und stand auf. „Nichts an ihr ist perfekt. An dir hingegen aber schon. Steh auf, Kate.“

Fragend sah sie Bean an, der lediglich nickte und abwartete, was nun passieren würde. So hatte er die Sitzung nicht geplant gehabt.

„Heb‘ dein T-Shirt an, nein, zieh es aus.“

„Rick…?“ War es Zorn in ihrer Stimme, wollte er sie vor Bean blamieren?

„Bitte!“, forcierte Rick.

Die dunkelhaarige Frau stand langsam auf, zog das rosa Top aus und stand nun in dem hüftig geschnittenen Rock vor ihm und einem einfachen weißen Baumwollbüstenhalter ohne jeglichen Schnickschnack.

Castle kam auf sie zu und fuhr die weiße Linie an ihrer Seite entlang, die circa 3cm lang war.

„Ein Messer, das du abgewehrt hast, um mein Leben zu schützen. Es war nur eine Fleischwunde, trotzdem.“ Dann stand er kurz vor ihr. „Diese Linie hier“, er zog sie nach, „hast du seit der Schwangerschaft mit Benjamin. Es passierte irgendwann im 7. Monat und  du trugst unseren Jungen in dir.“ Dann stand er plötzlich hinter ihr, umfasste ihren Bauch, der nicht mehr existent war. Kate zuckte kurz zusammen. „Hier hast du unsere Kinder ausgetragen und vielleicht mag er nicht mehr so straff sein, wie du es gerne hättest, aber ich sehe nur die drei kleinen Wunder, die darin waren.“ Schließlich fuhr er ihren Torso entlang zu ihren Rippen und verweilte unter ihrem BH. „Als wir uns kennengelernt haben, war deine Brust so groß, dass sie gerade meine Hand ausfüllte. Auf der Unterseite der linken verläuft nun eine kleine weiße Linie, seit du Charlie gestillt hast, also seit du die Milch bekommen hast, um ihn zu stillen. Heute sind sie groß, schön und voll, liegen perfekt in meinen Händen.“ Rick griff sie nicht an, berührte nicht die Brust, von der er sprach.

Kates Augen waren geschlossen, sie war offensichtlich verunsichert.

„Gina war eine Kurzschlussaktion“, erklärte er und nahm seine Hände noch nicht von ihr. „Es hatte nichts mit dir zu tun. In meinen Augen bist du perfekt. Alles an dir. Jeden Punkt, den du als Makel bezeichnest, verbinde ich mit einem besonderen Ereignis, Erlebnis. Ich möchte kein Kind, keine Schwangerschaft missen. Jedes Kilogramm, das du während einer der Schwangerschaften zugenommen hast, war willkommen. Alles an dir ist liebenswert und hoch erotisch.“

„Trotzdem hast du mich betrogen!“, antwortete sie leise, es war beinahe ein Flüstern. Rick löste seine Hände von ihr.

„Es ist nicht zu entschuldigen, aber es lag nicht an dir.“

Wortlos zog Kate ihr Top wieder an.

„Und es war wirklich  nur oraler Sex?“, fragte sie ruhig und beherrscht nach.

„Ja.“

Beckett nickte nur und setzte sich wieder auf das Sofa. Kurz herrschte abermals Stille, die Bean schließlich durchbrach.

„Und wie erging es ihnen, Rick?“

„Ich wurde mir …. Ich bin mir jetzt noch deutlicher bewusst, wie sehr ich dich, Kate, verletzt habe.“

„Wussten sie das zuvor denn nicht?“

„Doch, aber es war anders …“

Die Zeit war beinahe um, musste Bean feststellen, der auf die digitale Uhr blickte, die hinter Kate und Rick angebracht war – unauffällig, unscheinbar. Diese Sitzung war vollkommen anders verlaufen, als Bean es geplant hatte, sie war intensiver gewesen als gedacht. Eventuell sogar konstruktiver.

„Bis zum nächsten Mal bekommen sie abermals eine kleine Hausübung. Sie bringen mir jeder auf alle Fälle zwei Bilder mit – eines von ihnen selbst, eines von ihnen beiden zusammen. Suchen sie ihre Lieblingsbilder heraus. Ein Familienfoto können sie gerne ebenso mitbringen.“

Wortlos, lediglich mit einem Nicken verabschiedete sich Kate und verließ den Raum durch den Hinterausgang.

„Könnten wir noch kurz mitsammen sprechen?“, fragte Bean vorsichtig nach.

„Natürlich.“

„Sie sind Kate etwas nahe gekommen, etwas zu nahe. Sie sollten sie fragen, ob sie sie berühren dürfen, sie muss die Möglichkeit haben, nein zu sagen.“

„Aber sie ist …“

„Sie muss die Möglichkeit haben, die Berührung nicht zuzulassen. Sie ist ausgezogen, weil sie einen Fehler gemacht haben, überrumpeln sie sie nicht.“



+C+C+

Bevor Kate nachhause fuhr, blieb sie bei einem kleinen Coffeeshop stehen, bestellte einen Caffe Latte mit zuckerfreiem Vanillesirup und setzte sich an einen Tisch in einer ruhigen Ecke. Langsam zog sie Ricks Brief aus dem Kuvert und begann ihn abermals zu lesen …



+C+C+

Ende Kapitel 13

+C+C+

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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