Every other Friday – Kapitel 14

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetA/N: Das Kapitel ist folgenden Lesern gewidmet: Citygirl, elfi 2503, cookiemee, RAC1969, Kristiin, Hummel und Gerda-Maria-Bavaria

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Kapitel 14

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Meinte er denn all das, das er in den zwei Blättern niedergeschrieben hatte? Dass es nicht an ihrem Körper gelegen habe, der ihn eventuell nicht mehr ansprach – dass es scheinbar anders war, hatte er heute bewiesen. Hatte er Angst gehabt, dass sie nicht zustimmen würde ihr Top abzulegen?

War er zu weit gegangen? Er hatte ihre Brust immerhin nicht berührt, obwohl die Stimme tief in ihr immer wieder anklingen ließ, dass sie sie sich nach seinen Berührungen sehnte. Seit sie ausgezogen war, hatte niemand sie mehr berührt. Sie hatte wie eine Maschine funktioniert, alles zugelassen in dieser Sitzung. Rick hatte ungewollt ein Kribbeln in ihr ausgelöst, etwas das sie seit Wochen, Monaten nicht empfunden hatte – aber erklären konnte sie es sich nicht.

Irgendetwas war immer noch zwischen ihnen, diese erotische Anziehung von früher eventuell, die schon vor ihrer Beziehung, vor der Empfängnis Benjamins vorhanden gewesen war. Sie waren dieser Anziehung schon damals kaum Herr geworden, nur war sie introvertierter geworden und konnte vieles besser verbergen. Er war der Mann, der ihre Träume beherrschte.

Und machte es denn wirklich einen Unterschied, welche Art von Sex er mit Gina gehabt hatte?

Kurz nippte Kate am Kaffee und schrieb Martha eine kurze SMS, dass sie etwas später kommen würde und ohne Rick unterwegs sei, um ihr ja keine Hoffnungen zu machen.

Machte es nun einen Unterschied? Teils? Betrug war natürlich Betrug, keine Frage, aber trotzdem war er nicht wirklich „in“ ihr gewesen. Hatte Gina nur ihn oder er auch sie befriedigt? So wie er es betont hatte, konnte man es nicht herausfiltern und nachfragen konnte man nicht. Immerhin ging es um Tage, Wochen, die dies eventuell andauerte.

Gina kannte Rick, wusste was er mochte, wenn es um Sex ging und hatte eventuell ihr Wissen ausgenützt. Konnte das sein? Hatte Gina ihn verführt nach all dem, was sie aus der Vergangenheit noch über ihn wusste?

Wie waren sie in ihrer Ehe mit oralem Sex umgegangen? Zu ihren sexuellen Lieblingsübungen gehörte es am Anfang nicht, aber man gewöhnte sich an die Vorlieben des Partners. Penetration war stets das, das sie bevorzugte, egal was kam, egal wie weit sie in einer Schwangerschaft war. Zudem waren Rollenspiele, etwas Bondage und SM im Light-Modus gekommen, denn über den Vanilla-Sex waren sie rasch hinausgekommen. Trotzdem waren oftmals Sachen dazwischengekommen – Kinderkrankheiten, weinende Kinder, ein Fall. Trotzdem war sie in der Vergangenheit immer davon ausgegangen, dass zwischen ihnen alles passte. Hatte ihm etwas gefehlt? Manche Sachen hatten sie auf ihren Wunsch ausprobiert, manche auf seinen. Es war stets ein Geben und Nehmen gewesen, zumindest hatte sie es so empfunden. Manche Sachen hatten erfolgreicher funktioniert, andere weniger, aber gehörte dies denn nicht dazu?

Als sie wieder einen Schluck von ihrem Kaffee nehmen wollte, musste sie feststellen, dass er eiskalt war und sie blickte auf die Uhr. Sie war beinahe eineinhalb Stunden hier gesessen, vor dem Brief und hatte nachgedacht.

Zuhause stellte Martha keine Fragen, umarmte sie und lächelte ihr zu. Sie ließ sie wissen, dass es noch ein Stück Pizza im Karton gebe, Charlie in seinem Bettchen schlief, Mike in dem ihrigen. Kate entdeckte die zusammengelegte Wäsche und den erledigten Abwasch. Manchmal fragte sie sich, wie es dazu kam, dass Martha sie auf diese Art und Weise unterstützte, obwohl sie nun vieles über ihre Vergangenheit wusste, war Rick trotzdem ihr Sohn.

Mike schlief friedlich, von Polster umringt, wie ein kleiner Engel. Charlie hingegen hustete immer noch im Schlaf, trotzdem wurde er nicht wach aber der Husten schien aufgrund des Inhalierens besser geworden zu sein.

Sie brauchte Schlaf, viel Schlaf, um sich bewusst zu werden, was das heute alles gewesen ist.

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Am nächsten Morgen schickte Kate Bean ein Email mit der Bitte, ihr die Möglichkeit zu geben, vor der nächsten Sitzung mit ihm zu sprechen, da sie das Bedürfnis verspüre, die Notwendigkeit. Sie wollte diese Sitzung auch selbst zahlen, da das Gericht dafür gesorgt hatte, dass Rick für alle anderen Sitzungen aufzukommen hatte.

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Die Sonne war kaum aufgegangen, saß Rick mit einer großen Tasse Kaffee bereits an seinem Schreibtisch und studierte die Kisten mit den Fotos auf der Suche nach dem Foto, von dem er Kate erzählt hatte.

Es war komplizierter als Gedacht, da er jeden Negativ-Streifen in den Scanner legen musste. Damals hatte man ihm einfach die Negative gegeben, niemand hatte alle ausgearbeitet, nur die Notwendigsten.

Während seiner Suche fand er natürlich auch Alexis Babyfotos, stolperte über die eine oder andere Erinnerung.

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„Danke Mr. Bean, dass sie Zeit für mich gefunden haben“, erklärte Kate. Es war Donnerstagvormittag, kurz vor der Mittagszeit. Beckett rechtfertigte, ließ ihn wissen, dass es ihr leid tue, Michaela mit zu haben, aber Charlie sei nun wirklich krank und die Nachbarin habe ebenso ein krankes Kind, also hätte sie nur Charlie bei ihr lassen können und nicht Mike auch noch. Zudem war es ihr freier Tag, also hatte sie Mike nie bei der Tagesmutter sondern immer zuhause.

Bean wiederholte mehrmals, dass es ihn nicht störe, die kleine spielte am Teppich mit sandgefüllten Bällen und Bauklötzen, war kaum bemerkbar.

„Wieso wollten sie mich sprechen?“ Kates Gesicht ließ etwas Nervosität erkennen.

„Es geht um Ricks Aktion von gestern …“

„Wie haben sie sich dabei gefühlt?“

„Ich kann nicht nachvollziehen, wieso ich das Top ausgezogen habe. Es war nicht notwendig und ich habe nicht einmal richtig über ein Nein nachgedacht.“

„Trotzdem haben sie es gemacht….“

„Das ist es ja! Sobald Rick in einem Raum mit mir ist, passieren Sachen wie gestern. Es begann nach Benjamins Geburt so extrem zu werden. Ich war wie Butter in seinen Händen und es hat immer diese unglaubliche sexuelle Anziehung zwischen uns gegeben, die durch die Geburt unseres Sohnes nur noch verstärkt wurde. Alles war kompliziert nach seiner Geburt, er war kompliziert, aber sobald wir alleine waren, waren wir intim, konnten die Finger nicht voneinander lassen. Zuvor hatten wir uns langsam aneinander herangetastet.“

Bean studierte sie eingehend, wie sie etwas sagte, wie sich ihre Gesichtszüge verhielten.

„Was fühlten sie gestern dabei?“

„Ich wollte das Top nicht ausziehen, tat es aber, weil ich ihm blind vertraut habe … also eigentlich bis das mit Gina … und dann seine Hände auf meiner Haut zu spüren, nach all den Wochen … das Kribbeln konnte ich nicht kontrollieren und ich mag Sachen nicht, über die ich keine Kontrolle habe.“

„Fühlte es sich schlecht an?“

Kate dachte kurz nach, starrte auf den Kinderkopf ihrer Tochter.

„Nein, es fühlte sich gut an, trotzdem ist er zu weit gegangen.“

„Das habe ich ihm gestern auch nach der Sitzung noch gesagt, Kate. Es wird aber immer wieder zu Situationen mit Rick kommen, die in ihnen eventuell solche Gefühle auslösen und da müssen sie dann wissen, was sie wollen. Ob sie es zulassen wollen oder nicht.“

Die junge Frau nickte nur zustimmend, damit hatte er natürlich Recht.

„Trotzdem verstehe ich mein Handeln nicht“, erklärte sie. Bean sah, dass es keine Verzweiflung war, die aus ihr sprach sondern Unverständnis. Er kannte die Antwort, doch musste er sie langsam dazu bringen, sich selbst und ihre emotionale Welt zu verstehen. Sie auf den richtigen Pfad bringen. Man konnte leicht das Eine sagen und doch anders handeln, da es keine andere Option in diesem Moment für einen gab.

„Was empfinden sie für Rick … lassen sie es mich anders formulieren: Lieben sie Rick noch?“

Noch bevor er die Frage ausspreche hatte können, war sie aufgestanden und im Raum auf und ab gegangen.

„Natürlich … aber … man kann seine Gefühle ja nicht einfach abschalten. Wir waren viele Jahre eine Einheit, ein Team und plötzlich war alles anders. Aber jetzt ist auch dieses andere Gefühl immer dabei, diese Wut. Doch als er mich dann gestern berührt hat, hat er mich … nein, mein Körper war verwirrt. Er hat so reagiert wie früher auch, obwohl mein Kopf immer wieder nein sagte.“

„Was war Rick früher für sie? Ein Freund?“

„Mehr. Er war ein Teil von mir, ein Seelenverwandter, obwohl wir sehr unterschiedlich sind. Er war natürlich der Vater meiner Kinder und mein Liebhaber, aber auch mein bester Freund, mein Partner, meine bessere Hälfte. Ohne ihn fühlte ich mich jeden einzelnen Tag unvollständig, wenn wir getrennt waren.“ Ihre Stimme war dabei immer leiser geworden.

„Und heute, wie sehen sie dies heute? Immer noch so?“

„Ja, auch wenn ich dies nicht möchte.“

„Tragen sie deswegen noch ihren Ehering?“

Sie nickte lediglich und griff nach ihrem Ringfinger. Sobald sie sich das Ehe- und dazugehörenden Verlobungsring bewusst machte, schien beinahe jedes Problem lösbar oder zumindest leichter.

Bean beobachtete ihr Handeln und er wusste inzwischen, dass er sie dazu bringen musste, zu sehen, dass mit Arbeit ihre Beziehung noch eine gute Chance hatte, da immer noch viele Gefühle vorhanden waren. Positive Gefühle.

Er sah selten Paare, die so offensichtlich zueinander gehörten, auch wenn Rick Castle einen schwerwiegenden Fehler begangen hatte, das nun als Problem zwischen ihnen im Raum stand. Doch wenn sie daran arbeiteten würden, würden sie erkennen, dass es schaffbar war, dieses aus dem Raum zu schaffen, um einen Neustart zu wagen.

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Ende Kapitel 14

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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