Every other Friday – Kapitel 17

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetUnd so saßen sie in dem Kaffee, aßen Kuchen und plauderten. Es herrschte eine gewisse Intimität zwischen ihnen, die aber keinesfalls als erotisch aufgeladen beschrieben werden konnte; es glich einem freundschaftlichen Dialog, da besonders Kate versuchte, ihm nicht zu tief in die Augen zu sehen. Würde sie dies nämlich tun, würde sie eventuell Gefahr laufen, den Plan nach einem strukturierten Gespräch über den Haufen zu werfen und ihm verfallen. Seine blauen Augen hatten nämlich immer dieselbe Wirkung auf sie.

Rick studierte sie genau. Wenn sie sich nach vorne lehnte, ließ ihr Ausschnitt mehr von ihrem Busen erblicken und nein, er konnte seine Blicke nicht abwenden, denn zu gerne hätte er sie berührt, hätte er mit seinen Lippen sanfte Küsse darauf verteilt, den Büstenhalter entfernt und ihre Brustwarzen liebkost. Alleine bei dem Gedanken wurde er hart. Es waren Monate vergangen seitdem er einen lustvollen Gedanken an eine Frau verschwendet hatte – am Heimflug von Europa. Er hatte sich vorgestellt, wie es wäre, sie gleich am Flughafen zu nehmen. Damals plagten ihm keine Schuldgefühle, nichts.

Abgesehen davon wünschte er sich samstagabends mit ihr die alten „Harry Potter“ Filme anzusehen, die sie wie ein kleines Kind liebte. Kates Filmvorlieben waren immer sehr divergent gewesen – auf der einen Seite liebte sie Screwball Comedy, die französische Moderne und dann waren es diese märchenhaften Kinderfilme, die sie gerne sah. Die der sechziger bis achtziger Jahre erinnerten sie an ihre Kindheit; die moderneren liebte sie wegen der Specialeffekts, die nun möglich waren.

„Ich habe dich aber immer noch gerne, sehr gerne sogar“, sagte Rick leise. Er wollte keine Szene heraufbeschwören.

„Das eine hat ja nichts mit dem anderen zu tun, Rick.“ Sie blickte ihn nicht an.

„Aber ich möchte sie ja nicht anlügen.“

„Da hast du Recht.“ Sie machte eine kurze Pause. „Ich kann ihnen nicht die Wahrheit sagen und du auch nicht.“

„Nein.“ Rick schüttelte den Kopf.

„Sie verstehen vieles noch nicht.“

„Du kannst ihnen sagen, dass du mich nicht mehr magst.“

„Es hat doch nichts mit Mögen zu tun. Du hast mich betrogen, deswegen bin ich ausgezogen.“ Hatte sie also noch Gefühle für ihn? Empfand sie immer noch Liebe? „Wir können ihnen sagen, dass wir etwas Abstand voneinander brauchen.“

„Wenn du meinst …“

„Sie sind Kinder, sie verstehen es so und so nicht.“

„Sie verstehen mehr, als du denkst, besonders Benjamin. Er spricht vielleicht nicht viel, aber er beobachtet, studiert.“

Castle kannte seinen Sohn und wusste, dass sie Recht hatte. Benji liebte es, andere nebenbei zu beobachten. Er kommentierte einen Streit nicht und wenn er sich einmal einmischte, dann reichte es ihm wirklich. Doch dies kam wahrhaftig selten vor.

„Wir könnten gemeinsam mit den Kids zu Charlies Geburtstag ein Wochenende in die Hamptons fahren, er ist ja so gerne im Winter am Meer. Außerdem ist der Whirlpool und die Dampfsauna endlich fertig.“

„Rick …“

„Es gibt genügend Schlafzimmer, damit jeder sein eigenes hat. Wir nehmen Mutter und Alexis mit und du kannst ja Lanie fragen.“

Kate überlegte kurz, legte den Stift aus der Hand und schloss den Block. „Jetzt muss Charlie erst einmal gesund werden und dann sehen wir diesbezüglich weiter.

Im Grunde schoben sie an diesem Abend die Frage vor sich hin, wieviel sie den Jungs wirklich sagen würden, denn an allem war nur ein Teil Wahrheit. So plauderten sie über die Entwicklung der Jungs und Michaelas.

Mike wurde meist nur am Rande erwähnt, weil sie ein Kind war, das nie Probleme bereitet hatte. Benjamin war bestimmend durch seine Eigenarten, die so entzückend sein konnten. Charlie war der Überschwängliche und Mike, Mike war ein Baby. Sie war dabei laufen zu lernen und mochte es nicht, wenn man ihr die Haare mit dem Shampoo der Jungs wusch. Sie lag zudem immer noch gerne auf Kates nackter Brust, Haut an Haut, um den Herzschlag zu hören. War sie krank, unruhig oder nervös, half das Kuscheln mit Kate immer.

Rick erzählte davon, wie er das letzte Mal versucht hatte, dies anzuwenden, aber kläglich gescheitert war. Beide musste darüber lachen, wie er es beschrieb, sich das T-Shirt ausgezogen zu haben und Mike sich kein wenig beruhigt hatte.

„Es muss wohl einen Unterschied zwischen einer Frauen- und einer Männerbrust geben“, sagte sie und lächelte.

Rick kommentierte es nicht, sondern starrte nur in ihren Ausschnitt. Kate wurde rot, als sie dies bemerkte, sagte aber nichts. Irgendwie regte es ein bekanntes Gefühl in ihr, dass sie ihm doch noch gefiel. Immerhin waren Jahre seit der Nacht im Club vergangen, drei Schwangerschaften waren dazwischen gekommen und sie hatten viel gemeinsam erlebt.

+C+C+C+

Benjamins Gesundheitszustand veränderte sich am folgenden Tag nur minder, das Fieber sank etwas und stieg wieder, zwar nicht mehr in diese extremen Höhen, doch war er durchgehend in Kates Augen zu hoch, um sie ruhig schlafen zu lassen – dies tat sie bereits durch die Anwesenheit ihrer kleinen Tochter in ihrem Bett nicht wirklich.

Aus diesem Grund meldete sie auch am kommenden Tag, dass sie aufgrund ihres kranken Kindes noch einen Tag zuhause bleiben würde. Hätte man Kate vor einem Monat dies sagen hören, hätte man sich gewundert, wie sie sich die finanziell leisten konnte, denn jeder Tag Dienstentgang hätte sie in ihrer Planung zurückgeworfen. Doch nun wusste sie, dass wenn es notwendig war, sie auf die Alimente der Kinder zurückgreifen könnte, um im Notfall eine Rechnung zu bezahlen.

Abgesehen hatte sie das Gefühl gewonnen, dass sie im Fall der Fälle auch Rick bitten könnte au die Kinder aufzupassen.

„Martha“, sagte sie erleichtert, als sie diese durch den Türspion vor der Türe stehend vorfand. „Was machst du denn hier?“

„Ich war einkaufen“, kommentierte sie und hob signalisierend die beiden Einkaufstüten. „Hier ist alles, das man laut Martha Stewart für eine gute gesundmachende Hühnersuppe braucht. Ich hoffe, dass du nach Rezept kochen kannst.“

Kate nickte, lächelte ihr zu und bat sie in die Wohnung. Martha war eine der Personen, die sie am meisten vermisst hatte in den letzten Wochen. Waren ihre Ratschläge auch manchmal etwas zu viel, war sie doch Tag und Nacht für einen da. Als die Kinder noch ganz klein waren, hatte sie sie Nachts, wenn Kate im Schaukelstuhl vor Müdigkeit eingeschlafen war, durch das Loft getragen, bis die Blähung nachgelassen hatten und der kleine Wurm eingeschlafen war.

Aus der Jackentasche zog Martha einen ausgedruckten Zettel. „Hier, das Rezept.“

„Du kannst eine Suppe ohne Rezept, Martha.“

„Katherine … ich kann Letscho kochen, vielleicht noch einfache Pasta mit Knoblauchöl, beides kein großes Kunstwerk. Du möchtest doch, dass Ben sie auch ist. Oder? Und er hat ja einen sehr ausgewählten Geschmack, ganz wie sein Vater.“

Kate lächelte und begann die Tüten auszupacken. „Ist Ben noch in der Schule?“

„Ja. Er wird von der Mutter eines Schulfreundes nachhause gebracht. Mrs. Brandon hat erklärt, dass es überhaupt kein Problem sei, auch nicht, ihn morgen in der Früh abzuholen, wenn notwendig.“

Gemeinsam schnitten sie das Gemüse und spielten dann mit Michaela, als sie wieder wach war. Eine ordentliche Suppe zu kochen, hatte Beckett von ihrer Mutter gelernt. Auch wenn ihr Kühlschrank früher aus Styroporcontainers bestand, konnte sie kochen, sie kochte nur aus Prinzip nicht für eine Person. Hatte früher nicht für eine Person gekocht.

„Ist es ein Unterschied, ein Mädchen nach den zwei Jungs großzuziehen?“, fragte Martha nebenbei.

„Ich weiß es nicht Martha. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie bei all dem hier einfach zu kurz kommt. Benjamin hat alle Gott erdenkliche Aufmerksamkeit bekommen, weil er der Erste war. Charlie holte sich all de Aufmerksamkeit, die er brauchte. Michaela hingegen, sie ist so ruhig, sucht ab und an meine Nähe, aber fordert mich nicht heraus. Sie ist so einfach. So ruhig.“

„Ich werde nie vergessen, wie du sie als ganz kleines Baby einmal mit in der Wanne hattest und sie auf deiner Brust lag und endlich eingeschlafen war. Sie wollte einfach ganz nah an dir sein, ganz anders als die Jungs. Sie sucht die Nähe, wenn sie sie braucht.“

„Sie ist alles, Martha. Ihr ist es egal, welches Shampoo man verwendet und ob sie zwei unterschiedliche Socken anhat. Schläft sie mit Koko dem Hasen oder Bruno dem Bären – es ist ihr egal. Wenn die Jungs am Abend nicht da sind, dann wird sie unruhig. Jetzt schläft sie bei mir im Bett, bis Charlie gesund ist, und sie macht keinen Mucks, als wäre es ihr egal.“

„Manche Kinder sind eben genau so. Richard war ein einfaches Kind. Wir hatten ganz wenig, als er ein Kind war, manchmal schlief er einfach im Wäschekorb in der Garderobe oder im Wäschekorb bei einer Garderobiere. Oft trug Richard einen blauen und einen schwarzen Socken. Hatte ich einen Mann, der mich finanziell unterstützte, investierte ich es in die besten Schulen, in einfache klassische Kleidung und alles was ihn glücklich machte – und es musste nicht immer das Teuerste sein.“

„Heute ist er anders …“

„Nein, Kindchen, das ist er nicht. Er liebt Spielzeug, aber er braucht es nicht. Würdest du ihn auf einen 2000 Dollar Gehalt einstufen, er würde damit zurechtkommen, weil er weiß, wie wenig reicht, um glücklich zu sein. Er würde dir all das Geld geben, das er hat, nur um den Vorfall ungeschehen zu machen.“

Kate nickte nur und röstete das Gemüse etwas an, bevor sie es mit Wasser aufgoss.

„Wie oft warst du verheiratet?“, fragte Kate mutig, noch nie war sie in Marthas Privatleben eingetaucht. Immer wieder hat sie Teile davon preisgegeben, aber Fragen hatte sie diesbezüglich nie gestellt.

Martha ahnte, auf was es hinauslief. „Drei Ehemänner, einige Verlobungen …“

„Hat dich jemals einer davon betrogen?“

„Mehrere …“

„Rick meinte einmal, dass man dich um deine Ersparnisse gebracht habe.“

„Zweimal. Aber nur einmal war es ein Ehemann, ein junger Europäer. Jean. Gutaussehend, charmant … ein richtiger Casanova. Verheiratet waren wir vielleicht vier Monate, bevor er mit meinen Sparbüchern im Rucksack geflüchtet ist. Zuerst räumte er die Konten ab, kaufte sich ein Flugticket und reiste in seine Heimat – dort lebt er jetzt scheinbar unter seinem richtigen Namen, denn nicht einmal Richard, mit all seinen Kontakten, konnte ihn jemals finden.“

„Und die, die dich betrogen haben?“

„In meiner Branche kommt so etwas vor. Man bringt einen Mann hinter die Bühne mit und die Mädchen flirten mit ihm … die wenigsten Männer können widerstehen. Andrew erwischte ich hinter dem Paravent mit einer vormals guten Freundin. Beide versuchten es gar nicht abzustreiten. Richard hatte nur einige Meter weiter im Wäschekorb geschlafen, war damals vielleicht drei Jahre alt.“ Martha wendete sich ab, schenkte sich eine Tasse Tee ein, der in einer großen Glaskanne auf der Anrichte stand. „Das zweite Mal, da war mein Alexis schon auf der Welt … Daniel vergnügte sich vorzugsweise mit seiner Sekretärin. Wir waren ein ganzes Jahr verheiratet. Er schaffte es, meine Sparbücher als Sicherheit für eine Anschaffung „zu borgen“ … mehr muss ich dazu nicht sagen. Ich bekam eine geringe Summe bei der Scheidung, aber wirklich nur eine geringe und etwas Schmuck … Richard wollte ihn verklagen, ich einfach nur aus der Wohnung flüchten, einfach nur weg.“

„Du hast keinem verziehen?“

„Niemand stand so viel auf dem Spiel, Katherine. Beide waren nicht Richards Vater. Dem Geldes beraubt zu werden, hat mehr geschmerzt, denn das war nicht ersetzbar. Und es zeugte von Dummheit meinerseits, mich selbst so wenig vor diesen zu schützen. Seit Daniel verwaltet nun endgültig Richard meine Vermögenswerte, kümmert sich um die Verträge und Dergleichen.“

„Hättest du ihnen verzeihen können, wären sie Richards Vater gewesen?“

„Ihm hätte ich alles verziehen. Mit ihm habe ich ja die Nacht meines Lebens verbracht, die mir das Beste in meinem Leben geschenkt hat.“

Bevor die junge Frau etwas entgegnen konnte, machte sich Michaela. Martha ging kommentarlos das Kind holen und erklärte, dass sie sie wickeln würde. Im selben Augenblick läutete es an der Türe und noch bevor sie die Türe öffnete, wusste sie, dass es Benjamin war, der jemandem die Welt erklärte – Rick.

„Mum“, sagte er freudig. „Schau, wer mich abgeholt hat!“ Der Junge strahlte bis über beide Ohren.

Kate ließ sie die Wohnung betreten und warf einen Blick in Charlies Zimmer, als sie in Richtung Küche gingen. „Schläft er die ganze Zeit?“, fragte Rick und stand ganz nah an ihrem Rücken, so nahe, dass sie seinen Atem an ihrem Hals fühlen konnte, der sie erschaudern ließ und es wohlig warmes Gefühl in ihrem Bauch auslöste.

„Er war am Vormittag etwas wach, hat etwas gegessen und getrunken, seine Medizin genommen. Wenn die Suppe fertig ist, werden wir ihn dann wieder aufwecken. Ich muss ihn dann waschen und ihm etwas Frisches anziehen.“ Sie starrte immer noch den schlafenden Jungen an. „Wieso bist du hier?“

„Weil du meine Hilfe brauchst.“

„Deine Mutter …“

„Meine Mutter ist nicht der Vater der Kids und dein Ehemann, auch wenn dieser großen Mist gebaut hat. Ich kann scheinbar nicht 24 Stunden am Tag für sie, für dich da sein, aber wenn du es zulässt, helfe ich dir in Situationen wie diesen aus. Du bist zu sehr Mutter, um mir ein krankes Kind vorbeizubringen und konzentriert deiner Arbeit nachzugehen. Das konntest du vor fünf Jahren nicht und das kannst du jetzt nicht. Und wenn es die einzige Sicherheit ist, die dich dir geben kann, dann nimm diese finanzielle, um zu wissen, dass du an solchen Tagen zuhause bleiben kannst.“ Ricks Stimme war vollkommen ruhig, das ganze Gespräch verlief in einem ruhigen, sehr leisen Tonfall, sodass niemand hören konnte, wovon sie sprachen. Martha nahm nur wahr, dass er näher an Kate stand, als es aktuell schicklich war und sie ihn aber nicht von sich stieß. Könnte man dies einen Fortschritt nennen, einen Schritt in die richtige Richtung?

„Wenn man getrennt ist, Rick, kommt so etwas normalerweise nicht vor.“

„Ist bei uns irgendetwas bisher nach einer Norm verlaufen?“

„Nein, ich denke nicht“, antworte sie und berührte mit ihren Fingern kurz seine Hand. Den Bruchteil einer Sekunde lang.

+C+C+C+

Ende Kapitel 17

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2. Kapitel 2
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8. Kapitel 8
9. Kapitel 9
10. Kapitel 10
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13. Kapitel 13
14. Kapitel 14
15. Kapitel 15
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17. Kapitel 17

 

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Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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