Every other Friday – Kapitel 19

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetEwigkeiten konnten positive und negative Eigenschaften haben. So lehnte sich Kate an seine Brust, strich über seine Brustwarzen, dann über seinen Bauch in den Schritt und eine heftige Erektion zu bekommen, war noch nie ein Problem gewesen. Besonders nicht, wenn es Kates Hand war, die ihn berührte.

Nur unter größter Anstrengung konnte Rick Kate aus dem Auto und schließlich ins Loft bringen, immer wieder versuchte sie ihm näher zu kommen, ihn zu küssen, doch weiter als bis zu seinem Hals kam sie nicht. Er ließ es nicht zu. Zu gerne hätte der Autor zugestimmt, sie gleich im Lift genommen oder im Stiegenhaus, aber er tat es nicht – denn wenn er etwas von Kate wollte, dann war es die Frau, die hinter diesem für sie untypischen Auftreten stand. Die sture, eigenwillige Katherine Beckett, die Frau, die alles für ihre Kinder tun würde und eine Mauer um ihr Herz aufgebaut hatte, an der er alleine schuld war.

„Rickie …“, murmelte sie immer und immer wieder. „Willst du mich denn nicht?“ Mit einem Arm hielt er sie aufrecht, mit der anderen Hand schloss er die Eingangstüre auf und war glücklich über den Fakt, dass niemand zuhause war.

Ihr dunkles Haar fiel ihr ins Gesicht und sie bot sich ihm förmlich an. Wenn sie nur nicht betrunken gewesen wäre, dann sähe es nun anders aus. Ganz anders. Seine Frau wäre wahrscheinlich schon an die Wand gepresst und seine Hand wäre an ihrer Haut, er würde sie küssen und überlegen, ob sie es nicht im Stiegenhaus treiben könnten. Doch alles war anders. Sie war betrunken und er war es nicht, nein er kümmerte sich um die Frau, die ihn verlassen hatte. Die Frau, die einfach aus seinem Leben gewandert war. Natürlich war er an all dem selbst schuld, das musste ihm niemand mehr sagen. Er lebte mit diesem Wissen Tag für Tag.

Im Badezimmer zog er Kate bis auf die Unterwäsche aus und kämmte ihr Haar, band es zusammen. Dann wusch er ihr Gesicht, schminkte sie quasi ab, während sie, auf der Toilette sitzend, dabei war einzuschlafen. Dann entledigte er sie ihres Büstenhalters und zog ihr eines seiner T-Shirts über. Früher hatte sie gerne seine Leibchen getragen, zu jeder nur vorhandenen Möglichkeit.

Als er sie beinahe nackt vor sich gesehen hatte, waren ihm all die Momente durch den Kopf gegangen, wenn sie abermals mit einer neuen Narbe nachhause gekommen war oder er einen Anruf erhalten hatte, dass sie im Krankenhaus war, weil sie mit einem Messer attackiert oder angeschossen worden war. Das letzte Mal war es ein Messer gewesen, Charlie war gerade ein Jahr alt geworden, als ihr ein Verdächtiger mit diesem in die Schulter gestochen hatte.

Rick trug sie, mittlerweile schlafend, ins Ehebett und legte sie auf den Überwurf. Als das T-Shirt hoch rutschte, küsste er ihren Bauch, den Bauch, der seine Kinder ausgetragen hatten, auf dem er viele Abende gelegen hatte, wenn sie Ferngesehen oder in den Hamptons vor dem Kamin gelegen hatten.

Er wollte keine andere Frau, nur diese eine. Er wollte den Rest seines Lebens mit ihr verbringen. Man könnte ihm alles nehmen, wirklich alles, doch sie wollte er zurück. Nähme man ihm das Geld, wäre es ihm egal. Seinen Ruhm, damit könnte er auch leben. Die Möglichkeit zu schreiben, er würde einen anderen Beruf finden. Aber ohne Kate, ohne ihr könnte und konnte er nicht leben. Jede einzelne Sitzung sehnte er herbei, jedem Moment, den er mit ihr und den Kindern, aber vor allem alleine mit ihr verbringen konnte.

Schließlich deckte er sie zu und beugte sich zur ihr hinunter. „Ich liebe dich, Kate, auch wenn du im Moment anders empfinden solltest. Ich kann mir selbst ja nicht verzeihen, was passiert ist. Ich hoffe aber, dass du mir eine zweite Chance gibst. Dass du uns eine zweite Chance gibst.“

 

+C+C+C+

 

Als Kate aufwachte, weil ein Handy am Nachttisch vibrierte, konnte sie gar nicht fassen, wie grell das Sonnenlicht bereits war. Sie drehte sich zur Seite und griff nach dem Gerät, ihr Kopf dröhnte.

Langsam realisierte sie, dass es nicht das Bett war, in dem sie die letzten Monate geschlafen hatte und nicht der Raum. Verwirrt setzte sie sich auf, griff sich an den Kopf und nach dem Glas Wasser, das am Nachttisch stand. Langsam trank sie es, Schluck für Schluck.

Was war letzte Nacht passiert?

Rick trug lediglich Boxershorts und schlief neben ihr, einen Arm über unter dem Kopfkissen lag er am Bauch. Hatten sie mitsammen geschlafen?

Sie legte sich abermals hin, schloss die Augen und versuchte sich zu erinnern. Das Verlangen in ihr, ihn zu berühren, war existent, und es fühlte sich nicht so an, als wären sie intim gewesen, denn dann wären sie ineinander verschlungen aufgewacht, wie sonst immer, und würden jetzt keine Wäsche tragen. Zumindest redete sie sich ein, dass sie sich anders fühlen würde, wäre er in ihr gewesen, hätten sie Sex gehabt, denn dann hätte sie nicht das Bedürfnis ihn zu berühren, ihn zu schmecken …

 

+C+C+C+

 

Das zweite Mal weckte sie das Laufen der Dusche auf. Kate war tatsächlich wieder eingeschlafen. Als Rick aus dem Badezimmer kam, nur ein Handtuch um die Hüften geschlungen, stellte sie sich schlafend, doch das Bild würde sie so rasch nicht vergessen. Dieser Mann war tatsächlich der ihre und er hatte abgenommen, wieder mehr trainiert. Bauchmuskeln. Die trainierte Brust.

Im ersten Moment hatte er tatsächlich geglaubt, dass sie schlafen würde, doch rasch hatte er erkannt, dass sie sich nur schlafend stellte. Ihre Augenlider zuckten leicht und ihre Atmung war nicht so ruhig wie sonst. Doch Rick sagte nichts und gab ihr den Freiraum, den sie offenbar suchte.

In der Küche schrieb er, mittlerweile vollkommen angezogen, neben einen fertige Tasse Kaffee auf ein Blatt:

„K.,

wenn du dich fragen solltest, ob letzte Nacht etwas passiert ist, dann ist die Antwort einfach: nein. Du weißt, dass niemals einen Finger an eine betrunkene Frau legen würde. Obwohl es nicht leicht war, deinen Avancen zu widerstehen.

Ich habe heute Früh einen Termin zuhause bei meinem neuen Verleger.
ILY, R.“

Dann verließ er die Wohnung. Offensichtlich wollte sie ihm nicht begegnen, ansonsten hätte sie sich nicht schlafend gestellt und nach der letzten Nacht, hatte sie es verdient, einige Augenblicke für sich zu haben.

 

+C+C+C+

 

Sich einfach in die eigene Wohnung zu stehlen, war unmöglich, da Benjamin im Türrahmen seines Zimmers stand und Charlie im Wohnzimmer auf der Couch saß. Mike stand am Küchenschrank und versuchte sich an Alexis Bein noch höher zu ziehen. Sobald sie die Türe hinter sich geschlossen hatte, blickten alle vier Augenpaare sie an.

Alexis musterte sie und als sie Mike hochnahm, konnte das rothaarige Mädchen sofort das Parfum ihres Vaters riechen, das an Kates Kleidung haftete.

„Ich zieh mich nur um und …“

„Ja natürlich, du musst heute noch ins Büro?“

„Zu Mittag.“

Alexis sagte nichts weiter, doch musterte sie ihre Stiefmutter auf eine Art und Weise, die Kate vermuten ließ, dass sie zu glauben vermutete, was geschehen war, ohne zu wissen, dass gar nichts vorgefallen war.

Den gesamten Tag konnte Kate an nichts anderes denken als an ihn. Seine starke Brust. Seine Stimme. Seinen Geruch. Einfach ihn.

+C+C+C+

 

Als Rick am Montag die Kinder holte, da sie drei Tage lang eine Schulung in Washington haben sollte, Rick brachte sie in das Loft. Es war kein Parkplatz mehr nötig, keine Pufferperson zwischen ihnen. Und dieses Mal fiel Kate der Abschied noch schwerer, besonders durch das Wissen, dass sie nicht in der Nähe wäre, wenn etwas sein würde. Charlie hustete immer noch und Rick hatte ihr hoch und heilig versprochen, ihn nicht aus dem Haus zu lassen in den nächsten Tagen, damit er sich vollständig erholen konnte.

Benjamin stellte Fragen, besonders als er Kates Lederjacke bereits über der Couch liegen sah, als sie die Wohnung betraten. Rick war sie nicht aufgefallen, Kate hatte sie nicht vermisst. Sie hatte sie am Sonntagmorgen scheinbar übersehen, als sie in aller Eile geduscht und sich angekleidet hatte, in der Angst, er könnte früher nachhause kommen und sie würden über das Vorgefallene bzw. das Nicht-Vorgefallene reden müssen.

Kaum kam Rick ihr näher, fühlte sie diese Spannung, diese unerklärliche Spannung.

All die Fragen, die Benji stellte, trugen nicht zum Klima bei. Er wollte nicht nur wissen, ob Kate nun bei ihnen bleiben würde und wieso ihre Jacke hier sei. Er wollte auch wissen, ob er heute bei ihnen im Bett schlafen könne, so wie früher. Als die Polizistin im erklärte, dass sie nicht bleiben könne, weil sie heute einen Auftrag in einer anderen Stadt zu erledigen habe und ihren Flug erwischen müsse und er doch heute einen Ausflug in den Central Park mit der Schule machen würde, begann der Junge bitterlich zu weinen.

Kate nahm ihn in den Arm, barg seinen Kopf an ihre Brust und redete leise auf ihn ein. Sie ließ ihn wissen, wie sehr sie ihn liebe und dass egal was passieren würde, er immer zwei Eltern hätte, die ihn über alles lieben würden, immerhin wäre er ihr Erstgeborener. Rick beobachtete das Szenario still. Michaela schlummerte im Kindersitz und Charlie hatte sich auf sich auf der Couch zusammengerollt und schlief schon wieder.

Castle nahm ihr den Jungen schließlich ab, der kaum von ihr ablassen wollte, doch ihr Flieger wartete und sie musste sich von ihren Lieblingen trennen. Die gesamte Fahrt bis zum Flughafen, liefen Tränen ihre Wangen hinab, denn sie konnte sie nicht kontrollieren. Wieso fiel ihr der Abschied so schwer, wenn sie wusste, dass die Kinder gut bei ihrem Vater aufgehoben waren? Würden sie sich denn bei ihm, in ihre eigentlichen zuhause wohler fühlen als bei ihr? Würden sie ihn mehr lieben?

Im Flieger starrte sie die kurze Zeit, die sie in der Luft war, aus dem Fenster. Sie musste mit Lanie sprechen, musste ihr erklären, dass es eine unverantwortliche Sache gewesen war, sie betrunken im Lokal alleine zurückzulassen. Dieses Mal war Castle zufällig zu ihrer Rettung gekommen, doch was wäre gewesen, wenn er nicht abgehoben hätte?

Während der ersten Tage hatte sie über Lanie und ihre Rolle in dieser Nacht nicht weiter nachgedacht, doch allmählich dämmerte es Kate. War es Lanie gewesen, die Rick vielleicht schon im Vorfeld angerufen hatte?  Hatte sie ihr Vertrauen missbraucht und war hinter ihren Rücken mit ihrem Nochehemann in Kontakt getreten? Doch sie wollte die Ärztin nicht anrufen und zur Rede stellen, deswegen nutzte sie das Seminar „Frauen in Führungspositionen“ dazu, sich zu überlegen, wie sie alles aus Rick herausbekommen würde – und am Abend, als sie anrief, um Charlie und Benji gute Nacht zu sagen, fragte sie ihn einfach danach, allerdings verneinte er alles, doch was sie am meisten verwunderte war, dass sie ihm glaubte.

+C+C+C+

Ende K19

+C+C+C+

 

A/N: Ich habe in den letzten Monaten keine einzige Zeile geschrieben, keine Notizen, nichts. Doch nicht, weil mir die Ideen fehlen oder ich keinen Spaß mehr daran habe, sondern weil ich so viele Überstunden gemacht habe, dass ich zuhause tot ins Bett gefallen bin und am Wochenende den Laptop nicht mehr einschalten wollte/konnte, da ich sonst die gesamte Zeit hineingesehen hatte. Und eine neue Chefin, die ein Workoholic ist, ist nicht das beste Vorzeichen, das Besserung geloben könnte.

Trotzdem habt alle schöne Feiertage!

 

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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