Enge Räumlichkeiten (Tight Quarters I)

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetCa. Season 4 / bisserl OOC

Rating: PC18/NC17/M

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Ein Mann, eine Frau, ein Schneesturm. Seit Tagen hatte sich das Unwetter angekündigt und doch hatten beide gedacht, dass sie diesem Unwetter problemlos entkommen konnten. Und nun saßen sie in einem kleinen Motel, 100km außerhalb New Yorks fest, am Heimweg von einem Besuch im Auburn Gefängnis, einer Hochsicherheitsverwahrung bei Rochester, nahe dem Lake Ontario. Es war Gates Idee gewesen, sie dorthin zu schicken, um einen Gefangenen zu interviewen, den man keinesfalls für das Gespräch nach New York bringen wollte, um nicht Gefahr zu laufen, diesem gefährlichen Insassen, die Chance zu geben, auszubrechen.

Als sie an der Rezeption des kleinen Motels dem Herrn hinter der Glasscheibe erklärt hatten, dass sie zwei Zimmer brauchen würden, hatte dieser nur gelacht und im Gegenzug erklärt, dass sie froh sein könnten, dass er ihnen überhaupt noch ein Zimmer geben könnte. Natürlich verlangte er aufgrund des Wetters und der daraus resultierenden Nachfrage mehr als normalerweise und Kate wie auch Rick wussten, dass das diese Übernachtung den Preis eigentlich nicht wert war. Doch weiterfahren war aktuell nicht möglich, da man die Hand vor Augen kaum sehen konnte und die Straßen immer gefährlicher wurden.

Sie nahmen ohne viele Worte zu verlieren den Zimmerschlüssel und Rick trug die zwei kleinen Taschen mit Wechselkleidung aufs Zimmer hinauf.

Als Kate die Karte in die Türe steckte und aufschloss, trat ihnen bereits ein miefiger Geruch entgegen, als wäre dieser Raum seit Wochen nicht gelüftet worden. Kate versuchte das Fenster aufzureißen, das auf die andere Seite des Hotels hinausging – doch es ließ sich nicht einmal einen Spalt öffnen.

„Lass doch die Türe einige Augenblickte offen, vielleicht wird es dann besser“, bat Kate und sah Rick zu, wie er einen Stuhl an die Türe stellte, damit diese offen blieb. Währenddessen drehte sie die Heizung voll auf und beobachtete die Schneeflocken, die auf den abgenutzten roten Teppich bei der Eingangstüre fielen. Und der Blizzard schien immer heftiger zu werden, denn auf dem Bett sitzend, konnte Kate nicht einmal die gegenüberliegende Seite des Hotels sehen, so stark war der Schneefall und der Sturm, den er mit sich gebracht hatte.

Kate saß auf dem Bett, die Schuhe ausgezogen und auf eine Abtropftasse gestellt, die Beine angezogen und starrte ins Nichts. Rick hingegen ging mit seinem Handy durch den Raum und versuchte einen Ort zu finden, wo er Empfang hatte, um zuhause anzurufen, um seiner Mutter und Tochter Bescheid zu geben.

„Ich habe seit zwei Stunden kein Netz, Castle. Bei solch einem Schneesturm bricht stets alles in diesem Bundesstaat zusammen.“

Rick nickte genervt, griff abermals nach seiner bereits ausgezogenen Jacke. „Ich gehe etwas zu trinken holen“, erklärte er und verließ mit dem Handy in der Hand das Zimmer, diesmal schloss er die Türe hinter sich, da es bereits unangenehm kühl geworden war.

Wie sollte sie eine Nacht mit Rick in diesem Raum verbringen? Das Bett war eher 120 als 140cm breit, in einer Ecke stand lediglich ein wackeliger Klappstuhl und ein kleiner Runder Tisch, der so stabil aussah, als könnte man gerade einmal eine Dose darauf stellen. Ein kleiner Kofferhocker stand unter vor der Klimaanlage/Heizung, auf der die beiden Taschen nun standen. Es würde ihnen wahrscheinlich nicht anderes übrig bleiben, als das Bett zu teilen. Mit Rick ein Bett teilen …

Kate schaltete den Fernseher ein, doch das Einzige, das zu sehen war, war ein Rauschen. Auch der Satellitenempfang war also unterbrochen.

Auf den ersten Blick hatte Castle den Getränkeautomaten nicht gefunden, daher war er etwas länger als geplant durch die offenen Gänge des Motels geschritten. Als er schließlich vor dem Gerät stand, überlegte er, wie viele Jahre dieser wohl schon mit den identen Produkten bestückt war, denn die Dosen schienen nicht aus diesem Jahrzehnt zu stammen. Nichtsdestotrotz drückte er zwei Dosen Cola und zwei Snacks hinunter, wissend, dass es hier nichts anderes gab und schaute immer wieder auf sein Mobiltelefon – doch auch hier gab es keinerlei Empfang.

Bevor er das Motelzimmer verlassen hatte, hatte er alle Optionen abgewogen, wie sie diese Nacht verbringen sollten – und er hatte erkannt, dass es kaum Möglichkeiten gab, denn der Raum war klein, der Boden abstoßend und es waren nicht einmal zwei Stühle vorhanden, um auf diese ausweichen zu können. Wenn nicht einer von ihnen ohne Decke am Boden schlafen wollen würde, gab es nur die Möglichkeit, das Bett zu teilen.

Seitdem sie wieder im Dienst war, er wusste, dass sie sich Josh getrennt hatte, sich aber an nichts mehr erinnerte, das er ihr bei Captain Montgomerys Begräbnis gesagt hatte, als sie angeschossen worden war, herrschte eine eigenartige Stimmung zwischen ihnen. Auf der einen Seite waren sie sich näher als jemals zuvor, auf der anderen stand so viel zwischen ihnen.

Rick öffnete die Türe und sah Kate, die am Bett saß, an eine Wand gelehnt und einen Kindle in der Hand hielt.

„Seit wann bist du auf einen E-Reader umgestiegen?“

„Oh, diesen habe ich nun seit ein paar Wochen …“

Es war eine lahme Frage gewesen, aber seine innere Unruhe und das Wissen, dass sie ein Bett teilen würden, ließ ihn kaum einen klaren Gedanken fassen. Als sie an diesem Morgen in der Früh aus dem Hotelzimmer gekommen war, trug sie enge dunkelblaue Jeans, diese fast bis zum Knie reichenden flachen Stiefel, eine gestreiftes T-Shirt und eine warme Strickjacke darüber, Schal, Haube und Jacke hatte sie in der Hand gehalten. Es war ja nicht so, als wäre der Schnee nicht angekündigt gewesen. Doch die Art und Weise, wie sich das T-Shirt an ihre weiblichen Rundungen geschmiegt hatte, hatte ihn kaum frühstücken lassen.

Natürlich waren Rick ihre femininen Vorzüge schon des Öfteren aufgefallen, jedes Mal wenn er sie in Sportkleidung sah, konnte er dieses Bild nicht mehr aus dem Kopf bekommen, wenn sie in einem enganliegenden Top vor ihm stand, beschäftigte ihn das für Stunden. Und dieses Mal war es nicht alleine das Oberteil gewesen sondern auch die Jeans, die so perfekt ihren Po betonte, selbst in flachen Schuhen. Am liebsten hätte er danach gegriffen, seine Hände über ihn gleiten lassen. Mehrmals sagte sich Rick, dass er solche Gedanken nicht hegen sollte, immerhin erwiderte sie seine Gefühle nicht.

„Und was liest du?“

„Ach, nichts Wichtiges“, gab sie vor und klappte die Hülle zu, erntete dafür bei Castle aber nur einen fragenden Blick. Sie würde auf diese Frage nicht näher eingehen, sie einfach unbeantwortet lassen, um nicht von ihm aufgezogen zu werden. Er würde nicht alles über sie wissen müssen, obwohl die Chancen gut standen, dass es – über kurz oder lang – so sein würde, denn er war hartnäckig und hatte Rick einmal einen Punkt gefunden, der unbeantwortet blieb, bohrte er – oftmals subtil – so lange nach, bis er die Antwort hatte, nach der er sich gesehnte.

Und tatsächlich fragte er nicht mehr nach, sondern stand mit seinem Einkauf hilflos im Zimmer.

„Gibt es Warmwasser, Beckett?“

„Ich habe es noch nicht versucht. Wenn du planst, alles aufzubrauchen, dann hast du dich allerdings geirrt.“

Er lachte nur, stellte das Abendessen auf den wackeligen Tisch und ging ins Badezimmer, nachdem er seine nassen Schuhe abgestreift hatte.

„Noch ist es warm. Wer weiß, wie lange Kate. Vielleicht möchtest du zuerst duschen gehen, dann …“

„In Ordnung“, unterbrach sie ihn mit einem Lächeln, zippte ihre Tasche auf, griff nach ihrer Nachtkleidung, ihren Necessaire und ging ins Badezimmer.

„Kate, die Türe …“, rief er ihr hinterher, denn diese war wieder aufgegangen, nachdem sie sie geschlossen hatte.

Zweimal versuchte die Polizistin diese zuzudrücken, aber nichts half, immer ging sie einige Zentimeter auf, sodass ein etwa 10cm großer Spalt offen stand, denn dann blieb sie stecken, weil der Boden solche Unebenheiten aufwies.

„Sie geht immer wieder auf, Rick. Ich hoffe, du lässt dich die paar Minuten davon abhalten, Stalker zu spielen …“, kommentierte sie mit einem Lachen in der Stimme aus dem Badezimmer und bevor Rick antworten konnte, hörte er die Dusche laufen, Gewand, das zusammengelegt auf eine Ablagefläche gelegt wurde und wie jemand schließlich unter den Wasserstrahl trat.

Die Bilder, die durch Castles gingen, waren weit von jungendfrei entfernt – wie Kates Hände über ihren Körper glitten, um diesen einzuseifen, anfänglich über ihre Oberarme, dann ihre Schultern, langsam über ihre Brust, bis sie ihren Bauch erreichten und weiter glitten …

Vollkommen in Gedanken versunken saß er am Bett, als Kate in Leggins und einem engen ärmellosen Top aus dem Badezimmer kam.

„Rick …? … Castle …?“, wiederholte sie und riss ihn aus seiner Traumwelt. Rick erschrak und konnte nur mit Mühe seine sich deutlich abzeichnende Erektion verbergen. Kates Blick war eindeutig, die Augenbraue angehoben, ihn fragend anschauend. Wortlos verschwand er schließlich mit seinem Kulturbeutel ins Badezimmer, ärgerte sich, dass er sich so hatte gehen lassen und nun die Türe nicht schließen konnte.

Als Rick sich auszog und seine Kleidung auf den Rand des Waschbeckens legte, konnte er nicht anders als den Geruch ihres Duschgels aufzusaugen und das war keineswegs hilfreich. Wann war er das letzte Mal so hart gewesen und konnte nichts dagegen machen? Oder könnte er?

Nein, er konnte nicht wiederstehen und musste Hand anlegen, als er unter dem Sprühnebel der Dusche stand. Gut, dass er keines heißen Wassers mehr bedurfte, denn es war nur noch lau. Sobald seine Augen geschlossen waren, schossen ihm wieder dieselben Bilder von Kate durch den Kopf – nackt, zart, genau das, das er begehrte.

Die gesamte Zeit hindurch biss er sich hart auf die Unterlippe, er konnte sich nicht leisten, erwischt zu werden. Sie würde es ihm niemals verzeihen.

Was Rick nicht ahnte war, dass Kate alles mitbekam. Sie war zu ihrer Reisetasche gegangen und hatte ihn gesehen, nackt in der Dusche stehend, seine Hand an einer eindeutigen Stelle, die andere Hand an der Wand abgestützt, die Augen geschlossen.

Rick war vielleicht nicht der schlankeste, aber die Muskeln in seinem Arm, seinem Bauch waren deutlich erkennbar. Kate blieb wie angewurzelt stehen, konnte ihren Blick nicht abwenden. Was passierte hier gerade? Beckett wunderte sich über ihr eigenes Verhalten, konnte dieses aber nicht verändern, zu neugierig war sie, zu gefesselt von dem Anblick, der sich ihr bot.

Erst als Rick das Wasser abdrehte, huschte sie zum Bett, nahm rasch den Kindle zur Hand und tat so, als würde sie lesen, doch fehlte ihr jegliche Konzentration, um auch nur einen Satz richtig zu erfassen. Plötzlich stand Rick vor ihr in langen Jogginghosen und einem kurzärmeligen T-Shirt, beides in einem dunklen Grau gehalten.

„Du hast mich erschreckt“, sagte sie, als sie sich wieder gefangen hatte.

„Möchtest du an der Wand schlafen?“, fragte er und beäugte noch einmal die Breite des Bettes. Bisher war Kate nur am Fußteil unten gesessen, wusste jedoch, dass die Matratze recht weich war.

„Lieber außen.“ Kates Stimme war leise, als würde sie kaum wollen, dass er sie hört. Ihre innere Unsicherheit. Würde sie tatsächlich eine Nacht neben ihm verbringen müssen, eine Nacht so nahe an Castle.

In der nächsten halben Stunde machten sich beide tatsächlich fertig fürs Bett, Castle versuchte mehrmals zuhause anzurufen, schrieb einige SMS, die nicht rausgingen, da er immer noch keinen Empfang hatte und gemeinsam stellten sie fest, dass weder der Schneefall noch der Sturm nachgelassen hatten, beides war sogar intensiver geworden.

Rick legte sich als erster ins Bett und musste feststellen, dass die Matratze sehr weich war und auch der Lattenrost einem kaum die Möglichkeit ließ, nicht in die Mitte zu rollen. Als sich Kate ebenso versuchte schlafen zu legen, musste sie feststellen, dass sie in die Mitte des Bettes gezogen wurde und sie unerwartet mit ihrem Rücken an Castles Rücken landete.

Einige Male versuchte jeder von beiden der Mulde zu entkommen, doch es war hoffnungslos. Immer und immer wieder fanden diese sich am selben Ort wieder – Körper an Körper.

Nach einer halben Stunde fand immer noch keiner von beiden Schlaf. Sobald sich Kate bewegte oder stärker einatmete, war Castle wieder wach und vice versa.

„So wird das nichts …“, murmelte Castle leise vor sich hin und drehte sich um, sodass Kates Rücken seine Brust berührte.

„Was soll das?“

„Ich versuche zu schlafen.“

„Rick …“

„Kate …“, äffte er sie nach.

„Pflicht oder Wahrheit?“

„Castle …?“

„Es scheint so, als würden wir immer noch nicht schlafen, also können wir ja ein Spielchen spielen.“

„Und wie kommst du auf die Idee“, erklärte sie und spürte seine große warme Hand auf ihrer Hüfte, „dass ich dieses Spiel mit dir spiele?“

„Du hast ja nichts zu verlieren.“

„Castle, du hast ja keine Ahnung.“

„Wirklich?“ Der Autor lachte und stützte mit der freien Hand seinen Kopf ab, sodass er gut auf Kates Gesicht sehen konnte, während er immer noch ihre Hüfte, am Bund ihrer Leggins berührte. „Pflicht oder Wahrheit?“

Beckett ließ sich Zeit, überlegte, mit welcher der beiden Möglichkeiten sie sich weniger aufs Glatteis bewegte. „Wahrheit.“

„Wann hast du deine Jungfräulichkeit verloren?“

„Ehrlich, Castle?“ Gerade diese Frage musste er ihr stellen, diese von all den möglichen.

„Wahrheit, Kate, Wahrheit!“

„Mit 17“, antwortete sie kurz.

„Details …“

„Castle, es gibt Regeln … du hast nach dem Wann gefragt und ich habe es dir verraten. Also … Pflicht oder Wahrheit“?

„Wahrheit.“ Ricks Stimme war tiefer, beinahe ein Hauchen gegen ihr Ohr, das sie innerlich erschauern ließ.

„Wer war die letzte Frau, mit der du im Bett warst?“

„Willst du das wirklich wissen?“, fragte er, etwas amüsiert.

„Rick! Wahrheit!“

„Gina.“ Als Kate diese Antwort hörte, stellte sie fest, dass sie innerlich erleichtert war. Es war niemand mehr nach Gina gekommen. Obwohl sie ihn hatte wissen lassen, dass sie sich an nichts erinnern konnte, war er mit niemand anderem mehr zusammen gewesen. Er gab ihr die Zeit, die sie wortlos forderte, trotzdem betrog er seine Worte nicht. Doch wie lange würde es ihn hindern?

„Pflicht oder Wahrheit?“

„Wahrheit.“

„Du bist ja nicht sehr mutig.“

„Sollte ich das denn sein, Rick?“

„Wie war denn dein erstes Mal?“ Seine Lippen waren so nahe an ihrem Ohr, dass sie das sie die Wärme seines Mundes spüren konnte.

Sich an diesen Nachmittag erinnernd, musste Kate lachen. „Du willst es wirklich wissen? Es war peinlich … furchtbar. Alles, das schief gehen konnte, ging schief.“

„Da möchte ich einmal Details hören …“

„Damit ich diese dann im nächsten Nikki Heat Buch wiederfinde?“

„Du weißt, dass ich das nicht machen würde.“

Kurz herrschte eine angenehme Stiller. „Pflicht oder Wahrheit?“

„Wahrheit …“

Kate holte deutlich tief Luft. „Wie oft denkst du *so* an mich?“

Totenstille.

„Kate?“

„Hm …“

„Oft, sehr oft.“ Als sie diese Worte vernahm, konnte sie endlich wieder Luft holen. War sie denn so weit, die ganze Antwort zu auf ihre Frage zu erfahren? Alles zu wissen? In ihren Therapiesitzungen war Castle mittlerweile das Thema, das jede einzelne Woche angesprochen. Stets ging es um ihre Beziehung. Stets fragte sie sich, wann sie bereit wäre, die Mauer zwischen ihnen eingebrochen werden könnte. Dr. Burke ließ ihr Zeit, hatte sie aber erkennen lassen, dass sie nicht alle Zeit der Welt hatte, denn irgendwann würde er sich anders orientieren, jemanden finden, der ihn unbedingt liebte.

„Das ist recht ungenau.“

„So genau, wie es möglich ist.“ Oder sollte der Autor sein Geheimnis verraten, dass sie das Erste war, an das er in der Früh dachte, wenn er aufwachte und das Letzte, wenn er zu Bett ging und dabei war einzuschlafen? Dass sie seine Träume dominierte? Dass er sich davon abhalten musste, zu erotische Szenen für seine Romane zu schreiben?

„Pflicht oder Wahrheit?“

„Wahrheit.“ Wie lange könnten sie dieses Spiel noch weiterspielen?

„Wie oft denkst du denn *so* an mich?“

„Oft, sehr oft“, wiederholte sie seine Worte mit einem Lächeln auf den Lippen, das er allerdings aus seiner Position hinter ihr kaum erkennen konnte.

„Das ist aber sehr ungenau …“, äffte Rick sie nach, seine Stimme allerdings tief und eher hauchend.

„Dein Ego verträgt nicht mehr“, kommentierte Kate und beide lachten kurz. „Pflicht oder Wahrheit, Rick?“

„Pflicht.“

„Sind wir nun mutig, Rickie-Boy?“ Es kam keine Antwort. „Zieh dein T-Shirt aus.“

Rick hob die Augenbraue und setzte sich so weit auf, dass er das Leibchen abstreifen konnte. Schnell lag es irgendwo am Fußende des Bettes, bevor er sich zurückfallen lässt und sich wieder an Kate presste, seine Lippen an ihren Hals. Es gefiel ihm, dass sie ihre Haare nicht geöffnet hatte nach dem Duschen, daher hatte er ungehinderten Zugang zu ihrem schlanken Hals.

Kate hatte nicht damit gerechnet, dass er ihrer Auflage so kommentarlos folgen würde, ohne diese auch nur zu kommentieren. Und sobald er wieder an ihr lag, spürte sie seine direkte Wärme.

„Pflicht oder Wahrheit?“, fragte er abermals.

„Pflicht.“ Es war ein Flüstern.

„Dein Shirt, Kate …“

Absolute Stille. „Rick .. ein T-Shirt bei einer Frau  … das ist etwas Anderes …“

„Hm …“

Castle konnte es kaum fassen, als Kate sich aufsetzte, das Shirt abstreifte und kurz verharrte, bevor sie sich vorsichtig auf ihren Platz gleiten ließ, ihre Brust mit einer Hand verdeckend. War es Scham?

Als sie im Bett lag, spürte sie Ricks Brusthaar an ihrem Rücken, seinen Atem an ihrer Haut – dies ließ sie erschaudern. Ihre Brustwarzen zogen sich zusammen, dass es beinahe wehtat, als seine Hand wieder an ihrer Taille lag und nicht mehr am Saum ihrer Hose.

„Pflicht oder Wahrheit?“

„Pflicht.“

Kate überlegte kurz. Wie weit konnte sie gehen? Wie weit wollte sie gehen? Würde sie es wagen, die Grenze endgültig zu überschreiten?

Vorsichtig griff Beckett nach seiner Hand. Anfänglich konnte sie sie kaum bewegen, doch als Castle realisierte, dass sie seine Hand bewegen wollte, ließ er locker und sie führte sie an ihre Brust.

War es Rick vorher schon schwer gefallen, seine Erektion im Zaum zu halten, war das Fass nun am überlaufen und in dem Augenblick, als er seine Hand um ihre Brust schloss, presste er sein Glied gegen ihren Po, stöhnte sanft ihren Namen in ihr Ohr.

„Pflicht oder Wahrheit?“, flüsterte er in Kates Ohr, seine Lippen so nahe, dass sie ihr Ohr berührten.

„Pflicht.“

„Küss mich“, forderte er sie auf und es dauerte einen Atemzug, da hatte sich Kate auf den Rücken gedreht, ihre Hand an sein Gesicht gelegt und zog ihn sanft zu sich, bis seine Lippen auf den ihren lagen. Der darauffolgende Kuss war nicht eine einfache Berührung, es war Gier, Leidenschaft – einfach so viel mehr, als jeder von ihnen sich erwartet hatte. Jahre aufgestauter erotischer Energie.

Rasch lag Rick zwischen ihren Beinen, presste seine Erektion in ihren Bauch, während er sie küsste – zuerst ihren Mund, dann ihren Hals, langsam ihr Schlüsselbein, bis seine Lippen sich um die rosigen Knospen ihrer Brust schlossen.

Und ja, es war eine Tortur! Kate wand sich unter ihm, stöhnte und murmelte seinen Namen, atmete schwer und wusste, dass sie es nicht mehr lange aushalten würde.

„Bitte, Rick …“

„Du musst die Frage stellen …“

„Pflicht … oder … Wahl?“

„Pflicht.“ Und er biss ihr im selben Augenblick in die Brust, zärtlich und fordernd zugleich.

„Schlaf mit mir.“ Kates Wort waren deutlich, deutlicher als vieles, das sie in den letzten Minuten gesagt hatte.

Es benötigte keiner Worte mehr. Sie waren rasch ausgezogen, konnten sich endlich am ganzen Körper berühren und sie taten dies auch. Ihre Hände waren überall und wollten jeden Zentimeter seiner Haut erforschen und kennenlernen. Und Rick erging es nicht anders.

In dem Augenblick, in dem er in sie eindrang, veränderte sich ihre gesamte Welt – zum Guten. Es waren unglaubliche Gefühle, die sie erlebten.

Kate vergaß alles rund um sie. Sie spürte Rick in sich und es fühlte sich viel intensiver und besser an als alles, dass sie jemals kennengelernt hatte. Niemals. Sie war mit einigen Männer beisammen gewesen, aber niemals war es so gewesen.

Keinen Deut anders war es für den Schriftsteller. Sie war enger als er es sich erwartet hatte und es forderte mehr Konzentration, nicht frühzeitig alles zu beenden. Und als er spürte, wie sich in ihr alles begann zu kontrahieren, konnte er sich gehen lassen. Endlich.

Erschöpft und Müde lagen sie ineinander verschlungen in dem überteuerten Motelzimmer, berührten sich, murmelten Wörter der Zuneigung und liebten sich abermals und abermals, bis der Blizzard am darauffolgenden Vormittag endlich nachließ. Nun würden sie sich überlegen müssen, wie sie mit der neuen Situation umgingen, welchen Weg sie wählen würden.

 

+C+C+C+

Ende

+C+C+C+

 

A/N: Ich weiß nicht mehr wann ich diese Story geschrieben habe, ich habe sie vor einigen Tagen auf alle Fälle wieder gefunden, ohne mich recht daran erinnern zu können. Ein eindeutiger One-Shot. Ich hoffe, sie gefällt.

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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