Abuse – Kapitel 12

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - Bearbeitet

Endlich … für Castle Freak, Hummel, Ricky castle, castlelover3000 – Die Muse war nie verschwunden, sie wurde nur von der nicht vorhandenen Freizeit an ihrem Werk gehindert.

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Kapitel 12

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Etwas das Kate nicht wissen konnte war, dass Rick keineswegs untätig geblieben war in all den Tagen, die sie wieder in NY waren. Der Zusammenstoß mit dem Journalisten hat ihm eines gelehrt: Untätigkeit wird bestraft. Zu seiner Pokerrunde konnte er nicht gehen und um Rat fragen, dies war zu risikoreich, daher hatte er sich bei der ersten Möglichkeit aufgemacht, einen befreundeten, vertrauenswürdigen und äußerst guten Privatdetektiv aufzusuchen, der bereits des Öfteren in zwielichtigen Milieus ermittelt hat. Er war kein Ex-Cop und jeder kannte ihn unter einem anderen Namen, trotz all dieser eventuellen Ungereimtheiten war sich Rick sicher, dass er der einzige war, der in diesem Fall vielleicht in der Lage war, Abhilfe zu schaffen.

Auf Jacob LaBoons Bürotüre stand nichts, kein Name, kein Berufstitel. Die, die ihn kannten, wussten, wo man ihn finden konnte, nachdem man sich telefonisch einen Termin ausgemacht hatte. Niemals wurde der Ort am Telefon genannt, kein Straßenname, keine Apartmentnummer. Es gab keine Visitkarten, keine Faxnummer oder E-Mail-Adresse – leidglich eine Handynummer, die zu einem nicht angemeldeten Telefon gehörte.

Castle hatte LaBoon bereits von Unterwegs angerufen und einen Termin vereinbart. Nun stand er vor dessen Türe und ging noch einmal alle wichtigen Fakten durch, die er über den Schuft wusste, der Kates – und auch das seiner Familie – bedrohte. Doch es ging ihm vorrangig um die junge Polizistin, denn im Verhältnis zu ihr, war es ein Leichtes, seine Familie zu beschützen.

Er klopfte nicht an, sondern öffnete gleich die Türe. Auf dem Schreibtisch wartete bereits ein dampfender Kaffee für den Autor, LaBoon saß ihm gegenüber. Er war ein Weißer, unscheinbar in seinem Auftreten – wie der Mann von nebenan, der einem nicht auffiel, jemand der Bettler und Millionär sein konnte.

Kurz schilderte Castle das Problem, das existierte, die Gefahr, die drohte. LaBoon wusste, wer Kate war, kannte Ricks Bücher. Manchmal kam es Rick so vor, als würde sein Gegenüber bereits alles über ihn wissen, alles, dass er ihm erzählen wollte. Trotzdem blieb er sich treu und ließ sich von seinem Vorhaben nicht abbringen.

„Schildern sie mir, wie der Mann aussieht“, forderte der P.I.

„Er ist groß, wahrscheinlich beinahe zwei Meter, drahtig in seiner Statur und hat kurze dunkle Haare, vielleicht braun oder dunkelblond. Er wirkt, als hätte er unglaublich viel Kraft, ist sicherlich ein Ausdauerläufer. Seine Augen sind blaugrau, seine Nase unscheinbar, aber eher Spitz. Irgendwann scheint sie einmal gebrochen worden zu sein.“ Rick holte tief Luft und stellte ihn sich noch einmal in der Türe stehend vor. „Sein Aussehen wird er verändert haben.“

LaBoon nickte nur. Er machte sich keine Notizen. Nie.

„Und ich soll ihn beseitigen?“

„Ich möchte wissen, wer er wirklich ist. Wer hinter all dem steckt. Beseitigen wir einen, wird es einen anderen geben, der auch versuchen wird, sie von ihrem Wunsch, den Mord an ihrer Mutter aufzuklären, abzuhalten. Ich muss wissen, wer hinter all dem steckt und der muss dann ausgeschalten werden.“

LaBoon nickte lediglich. Hatte er verstanden, dass es um mehr als eine einfache Beschattung oder Personensuche ging? So sehr Rick ihm vertraute, so unsicher war er. Denn was war, wenn LaBoon auf beiden Seiten seine Finger im Spiel hatte. Hatte er gerade eben alles schlimmer gemacht?

„War ihre Bekannte bei der Polizei und hat Anzeige erstattet oder im Spital?“

„Ihre Wunden wurden ohne Aktenkundigkeit versorgt und Anzeige hat sie auch keine erstattet, lediglich mit einer SVU Beamtin gesprochen. Kein Besuch bei einem Therapeuten oder Dergleichen bisher.“

„War sie davor einmal im Spital, bevor sie eingeschritten sind?“

Rick überlegte. Hatte sie dies einmal angedeutet? „Wahrscheinlich, aber da wird sie angegeben haben, dass sie bei einer Verfolgungsjagd gestürzt ist oder etwas Ähnliches. Niemals hätte sie den richtigen Grund angegeben, da sie immer Angst hatte und immer noch hat, dass es irgendwie in ihrer Dienstakte landen könnte.“

Abermals nickte Ricks Gegenüber nur. Der Schriftsteller starrte LaBoon an und wartete auf eine Reaktion des Mannes, die er allerdings nur nach langem Zögern erhielt. „Ich werde mein Bestes geben. Honorar wie immer. Ich kontaktiere sie.“

Natürlich wusste Castle, dass jetzt die Zeit des Wartens anbrach, die er über alles hasste, jedoch wusste er zugleich auch, dass LaBoon effizient und rasch arbeitete und man ihn keinesfalls verärgern wollte, daher würde er nicht versuchen, ihn zu kontaktieren und vorzeitig zu Ergebnissen zu kommen. Trotzdem würde es ihm schwerfallen, Kate nichts von all dem zu erzählen. Sie würde noch am gleichen Tag ihre Sachen packen und ausziehen, das erstbeste Apartment nehmen und nicht auf das richtige Warten.

 

+ C + C + C +

 

Trotz aller Versuches stark zu bleiben, brach Kate im Auto schließlich vollkommen zusammen. Der letzte Schritt, den sie noch vollbracht hatte, war, die zwei Kisten und die Teile ihres Murderboards im Kofferraum zu verstauen. Beckett war auf die Rückbank geklettert und Martha hatte keinen Laut gesagt, war einfach in das wartende Taxi eingestiegen und gefahren, hatte sie weinen und schluchzen lassen, immerhin war auch das ein Teil des Heilungsprozesses, Gefühle zu zeigen, sie einfach kommen zu lassen. Der Fahrer verzog keine Miene, obwohl ihm solch ein Gefühlausbruch sicherlich selten unterkam; dafür belohnte ihn Martha mit einem passenden Trinkgeld.

Zuhause angekommen trugen sie die Schachteln nicht hinauf. Kate entschuldigte sich und huschte, so schnell sie konnte, zum Lift, fuhr zum Loft und schloss sich in ihrem Zimmer ein. Sie brauchte Zeit alleine, denn die Gefühle, die sie in ihrer eigenen Wohnung überkommen hatten, hatten sie übermannt.

Immer öfter fragte sie sich, wie es passieren konnte, dass sie es überhaupt so weit hatte kommen lassen. All die sexuellen Gefälligkeiten, mit denen es begonnen hatte. Sobald sie ihre Augen schloss, sah sie Adams Gesicht vor sich, wie er sie anlächelte und liebliche Sachen zu ihr sagte, die sie dazu bewegte, weiterzugehen als geplant.

In Momenten wie diesem wollte sie in der Lage sein, sich Castle gegenüber zu öffnen, ihn wissen zu lassen, wie es ihr erging, um ihm die Möglichkeit zu geben, sie in den Arm zu nehmen und ihr zu versichern, dass alles besser werden würde. Alles.

 

+ C + C + C +

 

„Wo ist Kate?“, fragte Alexis, als sie von der Schule nachhause kam. Natürlich hatte Rick dafür gesorgt, dass sie den Weg nicht alleine absolvieren musste, allerdings hielten sich seine Leute im Hintergrund, um auch dem Mädchen nicht zu viel Angst einzujagen.

„In ihrem Zimmer“, erklärte Marta und sah in Richtung 1. Stock.

„Ist sie schlecht gelaunt?“

Martha antwortete nicht, trank einfach von ihrer frischen Tasse Kaffee. Bisher hatte man den Teenager etwas außen vorgelassen, um sie nicht unnötig mit den Details zu belasten, die vorgefallen waren. Es wäre einfach zu viel gewesen für sie. Allerdings war sie nicht blind und bekam mehr mit, als die Großmutter und Vater erhofft hatten. Vielleicht sagte sie nichts, doch hatte sie Kate in der Nacht weinen gehört, lagen ihre Zimmer doch nebeneinander. Zweimal war sie am Gang vor der nicht ganz geschlossenen Türe gestanden und hatte mitangesehen, wie sie sich im Bett wand. Am liebsten wäre sie zu ihr gegangen und hätte sie gehalten, so wie ihr Vater das immer tat, wenn sie schlecht träumte; doch sie hatte zu viel Angst, wie Kate reagieren würde. Würde sie sie erschrecken?

 

Dieses Mal ging zu der geschlossenen Türe und klopfte an. Niemand öffnete, daher klopfte sie erneut und wartete etwas, bis schließlich Kate diese aufschloss und ohne etwas zu sagen öffnete, ihr den Rücken zuwandte und zum Fenster schritt.

„Ich habe dir eine Tasse Kaffee gebracht.“

Verwundert drehte sich Kate um. Sie hatte Martha erwartet oder Castle aber nicht das Mädchen. Viel hatte sie bisher nicht mit ihr zu tun gehabt. Natürlich mochte sie Alexis, die perfekte Tochter, die ausgezeichnete Schülerin, die wahrscheinlich erwachsener war als ihr Vater, obwohl dieser in den letzten Wochen bewiesen hatte, dass er mehr war, als sie ihm zuvor zugetraut hatte.

Alexis hielt ihr die Tasse hin.

„Danke.“

Dem rothaarigen Teen fiel sofort auf, dass ihre Augen rot und verweint waren, dass neben dem Bett gebrauchte Taschentücher am Boden lagen und das Tagebuch aufgeschlagen auf dem Bett.

„Ich wollte nicht stören.“

Kurz herrschte Stille. Absolute Stille. Nur das Ticken der alten Uhr vom Gang war zu hören und Ricks wie auch Marthas Stimmen aus dem Wohnzimmer.

Kate setzte sich auf das Bett, starrte ihre Füße an, die barfuß waren. Nachdem sie die Wohnung verlassen hatten, war sie ins Zimmer stürzt, hatte sich – so gut es ging – alle Kleidungsstücke vom Leib gerissen und war unter die Dusche gesprungen. Heißes Wasser war auf sie herabgeprasselt und es hatte gutgetan, der Schmerz hatte Adams Gesicht verdrängt.

Eigentlich hatte Alexis Kate fragen wollen, ob sie nicht Lust habe, sich mit ihr einen lustigen Film anzusehen, doch das Mädchen erkannte, dass es bei Gott nicht der richtige Zeitpunkt war, daher verließ sie kommentarlos das Zimmer, lehnte die Türe nicht einmal an. In der Küche angekommen, musste sie ihrem Vater lediglich einen Blick zuwerfen. Nonverbale Kommunikation, darin waren die Castles gut.

Rick blickte zu Martha, die ihm nur zunickte und ihn somit wissen ließ, dass es Zeit war, dass er sich um den Hausgast kümmere. Beide Frauen wussten, dass nur Rick sie in der Art und Weise beschützen konnte, dass sie in der Lage war, zu heilen, Adam – ob man ihn jemals finden würde oder nicht – hinter sich lassen könnte.

Als er die Türe ganz aufschob, sah er sie am Bett sitzen. Ihr Haar war beinahe trocken und sie trug ein hellblaues T-Shirt und Jogginghosen, als Mann fiel ihm auf, dass sie keinen BH trug, doch daran hatte er sich in den letzten Wochen gewöhnt.

Anfänglich hatte er seine Gefühle für sie ausblenden können, immerhin war sie ein verletztes Wesen gewesen, das er pflegte, um das er sich kümmerte. Seine Zuneigung hatte keinerlei Rolle gespielt, war beinahe inexistent gewesen; doch seit den Hamptons – seit den Hamptons war alles anders. Er nahm sie anders war.

Immer noch war sie ihm zu schlank, er hatte ihre sanften Kurven stets mehr als nur geschätzt. Außerdem war ihr Haar beinahe zu lang, wesentlich länger als sie es sonst auf alle Fälle trug. Es waren zwar alles Kleinigkeiten, trotzdem waren sie immer präsent, wenn er sie sah.

Beckett blickte auf, als er in der Türe stand und sie anlächelte. Früher hätte sie sich gezwungen zurückzulächeln, doch das tat sie nun nicht mehr. Anstatt dessen griff sie auf den Platz neben sich am Bett. Sekunden später saß er an ihrer Seite und legte seinen Arm um sie, danach dauerte es nur Augenblicke und sie saß in seinem Schoß, ihre Arme um seinen Hals gelegt und weinte, weinte bitterlich. Vorsichtig und ohne ihr Schmerze hinzufügen zu wollen, strich er ihr über den Rücken und murmelte beruhigende Worte.

Sie roch nach seinem Duschgel. An ihm selbst hatte er es nie in diesem Ausmaß riechen können, an ihr verströmte es einen Duft von Sinnlichkeit. Doch wahrscheinlich hätte sie auch mit einem Duschgel von 4811 duschen können und er hätte es erotisch gefunden.

Kate verbarg ihre Nase in seinen Hals, presste ihren Körper an den seinigen. Sie wollte ihn spüren, musste etwas anderes als Angst fühlen. Rick war nicht zu muskulös, in seinen Hemden wirkte er immer dicker als er eigentlich war.

Beckett veränderte ihre Sitzposition, nun sahen sie für Außenstehende wie Liebende aus. Kates saß nun zwischen seinen Beinen, die ihrigen befanden sich zu seinen Seiten und ihre Fersen berührten sich hinter seinem Rücken, so sehr presste sie ihren Körper an den seinen.

Rick wusste, dass sie seine leichte Erektion spüren musste in dieser Position und hatte sie auch abhalten wollen, sich so hinzusetzen, doch fand er keine Worte für etwas, das er sich selbst wünschte. Erst als ihre Lippen seien Hals berührten und er nach einigen Augenblicken realisierte, dass es Küsse waren, die sie dort platzierte, riss ihm dies aus seiner wohligen Trance und druckte Kate von sich.

Verwundert starrte Kate ihn an und er konnte beobachten, wie sich Tränen in ihren Augen bildeten.

+C+C+C+

Ende Kapitel 12

+C+C+C+

 

A/N Ich bin mir bewusst, dass es eine Ewigkeit her ist, seitdem ich an dieser Geschichte weitergeschrieben habe, aber viel ist passiert, viel musste erledigt werden und eine Muse kann einen nur küssen, wenn man auch Zeit findet sie „küssen zu lassen“. Natürlich gibt es keine Entschuldigungen. Heute habe ich endlich die Zeit gefunden und mich hingesetzt, habe einfach darauf losgeschrieben – ohne Planung, ohne mir Gedanken zu machen. Wenn es nicht gefällt, auch gut …

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About starthebuck

Ich lese um zu träumen, träume um zu lesen. This blog about books is partly in English and partly in German mostly because I read in both languages and sometimes it makes more sense to review in the language you read even if grammer sucks!
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