Ein Blick in die Vergangenheit (Essay)

 

Manchmal gibt es Tage, an denen schweifen Gedanken ab, an denen überlegt man, nach der Lektüre eines Artikels, Kommentars, Buches; dem Hören eines Statements, einer Meinung, einer simplen Äußerung, wer oder was einem eigentlich zu dem gemacht hat, das man heute ist.

 

Und ich würde lügen, müsste ich mir nicht eingestehen, dass es die starken weiblichen Charaktere waren, die in den 1990er Jahren im Fernsehen zu sehen gewesen sind. Nur wo beginnt man? Und waren es lediglich die Figuren der damaligen Ära, oder auch die eine oder andere historische Persönlichkeit?

 

1103514-dana_scully_poster_card_c10230644.jpegSieht man sich die Frauen an, die diese Ära (für mich) bestimmten, dann wäre hier auf alle Fälle Dana Scully zu erwähnen. Eine Frau, die mehr Stärken als Schwächen besaß, den Krebs besiegte, ihre Schwester im Kampf gegen die Aliens verlor und niemals vergaß, dass Mulder an ihrer Seite stand. Natürlich hatte sie die Universität absolviert, ihre Ausbildung beim FBI abgeschlossen und war erfolgreiche Pathologin – dann erst wurde sie Mulder zugeteilt. Und nach beinahe 20 Jahren ist sie mit ihrem Partner immer noch auf der Suche nach der Wahrheit.

 

Wie kann solch ein Charakter einen nicht beeindrucken?

 

Abgesehen von ihr, soll nun ein komplett anderes Beispiedr-quinn-dr-quinn-rztin-aus-leidenschaft-die-kompl-13-rcm0x1920u.jpgl genannt werden, eines, das vielleicht viele bereits vergessen oder aus ihren Köpfen verdrängt haben: Dr. Michaela
Quinn. Dass sie alles erreichen konnte, verdankte sie ihrem Vater, der an sie glaubte und ihr das Medizinstudium als eine der ersten Frauen ermöglichte. Doch Akzeptanz fand sie in Boston keine, als dieser verstarb. Daher ging sie in den Westen, erbte eine Familie, verliebte sich in einen Witwer, rettete einige Male die Welt, kämpfte gegen General Custer und wilde Indianer …- im Endeffekt schaffte sie es, all ihre Ideale durchzusetzen, ihre Stieftochter weltoffen zu erziehen und die Männer wissen zu lassen, dass man mit einer Frau nicht machen könne, was man wolle. Sie stellte sich allem und jedem entgegen, der sich gegen ihre liberalen Ideale stellte, nur bei der Liebe blieb sie bis zum bitteren Ende konservativ. Aber wir sprechen immerhin vom 19. Jahrhundert.

 

Auch als S778665a0020444296df2e9e7c5146de4.jpgternenflottenkapitän konnte man alles schaffen – wenn man Captain Katherine Janeway war. Sie bereiste die Welt, entdeckte unbekannte Planeten und Völker, kämpfte und gewann gegen jed
es böse Schiff. Natürlich zeigte auch sie, dass man als Mädchen alles erreichen könnte, wenn man sich nur darauf einließ, denn Janeway ließ sich des Öfteren auf unbekannte Kreaturen, Völker, Rituale ein. Und wenn man von der Voyager spricht, dann darf man auf keinen Fall SevenOfNine vergessen, eine Borg, die man vom Kollektiv trennte und die ein Bestandteil der Crew wurde. Sie musste erst wieder an das Menschsein herangeführt werden, ein Prozess, der sich über Staffeln zog.

 

22a3041506b29c7b90d30d4be632fa33.jpgDoch Janeway war nicht die einzige Frau, die sich an Bord eines Schiffes auf zu neuen Galaxien machte – allerdings hat man Devon Adair heutzutage bereits vergessen, da von der begnadeten Serie „Earth 2“ leider nur eine Staffel existierte. Nichtsdestotrotz muss man sagen, dass Devon einer der Charaktere war, mit dem man sich als Jugendliche identifizieren konnte. Sie hatte es als Chance gesehen, ihrem Sohn die Möglichkeit zu geben, geheilt zu werden, und so machte sie sich mit einer Gruppe Unerschrockener auf den Weg, einen neuen Planeten zu kolonialisieren. Sie kämpften gegen Grendler und Terrianer; suchten nach Wasser und Essbarem. Verloren Freunde, schlossen Freundschaften mit unbekannten Wesen. Sie verliebten und stritten sich. Und Devon Adair war ihre Anführerin – was kann man sich Aussagekräftigeres und Imponierenderes vorstellen? Eine Frau, die eine Welt entdeckt und besiedelt? Eine Frau, die die Aufgabe auf sich nimmt, einen neuen Planeten zu entdecken, der die Welt und die Menschheit retten könnte?

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Um noch einen Zeitsprung in eine beinahe nicht gekannte Serie zu wagen, soll hier Kathleen O’Neil aus „Snowy River: Die McGregor Saga“ genannt werden. Eine begnadete australische Show, die im 19. Jahrhundert spielt. Ihr gelang es als Mutter eines Sohnes, ohne Ehemann, sich Respekt zu verschaffen und ihr Leben zu leben, in einer Welt, die genau das eigentlich nicht vorhergesehen hatte. Man stellte ihr Fragen und nicht jede beantwortete sie.

 

Auf der anderen Seite existierten Charaktere wie Roseanne, die nicht wirklich als Vorbild dienten, aber doch zeigten, dass Frauen stark sein konnten und keinesfalls von ihrem Ehemann abhängig waren.

 

Heute sehen wir Männer, die Zombies besiegen. Männer, die die Welt regieren. Frauen, die starken Männern zur Seite stehen und diese versuchen zu beeinflussen, zu lenken. Das sind keine Vorbilder, keine Ideale.

Wenige Serien können an diese starken Frauenideale anknüpfen und eigenständige, gebildete, starke Charaktere präsentieren, die als Vorbild dienen können und keinen Mann benötigen, der an ihrer Seite steht – sondern einen Partner, der gleichwertig ist und ihr keineswegs überlegen ist.

Über wenige Staffeln hinweg hätte man NCIS, als es von Jenny Shepard geleitet wurde, in diese Liste einfügen, bevor diese Position abermals von einem Mann übernommen wurde. Hier sei am Rande angemerkt, dass die Serie ein Problem mit starken Frauen hat, denn bisher hat man ausnahmslos alle aus dem Serie geschrieben (Caitlin, Jenny) – viele wurden erschossen, eine durfte am Leben bleiben (Ziva).

Als gleichwertige Partner seien hier auch Olivia Benson und Elliot Stabler (Law and Order SVU), Kate Beckett und Richard Castle (Castle), Patrick Jane und Teresa Lisbon (The Mentalist) – alles faszinierende Serien, faszinierende Charaktere und Schauspieler, dennoch bezweifle ich, dass sie dasselbe Bild hinterlassen, denn sie zeigen nur, dass man als Frau dasselbe erreichen kann und nicht mehr.

In einigen historischen Werken wird den weiblichen Wesen eine stärkere Rolle zugeschrieben, denke man nur an „Outlander“, „Downton Abbey“ oder „The Crown“. Alle drei zeigen Persönlichkeiten auf, die schwer zu erklären und sehr vielschichtig sind, oftmals mehr Autorität als ihre Männer besitzen, aber trotzdem müssen sie im Kontext der damaligen Gesellschaft gesehen werden, egal ob dies nun das 18. Jahrhundert in den schottischen Highlands ist oder das frühe 20. im Süden Großbritanniens.

 

In den 1990ern waren es Frauen, die auf der Suche nach neuen Lebenswelten waren. Egal, ob man hier an Dr. Quinn denkt, die den Westen für sich versuchte zu erobern, Devon Adair, die einen neuen G889 für die Menschheit herrichten soll oder Captain Janeway.

 

Man muss sich also die Frage stellen, das wollten die Medien heute? Welchen Zweck verfolgen sie und welches Bild wollen sie vermitteln? Das von starken, unabhängigen Frauen, die alles erreichen können, oder sollen Mädchen erkennen, dass sie lediglich dasselbe wie ihr menschliches Gegenstück erreichen können, aber nicht mehr?

 

 

 

 

 

(Ich bin mir bewusst, dass es viele Serien gibt, sehr viele und man nicht alles über einen Kamm scheren kann, doch sollte man sich das große Ganze durch den Kopf gehen lassen ….)  

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Abuse – Kapitel 12

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - Bearbeitet

Endlich … für Castle Freak, Hummel, Ricky castle, castlelover3000 – Die Muse war nie verschwunden, sie wurde nur von der nicht vorhandenen Freizeit an ihrem Werk gehindert.

+ C + C + C +

Kapitel 12

+ C + C + C +

Etwas das Kate nicht wissen konnte war, dass Rick keineswegs untätig geblieben war in all den Tagen, die sie wieder in NY waren. Der Zusammenstoß mit dem Journalisten hat ihm eines gelehrt: Untätigkeit wird bestraft. Zu seiner Pokerrunde konnte er nicht gehen und um Rat fragen, dies war zu risikoreich, daher hatte er sich bei der ersten Möglichkeit aufgemacht, einen befreundeten, vertrauenswürdigen und äußerst guten Privatdetektiv aufzusuchen, der bereits des Öfteren in zwielichtigen Milieus ermittelt hat. Er war kein Ex-Cop und jeder kannte ihn unter einem anderen Namen, trotz all dieser eventuellen Ungereimtheiten war sich Rick sicher, dass er der einzige war, der in diesem Fall vielleicht in der Lage war, Abhilfe zu schaffen. Continue reading

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Enge Räumlichkeiten (Tight Quarters I)

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetCa. Season 4 / bisserl OOC

Rating: PC18/NC17/M

+C+C+C+

Ein Mann, eine Frau, ein Schneesturm. Seit Tagen hatte sich das Unwetter angekündigt und doch hatten beide gedacht, dass sie diesem Unwetter problemlos entkommen konnten. Und nun saßen sie in einem kleinen Motel, 100km außerhalb New Yorks fest, am Heimweg von einem Besuch im Auburn Gefängnis, einer Hochsicherheitsverwahrung bei Rochester, nahe dem Lake Ontario. Es war Gates Idee gewesen, sie dorthin zu schicken, um einen Gefangenen zu interviewen, den man keinesfalls für das Gespräch nach New York bringen wollte, um nicht Gefahr zu laufen, diesem gefährlichen Insassen, die Chance zu geben, auszubrechen. Continue reading

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Every other Friday – Kapitel 19

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetEwigkeiten konnten positive und negative Eigenschaften haben. So lehnte sich Kate an seine Brust, strich über seine Brustwarzen, dann über seinen Bauch in den Schritt und eine heftige Erektion zu bekommen, war noch nie ein Problem gewesen. Besonders nicht, wenn es Kates Hand war, die ihn berührte. Continue reading

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Going West – Kapitel 4 “Gemeinsame Wege”

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetGemeinsam ritten sie Seite an Seite in Richtung der geerbten Farm. Die Gegend war düster, das wenige Grün würde nach einem heißen Sommer wohl verschwunden sein und Rick konnte sich einen Winter hier erst gar nicht vorstellen – an der Ostküste hatten sie Schnee, Eisstürme und all diese Sachen. Hier erwartete er kaum einen großen temperaturtechnischen Unterschied. Es war warm, feucht. Jeden Abend sehnte er sich nach einem Bad, diesen Morgen hatte sich Rick sogar gefragt, ob es hier in der Nähe einen Fluss gäbe, in dem Mann ein Bad nehmen konnte.

Während sie durch die Steppe ritten, stelle Alexis Kate 100 Fragen über den Ort, die Anrainer und die Jahreszeiten und es stellte sich heraus, dass Ricks Annahme gar nicht so falsch gewesen war. Allerdings passte Castle nicht recht auf, zu sehr studierte er ihre Haltung, den mittlerweile über den Sattel geworfenen Mantel, die Art und Weise, wie sich ihre Hüften im Sattel bewegten.

Am Hof angekommen fand eine kurze private Unterhaltung zwischen Kate und Em statt, bis die junge dunkelhaarige Frau zu Martha kam und sie bat mitzukommen. Sie würde die ehemalige Sklavin untersuchen, in ihrem eigenen Haus, und bat um Marthas Anwesenheit. Anfänglich war die ehemalige Schauspielerin etwas unsicher, sagte aber nichts und ging langsam neben den beiden jungen Frauen her. Ems Hütte war etwas abseits, doch war sie die sauberste, die sie in Cort Springs bisher gesehen hatten.

Anfänglich stellte Kate ein paar Fragen, die der jungen dunkelhäutigen Frau teilweise etwas peinlich waren, doch taute sie allmählich auf, vertraute Kate mehr und mehr. Sie wollte wissen, wann sie in etwa ihre letzte Mensis hatte und welche Veränderungen ihr während der Schwangerschaft aufgefallen waren. Manche Punkte konnten genauer beantwortet werden als andere, so konnte die werdende Mutter nicht schreiben, daher gab es natürlich keine entsprechende Buchführung über diverse Ereignisse des täglichen Lebens. Sachen wurden mit anderen Ereignissen verbunden, der Geburt eines Kalbes, starken Gewittern, Angriffen durch die Indianer.

Kate horchte mit einer Art Hörrohr Ems Bauch ab, ihre Brust. Schließlich erklärte sie ihr den Beginn des Geburtsvorgangs, wie Wehen sich anfühlen würden und dass das Fruchtwasser abgehen würde. Es war von Vorteil, dass die junge Frau schon bei zahlreichen Geburten von Tieren dabei war, um die Basics zu kennen.

„Mrs. Castle …“, sagte Em schlussendlich besorgt und sah die ihr quasi Fremde fragend an.

„Wir bekommen das schon hin, Kleines. Mach dir keine Sorgen. Frauen bekommen Kinder seit der Entstehung der Erde.“

„Sie müssen mich nur am Anfang rufen“, erklärte Kate, „dann kann ich rechtzeitig schaffen. Manchmal kann eine Geburt Tage dauern, manchmal sind die Babys bereits nach wenigen Stunden auf der Welt.“  Sie strich Em über die Schulter. „Du musst viel rasten, darfst nichts Schweres heben und solltest die Füße hochlegen, wenn immer es dir möglich ist. Du hast noch etwa 3-4 Wochen, würde ich sagen und wir wollen ja nicht, dass es früher kommt.“

Das Schwarze nickte zustimmend. „Wir werden dafür sorgen, dass sie mehr Pausen hat.“

Gemeinsam standen die beiden weißen Frauen auf und verabschiedeten sich für den Moment von Em, die scheinbar müde auf einer Bank in ihrem Haus saß.

„Wie viele Kinder, Kate?“

„An die 20 im Laufe der Jahre.“

„Alles Mädchen aus dem Saloon?“

„Nein Mrs. Castle. Die meisten waren von ehemaligen Slavinnen oder Frauen, die von einem Arzt nicht behandelt wurden – unverheiratete, ungläubige, eingeborene. Bei meinen Mädchen schaue ich darauf, dass es erst gar nicht so weit kommt. Also im Normalfall. Aber natürlich, manch ein Kind war auch von einem meiner Mädchen.“

Martha wusste genau, was sie damit meinte, dies verhindern zu wollen. Auf den Bühnenbrettern der Ostküste hatte man dies auch stets versucht, denn welches Engagement bekam eine junge Schauspielerin mit einem wachsenden Bauch?

„Haben Sie Kinder?“

Em lachte hinter ihnen auf, daher drehten sich die Frauen um. „Kate hat ihrem Verlobten angeschossen, sie hat ihm in den Allerwertesten geschossen, weil er eine Woche vor der Hochzeit mit einem der Mädchen im Saloon mehr als nur …“

„Und ich habe bereits gehört, dass sie eine vorzügliche Schützin sind.“

„Oh, eine von Blakes Geschichten“, stimmte Kate und verdrehte ihre Augen.

„Sie ist die Beste“, setzte Em fort. „Wir kommen ja nur selten in die Stadt und niemals in den Saloon, Schwarze dürfen die Geschäfte nicht betreten oder nur durch den Hintereingang – laut Bürgermeister. Aber wir hören vieles – sie hat schon manch ein Duell gewonnen, Räuber an- oder erschossen und wenn sie jemandem droht, wissen alle meilenweit, dass sie es ernst meint.“

Die Sonne stand hoch am Himmel und Martha stellte fest, dass diese Lobhudelei Kate unangenehm war. Em ging an ihnen vorbei und in die Küche des Herrenhauses, Kate führte hingegen Martha in einen Bereich hinter dem Haus. Es waren die Reste eines Gartens zu sehen.

„Das Kind liegt bereits in der richtigen Position, Mrs. Castle, es könnte jederzeit so weit sein.“

„Nenn mich doch Martha, quasi jeder nennt mich Martha.“

„Kate“, sagte die in Hosen gekleidete Frau mit einem Lächeln auf den Lippen.

„Ist es eine Abkürzung?“

„Ja, für Katherine, nach meiner Großmutter.“

„Leben deine Eltern auch hier in der Gegend?“

Kate schüttelte den Kopf. „Meine Mutter ist seit vielen Jahren tot, es war ein Raubmord, als ich noch ein Kind war. Mein Dad, der Jurist, hat sich dann der Flasche zugeneigt und wollte mich an den Sohn eines Kollegen verheiraten. Kaum war ich volljährig,  habe ich mir das kleine Erbe meiner Mutter auszahlen lassen, habe meine Sachen gepackt und bin aus Boston weg.“

„Vermisst du denn die Großstadt nicht?“

„Nein. Vielleicht am Anfang. Es war nicht immer einfach. Wenn mein Vater wüsste, wie ich mein Geld verdiene, würde er so und so kein Wort mehr mit mir sprechen. Er würde mich verachten.“

„Wieso glaubst du das?“

„Du kennst ihn nicht. Er ist eine andere Type Mann als dein Sohn. Mein Vater beurteilt dich in den ersten 10 Sekunden und dann ist es unmöglich seine Meinung zu ändern. Ist er davon überzeugt, dass man unschuldig ist, beharrt er auf diesem Urteil. Ist er anderer Ansicht, gibt er den Fall ab bzw. übernimmt den Klienten nicht. Das machte ihm früher zu einem guten Anwalt, bevor er zu trinken begonnen hat.“

„Warst du auch einmal eines der Mädchen?“

„Oh nein … ich habe den Saloon geerbt von einer lieben Freundin, sie hat ihn mir auf ihrem Sterbebett hinterlassen. Tanzen ab und an ja, mehr nicht.“

„Und der Verlobte?“

„Der ist über die Berge. Fand den Schrot in seinem Hintern nicht so toll wie einen Ehering, obwohl er dieses Andenken wohl länger mit sich trägt als ein Goldband.“

Beide lachten.

„Townsend hatte hier einen Gemüsegarten. Ich war einige Male hier, als er noch mehr Sklaven hatte und diese Frauen medizinische Versorgung brauchten. Er hatte Kürbisse und all diese Sachen hier. Wenn man nämlich etwas weiter geht in diese Richtung, ist ein Brunnen, der gutes Wasser hat. Er hat die Pflanzen täglich bewässert und sie waren sein ganzer Stolz.“

„Was weißt du noch über ihn?“

„Nicht viel. Er hätte einmal beinahe geheiratet, habe ich gehört, aber sie starb an einer Lungenentzündung. Das war aber vor meiner Zeit hier. Er war gut zu den Sklaven und hatte, sobald der Präsident die Gesetze geändert hat, allen Sklaven diskussionslos die Freiheit geschenkt. Allen hat er angeboten zu bleiben und eine Bezahlung natürlich. Anfänglich waren noch einige da, nach seinem Tod sind alle weggegangen bis auf Theo, Em und Sal.“

Kurze Zeit herrschte eine Stille, die nur durch die Geräusche der Natur unterbrochen wurden.

„Mutter?“, sagte plötzlich eine Stimme hinter ihnen.

„Richard?“ Sie drehten sich zu ihm um. Seine Hosen waren schmutzig, das Hemd hatte er ausgezogen.  „Kate hat mir gerade den ehemaligen Garten gezeigt.“ Martha deutete auf die Überreste eines Zauns. „Mit etwas Arbeit kann man hier wieder Gemüse anpflanzen.“

„Geht es Em denn gut?“, fragte Rick. Er kannte sich mit schwangeren Frauen nicht besonders gut aus, aber sie schien sehr jung zu sein und viel am Hof zu arbeiten.

„Den Umständen entsprechend geht es ihr gut, Mr. Castle. Sie braucht Ruhe und sollte genügend rasten. Ich habe die Hoffnung, dass ihre Mutter und ihre Tochter sie etwas entlasten können, bis das Baby da ist.“

Richard nickte zustimmend. „Alexis ist bereits dabei mit Em einen Eintopf für den Mittagstisch zu kochen.“

Martha blickte an sich selbst hinab. Sie trug ein einfach geschnittenes dunkelbraunes Reisekleid mit kompliziert aufgesetzten Knöpfen, einer geschwungenen Bordüre an den Armen. Darunter trug sie eine weiße Bluse, deren Rüschen  man am oberen Rand der Jacke sieht. Unter der Bluse trug sie eine einfach weiße Korsage, die sie selbst vorne schnüren konnte und einige Unterröcke – so war sie es gewohnt. Doch hier schwitzte sie und erkannte, dass Kates Outfit wohl den Gegebenheiten angepasster war. Trotzdem würde man sie nicht in Hosen sehen. Niemals. Und ihre Unterröcke würde sie auch nicht aufgeben, doch hier am Land könnte man den Stoff sicherlich anpassen. Und wer würde sich um all ihre Wäsche kümmern?

Ihr Leben in New York war nicht immer einfach gewesen aber komfortabel. Jetzt würde sich einiges ändern und ihr würde die Veränderung am schwersten fallen, dies hatte Martha bereits erkannt.

„Also Mutter, du könntest ihr ja helfen …“

Kurz musterte die rothaarige Frau ihren Sohn und verschwand schließlich im Haus, auf dem Weg dorthin knöpfte sie ihre Jacke auf und warf sie über einen Stuhl.

„Wie viel schulde ich ihnen für Ems Untersuchung?“ Ricks Stimme war bestimmt, doch hörte Kate ihm nur beschränkt zu, zu sehr wanderten ihre Augen über seinen entblößten Oberkörper, die definierten Bauchmuskeln.  „Kate?“

„Oh … Entschuldigung. Ich verlange kein Geld.“

„Und welche Form der Entschädigung darf ich anbieten?“

„Ich nehme gerne einen Teller Eintopf zum Mittagessen und vielleicht haben sie ja das eine oder andere Buch mitgebracht in ihren vielen Koffern, das ich mir in Folge ausborgen könnte.“

„Sie lesen?“

„Natürlich. Nur weil ich einen Salon habe, heißt es nicht, dass ich ungebildet bin.“

„Das habe ich niemals behauptet.“

„Natürlich nicht“, sagte Kate und blickte verlegen auf den staubigen Boden.

„Ich habe sie noch nicht ausgepackt, aber sie können sich alles ausborgen. Jedes einzelne. Ohne Ausnahmen. Gibt es denn hier die Möglichkeit Bücher zu erwerben?“

„Sie können sie über Blake beziehen, aber es dauert Ewigkeiten. Die meisten kommen aus Denver oder von der Ostküste selbst.“

„Hm… dann muss ich wohl meinem Verleger telegraphieren, dass er mir regelmäßige Updates schickt. Der Großteil unserer Sammlung sind natürlich Kriminalromane, Alexis und Mutter bevorzugen Shakespare und andere Klassiker, aber ebenso diese romantischen Novellen, frauenzentrierte Romane.“

„Wunderbar.“

„Sie lesen gerne?“

„Immer schon. Alles was mir in die Finger kommt.“

Gemeinsam gingen sie schließlich ins Haus hinein. Damit hatte Rick nicht gerechnet, dass die Dame, die den Saloon führt, eine begeisterte Leserin sein würde und sie somit eine neue Ebene erreicht hatten, eine neue Ebene, die sie verband – mehr als viele andere Männer in diesem Ort behaupten konnten.

„Kate, Mädchen, kannst du mir einen guten Schneider im Ort nennen? Ich brauche unbedingt ein paar praktischere Outfits“, fragte Martha und stellte einen zusätzlichen Teller und ein Glas auf den Tisch, das sie mit Milch füllte.

„Die nächste Schneiderin ist meilenweit entfernt. Hier nähen die Frauen selbst. Ich habe zwei Mädchen, die sehr begabt sind. Wenn sie wollen, können sie mit diesen besprechen, was sie wollen. Vielleicht kann man ja ein paar Sachen umarbeiten.“

„Großmutter, du könntest Hosen tragen …“

Der ganze Tisch lachte laut,  Martha wurde rot und blickte auf ihr Essen. Alexis Idee war gewagt, niemals würde Martha sich auf so etwas einlassen, das war allen bewusst. Sogar Kerstin, die die ältere Frau eigentlich kaum kannte, wusste sofort, dass die Enkeltochter dies nur gesagt hatte, um ihre Großmutter etwas aufzuziehen. Kate kannte die Gesellschaft der Ostküste, wusste wie nobel man lebte, von welchen Idealen man ausging – auch wenn sie mittlerweile mehr als 10 Jahre im wilden Westen lebte.

+C+C+C+

Ende Kapitel 4

+C+C+C+
1. Kapitel 1 – Going West
2. Kapitel 2 – Die Neuen
3. Kapitel 3 – neue Bande
4. Kapitel 4 – gemeinsame Wege
5. Kapitel 5 – alte Geheimnisse

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Every other Friday – Kapitel 17

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetUnd so saßen sie in dem Kaffee, aßen Kuchen und plauderten. Es herrschte eine gewisse Intimität zwischen ihnen, die aber keinesfalls als erotisch aufgeladen beschrieben werden konnte; es glich einem freundschaftlichen Dialog, da besonders Kate versuchte, ihm nicht zu tief in die Augen zu sehen. Würde sie dies nämlich tun, würde sie eventuell Gefahr laufen, den Plan nach einem strukturierten Gespräch über den Haufen zu werfen und ihm verfallen. Seine blauen Augen hatten nämlich immer dieselbe Wirkung auf sie.

Rick studierte sie genau. Wenn sie sich nach vorne lehnte, ließ ihr Ausschnitt mehr von ihrem Busen erblicken und nein, er konnte seine Blicke nicht abwenden, denn zu gerne hätte er sie berührt, hätte er mit seinen Lippen sanfte Küsse darauf verteilt, den Büstenhalter entfernt und ihre Brustwarzen liebkost. Alleine bei dem Gedanken wurde er hart. Es waren Monate vergangen seitdem er einen lustvollen Gedanken an eine Frau verschwendet hatte – am Heimflug von Europa. Er hatte sich vorgestellt, wie es wäre, sie gleich am Flughafen zu nehmen. Damals plagten ihm keine Schuldgefühle, nichts.

Abgesehen davon wünschte er sich samstagabends mit ihr die alten „Harry Potter“ Filme anzusehen, die sie wie ein kleines Kind liebte. Kates Filmvorlieben waren immer sehr divergent gewesen – auf der einen Seite liebte sie Screwball Comedy, die französische Moderne und dann waren es diese märchenhaften Kinderfilme, die sie gerne sah. Die der sechziger bis achtziger Jahre erinnerten sie an ihre Kindheit; die moderneren liebte sie wegen der Specialeffekts, die nun möglich waren.

„Ich habe dich aber immer noch gerne, sehr gerne sogar“, sagte Rick leise. Er wollte keine Szene heraufbeschwören.

„Das eine hat ja nichts mit dem anderen zu tun, Rick.“ Sie blickte ihn nicht an.

„Aber ich möchte sie ja nicht anlügen.“

„Da hast du Recht.“ Sie machte eine kurze Pause. „Ich kann ihnen nicht die Wahrheit sagen und du auch nicht.“

„Nein.“ Rick schüttelte den Kopf.

„Sie verstehen vieles noch nicht.“

„Du kannst ihnen sagen, dass du mich nicht mehr magst.“

„Es hat doch nichts mit Mögen zu tun. Du hast mich betrogen, deswegen bin ich ausgezogen.“ Hatte sie also noch Gefühle für ihn? Empfand sie immer noch Liebe? „Wir können ihnen sagen, dass wir etwas Abstand voneinander brauchen.“

„Wenn du meinst …“

„Sie sind Kinder, sie verstehen es so und so nicht.“

„Sie verstehen mehr, als du denkst, besonders Benjamin. Er spricht vielleicht nicht viel, aber er beobachtet, studiert.“

Castle kannte seinen Sohn und wusste, dass sie Recht hatte. Benji liebte es, andere nebenbei zu beobachten. Er kommentierte einen Streit nicht und wenn er sich einmal einmischte, dann reichte es ihm wirklich. Doch dies kam wahrhaftig selten vor.

„Wir könnten gemeinsam mit den Kids zu Charlies Geburtstag ein Wochenende in die Hamptons fahren, er ist ja so gerne im Winter am Meer. Außerdem ist der Whirlpool und die Dampfsauna endlich fertig.“

„Rick …“

„Es gibt genügend Schlafzimmer, damit jeder sein eigenes hat. Wir nehmen Mutter und Alexis mit und du kannst ja Lanie fragen.“

Kate überlegte kurz, legte den Stift aus der Hand und schloss den Block. „Jetzt muss Charlie erst einmal gesund werden und dann sehen wir diesbezüglich weiter.

Im Grunde schoben sie an diesem Abend die Frage vor sich hin, wieviel sie den Jungs wirklich sagen würden, denn an allem war nur ein Teil Wahrheit. So plauderten sie über die Entwicklung der Jungs und Michaelas.

Mike wurde meist nur am Rande erwähnt, weil sie ein Kind war, das nie Probleme bereitet hatte. Benjamin war bestimmend durch seine Eigenarten, die so entzückend sein konnten. Charlie war der Überschwängliche und Mike, Mike war ein Baby. Sie war dabei laufen zu lernen und mochte es nicht, wenn man ihr die Haare mit dem Shampoo der Jungs wusch. Sie lag zudem immer noch gerne auf Kates nackter Brust, Haut an Haut, um den Herzschlag zu hören. War sie krank, unruhig oder nervös, half das Kuscheln mit Kate immer.

Rick erzählte davon, wie er das letzte Mal versucht hatte, dies anzuwenden, aber kläglich gescheitert war. Beide musste darüber lachen, wie er es beschrieb, sich das T-Shirt ausgezogen zu haben und Mike sich kein wenig beruhigt hatte.

„Es muss wohl einen Unterschied zwischen einer Frauen- und einer Männerbrust geben“, sagte sie und lächelte.

Rick kommentierte es nicht, sondern starrte nur in ihren Ausschnitt. Kate wurde rot, als sie dies bemerkte, sagte aber nichts. Irgendwie regte es ein bekanntes Gefühl in ihr, dass sie ihm doch noch gefiel. Immerhin waren Jahre seit der Nacht im Club vergangen, drei Schwangerschaften waren dazwischen gekommen und sie hatten viel gemeinsam erlebt.

+C+C+C+

Benjamins Gesundheitszustand veränderte sich am folgenden Tag nur minder, das Fieber sank etwas und stieg wieder, zwar nicht mehr in diese extremen Höhen, doch war er durchgehend in Kates Augen zu hoch, um sie ruhig schlafen zu lassen – dies tat sie bereits durch die Anwesenheit ihrer kleinen Tochter in ihrem Bett nicht wirklich.

Aus diesem Grund meldete sie auch am kommenden Tag, dass sie aufgrund ihres kranken Kindes noch einen Tag zuhause bleiben würde. Hätte man Kate vor einem Monat dies sagen hören, hätte man sich gewundert, wie sie sich die finanziell leisten konnte, denn jeder Tag Dienstentgang hätte sie in ihrer Planung zurückgeworfen. Doch nun wusste sie, dass wenn es notwendig war, sie auf die Alimente der Kinder zurückgreifen könnte, um im Notfall eine Rechnung zu bezahlen.

Abgesehen hatte sie das Gefühl gewonnen, dass sie im Fall der Fälle auch Rick bitten könnte au die Kinder aufzupassen.

„Martha“, sagte sie erleichtert, als sie diese durch den Türspion vor der Türe stehend vorfand. „Was machst du denn hier?“

„Ich war einkaufen“, kommentierte sie und hob signalisierend die beiden Einkaufstüten. „Hier ist alles, das man laut Martha Stewart für eine gute gesundmachende Hühnersuppe braucht. Ich hoffe, dass du nach Rezept kochen kannst.“

Kate nickte, lächelte ihr zu und bat sie in die Wohnung. Martha war eine der Personen, die sie am meisten vermisst hatte in den letzten Wochen. Waren ihre Ratschläge auch manchmal etwas zu viel, war sie doch Tag und Nacht für einen da. Als die Kinder noch ganz klein waren, hatte sie sie Nachts, wenn Kate im Schaukelstuhl vor Müdigkeit eingeschlafen war, durch das Loft getragen, bis die Blähung nachgelassen hatten und der kleine Wurm eingeschlafen war.

Aus der Jackentasche zog Martha einen ausgedruckten Zettel. „Hier, das Rezept.“

„Du kannst eine Suppe ohne Rezept, Martha.“

„Katherine … ich kann Letscho kochen, vielleicht noch einfache Pasta mit Knoblauchöl, beides kein großes Kunstwerk. Du möchtest doch, dass Ben sie auch ist. Oder? Und er hat ja einen sehr ausgewählten Geschmack, ganz wie sein Vater.“

Kate lächelte und begann die Tüten auszupacken. „Ist Ben noch in der Schule?“

„Ja. Er wird von der Mutter eines Schulfreundes nachhause gebracht. Mrs. Brandon hat erklärt, dass es überhaupt kein Problem sei, auch nicht, ihn morgen in der Früh abzuholen, wenn notwendig.“

Gemeinsam schnitten sie das Gemüse und spielten dann mit Michaela, als sie wieder wach war. Eine ordentliche Suppe zu kochen, hatte Beckett von ihrer Mutter gelernt. Auch wenn ihr Kühlschrank früher aus Styroporcontainers bestand, konnte sie kochen, sie kochte nur aus Prinzip nicht für eine Person. Hatte früher nicht für eine Person gekocht.

„Ist es ein Unterschied, ein Mädchen nach den zwei Jungs großzuziehen?“, fragte Martha nebenbei.

„Ich weiß es nicht Martha. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie bei all dem hier einfach zu kurz kommt. Benjamin hat alle Gott erdenkliche Aufmerksamkeit bekommen, weil er der Erste war. Charlie holte sich all de Aufmerksamkeit, die er brauchte. Michaela hingegen, sie ist so ruhig, sucht ab und an meine Nähe, aber fordert mich nicht heraus. Sie ist so einfach. So ruhig.“

„Ich werde nie vergessen, wie du sie als ganz kleines Baby einmal mit in der Wanne hattest und sie auf deiner Brust lag und endlich eingeschlafen war. Sie wollte einfach ganz nah an dir sein, ganz anders als die Jungs. Sie sucht die Nähe, wenn sie sie braucht.“

„Sie ist alles, Martha. Ihr ist es egal, welches Shampoo man verwendet und ob sie zwei unterschiedliche Socken anhat. Schläft sie mit Koko dem Hasen oder Bruno dem Bären – es ist ihr egal. Wenn die Jungs am Abend nicht da sind, dann wird sie unruhig. Jetzt schläft sie bei mir im Bett, bis Charlie gesund ist, und sie macht keinen Mucks, als wäre es ihr egal.“

„Manche Kinder sind eben genau so. Richard war ein einfaches Kind. Wir hatten ganz wenig, als er ein Kind war, manchmal schlief er einfach im Wäschekorb in der Garderobe oder im Wäschekorb bei einer Garderobiere. Oft trug Richard einen blauen und einen schwarzen Socken. Hatte ich einen Mann, der mich finanziell unterstützte, investierte ich es in die besten Schulen, in einfache klassische Kleidung und alles was ihn glücklich machte – und es musste nicht immer das Teuerste sein.“

„Heute ist er anders …“

„Nein, Kindchen, das ist er nicht. Er liebt Spielzeug, aber er braucht es nicht. Würdest du ihn auf einen 2000 Dollar Gehalt einstufen, er würde damit zurechtkommen, weil er weiß, wie wenig reicht, um glücklich zu sein. Er würde dir all das Geld geben, das er hat, nur um den Vorfall ungeschehen zu machen.“

Kate nickte nur und röstete das Gemüse etwas an, bevor sie es mit Wasser aufgoss.

„Wie oft warst du verheiratet?“, fragte Kate mutig, noch nie war sie in Marthas Privatleben eingetaucht. Immer wieder hat sie Teile davon preisgegeben, aber Fragen hatte sie diesbezüglich nie gestellt.

Martha ahnte, auf was es hinauslief. „Drei Ehemänner, einige Verlobungen …“

„Hat dich jemals einer davon betrogen?“

„Mehrere …“

„Rick meinte einmal, dass man dich um deine Ersparnisse gebracht habe.“

„Zweimal. Aber nur einmal war es ein Ehemann, ein junger Europäer. Jean. Gutaussehend, charmant … ein richtiger Casanova. Verheiratet waren wir vielleicht vier Monate, bevor er mit meinen Sparbüchern im Rucksack geflüchtet ist. Zuerst räumte er die Konten ab, kaufte sich ein Flugticket und reiste in seine Heimat – dort lebt er jetzt scheinbar unter seinem richtigen Namen, denn nicht einmal Richard, mit all seinen Kontakten, konnte ihn jemals finden.“

„Und die, die dich betrogen haben?“

„In meiner Branche kommt so etwas vor. Man bringt einen Mann hinter die Bühne mit und die Mädchen flirten mit ihm … die wenigsten Männer können widerstehen. Andrew erwischte ich hinter dem Paravent mit einer vormals guten Freundin. Beide versuchten es gar nicht abzustreiten. Richard hatte nur einige Meter weiter im Wäschekorb geschlafen, war damals vielleicht drei Jahre alt.“ Martha wendete sich ab, schenkte sich eine Tasse Tee ein, der in einer großen Glaskanne auf der Anrichte stand. „Das zweite Mal, da war mein Alexis schon auf der Welt … Daniel vergnügte sich vorzugsweise mit seiner Sekretärin. Wir waren ein ganzes Jahr verheiratet. Er schaffte es, meine Sparbücher als Sicherheit für eine Anschaffung „zu borgen“ … mehr muss ich dazu nicht sagen. Ich bekam eine geringe Summe bei der Scheidung, aber wirklich nur eine geringe und etwas Schmuck … Richard wollte ihn verklagen, ich einfach nur aus der Wohnung flüchten, einfach nur weg.“

„Du hast keinem verziehen?“

„Niemand stand so viel auf dem Spiel, Katherine. Beide waren nicht Richards Vater. Dem Geldes beraubt zu werden, hat mehr geschmerzt, denn das war nicht ersetzbar. Und es zeugte von Dummheit meinerseits, mich selbst so wenig vor diesen zu schützen. Seit Daniel verwaltet nun endgültig Richard meine Vermögenswerte, kümmert sich um die Verträge und Dergleichen.“

„Hättest du ihnen verzeihen können, wären sie Richards Vater gewesen?“

„Ihm hätte ich alles verziehen. Mit ihm habe ich ja die Nacht meines Lebens verbracht, die mir das Beste in meinem Leben geschenkt hat.“

Bevor die junge Frau etwas entgegnen konnte, machte sich Michaela. Martha ging kommentarlos das Kind holen und erklärte, dass sie sie wickeln würde. Im selben Augenblick läutete es an der Türe und noch bevor sie die Türe öffnete, wusste sie, dass es Benjamin war, der jemandem die Welt erklärte – Rick.

„Mum“, sagte er freudig. „Schau, wer mich abgeholt hat!“ Der Junge strahlte bis über beide Ohren.

Kate ließ sie die Wohnung betreten und warf einen Blick in Charlies Zimmer, als sie in Richtung Küche gingen. „Schläft er die ganze Zeit?“, fragte Rick und stand ganz nah an ihrem Rücken, so nahe, dass sie seinen Atem an ihrem Hals fühlen konnte, der sie erschaudern ließ und es wohlig warmes Gefühl in ihrem Bauch auslöste.

„Er war am Vormittag etwas wach, hat etwas gegessen und getrunken, seine Medizin genommen. Wenn die Suppe fertig ist, werden wir ihn dann wieder aufwecken. Ich muss ihn dann waschen und ihm etwas Frisches anziehen.“ Sie starrte immer noch den schlafenden Jungen an. „Wieso bist du hier?“

„Weil du meine Hilfe brauchst.“

„Deine Mutter …“

„Meine Mutter ist nicht der Vater der Kids und dein Ehemann, auch wenn dieser großen Mist gebaut hat. Ich kann scheinbar nicht 24 Stunden am Tag für sie, für dich da sein, aber wenn du es zulässt, helfe ich dir in Situationen wie diesen aus. Du bist zu sehr Mutter, um mir ein krankes Kind vorbeizubringen und konzentriert deiner Arbeit nachzugehen. Das konntest du vor fünf Jahren nicht und das kannst du jetzt nicht. Und wenn es die einzige Sicherheit ist, die dich dir geben kann, dann nimm diese finanzielle, um zu wissen, dass du an solchen Tagen zuhause bleiben kannst.“ Ricks Stimme war vollkommen ruhig, das ganze Gespräch verlief in einem ruhigen, sehr leisen Tonfall, sodass niemand hören konnte, wovon sie sprachen. Martha nahm nur wahr, dass er näher an Kate stand, als es aktuell schicklich war und sie ihn aber nicht von sich stieß. Könnte man dies einen Fortschritt nennen, einen Schritt in die richtige Richtung?

„Wenn man getrennt ist, Rick, kommt so etwas normalerweise nicht vor.“

„Ist bei uns irgendetwas bisher nach einer Norm verlaufen?“

„Nein, ich denke nicht“, antworte sie und berührte mit ihren Fingern kurz seine Hand. Den Bruchteil einer Sekunde lang.

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Ende Kapitel 17

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Every other Friday – Kapitel 16

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetRick konnte sie stundenlang beim Schlafen beobachten, dies war immer so gewesen und würde sich nicht ändern. Meist war Kates Mund leicht geöffnet und ihre Zunge wanderte immer wieder über ihre rosigen Lippen.

Um sich etwas abzulenken, wanderten Ricks Augen durch das Zimmer. Es war kleiner als ihr vorheriges, ähnlich dem in ihrer letzten eigenen Wohnung. Den Großteil der einst eingelagerten Möbel entdeckte er in dem Zimmer wieder, allerdings waren die Wände nicht in derselben Farbe gestrichen, wie damals, sie waren in einem einfachen Creme-Ton gehalten. Alles schien schnell gegangen zu sein. Sonst liebte Kate die kleinen Details, hier standen einfach Möbel in einem Raum, an den Wänden hingen kaum Bilder. Eines ihrer alten Post stand in gerahmter Form am Boden und wartete darauf aufgehängt zu werden.

Und nun wirkte sie so friedlich. Ihr Haar fiel ihr ins Gesicht und zu gerne hätte Rick ihr diese aus dem Gesicht gestreift, doch wäre es unangebracht gewesen. Leider.

In den letzten Wochen, seit dem Gerichtstermin, hatte er oftmals von Kate geträumt, ihrer weichen Haut, ihren Duft und jedes einzelne Mal war er mit einer Erektion aufgewacht, die man nicht einfach durch Gedanken an etwas loswerden konnte. Und dann hatte er selbst Hand anlegen müssen, vor seinem geistigen Auge waren es Bilder von Kate gewesen – einer lachenden, sexy Kate mit offenem dunklen Haar, blauen Shorts und einem hellblauen Top. Einer junge Frau die glücklich zu sein schien und jedes Mal hatte ihn danach Reue heimgesucht. Jeder einzelne Tag ließ ihn wissen, was er verspielt  hatte. Jeder einzelne.

Nur wie konnte er sie zurückgewinnen?

+C+C+

Den Luxus, sich einmal untertags aufs Bett legen zu können, um zu schlafen, den kannte Kate nicht mehr, seitdem sie ausgezogen war. Jede einzelne Minute zuhause war mit den Kindern oder Hausarbeit gefüllt, oder der Buchhaltung und Planung der nächsten Ausgaben. Und jetzt hatte sie geschlafen, einige Stunden sogar.

Doch als ihre Augen durch das Zimmer wanderten, sie die Stimmen aus dem Wohnzimmer höre, realisierte sie, dass es nicht das Loft war in dem sie sich befand sondern ihre kleine Wohnung. Trotzdem war es Ricks Stimme und Benjis, die leise lachten und redeten.

Vorsichtig schwang Kate die Beine über die Bettkante, zog sich ein am Ende des Bettes liegendes frisches T-Shirt an und ging ins Wohnzimmer. Dort fand sie Benjamin und Rick am Boden liegend vor, Bilder in Benjis neuem Bilderbuch anmalend. Auf dem Rücken des Autors lag Michaela, die mit einer gewissen Sicherheit selbst hochgekrabbelt war und schlief. Die Hände in den Stoff geballt, den Mund leicht geöffnet, die Locken ins Gesicht fallend.

+C+C+

„Sie sind heute gemeinsam gekommen?“, fragte der Arzt und musterte die beiden. Immer noch saßen sie auf unterschiedlichen Enden des Sofas, doch war Kates Körperhaltung nicht mehr ganz so starr, eisig.

„Charlie ist krank und wir waren mit ihm im Spital und danach hat Rick etwas auf die Kinder aufgepasst … bei mir.“

Der Therapeut nickte nur, kommentierte nicht. Wie viel war noch notwendig, bis diese Frau endlich einsah, dass sie ohne ihn nur zur Hälfte existierte, ihr Leben ohne ihn am Kopf stand und sie die Gabe besaß, die Weitsicht, ihm zu verzeihen. Nicht um der Kinder willen, nicht wegen ihrer Finanzen – nein, alleine wegen ihres Herzens.

„Sie haben alle Fotos mitgebracht?“ Diesmal stand eine Tafel mit Magnete, ähnlich der am Revier nur kleiner, neben der Couch. „Wer möchte seine Fotos zuerst zeigen?“

Rick stand auf und pinnte seine Auswahl, die sie zuvor noch schnell aus seiner Wohnung geholt hatten, an die Tafel.

„Wieso haben sie sich für dieses Familienfoto entschieden?“

Kate musterte Rick und sah ihn fragend an. Es war schwer in Worte zu fassen, dass es genau das war, nachdem sie sich sehnte. Nur in Momenten wie diesem, war es schwer. Sehr schwer. Der Sohn krank zuhause, der Kopf woanders.

„Da war alles noch gut“, antwortete er ruhig. Bean hatte schon viele Familienfotos im Laufe der Jahre gesehen, doch keines hatte von solch einer Harmonie, Idylle gezeugt wie dieses – und es war erst vor kurzer Zeit aufgenommen worden. Es zeigte diese perfekte Familie, aber nicht in gestellter Form, wie man es von einem professionellen Fotografen haben konnte, sondern auf eine natürliche Art und Weise. Als wäre der Fotograf gerade hinzugekommen und hatte einen Moment festgehalten. Und es gab tiefe, wahrhaftige tiefe Einblicke.

„Für welches Foto haben sie sich entschieden, Kate?“

Sie pinnte eine schwarz-weiß Aufnahme an die Wand. „Es ist nicht komplett, da es nach Charlies Geburt aufgenommen wurde, ohne Alexis und Martha. Ohne diese beiden ist unsere Familie für mich unvollständig und Mike natürlich. Es ist das erste Foto, das man von Charlie aufgenommen hat.“

Bean erkannte, dass Familie in Wahrheit dasselbe für sie bedeutete, obwohl sie unterschiedliche Fotos gewählt hatten. Es war keine gestellte Familie sondern eine natürlich gewachsene. Für beide.

„Hängen sie nun beide ihre Paarfotos auf.“

Gleichzeitig sanden sie an der weißen Wand und befestigten ihre Bilder. Warfen einen raschen, hoffentlich unerkannten Blick auf das Bild des anderen, bevor sie wieder Platz nahmen. Bean konnte die getroffene Wahl erst nach ihnen sehen. Zwei Schnappschüsse, die von Freude und Intimität zeugten.

„Kate, wenn sie Ricks Foto betrachten, an was denken sie dabei?“

Sie starrte das Foto an, überlegte, was sie sagen könnte, ohne zu viel preiszugeben. „Erinnerungen. Charlie war acht Wochen alt und schlief noch bei uns im Schlafzimmer in seiner Wiege. Er schlief noch nicht durch und ich stillte ihn noch in der Nacht. Ich kam mir bei ihm wie eine einzige Milchproduktionsmaschine vor. An diesem Tag hatte Martha die Jungs eingepackt und war mit Alexis zusammen in den Park gefahren, damit wir die Möglichkeit hatten, das Kinderzimmer frisch auszumalen. Ein helles Gelb, grüne Frösche auf den Vorhängen und auf dem Teppich. Charlie sollte nun endlich in das Kinderzimmer zu Benjamin umziehen.“

„Und du hattest deine Gynäkologen Untersuchung einige Tag zuvor …“

„Die Freigabe für ehelichen Verkehr, hatte es die Ärztin genannt und gelacht. Mit Charlie im Zimmer undenkbar.“

Bean konnte die leidenschaftlichen Szenen, die sie quasi beschrieben, vor sich sehen und erkannte die umso tieferen Wunden, die Ricks Fremdgehen bei Kate hinterlassen hatte.

So ließ er sich die anderen Bilder erklären, bis alle an der kleinen Wand hingen und ein perfektes Bild der beiden erzeugten. Eigentlich konnten sie nicht ohne einander leben. Seine Reue war deutlich erkennbar, wie auch ihr Schmerz. Würde sie in der Lage sein, diese zu überwinden, um einen Neuanfang starten zu können. Es ging nicht um die Kinder, die beiden waren perfekte Eltern, miteinander oder getrennt, das war klar ersichtlich, es ging um ihre Seelen, ihre Herzen.

„Wenn sie sich diese Familienbilder ansehen, Rick, wo sehen sie sich heute?“

„Außerhalb. Ich habe keine Familie mehr, nicht so, wie wir sie hier haben.“

„Rick …“, versuchte Kate zu intervenieren.

„Nein, Kate. Familie heißt du und ich, dann die Kinder und meine Mutter. Ohne dich bi ich einfach nur ein Wochenendvater. Ich war auch heute sicher nicht deine erste Wahl, als du in der Früh angerufen hast.“

„Wir leben getrennt, Castle.“

„Du vertraust mir nicht mehr.“

„Wenn es um die Kinder geht, dann blind. Wenn es um uns geht … du hast mich betrogen, Rick, eine andere Frau geliebt. Sie geküsst. Berührt.“

„Von Liebe war niemals die Rede. Es war etwas Dummes, Naives, Unüberlegtes, vielleicht war etwas ein Hauch von Lust dabei, aber überwiegend war es Dummheit. Es hätte nicht passieren dürfen. Niemals.“

„Da hast du wohl Recht, Rick. Niemals. Hätte ich dich betrogen, würden wir nicht hier sitzen und darüber sprechen. Du hättest den gehörnten Ehemann gemimt, gelitten, mir die Kinder weggenommen, alle gegen mich aufgebracht. Wir hätten uns die Frage nach einer zweiten Chance niemals gestellt, es gäbe keine Sitzungen bei Therapeuten und die Scheidung wäre innerhalb der Mindestfrist durchgegangen.“

„Kate, das stimmt so nicht …“

„War es denn bei Meredith anders? Nein! Sie wurde mit einem anderen Mann erwischt, hat quasi am nächsten Tag die Papiere unterschrieben, dir das Kind „überlassen“ und war ausgezogen, nachdem du ihr eine großzügige finanzielle Unterstützung zugesichert hattest.“

„Meredith wollte Alexis nicht, wollte sie nie. Sie wollte nicht einmal eine 40wöchige Schwangerschaft, um ihren Körper nicht zu ruinieren. Stillen war Tabu, wie hätte denn sonst ihre Brust ausgesehen. Sobald sie aus dem Krankenhaus entlassen war, übergab sie mir Alexis und machte sich wieder an die Arbeit.“

Den Rest kommentierte Rick nicht, denn sie war im Recht. Er hätte hart reagiert und ohne Verluste gehandelt. Er hätte ihr alles genommen und nun kämpfte er darum, sie nicht zu verlieren – was für ein Unterschied. Vielleicht weil er im Leben noch nie eine Frau so geliebt hatte wie Kate, niemals. Er war verliebt gewesen, hatte sein Herz verloren, doch mit Kate Beckett war es anders gewesen. Es war eine Seelenverwandtschaft, eine Art von Anziehung, die er zuvor noch nie erlebt hatte. Diese vollkommene Übereinstimmung. Harmonie.

Am Ende der Sitzung gab ihnen Bean eine neue Aufgabe – das Gespräch mit den Kindern. Sie sollten es gemeinsam machen und dies genau planen, um von den beiden nicht überrumpelt zu werden. Natürlich setzte Bean sie damit unter Druck, aber genau das war seine Absicht. Sie sollten gemeinsam Zeit verbringen, ohne ihn, und sich darüber im Klaren werden, wie weit sie ihre Kinder informierten, wie tiefgehend die Trennung bereits war.

+C+C+

„Es ist ein kleiner Coffee Shop am Ende der Straße, der diese herrliche Double Cheesecake mit Himbeeren verkauft, die du so gerne hast“, sagte Kate leise, als sie die Fotos in ihre Handtasche steckte.

„Okay“, stimmte er einfach zu, ohne irgendetwas zu hinterfragen. Er machte es von Kate abhängig, wie viel sie ihren Kindern verraten würden. Der Autor war froh, dass die Kinder noch so klein waren und von den anderen Kindern nicht erfahren hatten, was in den Boulevardblättern zu sehen gewesen ist. Wären sie bereits Teenager gewesen, hätte alles ganz anders ausgesehen.

Kate trug an diesem Abend blaue Jeans, die eng an ihren Beinen lagen und ein dunkelgrünes T-Shirt mit einem u-förmigen Ausschnitt, der den Ansatz ihre Brüste betonte. In einem Outfit wie diesem, merkte man, wie sehr sie abgenommen hatte.  Wahrscheinlich fand sie nicht einmal mehr die Zeit um regelmäßig laufen zu gehen, wer würde denn auch in dieser Zeit auf die Kinder aufpassen. Damals, in ihrem gemeinsamen Loft, lief sie dreimal pro Woche im Freien, zwei bis drei weitere Male am Laufband.

Was hatte er ihr alles mit seinem Betrug genommen?

Sie waren gemeinsam mit einem Taxi gekommen und gingen gemeinsam, nebeneinander, zu dem Coffeeshop. Während Kate einen ruhigen Tisch in einer Ecke suchte, bestellte Rick Kaffee und Cheesecake.

Kate fühlte eine gewisse Nervosität in ihr aufsteigen. Seit ihrer Trennung hatten sie keine Zeit mehr alleine zu zweit verbracht, abgesehen von der Zeit im Wartezimmer des Therapeuten, immer waren zumindest die Kinder anwesend gewesen, ein Kollege, Freund, Martha oder Alexis.

Sie suchte in ihrer Handtasche nach dem Handy, um zu sehen, ob Martha sich gemeldet hatte, wie es um die Kinder stand. Doch keine Textnachricht, kein Anruf, nichts wartete auf sie. Plötzlich stellte Rick das Tablett vor sie, stellte die Tassen mit Kaffee hinunter und den Teller mit Kuchen, zwei Gabeln dazu.

„Oder wolltest du ein eigenes Stück?“, fragte Rick beinahe schüchtern, unsicher.

„Nein, nein“, murmelte sie nur, nahm die Gabel in die Hand und nahm ein Stück. Als es schließlich in ihrem Mund war, lehnte sie sich zurück, schloss die Augen und genoss förmlich das Zergehen der Creme in ihrem Mund. Beinahe entkam ihr ein Lächeln.

„Entschuldigung“, murmelte sie leise und legte die Gabel zur Seite, nahm aus ihrer Handtasche das Notizbuch, das sie immer bei sich trug, und einen Kugelschreiber. „Wie wollen wir vorgehen?“

„Glaubst du, dass man einfach einen Plan machen kann und die Kinder lassen einem dann Punkt für Punkt abarbeiten?“

„Nein“, erklärte sie ruhig. „Aber es gibt Sachen, die man ihnen sagen kann und Punkte, über die wir nicht sprechen brauchen.“

„In Ordnung.“

„Ich werde ihnen nicht sagen, dass du mit einem anderen Menschen im Bett warst und mich betrogen hast.“  Das war ein wichtiger Punkt für sie. Die Jungs waren zu jung, um das zu verstehen. Sie waren zu jung, um zu verstehen, was Liebe war, was eine sexuelle Beziehung war. Benjamin war einmal ins Schlafzimmer gekommen, als sie sich liebten, aber er hatte sie nur groß angesehen und war wieder in sein Bett gegangen. Am nächsten Tag hatte Kate es ansprechen wollen, er war damals gerade drei Jahre alt gewesen, doch konnte sich der Junge in der Früh an nichts mehr erinnern. Sie hatten sie sich küssen gesehen, wie sie sich berührten, aber nicht mehr. Daher würden sie nicht verstehen, was zwischen Gina und Rick vorgefallen war. „Wenn sie einmal älter sind, werden sie eventuell danach fragen, dann kann man es ihnen erklären!“

„Was möchtest du ihnen denn dann sagen?“

„Dass wir einander vielleicht … nicht mehr so gerne haben?“ Ihre Stimme ließ das Ausmaß ihrer Unsicherheit nicht im Dunkeln. Fakt war immerhin, dass sie ihn immer noch mochte, ihn immer noch liebte. Nur stand diese massive Wand zwischen ihnen.

Rick konnte diesem Satz schwer zustimmen, da er nicht im Geringsten auf ihn zutraf. Vielleicht liebte er sie aktuell sogar mehr als jemals zuvor, weil er erkennen musste, wie es war, ohne ihr leben zu müssen.

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Ende Kapitel 16

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