Freezing Rain (NC17) OS

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Zeitrahmen: nach „Tick, Tick, Tick“ & „Boom!“    (2×17+2×18)


Blitz. Donner. Heftiger Regen ergoss sich über New York. Wie sagte man in einem kleinen europäischen Land so gerne: Und wenn es einmal regnet, dann regnet es sich ein. Das Wetter wäre auch unbedeutend gewesen, hätte es nicht um die Null Grad, würde kein Sturm toben und hätte es nicht gerade eine Meldung im Fernsehen und Radio gegeben, dass man doch bitte das Haus nicht verlassen sollte, da es lebensgefährlich wäre unterwegs zu sein. Continue reading

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Ein Blick in die Vergangenheit (Essay)

Manchmal gibt es Tage, an denen schweifen Gedanken ab, an denen überlegt man, nach der Lektüre eines Artikels, Kommentars, Buches; dem Hören eines Statements, einer Meinung, einer simplen Äußerung, wer oder was einem eigentlich zu dem gemacht hat, das man heute ist.

Und ich würde lügen, müsste ich mir nicht eingestehen, dass es die starken weiblichen Charaktere waren, die in den 1990er Jahren im Fernsehen zu sehen gewesen sind. Nur wo beginnt man? Und waren es lediglich die Figuren der damaligen Ära, oder auch die eine oder andere historische Persönlichkeit? Continue reading

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Abuse – Kapitel 12

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Endlich … für Castle Freak, Hummel, Ricky castle, castlelover3000 – Die Muse war nie verschwunden, sie wurde nur von der nicht vorhandenen Freizeit an ihrem Werk gehindert.

+ C + C + C +

Kapitel 12

+ C + C + C +

Etwas das Kate nicht wissen konnte war, dass Rick keineswegs untätig geblieben war in all den Tagen, die sie wieder in NY waren. Der Zusammenstoß mit dem Journalisten hat ihm eines gelehrt: Untätigkeit wird bestraft. Zu seiner Pokerrunde konnte er nicht gehen und um Rat fragen, dies war zu risikoreich, daher hatte er sich bei der ersten Möglichkeit aufgemacht, einen befreundeten, vertrauenswürdigen und äußerst guten Privatdetektiv aufzusuchen, der bereits des Öfteren in zwielichtigen Milieus ermittelt hat. Er war kein Ex-Cop und jeder kannte ihn unter einem anderen Namen, trotz all dieser eventuellen Ungereimtheiten war sich Rick sicher, dass er der einzige war, der in diesem Fall vielleicht in der Lage war, Abhilfe zu schaffen. Continue reading

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Enge Räumlichkeiten (Tight Quarters I)

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetCa. Season 4 / bisserl OOC

Rating: PC18/NC17/M

+C+C+C+

Ein Mann, eine Frau, ein Schneesturm. Seit Tagen hatte sich das Unwetter angekündigt und doch hatten beide gedacht, dass sie diesem Unwetter problemlos entkommen konnten. Und nun saßen sie in einem kleinen Motel, 100km außerhalb New Yorks fest, am Heimweg von einem Besuch im Auburn Gefängnis, einer Hochsicherheitsverwahrung bei Rochester, nahe dem Lake Ontario. Es war Gates Idee gewesen, sie dorthin zu schicken, um einen Gefangenen zu interviewen, den man keinesfalls für das Gespräch nach New York bringen wollte, um nicht Gefahr zu laufen, diesem gefährlichen Insassen, die Chance zu geben, auszubrechen. Continue reading

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Every other Friday – Kapitel 19

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetEwigkeiten konnten positive und negative Eigenschaften haben. So lehnte sich Kate an seine Brust, strich über seine Brustwarzen, dann über seinen Bauch in den Schritt und eine heftige Erektion zu bekommen, war noch nie ein Problem gewesen. Besonders nicht, wenn es Kates Hand war, die ihn berührte. Continue reading

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Going West – Kapitel 4 “Gemeinsame Wege”

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetGemeinsam ritten sie Seite an Seite in Richtung der geerbten Farm. Die Gegend war düster, das wenige Grün würde nach einem heißen Sommer wohl verschwunden sein und Rick konnte sich einen Winter hier erst gar nicht vorstellen – an der Ostküste hatten sie Schnee, Eisstürme und all diese Sachen. Hier erwartete er kaum einen großen temperaturtechnischen Unterschied. Es war warm, feucht. Jeden Abend sehnte er sich nach einem Bad, diesen Morgen hatte sich Rick sogar gefragt, ob es hier in der Nähe einen Fluss gäbe, in dem Mann ein Bad nehmen konnte.

Während sie durch die Steppe ritten, stelle Alexis Kate 100 Fragen über den Ort, die Anrainer und die Jahreszeiten und es stellte sich heraus, dass Ricks Annahme gar nicht so falsch gewesen war. Allerdings passte Castle nicht recht auf, zu sehr studierte er ihre Haltung, den mittlerweile über den Sattel geworfenen Mantel, die Art und Weise, wie sich ihre Hüften im Sattel bewegten.

Am Hof angekommen fand eine kurze private Unterhaltung zwischen Kate und Em statt, bis die junge dunkelhaarige Frau zu Martha kam und sie bat mitzukommen. Sie würde die ehemalige Sklavin untersuchen, in ihrem eigenen Haus, und bat um Marthas Anwesenheit. Anfänglich war die ehemalige Schauspielerin etwas unsicher, sagte aber nichts und ging langsam neben den beiden jungen Frauen her. Ems Hütte war etwas abseits, doch war sie die sauberste, die sie in Cort Springs bisher gesehen hatten.

Anfänglich stellte Kate ein paar Fragen, die der jungen dunkelhäutigen Frau teilweise etwas peinlich waren, doch taute sie allmählich auf, vertraute Kate mehr und mehr. Sie wollte wissen, wann sie in etwa ihre letzte Mensis hatte und welche Veränderungen ihr während der Schwangerschaft aufgefallen waren. Manche Punkte konnten genauer beantwortet werden als andere, so konnte die werdende Mutter nicht schreiben, daher gab es natürlich keine entsprechende Buchführung über diverse Ereignisse des täglichen Lebens. Sachen wurden mit anderen Ereignissen verbunden, der Geburt eines Kalbes, starken Gewittern, Angriffen durch die Indianer.

Kate horchte mit einer Art Hörrohr Ems Bauch ab, ihre Brust. Schließlich erklärte sie ihr den Beginn des Geburtsvorgangs, wie Wehen sich anfühlen würden und dass das Fruchtwasser abgehen würde. Es war von Vorteil, dass die junge Frau schon bei zahlreichen Geburten von Tieren dabei war, um die Basics zu kennen.

„Mrs. Castle …“, sagte Em schlussendlich besorgt und sah die ihr quasi Fremde fragend an.

„Wir bekommen das schon hin, Kleines. Mach dir keine Sorgen. Frauen bekommen Kinder seit der Entstehung der Erde.“

„Sie müssen mich nur am Anfang rufen“, erklärte Kate, „dann kann ich rechtzeitig schaffen. Manchmal kann eine Geburt Tage dauern, manchmal sind die Babys bereits nach wenigen Stunden auf der Welt.“  Sie strich Em über die Schulter. „Du musst viel rasten, darfst nichts Schweres heben und solltest die Füße hochlegen, wenn immer es dir möglich ist. Du hast noch etwa 3-4 Wochen, würde ich sagen und wir wollen ja nicht, dass es früher kommt.“

Das Schwarze nickte zustimmend. „Wir werden dafür sorgen, dass sie mehr Pausen hat.“

Gemeinsam standen die beiden weißen Frauen auf und verabschiedeten sich für den Moment von Em, die scheinbar müde auf einer Bank in ihrem Haus saß.

„Wie viele Kinder, Kate?“

„An die 20 im Laufe der Jahre.“

„Alles Mädchen aus dem Saloon?“

„Nein Mrs. Castle. Die meisten waren von ehemaligen Slavinnen oder Frauen, die von einem Arzt nicht behandelt wurden – unverheiratete, ungläubige, eingeborene. Bei meinen Mädchen schaue ich darauf, dass es erst gar nicht so weit kommt. Also im Normalfall. Aber natürlich, manch ein Kind war auch von einem meiner Mädchen.“

Martha wusste genau, was sie damit meinte, dies verhindern zu wollen. Auf den Bühnenbrettern der Ostküste hatte man dies auch stets versucht, denn welches Engagement bekam eine junge Schauspielerin mit einem wachsenden Bauch?

„Haben Sie Kinder?“

Em lachte hinter ihnen auf, daher drehten sich die Frauen um. „Kate hat ihrem Verlobten angeschossen, sie hat ihm in den Allerwertesten geschossen, weil er eine Woche vor der Hochzeit mit einem der Mädchen im Saloon mehr als nur …“

„Und ich habe bereits gehört, dass sie eine vorzügliche Schützin sind.“

„Oh, eine von Blakes Geschichten“, stimmte Kate und verdrehte ihre Augen.

„Sie ist die Beste“, setzte Em fort. „Wir kommen ja nur selten in die Stadt und niemals in den Saloon, Schwarze dürfen die Geschäfte nicht betreten oder nur durch den Hintereingang – laut Bürgermeister. Aber wir hören vieles – sie hat schon manch ein Duell gewonnen, Räuber an- oder erschossen und wenn sie jemandem droht, wissen alle meilenweit, dass sie es ernst meint.“

Die Sonne stand hoch am Himmel und Martha stellte fest, dass diese Lobhudelei Kate unangenehm war. Em ging an ihnen vorbei und in die Küche des Herrenhauses, Kate führte hingegen Martha in einen Bereich hinter dem Haus. Es waren die Reste eines Gartens zu sehen.

„Das Kind liegt bereits in der richtigen Position, Mrs. Castle, es könnte jederzeit so weit sein.“

„Nenn mich doch Martha, quasi jeder nennt mich Martha.“

„Kate“, sagte die in Hosen gekleidete Frau mit einem Lächeln auf den Lippen.

„Ist es eine Abkürzung?“

„Ja, für Katherine, nach meiner Großmutter.“

„Leben deine Eltern auch hier in der Gegend?“

Kate schüttelte den Kopf. „Meine Mutter ist seit vielen Jahren tot, es war ein Raubmord, als ich noch ein Kind war. Mein Dad, der Jurist, hat sich dann der Flasche zugeneigt und wollte mich an den Sohn eines Kollegen verheiraten. Kaum war ich volljährig,  habe ich mir das kleine Erbe meiner Mutter auszahlen lassen, habe meine Sachen gepackt und bin aus Boston weg.“

„Vermisst du denn die Großstadt nicht?“

„Nein. Vielleicht am Anfang. Es war nicht immer einfach. Wenn mein Vater wüsste, wie ich mein Geld verdiene, würde er so und so kein Wort mehr mit mir sprechen. Er würde mich verachten.“

„Wieso glaubst du das?“

„Du kennst ihn nicht. Er ist eine andere Type Mann als dein Sohn. Mein Vater beurteilt dich in den ersten 10 Sekunden und dann ist es unmöglich seine Meinung zu ändern. Ist er davon überzeugt, dass man unschuldig ist, beharrt er auf diesem Urteil. Ist er anderer Ansicht, gibt er den Fall ab bzw. übernimmt den Klienten nicht. Das machte ihm früher zu einem guten Anwalt, bevor er zu trinken begonnen hat.“

„Warst du auch einmal eines der Mädchen?“

„Oh nein … ich habe den Saloon geerbt von einer lieben Freundin, sie hat ihn mir auf ihrem Sterbebett hinterlassen. Tanzen ab und an ja, mehr nicht.“

„Und der Verlobte?“

„Der ist über die Berge. Fand den Schrot in seinem Hintern nicht so toll wie einen Ehering, obwohl er dieses Andenken wohl länger mit sich trägt als ein Goldband.“

Beide lachten.

„Townsend hatte hier einen Gemüsegarten. Ich war einige Male hier, als er noch mehr Sklaven hatte und diese Frauen medizinische Versorgung brauchten. Er hatte Kürbisse und all diese Sachen hier. Wenn man nämlich etwas weiter geht in diese Richtung, ist ein Brunnen, der gutes Wasser hat. Er hat die Pflanzen täglich bewässert und sie waren sein ganzer Stolz.“

„Was weißt du noch über ihn?“

„Nicht viel. Er hätte einmal beinahe geheiratet, habe ich gehört, aber sie starb an einer Lungenentzündung. Das war aber vor meiner Zeit hier. Er war gut zu den Sklaven und hatte, sobald der Präsident die Gesetze geändert hat, allen Sklaven diskussionslos die Freiheit geschenkt. Allen hat er angeboten zu bleiben und eine Bezahlung natürlich. Anfänglich waren noch einige da, nach seinem Tod sind alle weggegangen bis auf Theo, Em und Sal.“

Kurze Zeit herrschte eine Stille, die nur durch die Geräusche der Natur unterbrochen wurden.

„Mutter?“, sagte plötzlich eine Stimme hinter ihnen.

„Richard?“ Sie drehten sich zu ihm um. Seine Hosen waren schmutzig, das Hemd hatte er ausgezogen.  „Kate hat mir gerade den ehemaligen Garten gezeigt.“ Martha deutete auf die Überreste eines Zauns. „Mit etwas Arbeit kann man hier wieder Gemüse anpflanzen.“

„Geht es Em denn gut?“, fragte Rick. Er kannte sich mit schwangeren Frauen nicht besonders gut aus, aber sie schien sehr jung zu sein und viel am Hof zu arbeiten.

„Den Umständen entsprechend geht es ihr gut, Mr. Castle. Sie braucht Ruhe und sollte genügend rasten. Ich habe die Hoffnung, dass ihre Mutter und ihre Tochter sie etwas entlasten können, bis das Baby da ist.“

Richard nickte zustimmend. „Alexis ist bereits dabei mit Em einen Eintopf für den Mittagstisch zu kochen.“

Martha blickte an sich selbst hinab. Sie trug ein einfach geschnittenes dunkelbraunes Reisekleid mit kompliziert aufgesetzten Knöpfen, einer geschwungenen Bordüre an den Armen. Darunter trug sie eine weiße Bluse, deren Rüschen  man am oberen Rand der Jacke sieht. Unter der Bluse trug sie eine einfach weiße Korsage, die sie selbst vorne schnüren konnte und einige Unterröcke – so war sie es gewohnt. Doch hier schwitzte sie und erkannte, dass Kates Outfit wohl den Gegebenheiten angepasster war. Trotzdem würde man sie nicht in Hosen sehen. Niemals. Und ihre Unterröcke würde sie auch nicht aufgeben, doch hier am Land könnte man den Stoff sicherlich anpassen. Und wer würde sich um all ihre Wäsche kümmern?

Ihr Leben in New York war nicht immer einfach gewesen aber komfortabel. Jetzt würde sich einiges ändern und ihr würde die Veränderung am schwersten fallen, dies hatte Martha bereits erkannt.

„Also Mutter, du könntest ihr ja helfen …“

Kurz musterte die rothaarige Frau ihren Sohn und verschwand schließlich im Haus, auf dem Weg dorthin knöpfte sie ihre Jacke auf und warf sie über einen Stuhl.

„Wie viel schulde ich ihnen für Ems Untersuchung?“ Ricks Stimme war bestimmt, doch hörte Kate ihm nur beschränkt zu, zu sehr wanderten ihre Augen über seinen entblößten Oberkörper, die definierten Bauchmuskeln.  „Kate?“

„Oh … Entschuldigung. Ich verlange kein Geld.“

„Und welche Form der Entschädigung darf ich anbieten?“

„Ich nehme gerne einen Teller Eintopf zum Mittagessen und vielleicht haben sie ja das eine oder andere Buch mitgebracht in ihren vielen Koffern, das ich mir in Folge ausborgen könnte.“

„Sie lesen?“

„Natürlich. Nur weil ich einen Salon habe, heißt es nicht, dass ich ungebildet bin.“

„Das habe ich niemals behauptet.“

„Natürlich nicht“, sagte Kate und blickte verlegen auf den staubigen Boden.

„Ich habe sie noch nicht ausgepackt, aber sie können sich alles ausborgen. Jedes einzelne. Ohne Ausnahmen. Gibt es denn hier die Möglichkeit Bücher zu erwerben?“

„Sie können sie über Blake beziehen, aber es dauert Ewigkeiten. Die meisten kommen aus Denver oder von der Ostküste selbst.“

„Hm… dann muss ich wohl meinem Verleger telegraphieren, dass er mir regelmäßige Updates schickt. Der Großteil unserer Sammlung sind natürlich Kriminalromane, Alexis und Mutter bevorzugen Shakespare und andere Klassiker, aber ebenso diese romantischen Novellen, frauenzentrierte Romane.“

„Wunderbar.“

„Sie lesen gerne?“

„Immer schon. Alles was mir in die Finger kommt.“

Gemeinsam gingen sie schließlich ins Haus hinein. Damit hatte Rick nicht gerechnet, dass die Dame, die den Saloon führt, eine begeisterte Leserin sein würde und sie somit eine neue Ebene erreicht hatten, eine neue Ebene, die sie verband – mehr als viele andere Männer in diesem Ort behaupten konnten.

„Kate, Mädchen, kannst du mir einen guten Schneider im Ort nennen? Ich brauche unbedingt ein paar praktischere Outfits“, fragte Martha und stellte einen zusätzlichen Teller und ein Glas auf den Tisch, das sie mit Milch füllte.

„Die nächste Schneiderin ist meilenweit entfernt. Hier nähen die Frauen selbst. Ich habe zwei Mädchen, die sehr begabt sind. Wenn sie wollen, können sie mit diesen besprechen, was sie wollen. Vielleicht kann man ja ein paar Sachen umarbeiten.“

„Großmutter, du könntest Hosen tragen …“

Der ganze Tisch lachte laut,  Martha wurde rot und blickte auf ihr Essen. Alexis Idee war gewagt, niemals würde Martha sich auf so etwas einlassen, das war allen bewusst. Sogar Kerstin, die die ältere Frau eigentlich kaum kannte, wusste sofort, dass die Enkeltochter dies nur gesagt hatte, um ihre Großmutter etwas aufzuziehen. Kate kannte die Gesellschaft der Ostküste, wusste wie nobel man lebte, von welchen Idealen man ausging – auch wenn sie mittlerweile mehr als 10 Jahre im wilden Westen lebte.

+C+C+C+

Ende Kapitel 4

+C+C+C+
1. Kapitel 1 – Going West
2. Kapitel 2 – Die Neuen
3. Kapitel 3 – neue Bande
4. Kapitel 4 – gemeinsame Wege
5. Kapitel 5 – alte Geheimnisse

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Every other Friday – Kapitel 17

caskett_by_slaveformusic-d5gxm3n - BearbeitetUnd so saßen sie in dem Kaffee, aßen Kuchen und plauderten. Es herrschte eine gewisse Intimität zwischen ihnen, die aber keinesfalls als erotisch aufgeladen beschrieben werden konnte; es glich einem freundschaftlichen Dialog, da besonders Kate versuchte, ihm nicht zu tief in die Augen zu sehen. Würde sie dies nämlich tun, würde sie eventuell Gefahr laufen, den Plan nach einem strukturierten Gespräch über den Haufen zu werfen und ihm verfallen. Seine blauen Augen hatten nämlich immer dieselbe Wirkung auf sie.

Rick studierte sie genau. Wenn sie sich nach vorne lehnte, ließ ihr Ausschnitt mehr von ihrem Busen erblicken und nein, er konnte seine Blicke nicht abwenden, denn zu gerne hätte er sie berührt, hätte er mit seinen Lippen sanfte Küsse darauf verteilt, den Büstenhalter entfernt und ihre Brustwarzen liebkost. Alleine bei dem Gedanken wurde er hart. Es waren Monate vergangen seitdem er einen lustvollen Gedanken an eine Frau verschwendet hatte – am Heimflug von Europa. Er hatte sich vorgestellt, wie es wäre, sie gleich am Flughafen zu nehmen. Damals plagten ihm keine Schuldgefühle, nichts.

Abgesehen davon wünschte er sich samstagabends mit ihr die alten „Harry Potter“ Filme anzusehen, die sie wie ein kleines Kind liebte. Kates Filmvorlieben waren immer sehr divergent gewesen – auf der einen Seite liebte sie Screwball Comedy, die französische Moderne und dann waren es diese märchenhaften Kinderfilme, die sie gerne sah. Die der sechziger bis achtziger Jahre erinnerten sie an ihre Kindheit; die moderneren liebte sie wegen der Specialeffekts, die nun möglich waren.

„Ich habe dich aber immer noch gerne, sehr gerne sogar“, sagte Rick leise. Er wollte keine Szene heraufbeschwören.

„Das eine hat ja nichts mit dem anderen zu tun, Rick.“ Sie blickte ihn nicht an.

„Aber ich möchte sie ja nicht anlügen.“

„Da hast du Recht.“ Sie machte eine kurze Pause. „Ich kann ihnen nicht die Wahrheit sagen und du auch nicht.“

„Nein.“ Rick schüttelte den Kopf.

„Sie verstehen vieles noch nicht.“

„Du kannst ihnen sagen, dass du mich nicht mehr magst.“

„Es hat doch nichts mit Mögen zu tun. Du hast mich betrogen, deswegen bin ich ausgezogen.“ Hatte sie also noch Gefühle für ihn? Empfand sie immer noch Liebe? „Wir können ihnen sagen, dass wir etwas Abstand voneinander brauchen.“

„Wenn du meinst …“

„Sie sind Kinder, sie verstehen es so und so nicht.“

„Sie verstehen mehr, als du denkst, besonders Benjamin. Er spricht vielleicht nicht viel, aber er beobachtet, studiert.“

Castle kannte seinen Sohn und wusste, dass sie Recht hatte. Benji liebte es, andere nebenbei zu beobachten. Er kommentierte einen Streit nicht und wenn er sich einmal einmischte, dann reichte es ihm wirklich. Doch dies kam wahrhaftig selten vor.

„Wir könnten gemeinsam mit den Kids zu Charlies Geburtstag ein Wochenende in die Hamptons fahren, er ist ja so gerne im Winter am Meer. Außerdem ist der Whirlpool und die Dampfsauna endlich fertig.“

„Rick …“

„Es gibt genügend Schlafzimmer, damit jeder sein eigenes hat. Wir nehmen Mutter und Alexis mit und du kannst ja Lanie fragen.“

Kate überlegte kurz, legte den Stift aus der Hand und schloss den Block. „Jetzt muss Charlie erst einmal gesund werden und dann sehen wir diesbezüglich weiter.

Im Grunde schoben sie an diesem Abend die Frage vor sich hin, wieviel sie den Jungs wirklich sagen würden, denn an allem war nur ein Teil Wahrheit. So plauderten sie über die Entwicklung der Jungs und Michaelas.

Mike wurde meist nur am Rande erwähnt, weil sie ein Kind war, das nie Probleme bereitet hatte. Benjamin war bestimmend durch seine Eigenarten, die so entzückend sein konnten. Charlie war der Überschwängliche und Mike, Mike war ein Baby. Sie war dabei laufen zu lernen und mochte es nicht, wenn man ihr die Haare mit dem Shampoo der Jungs wusch. Sie lag zudem immer noch gerne auf Kates nackter Brust, Haut an Haut, um den Herzschlag zu hören. War sie krank, unruhig oder nervös, half das Kuscheln mit Kate immer.

Rick erzählte davon, wie er das letzte Mal versucht hatte, dies anzuwenden, aber kläglich gescheitert war. Beide musste darüber lachen, wie er es beschrieb, sich das T-Shirt ausgezogen zu haben und Mike sich kein wenig beruhigt hatte.

„Es muss wohl einen Unterschied zwischen einer Frauen- und einer Männerbrust geben“, sagte sie und lächelte.

Rick kommentierte es nicht, sondern starrte nur in ihren Ausschnitt. Kate wurde rot, als sie dies bemerkte, sagte aber nichts. Irgendwie regte es ein bekanntes Gefühl in ihr, dass sie ihm doch noch gefiel. Immerhin waren Jahre seit der Nacht im Club vergangen, drei Schwangerschaften waren dazwischen gekommen und sie hatten viel gemeinsam erlebt.

+C+C+C+

Benjamins Gesundheitszustand veränderte sich am folgenden Tag nur minder, das Fieber sank etwas und stieg wieder, zwar nicht mehr in diese extremen Höhen, doch war er durchgehend in Kates Augen zu hoch, um sie ruhig schlafen zu lassen – dies tat sie bereits durch die Anwesenheit ihrer kleinen Tochter in ihrem Bett nicht wirklich.

Aus diesem Grund meldete sie auch am kommenden Tag, dass sie aufgrund ihres kranken Kindes noch einen Tag zuhause bleiben würde. Hätte man Kate vor einem Monat dies sagen hören, hätte man sich gewundert, wie sie sich die finanziell leisten konnte, denn jeder Tag Dienstentgang hätte sie in ihrer Planung zurückgeworfen. Doch nun wusste sie, dass wenn es notwendig war, sie auf die Alimente der Kinder zurückgreifen könnte, um im Notfall eine Rechnung zu bezahlen.

Abgesehen hatte sie das Gefühl gewonnen, dass sie im Fall der Fälle auch Rick bitten könnte au die Kinder aufzupassen.

„Martha“, sagte sie erleichtert, als sie diese durch den Türspion vor der Türe stehend vorfand. „Was machst du denn hier?“

„Ich war einkaufen“, kommentierte sie und hob signalisierend die beiden Einkaufstüten. „Hier ist alles, das man laut Martha Stewart für eine gute gesundmachende Hühnersuppe braucht. Ich hoffe, dass du nach Rezept kochen kannst.“

Kate nickte, lächelte ihr zu und bat sie in die Wohnung. Martha war eine der Personen, die sie am meisten vermisst hatte in den letzten Wochen. Waren ihre Ratschläge auch manchmal etwas zu viel, war sie doch Tag und Nacht für einen da. Als die Kinder noch ganz klein waren, hatte sie sie Nachts, wenn Kate im Schaukelstuhl vor Müdigkeit eingeschlafen war, durch das Loft getragen, bis die Blähung nachgelassen hatten und der kleine Wurm eingeschlafen war.

Aus der Jackentasche zog Martha einen ausgedruckten Zettel. „Hier, das Rezept.“

„Du kannst eine Suppe ohne Rezept, Martha.“

„Katherine … ich kann Letscho kochen, vielleicht noch einfache Pasta mit Knoblauchöl, beides kein großes Kunstwerk. Du möchtest doch, dass Ben sie auch ist. Oder? Und er hat ja einen sehr ausgewählten Geschmack, ganz wie sein Vater.“

Kate lächelte und begann die Tüten auszupacken. „Ist Ben noch in der Schule?“

„Ja. Er wird von der Mutter eines Schulfreundes nachhause gebracht. Mrs. Brandon hat erklärt, dass es überhaupt kein Problem sei, auch nicht, ihn morgen in der Früh abzuholen, wenn notwendig.“

Gemeinsam schnitten sie das Gemüse und spielten dann mit Michaela, als sie wieder wach war. Eine ordentliche Suppe zu kochen, hatte Beckett von ihrer Mutter gelernt. Auch wenn ihr Kühlschrank früher aus Styroporcontainers bestand, konnte sie kochen, sie kochte nur aus Prinzip nicht für eine Person. Hatte früher nicht für eine Person gekocht.

„Ist es ein Unterschied, ein Mädchen nach den zwei Jungs großzuziehen?“, fragte Martha nebenbei.

„Ich weiß es nicht Martha. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie bei all dem hier einfach zu kurz kommt. Benjamin hat alle Gott erdenkliche Aufmerksamkeit bekommen, weil er der Erste war. Charlie holte sich all de Aufmerksamkeit, die er brauchte. Michaela hingegen, sie ist so ruhig, sucht ab und an meine Nähe, aber fordert mich nicht heraus. Sie ist so einfach. So ruhig.“

„Ich werde nie vergessen, wie du sie als ganz kleines Baby einmal mit in der Wanne hattest und sie auf deiner Brust lag und endlich eingeschlafen war. Sie wollte einfach ganz nah an dir sein, ganz anders als die Jungs. Sie sucht die Nähe, wenn sie sie braucht.“

„Sie ist alles, Martha. Ihr ist es egal, welches Shampoo man verwendet und ob sie zwei unterschiedliche Socken anhat. Schläft sie mit Koko dem Hasen oder Bruno dem Bären – es ist ihr egal. Wenn die Jungs am Abend nicht da sind, dann wird sie unruhig. Jetzt schläft sie bei mir im Bett, bis Charlie gesund ist, und sie macht keinen Mucks, als wäre es ihr egal.“

„Manche Kinder sind eben genau so. Richard war ein einfaches Kind. Wir hatten ganz wenig, als er ein Kind war, manchmal schlief er einfach im Wäschekorb in der Garderobe oder im Wäschekorb bei einer Garderobiere. Oft trug Richard einen blauen und einen schwarzen Socken. Hatte ich einen Mann, der mich finanziell unterstützte, investierte ich es in die besten Schulen, in einfache klassische Kleidung und alles was ihn glücklich machte – und es musste nicht immer das Teuerste sein.“

„Heute ist er anders …“

„Nein, Kindchen, das ist er nicht. Er liebt Spielzeug, aber er braucht es nicht. Würdest du ihn auf einen 2000 Dollar Gehalt einstufen, er würde damit zurechtkommen, weil er weiß, wie wenig reicht, um glücklich zu sein. Er würde dir all das Geld geben, das er hat, nur um den Vorfall ungeschehen zu machen.“

Kate nickte nur und röstete das Gemüse etwas an, bevor sie es mit Wasser aufgoss.

„Wie oft warst du verheiratet?“, fragte Kate mutig, noch nie war sie in Marthas Privatleben eingetaucht. Immer wieder hat sie Teile davon preisgegeben, aber Fragen hatte sie diesbezüglich nie gestellt.

Martha ahnte, auf was es hinauslief. „Drei Ehemänner, einige Verlobungen …“

„Hat dich jemals einer davon betrogen?“

„Mehrere …“

„Rick meinte einmal, dass man dich um deine Ersparnisse gebracht habe.“

„Zweimal. Aber nur einmal war es ein Ehemann, ein junger Europäer. Jean. Gutaussehend, charmant … ein richtiger Casanova. Verheiratet waren wir vielleicht vier Monate, bevor er mit meinen Sparbüchern im Rucksack geflüchtet ist. Zuerst räumte er die Konten ab, kaufte sich ein Flugticket und reiste in seine Heimat – dort lebt er jetzt scheinbar unter seinem richtigen Namen, denn nicht einmal Richard, mit all seinen Kontakten, konnte ihn jemals finden.“

„Und die, die dich betrogen haben?“

„In meiner Branche kommt so etwas vor. Man bringt einen Mann hinter die Bühne mit und die Mädchen flirten mit ihm … die wenigsten Männer können widerstehen. Andrew erwischte ich hinter dem Paravent mit einer vormals guten Freundin. Beide versuchten es gar nicht abzustreiten. Richard hatte nur einige Meter weiter im Wäschekorb geschlafen, war damals vielleicht drei Jahre alt.“ Martha wendete sich ab, schenkte sich eine Tasse Tee ein, der in einer großen Glaskanne auf der Anrichte stand. „Das zweite Mal, da war mein Alexis schon auf der Welt … Daniel vergnügte sich vorzugsweise mit seiner Sekretärin. Wir waren ein ganzes Jahr verheiratet. Er schaffte es, meine Sparbücher als Sicherheit für eine Anschaffung „zu borgen“ … mehr muss ich dazu nicht sagen. Ich bekam eine geringe Summe bei der Scheidung, aber wirklich nur eine geringe und etwas Schmuck … Richard wollte ihn verklagen, ich einfach nur aus der Wohnung flüchten, einfach nur weg.“

„Du hast keinem verziehen?“

„Niemand stand so viel auf dem Spiel, Katherine. Beide waren nicht Richards Vater. Dem Geldes beraubt zu werden, hat mehr geschmerzt, denn das war nicht ersetzbar. Und es zeugte von Dummheit meinerseits, mich selbst so wenig vor diesen zu schützen. Seit Daniel verwaltet nun endgültig Richard meine Vermögenswerte, kümmert sich um die Verträge und Dergleichen.“

„Hättest du ihnen verzeihen können, wären sie Richards Vater gewesen?“

„Ihm hätte ich alles verziehen. Mit ihm habe ich ja die Nacht meines Lebens verbracht, die mir das Beste in meinem Leben geschenkt hat.“

Bevor die junge Frau etwas entgegnen konnte, machte sich Michaela. Martha ging kommentarlos das Kind holen und erklärte, dass sie sie wickeln würde. Im selben Augenblick läutete es an der Türe und noch bevor sie die Türe öffnete, wusste sie, dass es Benjamin war, der jemandem die Welt erklärte – Rick.

„Mum“, sagte er freudig. „Schau, wer mich abgeholt hat!“ Der Junge strahlte bis über beide Ohren.

Kate ließ sie die Wohnung betreten und warf einen Blick in Charlies Zimmer, als sie in Richtung Küche gingen. „Schläft er die ganze Zeit?“, fragte Rick und stand ganz nah an ihrem Rücken, so nahe, dass sie seinen Atem an ihrem Hals fühlen konnte, der sie erschaudern ließ und es wohlig warmes Gefühl in ihrem Bauch auslöste.

„Er war am Vormittag etwas wach, hat etwas gegessen und getrunken, seine Medizin genommen. Wenn die Suppe fertig ist, werden wir ihn dann wieder aufwecken. Ich muss ihn dann waschen und ihm etwas Frisches anziehen.“ Sie starrte immer noch den schlafenden Jungen an. „Wieso bist du hier?“

„Weil du meine Hilfe brauchst.“

„Deine Mutter …“

„Meine Mutter ist nicht der Vater der Kids und dein Ehemann, auch wenn dieser großen Mist gebaut hat. Ich kann scheinbar nicht 24 Stunden am Tag für sie, für dich da sein, aber wenn du es zulässt, helfe ich dir in Situationen wie diesen aus. Du bist zu sehr Mutter, um mir ein krankes Kind vorbeizubringen und konzentriert deiner Arbeit nachzugehen. Das konntest du vor fünf Jahren nicht und das kannst du jetzt nicht. Und wenn es die einzige Sicherheit ist, die dich dir geben kann, dann nimm diese finanzielle, um zu wissen, dass du an solchen Tagen zuhause bleiben kannst.“ Ricks Stimme war vollkommen ruhig, das ganze Gespräch verlief in einem ruhigen, sehr leisen Tonfall, sodass niemand hören konnte, wovon sie sprachen. Martha nahm nur wahr, dass er näher an Kate stand, als es aktuell schicklich war und sie ihn aber nicht von sich stieß. Könnte man dies einen Fortschritt nennen, einen Schritt in die richtige Richtung?

„Wenn man getrennt ist, Rick, kommt so etwas normalerweise nicht vor.“

„Ist bei uns irgendetwas bisher nach einer Norm verlaufen?“

„Nein, ich denke nicht“, antworte sie und berührte mit ihren Fingern kurz seine Hand. Den Bruchteil einer Sekunde lang.

+C+C+C+

Ende Kapitel 17

+C+C+C+

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